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Nick Igel in den USA |
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Dass Amerika Schei�e ist, wei� der geneigte Leser. Liegt ja auch auf der Hand. Ein Land muss einfach Schei�e sein, wenn unter seinen wichtigsten Exportartikeln die Angriffskriege noch die harmlosesten sind, als Bourgeois gehobener Lebensart empfinde ich n�mlich Fastfood und pseudophilosophische Filme des kleinw�chsigen rothaarigen New Yorker P�dophilen als wesentlich belastender als ein paar tausend tote religi�se Fanatiker bei der Wehrsport�bung im Irak. Wobei ich, wenn ich religi�se Fanatiker sage, dies ausdr�cklich nicht auf eine der beiden Kriegsparteien beschr�nkt wissen will. |
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Statue of Libert-i-gel |
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Diese Kolumne ist sich aber nicht zu schade, man kann es nicht oft genug wiederholen, im Interesse ihres Aukl�rungsauftrages und zur vollst�ndigeren Information der Kundschaft auch dorthin zu gehen, wo es richtig wehtut. Bzw. wo es Schei�e ist. Wie zum Beispiel in besagten Vereinigten Staaten von Amerika. Lesen Sie hier in einem mehrteiligen Exklusivabdruck mein USA-Tagebuch!
Part 1: The Igel has landed
Schon vor Eintreffen in den USA finde ich zwei meiner Lieblingsvorurteile �ber den Amerikaner best�tigt. Er hat ein kindlich-naives Gem�t und ist ausgesprochen unprofessionell. Wie sonst w�re es zu erkl�ren, dass jeder Nichtamerikaner vor der Einreise zun�chst ein Formular ausf�llen muss, auf dem unter anderem danach gefragt wird, ob man die Absicht habe, einen Terroranschlag gegen Einrichtungen der Vereinigten Staaten auszu�ben. Und dann muss man ankreuzen: "ja" oder "nein".
Naiv ist daran, dass der Amerikaner offensichtlich tats�chlich erwartet, dass die Kundschaft vom Stamme Bin Laden direkt ein Kreuzchen bei "ja" macht. Die trainieren zwar monatelang, wie man Flugzeuge in Hochh�usern parkt und haben ihre bisherigen Attentate minuti�s durchgeplant, aber wenn nat�rlich vorher einer gefragt h�tte, h�tten die Jungs sicher sofort zugegeben, "ja gut sicher, so ein paar ganz kleine Anschl�ge, so an die vier, f�nf Kilotote, das hatten wir uns als kr�nenden Abschluss unseres Besuchs im Land der ungl�ubigen Horden dann doch vorgenommen..."
Diese Naivit�t der amerikanischen Beh�rden mag ja noch entschuldbar sein, schlimmer noch ist die bewiesene Unprofessionalit�t. Wie jeder wei�, der schon einmal mit professionellen Umfragen in Ber�hrung gekommen ist, werden die Ergebnisse verf�lscht, wenn man den Befragten neben der klaren ja/nein-Alternative nicht auch noch eine Option wie "vielleicht", "noch unentschieden" oder "wei� nicht" einr�umt.
"Na gut", dachte ich, "da kann er noch etwas lernen, der Amerikaner!" Und habe prompt mal neben die beiden K�stchen ein "noch unschl�ssig" notiert. Was dann dazu f�hrte, dass ich sehr schnell ein drittes Vorurteil �ber den Amerikaner als solchen best�tigt erhielt: Er ist humorlos! |
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The Igel has landed
Und zwar im Knast
Nick Igel auf Alcatraz |
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Sp�ter erl�uterte mir mein Rechtsbeistand dann, dass eine ernsthafte Beantwortung der Fragen auf dem K�rtchen, wo neben meinen Ambitionen als Hobbyterrorist auch nach etwaigen Vorstrafen wegen Prostitution oder Drogenbesitzes gefragt war, gar nicht erwartet werde. Vielmehr baue man sogar darauf, dass potenzielle Kriminelle falsche Angaben machten. Weil man sie dann anschlie�end noch h�rter bestrafen k�nne. Ich stelle mir das gerade vor, wie der Richter dann das Urteil verk�ndet: "Nick Igel, ich verurteile Sie zu achthundert Jahren Gef�ngnis wegen eines Terroranschlages auf die Konzernzentrale von McDonalds sowie zu einer Geldstrafe von 25 Dollar wegen vors�tzlicher uneidlicher Falschaussage im Einreiseverfahren!"
Erste Lektion daher: Bei der Einreise brav angeben, ob man schon einmal eine Entziehungskur wegen Alkoholismus mitgemacht hat, ob man schon einmal wegen Wahlf�lschungen verfolgt worden ist und ob man sich um den Wehrdienst gedr�ckt hat, nicht wahr, George Dabbeljuh? Au�erdem sollten zur Sicherheit und zur Vermeidung von Geldstrafen auch Hobbys wie Fingern�gelkauen, R�lpsen, Furzen und Bierdeckelsammeln unaufgefordert genannt werden, man wei� ja nie, was in den einzelnen Bundesstaaten alles verboten ist. In Missouri steht beispielsweise bis heute Geldstrafe auf Oralverkehr. Dazu aber mehr im n�chsten Kapitel.
Noch etwas, was ich gleich am ersten Tag lernte, der Amerikaner hat das Bed�rfnis sich stets und jedem vorzustellen. Kommt man in ein Lokal, h�rt man als erstes von der Kellnerin: "Hi, my name is Nancy and I am your personal waitress. How are you tonight?" Sehr sch�n! Auch im Nationalpark geht es �hnlich zu: "Hi, my name is Farty and I am your personal ranger. How are you today?" Ich frage mich nur, ob das wirklich �berall so zugeht. "Hi, my name is Slutty and I am your personal hooker. How are you tonight?" Oder gar bei der Hinrichtung auf den guten alten hei�en St�hlen in Texas: "Hi my name is Hank and I am your personal executioner. How are you today?"
Part 2: National Breastfeeding Week
Wieder so ein Vorurteil: Pr�de soll er sein, der Amerikaner. Und wieder stimmt es. Weitgehend. Zum Beispiel in der Union Station in Washington. Wo sich jahrzehntelang niemand daran gest�rt hat, dass die pseudor�mischen Soldatenstatuen an den Trags�ulen in bester Tradition der Antike ihre Geschlechtsteile in die Bahnhofsluft ragen lie�en. Bis dann die B�rgerinitiative f�r einen anst�ndigeren Bahnhof auf den Plan trat und durchsetzte, dass die Penisse sorgsam hinter nachtr�glich vor die Statuen gestellten Schilden verborgen wurden. Und zur Sicherheit wurde dieser Erfolg dann auch noch auf mehreren Gedenktafeln f�r die Nachwelt dokumentiert. Wenn schon pr�de, dann aber mit Volldampf voraus und auch noch damit angeben. |
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Amerikanische Theorien:
1. Darwin hatte Unrecht 2. Schon im bei den alten R�mern gab es Undercover Agents |
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In diese reichlich verklemmte Richtung geht auch die mangelnde Toleranz f�r die Hobbys des Michael Jackson und seiner Gesinnungsgenossen. So bestehen die ausf�hrlichsten Abendnachrichten, immerhin eine Sendung von nahezu f�nf Minuten Dauer, im wesentlichen aus drei thematischen Bl�cken: Baseball, Football und Sexskandale von Prominenten. Also praktisch nur Sportnachrichten. Nun wollen wir das seltsame Bed�rfnis, sein Geschlechtsteil in den regelm��ig nicht einmal ausreichend ger�umigen K�rper�ffnungen von Minderj�hrigen zu deponieren, hier nat�rlich keineswegs verharmlosen. Aber ist die von den amerikanischen Medien �ber den ganzen August hinweg hei� diskutierte Frage, ob der halbprominente Nachrichtensprecher X nun tats�chlich seine Hand zur Brust der Kellnerin Y gef�hrt hat, oder ob die Kellnerin Y vielleicht nur eine ungeschickte Bewegung gemacht und dabei die Hand mit ihrer Brust gerammt hat, wirklich etwas qualitativ anderes als die schon ach so oft diskutierte und irgendwie nicht so wahnsinnig relevante Frage, ob beim Fu�ball die Hand des Spielers zum Ball oder der Ball zur Hand des Spielers gegangen ist? Und wie kann man sich �ber Wochen so in das Thema hineinsteigern? Zumal dieselbe Nation gleichzeitig eine Handvoll Kriege zu f�hren beliebt und sich ja auch mal mit der Problematik besch�ftigen k�nnte, was man am besten mit der Weltherrschaft anf�ngt, wo man sie nun schon einmal am Hacken hat.
Zum Gl�ck geht es nicht �berall so pr�de zu. Und wenn er dann mal die sexuelle Offensive geht, der Amerikaner, dann sollte man machen, dass man rechtzeitig auf die B�ume kommt. In Nevada zum Beispiel sind Bordelle nicht nur legal, sie werden auch ausgeschildert wie Sehensw�rdigkeiten und geh�ren zum Stra�enbild wie B�ckereien einst bei uns, bevor Kamps erfunden wurde. Alles ganz legal, ganz normal, und n�chstens wird der monatliche Puffbesuch wahrscheinlich Pflicht, oder zumindest Teil des Heimatkundeunterrichts in der Sekundarstufe 2. Und die Puffs pr�sentieren ihre Angestellten (darf man �berhaupt von Ange"stellten" sprechen, wenn diese ihre T�tigkeit fast ausschlie�lich liegend aus�ben?) auch ganz stolz im Fernsehen. In Aus�bung des Berufs, in Berufskleidung und mit Vollzoom auf das, was bei den r�mischen Kriegern vom Washingtoner Bahnhof noch hinter den Schilden versteckt werden musste. Und dann wird unter dem Deckmantel der sachlichen Reportage gezeigt wie der Vater seinen Sohn zum ersten Mal in den Puff mitbringt, wie eine Frau es zum ersten Mal lesbisch treibt, wie eine andere Frau mit ihrem Mann gemeinsam ins Bordell kommt, weil sie diesem einen Dreier mit Nutte zu Weihnachten geschenkt hatte. Und pl�tzlich ist man geistig kaum noch in den USA sondern wieder im deutschen Langweilerfernsehen von RTL II, Vox und Co. und ist es fast wie bei Wa(h)re Liebe, nur dass die Kamera nicht immer wegschwenkt, wenn Geschlechtsverkehr ins Bild zu geraten droht. Die gleichen seichten Geschichtchen, die gleichen Versuche dem Spanner und potenziellen Puffg�nger daheim zu vermitteln, dass die k�ufliche Liebe eigentlich l�ngst Kultcharakter hat und zu jeder gesunden Sexualit�t dazu geh�rt. Aber es kam noch besser, der Zuschauer durfte per Glotze auch an einem der in Amerika so beliebten Mitarbeiter-Meetings teilhaben. Die es offenbar sogar in den Bordellen gibt. H�hepunkt der Besprechung: Air-Force-Amy, die fr�her wirklich einmal f�r die Air Force gearbeitet hat und die wir schon als Hauptdarstellerin der eben erw�hnten Episoden kannten, wurde zum "Hooker of the Year" ernannt! Und hat sich riesig gefreut! Nachdem es sie zuvor wahrscheinlich nur bis zur "Nutte des Monats" gebracht hatte. Zumal der Ehrentitel (oder schreibt man Tittel in diesem Fall mit Doppel-Teh) mit einer Gratifikation von 5.000 Dollar verbunden war. Au�erdem qualifiziert sie sich nun sicherlich f�r eine neue "Position" und wird sie k�nftig eine noch herausgehobenere ?Stellung? in ihrem Unternehmen einnehmen. Zur vertieften Lekt�re empfehle ich �brigens www.airforceamy.com
Wendet man allerdings die im Falle Janet Jackson bei der Superbowl entwickelte Geb�hrenordnung f�r �ffentliche Unmoral auf die Sendung mit Air Force-Amy an, dann wird es f�r HBO richtig teuer. Damals kostete eine halbe Sekunde entbl��te Titte den Sender eine halbe Million Dollar Strafe. Ich rechne mal: Pro Titte pro halbe Sekunde 500.000 Dollar. Macht 2 Mio. Dollar pro Br�stepaar pro Sekunde. Da Air-Force-Amy mindestens 20 Minuten lang nackt zu sehen war, kommen da schon einmal runde 2,4 Mrd. Dollar zusammen. Vielleicht sogar noch mehr, da Amys Br�ste dank gro�z�gigen Silikoneinsatzes sicher deutlich gr��er waren als die der Kollegin Jackson. Das d�rfte einen Zuschlag kosten. Daf�r waren sie auch etwas formsch�ner, vielleicht gibt das einen Abschlag, so dass wir am Ende wieder bei den 2,4 Mrd. Dollar landen. Was die mindestens 10 Minuten Vagina und die mindestens 5 Minuten Br�ste und Vagina und Geschlechtsverkehr dann wohl noch zus�tzlich kosten? HBO wird wahrscheinlich Konkurs anmelden m�ssen.
Wie soll ein Land das aushalten: Im einen Staat wird Nacktheit noch nicht einmal als Ausdrucksmittel der Kunst geduldet, im anderen Staat gibt es angezogene Darsteller fast nur noch im Pay TV. Im Fragenkatalog bei der Einreise wird eine Vergangenheit als Prostituierte noch einer Drogenh�ndlerkarriere und terroristischen Neigungen gleichgestellt, w�hrend in Nevada der Job als Nutte bereits als Vorbild f�r potenzielle Ich-AGs propagiert wird. Vielleicht gibt man dort die intolerante Haltung gegen�ber Terroristen ja auch bald auf?
Eine vermittelnde L�sung bietet Arizona an. Nacktheit ja, aber nur zur Nachwuchsaufzucht. Soll hei�en, die Nutz-Titte darf gezeigt werden, nicht aber die Lust-Titte oder wie soll ich diesen Hinweis verstehen:
Was es mit der Tradition aber auf sich hat, bed�rfte dann doch noch vertiefter Erl�uterung. Ebenso wie die Frage, wer da eigentlich alles gestillt wird. Wird der Arizonaer etwa bis ins hohe Alter mit Muttermilch ern�hrt? Verweigert er andere Nahrung? Was ich angesichts der schlechten amerikanischen K�che ja durchaus verstehen k�nnte. Oder ist es seine einzige Chance, au�erhalb Nevadas mal eine weibliche Brust zu sehen zu bekommen?
Zweite Lektion: Wer in den USA Sex will, muss nach Nevada, in die Illegalit�t oder Spa� an Muttermilch-Spielen haben. |
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Womit man sich in Chinle traditionell so br�stet... |
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Part 3: Im heiligen Land
Der Amerikaner als solcher ist faul. Stinkfaul. Deswegen hat er schon in den f�nfziger Jahren die Tradition des "drive through" bzw. "drive in" erfunden. Was letztlich nichts anderes bedeutet, als dass man zur Bank, ins Kino, ins Restaurant - und wer wei� wohin noch - nicht geht, sondern f�hrt, und vor Ort noch nicht einmal den Arsch aus dem Autositz wuchten muss, der sich auf diese Weise nach und nach der Ges��form optimal anpassen kann. Es soll Amerikaner geben, die ihre Autositze bereits seit Jahren nicht mehr verlassen haben und bei denen die Beinmuskulatur bereits vollst�ndig verk�mmert ist. Besonders angenehm ist diese Kultur beim "drive-in-Restaurant". Weil dort der ohnehin unbefriedigende Geschmack amerikanischen fast foods wenigstens vom zarten Abgasaroma �bert�ncht wird, dass aus dem Auspuff des nebenan stehenden Wagens zu einem her�berweht. Denn das ist f�r den Amerikaner Ehrensache, der Motor l�uft selbstverst�ndlich weiter, w�hrend man isst. Dass Volvo unl�ngst seine US-Modelle umstellen und die Sitze verbreitern musste, mag eine Folge dieser Bewegungsarmut sein.
Obwohl die USA das Land der religi�sen Fanatiker sind, musste sich selbst die Kirche schon diesem drive-through-Lebensgef�hl anpassen, um ihre Kundschaft bei der Stange zu halten. In Arizona wird die Gemeinde - aus dem travelling tabernacle bedient - zum Schalter fahren, sich vom Sektenf�hrer seiner Wahl (Baptisten, Lutheraner, Methodisten, Katholen "Hi my name is reverend Charlatan, I am your personal father, how are you today?") eine Hostie verabreichen lassen, gut kauen, und schon kann es weiter gehen. Gegen Aufpreis gibt es noch einen Segen dazu. |
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Oh Lord, won't you sent me a truck and a tent my friends all want money, I must make amends... |
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Auch an die lieben Kleinen ist gedacht. Da gibt es das Kindermen� McHostie: Oblate, Segen und eine lustige Actionfigur f�r nur 6 Dollar. |
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Moses - mit abnehmbaren Gebotstafeln und Hirtenstab |
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Part 4: America West
Der Westen der USA galt �ber viele Jahrzehnte als das Land der Abenteuer. Er musste "erobert" werden. Nicht im Kampf gegen die Vormieter, das waren ja nur die Indianer, die konnte man ebenso unproblematisch abknallen wie die B�ffel. Es galt vielmehr, alle m�glichen Gefahren zu �berleben, die die lange und weite Reise als solche mit sich brachte. Moderne Transportmittel standen nicht zur Verf�gung und einen ADAC gab es ebenfalls nicht. So drohte jederzeit der Tod durch Achsbruch, Verhungern, Verdursten und die wenigsten kamen am Ziel ihrer Reise an. Um an diese Gr�ndertage der Vereinigten Staaten zu erinnern und auch heute noch echte Abenteuer mit Gefahr f�r Leib und Leben bieten zu k�nnen, haben die Amerikaner die Airline "America West" gegr�ndet. |
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Monument Valley - von America West direkt angeflogen |
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Ich bewundere die Frechheit und zugleich den Mut mit dem diese Airline ihre Kunden verarscht. Und das sogar in einem Land, wo Schusswaffen noch vor Erreichen der Vollj�hrigkeit nahezu kostenlos an die Bev�lkerung verteilt werden. F�r ihre Bem�hungen um die F�rderung der Realsatire im Bereich des Personflugverkehrs verleihe ich America West hiermit den offiziellen Titel der weltweit ersten "Satire-Airline".
Zudem m�chte ich auch andere Airlines auffordern, das Reisen wieder spannender zu machen und dem leuchtenden Beispiel von America West zu folgen. Allen Fluggesellschaften, die sich ebenfalls als Satire-Airlines qualifizieren wollen, m�chte ich den folgenden Empfehlungskatalog ans Herz legen. Ich habe ihn auf der Basis der Erlebnisse erstellt, die mir beim Versuch widerfuhren, mit America West von A wie Arizona nach B wie Buffalo zu fliegen.
01. Nenne nie die tats�chliche Abflugzeit. Nenne stets eine Abflugzeit, von der Du wei�t, dass Du sie nicht einhalten wirst.
02. Treibe die von Anschlussfl�gen ankommenden, auf Deine Maschine gebuchten Passagiere trotzdem noch dazu an, "p�nktlich" am Flugsteig zu erscheinen.
03. Tu dies nach M�glichkeit mit kaum verst�ndlichen, in sich widerspr�chlichen Lautsprecherdurchsagen.
04. Beharre auch dann noch darauf, dass die Maschine p�nktlich abfliegen wird, wenn die von Dir angegebene Abflugszeit bereits verstrichen ist.
05. Verz�gere den Abflug der Maschine um mehrere Stunden. Gebe die Verz�gerung aber nur schrittweise bekannt und beharre darauf, dass alle Passagiere am Gate bleiben, da es ja "jede Minute losgehen kann"
06. Gebe einen falschen Grund f�r die Verz�gerung an, zum Beispiel, dass der Zielflughafen wegen schlechten Wetters geschlossen sei.
07. Stelle sicher, dass der Schwindel auffliegt, zum Beispiel, indem Du Internet-Terminals an Deinen Flugsteigen aufstellst, an denen sich die Passagiere �ber die Wettersituation am Zielflughafen informieren k�nnen.
08. Wenn der Schwindel aufgeflogen ist: L�ge weiter und erfinde neue falsche Gr�nde, zum Beispiel, dass zwar am Zielflughafen kein schlechtes Wetter herrsche, wohl aber auf der Strecke dorthin, und dass eine Verbindung zwischen diesen beiden Flugh�fen daher nicht m�glich sei.
09. Stelle sicher, dass auch dieser Schwindel auffliegt. Zum Beispiel durch eine Ansage einer anderen Fluggesellschaft, dass deren Flieger zum selben Zielflughafen nun startbereit sei und in wenigen Minuten abfliegen werde.
10. L�ge weiter. Bringe Deine gesamte Kreativit�t ein und die Passagiere zur Wei�glut. Erkl�re, dass die andere Fluggesellschaft eine andere Route benutze, die Du nicht benutzen d�rfest.
11. Dies ist der geeignete Zeitpunkt eine weitere Verz�gerung des Fluges um rund 90 Minuten bekannt zu geben.
12. Verteile keinesfalls Essensgutscheine an die wartenden Passagiere. Stelle sicher, dass kein Gesch�ft oder Restaurant auf dem Flughafen gutes Essen verkauft und stelle sicher, dass ein kleines Sandwich mindestens 8 Dollar kostet.
13. Erkl�re den Passagieren, dass Du schon deswegen nicht zur Ausgabe von Essensgutscheinen verpflichtet seiest, weil die Versp�tung ja durch das schlechte Wetter am (geschlossenen) Zielflughafen und nicht durch einen Fehler Deiner Fluggesellschaft verursacht sei. Weise Hinweise, dass die andere Airline ja auch habe fliegen k�nnen und es daher durchaus ein airlinespezifisches Problem sei, als unsachlich zur�ck.
14. Nun ist der passende Zeitpunkt erreicht, um damit zu beginnen, sich beschwerende Passagiere zu beleidigen.
15. Eine geeignete Beleidigung ist beispielsweise: "Ich verstehe nicht, warum Sie sich hier auff�hren m�ssen, wie die Affen im Zoo. "
16. Jetzt ist der beste Zeitpunkt erreicht, sich beschwerende Passagiere an den Customer Relation-Service zu verweisen und in Aussicht zu stellen, dass dort eine Umbuchung auf andere Fl�ge erm�glicht werden k�nne.
17. Stelle sicher, dass beim Customer Relation-Service nur ein Mitarbeiter f�r Beschwerden und Umbuchungen bereit steht.
18. Stelle sicher, dass vier weitere Mitarbeiter gut sichtbar hinter geschlossenen Schaltern sitzen und essen, lesen oder sich tr�ge miteinander unterhalten. Diese Mitarbeiter sollten sich auch dann nicht f�r die Kundenberatung zur Verf�gung stellen, wenn sich eine Schlange von mehreren Dutzend Kunden vor dem einen ge�ffneten Schalter bildet.
19. Der Mitarbeiter des Customer Relation Service sollte den Passagieren sodann die Auskunft erteilen, das der Hinweis auf Umbuchungsm�glichkeiten falsch und die am Gate erteilte Auskunft unrichtig gewesen sei.
20. Dies ist der geeignete Zeitpunkt, die Passagiere vom Customer Relation Schalter mit dem Hinweis wieder zur�ck zum Gate, dass man dort soeben mit dem Boarding begonnen habe.
21. Was sich am Gate nat�rlich als eine weitere L�ge herausstellen wird.
22. Dies ist der geeignete Zeitpunkt, den Passagieren eine Telefonnummer f�r Umbuchungen und Beschwerden zu nennen.
23. Stelle sicher, dass sich unter dieser Telefonnummer mindestens 15 Minuten lang niemand meldet.
24. Stelle sicher dass der sich dann meldende Mitarbeiter unzust�ndig ist und weiter verbindet.
25. Stelle sicher, dass das Weiterverbinden mindestens 10 weitere Minuten dauert, die meisten Flugg�ste werden bis dahin all ihr Kleingeld in das Telefon geworfen und aufgegeben haben.
26. Falls doch noch einer am Apparat sein sollte: erkl�re, dass Umbuchungen nicht m�glich seien.
27. Beginne nun das Boarding. Fange mit Behinderten und Gebrechlichen an.
28. Stoppe das Boarding nachdem die Behinderten und Gebrechlichen an Bord sind und erfinde ein neues Problem, das den Abflug verz�gert. |
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Nick Igel � Flugziel Grand Canyon |
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29. Lasse die Behinderten und Gebrechlichen jedoch an Bord und behaupte, der Abflug werde bald erfolgen.
30. Stelle sicher, dass die Klimaanlage an Bord ausgeschaltet bleibt und die Au�entemperatur mindestens 35 Grad Celsius betr�gt.
31. Warte 45 Minuten.
32. Nun ist der geeignete Zeitpunkt erreicht, den Flug endg�ltig abzusagen. Der daf�r angegebene Grund darf auf keinen Fall triftig sein.
33. Die Behinderten und Gebrechlichen sollten vorerst in der Maschine bleiben.
34. Passagiere, die danach fragen, wie sie denn nun zum Zielort kommen, sollten stets vom Gate an den Customer Relation-Schalter und vom Customer Relation-Schalter wieder zur�ck ans Gate verwiesen werden. F�r lange Wartezeiten an beiden Schaltern ist Sorge zu tragen. Auch sollten weiterhin am Customer Relation-Schalter einige Zeitung lesende Mitarbeiter zu sehen sein, die es ostentativ ablehnen, den einen Kollegen am einzigen offenen Schalter zu unterst�tzen.
35. Die Behinderten und Gebrechlichen bleiben weiter in der Maschine
36. Auf gar keinen Fall darf eine Antwort auf die Frage nach dem Verbleib des Gep�cks gegeben werden.
37. Sollte ein Passagier eine solche Antwort mit Androhung k�rperlicher Gewalt erzwingen, so ist die Auskunft "normalerweise liegt das Gep�ck bei Flugstornierungen immer auf Band 1" zu geben.
38. Selbstverst�ndlich darf kein Gep�ck auf Band 1 liegen.
39. Das Gep�ck bleibt vielmehr weiter in der Maschine.
40. Zusammen mit den Behinderten und Gebrechlichen.
41. Leugne weiterhin, dass Du wei�t, wo das Gep�ck geblieben sein k�nnte.
42. Lehne es auch ab, Dich telefonisch nach dem Verbleib des Gep�cks zu erkundigen. Verlange vielmehr von den Passagieren, dass sie ihre Gep�ckst�cke beschreiben und weise Vorschl�ge als unsachlich zur�ck, die einzelnen Gep�ckst�cke ganz einfach anhand des Strichcodes auf den Baggage-Tags zu identifizieren.
43. Nach 90 Minuten in der Boeing-Sauna ist nun der geeignete Zeitpunkt gekommen, die Behinderten und Gebrechlichen aus der Maschine zu holen. Lehne es ab, Getr�nke an die dehydrierten Passagiere zu verteilen.
44. Verweise alle Passagiere auf einen anderen Flug zum Zielort, der am n�chsten (oder besser noch am �bern�chsten) Tag abfliegen soll.
45. Plane bereits eine Versp�tung auch dieses Fluges.
46. Teile keinesfalls Hotelgutscheine an die Passagiere aus. Weigere Dich auch, Umbuchungen auf die Fl�ge anderer Airlines zu bezahlen.
47. Fliege Passagiere, die sich nicht auf einen Flug an einem anderen Tag verweisen lassen, zu einem anderen Ort als dem Zielort. Dabei sollte die Mindestentfernung zwischen diesem Ort und dem urspr�nglichen Zielort 100 Meilen betragen.
48. Trage daf�r Sorge, dass auch der Flug zum neuen Zielort Versp�tung hat. Erfinde einen Grund!
49. Weigere Dich, f�r den Transport vom neuen Zielort zum urspr�nglichen Zielort Sorge zu tragen. Lehne es auch ab, die Kosten f�r Mietwagen zu �bernehmen.
50. Wenn es Dir auf diese Weise gelungen ist, die Ankunft der Passagiere am urspr�nglichen Zielort um mindestens 9 Stunden zu verz�gern, den irreparablen Defekt Deiner Maschine durch eine Vielzahl von L�gen zu verschleiern, die Passagiere in hohe Kosten f�r Essen, Getr�nke, Mietwagen zu st�rzen, ein paar Alte durch Hitzschlag zu liquidieren und die H�lfte der weiblichen Passagiere in Weinkr�mpfe zu versetzen - herzlichen Gl�ckwunsch, Du hast es geschafft und darfst Dich f�rderhin nach America West Airlines-Standard "Satire-Airline" nennen. |
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Tats�chliche Landung: An den Niagara-F�llen |
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Part 5: Alles auf Schwarz
Wie dumm der Amerikaner ist, l�sst sich auch und besonders an seinem Spielverhalten ablesen. W�hrend Spiele, zu deren Bew�ltigung ein Mindestma� an Intelligenz ben�tigt wird (Schach, Skat, Stratego) in den USA noch immer unbekannt sind, bzw. wie Mau-Mau, Fang den Hut und Topfschlagen erst vor wenigen Jahren den Sprung �ber den gro�en Teich geschafft haben und bis heute nur von der Intelligentsia des elit�ren Neuengland gespielt werden, hat sich der Amerikaner eine seinen intellektuellen M�glichkeiten angemessene Freizeitbesch�ftigung entwickelt: Die Slot-Machine.
Das Prinzip ist denkbar einfach: Man bringt eine beliebige Menge Geldes in ein Casino, wechselt dieses Geld in Vierteldollarm�nzen und wirft diese sodann nach und nach in einen Spielautomaten Wichtig ist, dass man dies mechanisch tut und begleitend gro�e Mengen extrem fetthaltiger Nahrung zu sich nimmt, um m�glichst schnell eine m�glichst gro�e Zahl von Jahresringen um die H�ften zuzulegen. Das zus�tzliche �bergewicht ist regelm��ig auch der einzige Gewinn, der bei der Sache herauskommt, da es ein ungeschriebenes Gesetz zu geben scheint, das die Spieler verpflichtet, die in seltenen F�llen einmal als Gewinn aus dem Automaten fallenden Vierteldollarm�nzen sofort wieder in den Automaten hineinzuwerfen. Das Ganze ist etwa so spannend wie eine Fernseh�bertragung vom Dressurreiten.
Dennoch scheint der Amerikaner s�chtig nach diesem Spiel zu sein. Der einzige Bundesstaat, der es fl�chendeckend erlaubt, ist Nevada. Was zur Folge hat, dass schon an der Grenze zu Nevada (egal auf welcher Stra�e und aus welcher Richtung man einreist) gleich mehrere Casinos stehen, wo der erste Triebstau der extra zum Spielen aus allen anderen Bundesstaaten einreisenden �bergewichtigen abgebaut werden kann. Das Endziel fast aller Spieler und wahrscheinlich das gr��te Groschen- bzw. Quartergrab der Welt ist nat�rlich Las Vegas, das f�r die Spieler gleich 750.000 G�stebetten bereit h�lt. |
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Nick Igel in Las Vegas
�hnlichkeiten mit f�hrenden europ�ischen Hauptst�dten w�ren rein zuf�lliger Natur |
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Ich will einmal einen typischen Besuch in einem dieser wunderbaren Orte schildern, eine �bernachtung in Indian Springs. Auf der Landkarte war Indian Springs noch in einer Schriftgr��e eingetragen, die gew�hnlich St�dten mit mehr als 50.000 Einwohnern vorbehalten ist. Offenbar geht das aber nicht nach Einwohnerzahl, sondern nach Bruttosozialprodukt, denn Indian Springs besteht aus genau zwei H�usern. Das eine ist eine Tankstelle mit angeschlossenem Hotel, das andere ist selbstverst�ndlich das Casino, das f�r das hohe Bruttosozialprodukt verantwortlich ist. Gespielt wird aber nicht nur an den Slotmachines. Auch an der Tanke kann man zocken, n�mlich um den Benzinpreis. Au�erdem stehen f�r die, die es nicht mehr bis ins Casino schaffen, im Minimarkt der Tankstelle auch gleich noch ein paar einarmige Banditen. An denen sich auch der Tankwart immer wieder mal vergn�gt, der offenbar auch nach Jahren noch nicht begriffen hat, dass er das Feld stets als Verlierer verlassen wird. Vielleicht machen sich die Eingeborenen solcher Orte ja auch nicht wirklich Hoffnung, gro�e Gewinne einzufahren, vielleicht ist die Spielerei nur etwas Religi�ses und der t�gliche Quarter in die Slotmachine eine Art Opfergabe an den Gott der Nevadaner?
Erstaunlich nur, dass die au�erhalb gelegenen Bordelle, neben den Casinos ganz offenbar die einzigen "Gewerbe"betriebe von Nevada, noch nicht anbieten, auch um den Hurenlohn zu zocken. Soviel Bekenntnis zu den nationalen Eigenheiten d�rfte man eigentlich schon erwarten. Etwa dass der Kunde auf "rot" oder auf "schwarz" setzt und (je nach dem, welche Farbe die Dessous seiner "pers�nlichen Nutte des Abends" haben) nur die H�lfte bezahlt, wenn er richtig gelegen hat, oder eben das Doppelte, wenn er sich get�uscht hat. Tr�gt die Dame gar nichts, war es eben die Zero, da gewinnt immer die Bank, bzw. in dem Fall vielleicht die Samenbank? |
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Alles auf Hedgehog
Nick Igel beim Roulette |
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Part 6: Whats up, Watso?
Zu einer Reise durch die USA geh�rt nat�rlich auch ein Besuch in einem der vielen ber�hmten Weinanbaugebiete des Landes. Meine Wahl fiel auf die Region "Erie" im n�rdlichen Pennsylvania. Dort steht Schloss Doepken, eigentlich mehr ein Schuppen als ein Schloss, aber allein vom deutschen Namen her schon recht vertrauenseinfl��end. Als Weinmacher treibt dort J. Simon Watso sein Unwesen. Da der Mann optisch eine Mischung aus Baldur Springmann (die �lteren werden sich an den Urvater der GR�NEN noch erinnern), Fuzzy (die �lteren werden sich an "Rauchende Colts" noch erinnern) und Roger Whittaker (an den erinnert sich hoffentlich keiner mehr?) darstellt, wussten ich gleich: Da muss ich hin!
Und dann ging es los. Als erstes wurde ich von Laura ("hi, my name is Laura and I am your personal wine-tasting assistant. How are you today?") mit den Schloss Doepken "house-rules" vertraut gemacht: Kein Spucken, kein Schmatzen, kein Aussch�tten - es wird still und gehorsam getrunken, was ins Glas, bzw. in den fingerhutgro�en Plastikprobierbecher kommt. |
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Der Herr Watso pers�nlich � er schaut so aus, als w�re er selbst sein bester Kunde |
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Und das war als erstes ein 1991er Riesling trocken. Den es erst gab, nachdem ich das Etikett vorgelesen hatte. "Das muss sein! Schon allein um die richtige Verkostungsatmosph�re zu schaffen" erkl�rte Laura, die vielleicht ja einfach nur selbst nicht lesen konnte. Tja, und dann, ich sage es noch einmal: 1991er Riesling trocken. "Weil", so Laura, "der Herr Watso wartet, bis die Weine wirklich trinkreif sind." Wobei f�r ihn trinkreif ein Synonym zu oxidiert zu sein scheint, denn der Riesling war blind mit jeder schlecht abgestandenen Hundepisse zu verwechseln.
Wie hei�t es schon bei Fontane in "John Maynard":
"Feuer!" war es, was da klang,
Ein Qualm aus Mund und Nase drang,
Ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
Und noch zwanzig Weine bis Buffalo
Und kein Spucken, kein Schmatzen, kein Aussch�tten.
Was insofern problematisch war, als mich weitere H�hepunkte der Weinkunst erwarteten. Ein nur schwer von destilliertem Wasser zu unterscheidender Chardonnay, eine geholzte Variante des destillierten Wassers aus gleicher Rebe, ein herrlich nach Pinkelstein duftender Pinot Blanc, ein Cabernet der sich vom Uhu-Ton her als reint�niger entpuppte als Uhu selbst und ein herrlich nach k�nstlichen Walderdbeeraromen schmeckender Wein aus der hier zu Unrecht sehr beliebten Concord-Traube.
Und noch f�nfzehn Weine bis Buffalo. Und kein Spucken, kein Schmatzen, kein Aussch�tten.
Es gab dann, wie Laura versicherte "nach einigen der besten Weine Amerikas noch einen der besten Weine der Welt", einen Cabernet aus dem Barrique, f�r dessen Verkostung ich vier Dollar extra berappen musste, immerhin aber das Probierglas behalten durfte. Der Weltklassewein war dann - na ja - in der Uhuaromatik irgendwie weniger einheitlich als der Vorg�nger (da waren ganz sicher auch Pattext�ne mit drin) und mit etwas gutem Willen h�tte man ihn sogar als Wein erkennen k�nnen. Die 26 Dollar pro Flasche schienen mir aber doch etwas viel. Daf�r gab es noch einen warm zu trinkenden Roten (als Gl�hwein gedacht), das Gleiche in wei�, mit Apfelzusatz und noch einige Grausamkeiten.
Und noch zehn Weine bis Buffalo! Und noch immer kein Spucken, kein Schmatzen, kein Aussch�tten.
Bzw. mit Fontane gesprochen:
"Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
Jagt er Nick Igel mitten hinein.
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo."
Soll hei�en ? ich habe mich dann in den Erie-See gest�rzt. Nachdem ich immerhin herausgefunden habe, welcher Wein am besten zum Maxi-Men� aus der McDonalds-Kotzt�te passen d�rfte. |
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Nick Igel auf dem Weg zu einer richtigen Weinprobe |
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Part 7: Wahlkrampf
Die Amerikaner waren sich bis vor wenigen Wochen noch einig: Auch wenn es die Verfassung eigentlich nicht vorsieht - George Doppel-U muss Pr�sident bleiben. Er ist dumm, sieht nicht besonders gut aus, geh�rt den Anonymen Alkoholikern an, l�sst L�nder bombardieren, die er weder auf dem Globus finden, noch ihren Namen richtig buchstabieren k�nnte. Er ist borniert, spricht keine Fremdsprache, hat einen h�chst beschr�nkten Horizont und kann die Franzosen nicht leiden. Auf gut Deutsch, er verk�rpert Werte, die 98 Prozent aller seiner Landsleute mit ihm teilen. Dessen ungeachtet ist die Kritik an Doppel-U unl�ngst immer heftiger geworden. Er habe den Iran noch immer nicht angegriffen, dulde nach wie vor, dass schwarze Sch�ler mit wei�en in den selben Klassenr�umen sitzen d�rften, sei dabei erwischt worden, wie er Pizza Calzone richtig ausgesprochen habe und habe heimlich sogar einen Teil der ausstehenden UNO-Beitr�ge der USA bezahlt. Ger�chteweise war gar zu h�ren, er wolle sich f�r den Klimaschutz einsetzen. Aus diesem Grunde hat die Opposition eine beispiellose Diffamierungskampagne gegen unseren Georgie gestartet, deren �belste Ausw�chse hier nur auszugsweise wiedergegeben werden k�nnen: |
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W�hrend des Wahlkampfes herrscht wie immer bombige Stimmung |
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Auch die Demokraten (Vorsicht, irref�hrender Name!) schlie�en sich der Kritik an und stellen mit Ed Stoiber einen qualifizierten Kandidaten f�r den kommenden Wahlkampf gegen good old Dabbeljuh. Wer Ed Stoiber kennt, kann ahnen, dass den USA der h�rteste Kampf seit dem B�rgerkrieg droht.
Diese Auseinandersetzungen in der Weltmacht Nummer eins k�nnten die Stabilit�t der gesamten Staatengemeinschaft gef�hrden. Daher hat sich ein dritter Kandidat spontan entschlossen, noch in das Rennen um das Pr�sidentenamt zu gehen: |
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Nick Igel gibt seine Kandidatur bekannt
"Hi, my name is Nick, and I am your personal president for this decade" |
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