Nick Igel in Tschechien
Abstecher nach Tschechien: Das Land war mir ja bisher vor allem aus den Erz�hlungen meines Gro�vaters bekannt. Der immer gerne mal darauf hinwies, dass er a damals im Krieg, mit dieser netten kleinen �rztin in Prag ganz sch�n... Er hat nie verstanden, warum meine Mutter dieser speziellen Geschichte nicht so richtig viel abgewinnen konnte. Schlie�lich war sie damals erst zwei oder drei Jahre alt und zusammen mit seiner Frau, sprich ihrer Mutter, weit weg in Deutschland, und, es war ja Krieg. Sagte Opa mit siegessicherem Blick, da das ja nun wirklich alle ehelichen Fehltritte entschuldigen und sie vielmehr in zur Ehre gereichende M�nnlichkeitsbeweise des Landsers verwandeln muss! Hatte der sich doch immerhin die Zeit genommen, zwischen der Erschie�ung einiger Feinde noch in aller Ruhe deren Frauen zu poppen! Mutter ging bei solchen Stories immer in die K�che, wahrscheinlich etwas Salz in Opas Kaffee sch�tten, oder auch Zucker, der alte Herr war schlie�lich Diabetiker.

Aber darum geht es hier ja nun wirklich nicht, ich wollte ja �ber das heutige Prag berichten und nicht �ber den Krieg. Wenn es auch jede Menge Parallelen gibt, es ist den audiovisuellen Medien ja jederzeit zu entnehmen, dass es noch immer nicht allzu schwierig f�r Deutsche auf Dienstreisen in Tschechien ist, dort willige Paarungs-Partnerinnen zu finden (vor allem RTL II berichtet in vorbildlicher Weise immer wieder). Nur teurer d�rfte es geworden sein, mit einem P�ckchen Zigaretten und einer Wehrmachtsuniform kommt man da wohl nicht mehr zum Zuge, zumal die Tschechen inzwischen selbst schon echte Marlboro herstellen und zur Zeit russische Militaria h�her im Kurs stehen. F�r mich stellte sich die Frage des k�uflichen Sex allerdings ohnehin nicht. Ich wollte ja der guten K�che wegen nach Prag. Wie ich der Werbebrosch�re des Fremdenverkehrsamts (das hei�t nun wiederum wegen der Sextouristen so) entnehmen konnte, verf�gt Prag �ber eine Vielzahl ausgezeichneter, auch der internationalen K�che zugeneigter Lokale. So etwas ein chinesisches Restaurant unweit des Hradschins, das gleich mit Foto annonciert hatte. Und, wer h�tte das gedacht: Das Bild zierten vor allem Gurken und Paprika, roh, aber in abwechslungsreichsten Schnittvarianten. Man wei� es ja, in der asiatischen K�che ist (man) das Auge mit. Na gut, dann halt zum Mexikaner, dachte ich. Und sehe in der Anzeige des El Caballero ein wunderbares mexikanisches Men�: Erst Gurkensuppe, dann gef�llte Paprika. W�hrend ein italienisches Lokal mit einem Bild gl�nzte, das ein �ppiges B�ffet zeigte. Der Tisch brach unter Gurken und Paprika fast zusammen. Die Entscheidung, wohin denn nun zu gehen, w�re mir sehr schwer gefallen. Doch sie er�brigte sich, als ich erfuhr, dass mir meine Assistentin einen R�ckflug mit Czech Airlines gebucht hatte. Wer diese Firma kennt, der wei�: Gleich mal eine Woche l�nger buchen, denn die haben beim Hinflug in aller Regel nicht nur ein paar Tage Versp�tung, sondern brauchen f�r den Check-in des R�ckfluges auch so lange, dass man an den Gates schon kleine Friedh�fe f�r die inzwischen an Altersschw�che verstorbenen Passagiere angelegt hat. Also muss man rechtzeitig, so an die f�nf Stunden vor Abflug, am Airport sein. Was mich um eine k�stliche Paprika brachte.
Hosted by www.Geocities.ws

1