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Nachdem ich schon in Sri Lanka war, wollte ich auch gleich einen Blick auf Indien werfen. Unsere Arbeitspl�tze besuchen, die dort ja zu Millionen aufbewahrt werden, wenn man der BL�D-Zeitung glauben darf. Jaha, Indien, da brummt die Wirtschaft, da schie�en nicht die Tamilen aus dem Palmwipfeln, sondern die IT-Unternehmen aus dem Boden. Na ja, bleiben wir mal realistisch! Bislang erwirtschaften die 1,1 Mrd. Inder kaum mehr als die 10 Mio. Belgier. Vor Belgien f�rchten wir uns meines Wissens auch nicht, jedenfalls die Erwachsenen unter uns, die nicht ins Beuteschema der Kindersch�nder passen. Und ich hatte vor Ort in New Delhi auch nicht den Eindruck, dass in Indien die B�rgersteige schon mit Elfenbeineinlegearbeiten verziert w�rden, vor lauter Wohlstand. Der Durchschnittsinder lebt eher bescheiden, Zimmer, K�che, Bad, und das alles in einem Raum, der sogar ohne Dach und W�nde auskommt.
Sympathisch aber, dass Indien auch seine Rajapakses hat. So musste ich mich nicht so umstellen. Die Rajapakses hei�en in Indien nur anders, n�mlich Gandhi. Und mischen ebenfalls schon in dritter Generation in der Staatsf�hrung mit. Erst Indira, dann Sohn Rajiv, nun Schwiegertochter Sonia. Demn�chst wird wohl Enkel Rahul voll einsteigen.
A propos einsteigen. Nicht unbedingt einsteigen sollte man in eines der lustigen Dreiradtaxis, die Indiens Stra�en bev�lkern. Denn der technische Zustand ist in etwa ebenso schlecht wie die Knautschzone klein, die Besitzer der Threewheeler d�rften zwar allesamt die Lizenz zum L�ten haben, man sieht aber dennoch alle paar Kilometer eines der Tuk-Tuks auf dem Dach liegen und eine seltsame rote Sauce aus der Fahrgastzelle tropfen. Zur Verhinderung von Schleudertraumata hat der Inder hingegen ein probates Mittel. Er stopft die Dreiradautos so voll, dass im Falle eines Unfalls Schleuderbewegungen von Gliedma�en schlicht am Platzmangel scheitern. Wie kl�glich muten die in den Siebzigerjahren unternommenen Guinessbuch-Versuche an, siebzehn Erwachsene in eine Telefonzelle zu stopfen, wenn man einmal beobachtet hat, wie liebevoll der Inder seine achtundzwanzigk�pfige Gro�familie mitsamt Reisegep�ck in den halben Kubikmeter Fahrgastzelle seines Dreirads schlichtet. Was w�ren das f�r lohnende Zielscheiben f�r Lanka Ashok Busse?!
Ein weiterer Grund, die Dreiradtaxis eher zu meiden: Man wird von den Fahrern konsequent betrogen. Dass alle Taxameter grunds�tzlich defekt sind, versteht sich, kann man Touristen doch ohne Probleme l�ssig das Dreifache des gesetzlichen Preises abnehmen. Das w�re auch nicht schlimm, f�r unsere Verh�ltnisse ists noch immer unfassbar billig. Dumm ist nur, dass man nicht zwingend dort abgesetzt wird, wo man hin wollte. Fast immer kennt der Fahrer ein besseres Gesch�ft, ein besseres Lokal und ein besseres Hotel. Also �besser� jetzt nat�rlich eher in dem Sinn, dass er eine h�here Kommission bekommt, wenn er Touristentrottel dorthin schleppt. |
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Auch die von Delhi aus zu buchenden Ausfl�ge zum Taj Mahal verlaufen nach demselben Zuschnitt. Durch das Denkmal wird man fast schon im Laufschritt gehetzt, damit noch genug Zeit f�r die in der Reisebeschreibung seltsamerweise gar nicht angek�ndigten jeweils einst�ndigen Besuche beim Souvenirh�ndler, im Teppichgesch�ft und beim Marmortischplattenhersteller bleibt. Die Russen, mit denen ich unterwegs war, haben brav gekauft, jeweils das Teuerste, f�r etwa 7.000 Euro pro Nase. Falls sich einer in Deutschland sorgt, wo unsere Arbeitspl�tze und unser Geld bleiben, sollte er wohl besser in Moskau als in Delhi suchen.
Lustig auch, dass um Agra herum selbst die Heuhaufen so angelegt werden, dass sie Taj Mahal-Kuppeln haben. Einmal Mogul, immer Mogul, kein Wunder, dass einen auch die Dreiradfahrer und Reiseleiter bemogeln, �h bemoguln (ich geb�s zu, der war schwach�). Vielleicht sollte man gleich ein Dreiradtaxi mit kuppelf�rmiger Motorhaube bauen?
Eins noch, Inder! Da habt Ihr in Delhi an allen Ecken und Enden Pissoirs herumstehen. Und nutzt sie nicht, sondern pinkelt nach Lust und Laune in die �ffentlichkeit. Wahrscheinlich geh�rt das ja irgendwie zur Kultur, dass alle naslang ein Inder vor oder neben einem steht, den Schwanz aus der Hose zieht und vor sich hin pinkelt. Das nimmt Ausma�e an, dass es mittelfristig sogar zum konjunkturellen Problem f�r Bollywood werden k�nnte, zumindest die Wasserspiel-Sparte der indischen Pornoindustrie d�rfte langsam Existenz�ngste bekommen, schlie�lich gibt es ja jederzeit das volle Programm auf der Stra�e zu sehen. Was aber die Frage nicht beantwortet, Inder, warum Ihr nicht gleich das Geld f�r die Pissoirs spart und es f�r wichtigere Dinge ausgebt, zum Beispiel den Re-Import von Lanka Ashok Bussen? Ein probateres Mittel gegen die Bev�lkerungsexplosion w�sste ich nicht. |
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