Solares Zeitalter
 

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Jahresarbeit der 12. Klasse: Nachhaltige Energieversorgung

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Ein solares Zeitalter nach dem fossilen?

Wohin steuert der Energiemarkt? Welche Rolle werden erneuerbare Energien in der Zukunft spie-len? Es kommt auf jeden einzelnen an, wie er mit Energie umgeht. / von Lukas Weidauer

Eine Energiewende ist dringend notwendig. Denn die vorherrschende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, wie Kohle, Öl und Gas, die über 85% unseres Primärenergieverbrauchs decken, bedroht unsere Existenz nicht nur durch ihre baldige Verknappung, sondern vielmehr durch das anwachsende, aus ihrer Verbrennung resultierende, Klimaproblem. Der Umweltschutz und die Erhaltung der Natur sind, um unser selbst willen, eine zentrale Aufgabe der heutigen Zeit. Die Energiepolitik ist dabei eines der größten, wenn nicht sogar das entscheidende Handlungsfeld, dessen Bedeutung jedoch nur wenigen in seiner ganzen Dimension bewusst ist.

Das wie einer Energiewende wird noch kontrovers diskutiert. Die Meinungen, welche Rolle erneuerbare Energien in der Zukunft spielen werden, gehen dabei weit auseinander. Einige tun diese Energiegewinnungsform als Träumerei mancher "Ökos" ab. Andere halten sie zwar für keine umfassende Alternative, messen ihr jedoch eine wachsende Bedeutung zu. Wieder andere sehen in den erneuerbaren Energien die Zukunft der Energieversorgung schlechthin: das solare Zeitalter nach dem fossilen.

Zu beobachten ist, dass die erneuerbaren Energien seit einigen Jahren einen rasanten Aufschwung erleben. Dies ist einerseits auf den seit 1998 liberalisierten Strommarkt zurück zu führen, andererseits aber besonders auf eine Reihe von Maßnahmen der Bundesregierung, die den erneuerbaren Energien aus ihrem Schattendasein zum Durchbruch verhelfen sollen. Wie z. B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die Biomasse-Verordnung, das 100.000-Dächer-Solarstrom-Programm oder Gelder für Forschung und Entwicklung.

Am erstaunlichsten ist der Boom bei der Windkraft: 1994 gab es 2544 Windkraftanlagen, heute sind es bereits etwa 10 000. Die installierte Leistung ist von 632,2 MW 1994 auf knapp 8 000 MW angewachsen. Im Jahr 2000 wurden 11,5 Mrd. kWh aus Wind erzeugt, das sind 2 % der gesamten deutschen Stromproduktion. Ein Drittel des weltweit erzeugten Stroms aus der Windkraft wurde in Deutschland erzeugt. Ähnlich ist das Wachstum in den anderen Branchen der erneuerbaren Energien.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2010 zu verdoppeln. Bezogen auf das Ausgangsjahr 2000 bedeutet dies bis 2010 einen Anteil von etwa 12,5 % an der dann aktuellen Stromgewinnung. Nach 2010 soll dieser Ausbau auf hohem Niveau weiter vorangebracht werden, so dass im Jahr 2050 mind. 50% unserer Energieversorgung auf erneuerbaren Energien basieren sollen. Gleichzeitig wird bis 2020 aus der Kernenergie ausgestiegen. Darüber hinaus hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, ihren CO2 - Ausstoß bis 2005 um 25% gegenüber 1990 zu senken.

Doch werden Sonne und Wind territorial nur schwerlich unseren gesamten Energieverbrauch decken können. Auf Grund ihrer Fluktuation müssen Speichertechnologien zum Einsatz kommen. Wasserkraft, Offshore-Windanlagen, Biomassekraftwerke, Geothermie und auch Solarstromimporte, möglicherweise in Form von Wasserstoff, aus südlichen Ländern werden zu unserem Strommix beitragen. Was aber nicht zu heutigen Energiepreisen zu machen sein wird. Ob wir jedoch in Zukunft vollkommen auf traditionelle Ener-gieträger verzichten können, ist heute sehr schwer zu beweisen. Fest steht aber, dass unser bisheriger Weg in eine Sackgase führt und das alle Bemühungen in folgende Richtungen gehen müssen:

Als erstes muss ein grundlegender Wandel in unserer Lebensweise stattfinden. Damit ist nicht nur gemeint, sämtliche Maschinen, Geräte, Häuser usw. in bezug auf ihren Energieverbrauch konsequent effizienter zu machen. (Strategien dafür gibt z.B. Ernst Ulrich von Weizsäcker in seinem Buch Faktor 4.) Am wichtigsten ist der Umgang mit Energie jedes Einzelnen. Haushalte sind nämlich mit 30% die größten Endenergieverbraucher, dicht gefolgt vom Verkehr mit 28%. Hier müssen wir Energie sparen. Studien gehen von Einspa-rungsmöglichkeiten von bis zu 60% unseres heutigen Energieverbrauchs aus. Es ist heute für uns selbstverständlich, ein Auto zu besitzen, also können wir z.B. die Chinesen nicht darin hindern, es uns nachzutun. Das wird aber eine dramatische Auswirkung auf das Klima haben. Unser Wohlstand basiert sozusagen nur auf Energie. Allein das Erdöl deckt über 40% unseres Primärenergiebedarfs. Was passiert, wenn das Öl alle, und die letze Kohle verbrannt ist? Das Klima wird sich radikal verändert haben, und Teile der Erde werden dadurch vielleicht unbewohnbar. Jetzt müssen wir den Weg ändern.

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Heuersdorf, ein Ort kämpft um seine Existenz. Der südlich von Leipzig gelegene Ort, mit seinen rund 200 Einwohnern, kämpft gegen die Abbaggerung seiner 700 Jahre alten Heimat durch die MIBRAG (Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH). Doch Heuersdorf ist längst nicht mehr nur ein Ort, der gegen seine Abbaggerung für Wirtschaftsinteressen kämpft: Heuersdorf ist zum Symbol des Klimaschutzes geworden.
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