Un mot de plus, et je me lance Un mot de plus, et je me noie J'hésit' encor' et je balance entre ce qui me reste d'innocence et toi. C'est le trou noir où tu dérives, et c'est un pays inconnu J'ai tellement envie de vivre au bord de mon désir, je ne résiste plus. (Refrain :) Je veux vivre avec toi* une saison en enfer dans les flammes, Dieu me condamne, je me damne pour passer avec toi une saison en enfer [Je veux jouer avec le/**et brûler à petit] feu, si le Diable te ressembl' un peu. Les petits amours de collège n'ont jamais laissé attendrir, n'ont jamais fait fondre la neige Il y a tant de sortilèges à découvrir. Refrain (bis**) Encor' un mot, et je me lance Encor' un mot, et je me noie J'hésit' encor' et je balance entre ce qui me reste de mon innocence et toi.
*Hört da jemand die Melodie von "Love letters in the sand" heraus? Ja, aber juristisch ist das kein Plagiat, denn die Rechtsprechung stellt darauf ab, wie viele aufeinanderfolgende Töne gleich sind; und da unsere Tonleiter 7 Stufen hat, läßt sie das Plagiat erst ab 7 Tönen beginnen. Bitte nachzählen: Wenn man "vivre" einsilbig singt, dann sind es nur 6, und wenn man es zweisilbig singt, wie M.R. es tut (wohl kaum zufällig, denn das ist vor Vokalen - hier a[vec] - ganz unüblich, und M.R. sprach perfekt Französisch;*** sie war ja seit der Heirat mit ihrem Manager Pierre Scardin 1969 französische Staatsbürgerin und lebte in Paris, auch wenn ihr deutsches Publikum das nicht wissen durfte ;-), dann wird der 3. Ton wiederholt, und es sind nicht mehr 7 gleiche Töne in Folge!
Und wenn schon die Musik kein Plagiat ist, dann ist es der Text erst recht nicht, wovon sich Jeder überzeugen kann, der die literarische Vorlage von Rimbaud aus 1873 mal gelesen hat. (Für Alle, die kein Französisch können, gibt es auch eine zweisprachige Ausgabe mit deutscher Übersetzung von Reclam.)

Nur der Titel ist übernommen - und das ist als "Zitat" erlaubt, so auch in dem italienisch-französischen Spielfilm
"Una stagione all'inferno"
über Rimbauds Leben, der anno 1972 in die Pariser Kinos kam, wo M.R. ihn gesehen haben dürfte, was sie vielleicht zu diesem Lied inspirierte. Übrigens nicht nur sie: Bereits 1973 sang Michel Delpech
Rimbaud chanterait
und hatte damit einen kleinen Hit. Ich weiß nicht, ob damit schon die Glorifizierung Rimbauds als Held der Schwulenbewegung in Frankreich einsetzte. (In den USA hatte die ja bereits 1969 mit den "Stonewall"-Krawallen Fahrt aufgenommen, aber dort kannte wohl niemand den französischen Poëten.) Ebensowenig weiß ich, wann und warum deren Gesinnungsgenossen in BRDigen sich ausgerechnet M.R. als ihre Ikone ausgesucht haben. Weder dieses noch irgendein anderes mir bekannte Lied aus ihrem Repertoire gibt dazu Anlaß, und ihr Privatleben (über das ich ganz gut informiert bin, denn meine Frau liest seit jeher die Klatschspalten und -webseiten aus der Welt der Celebrities) auch nicht.
Revenons à nos chansons. Das Copyright für Rimbauds Opus war eh abgelaufen, denn er war ja schon 1891 gestorben, so daß auch
Léo Ferré
niemandem mehr Tantiemen zu zahlen brauchte, als er anno 1991 den gesamten Originaltext von "Une saison en enfer" für seine LP gleichen Titels vertonte.
***Damit meine ich nicht, daß sie einen Text in Lautschrift fehlerfrei ablesen bzw. -singen konnte, sondern sie sprach es auch frei - sogar akzentfrei -, besser als schätzungsweise 90% der zur Zeit im Sechseck lebenden Bevölkerung. Juden und vor allem Jüdinnen sind ja in der Regel eher bereit und in der Lage, die Sprache ihres Gastlandes anzunehmen als Neger, Araber u.a. Zugereiste. Heute könnte man in Parislâm wohl kein korrektes Französisch mehr erlernen.