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Heimat 3 Chronik einer Zeitenwende D 2004
Chronik einer Zeitwende in 6 Teilen Kategorie: Drama/Soap Deutsche Erstausstrahlung: 15.12.2004 ARD
Der Abschluss der Jahrhundert- und Familienchronik umfasst die Jahre von 1989 bis 2000 und kehrt zum Ausgangspunkt der Saga zurück: Hermann und Clarissa, das glücklose Liebespaar aus der "zweiten Heimat", findet sich in der Nacht des Mauerfalls in Berlin nach 17 Jahren wieder und bezieht ein Haus am Rheinufer, am Rande des Hunsrück, unweit von Hermanns Heimatdorf Schabbach. Hier kreuzen sich die Wege von Alteingesessenen, zugezogenen Städtern, Glücksrittern aus der Ex-DDR, Aussiedlern aus Kasachstan, traditionsverhafteten Fossilien, Gewinnern und Verlierern der New Economy. Ein Porträt einr Zeit voller Veränderungen, in der "Heimat" als geografischer Bezugspunkt aufgehört hat zu existieren, in der zusammenwächst, was zusammen gehört und zusammen gezwungen wird, was noch nie zusammen gepasst hat. |
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Episodenführer |
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1. Das glücklichste Volk der Welt
In der Nacht des 9.November 1989 fällt die Berliner Mauer. In
dieser Nacht treffen sich Hermann Simon und Clarissa Lichtblau wieder. Sie sind
erfolgreiche, ruhelose Musiker geworden. Einst hatten sie sich geliebt, dann
verloren, nun träumen sie in der Euphorie der Wiedervereinigung von einer
gemeinsamen Zukunft. Clarissa erzählt von einem romantischen Haus am Rhein.
Am Morgen brechen sie auf, am Abend findet sich Hermann in seiner Heimat wieder.
Denn das Günderode-Haus liegt nicht weit von Schabbach entfernt, dem Dorf seiner
Kindheit. Der Enge war er entflohen, nie wollte er heimkehren. Doch betört von
der Landschaft und der Sehnsucht nach einem Zuhause kaufen sie das verfallene
Fachwerkhaus. Während Hermann mit sehr gemischten Gefühlen sein Dorf und den
Simon-Clan besucht, fährt Clarissa nach Leipzig. Ihr Konzert im Gewandhaus fällt
zwar wegen einer Montagsdemonstration aus, doch sie lernt Gunnar und Udo kennen.
Zwei Bauhandwerker. Der Handel ist schnell geschlossen: Beide werden, später
verstärkt durch Tobi und Tillmann, für 10 Mark West Stundenlohn das alte
Fachwerkhaus sanieren. Die jungen Sachsen bestaunen den Westen, die Hunsrücker
deren Handwerkskunst. Weihnachten wird gefeiert. Hermann und sein Agent Dr.Loewe
laden die Handwerker und ihre Familien nach München ein. Ein Ausflug auf die
Zugspitze endet für Gunnar in einer persönlichen Tragödie: Seine Frau Petra hat
sich in Dr.Loewe verliebt.
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 15.12.2004 ARD
2. Die Weltmeister
Sommertage 1990 zwischen Eröffnung und Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Italien. Das Haus, wunderbar restauriert, wird eingeweiht. Das Fest vereint Menschen aus Ost und West, Sachsen wie Hunsrücker mit Anton Simon dem Clan-Chef an der Spitze. Alle scheinen glücklich zu sein. Auch Petra, die mit den beiden Kindern zu Dr.Loewe gezogen ist. Gunnar aber ist der Verlierer. Er kann diese Seligkeit nicht ertragen, randaliert und fährt wütend ab. Am frühen Morgen startet Ernst Simon, Anton und Hermanns Bruder, aus Leidenschaft Flieger und Kunstsammler, mit seiner Cessna gen Osten. Tobi begleitet ihn. Er soll ihm helfen, in Russland Kunstwerke billig zu erwerben. Bei einer Zwischenlandung auf einem in der Auflösung begriffenen Stützpunkt der NVA trifft Tobi auf einen Hauptmann, der ihn als Kriegsdienstverweigerer zusammenschlagen ließ. Er rächt sich witzig, muss aber auch erkennen, dass die alten Seilschaften noch funktionieren. Ernst missachtet seine Warnungen und fliegt allein nach Russland. Gunnar macht in Berlin eine Traumkarriere als "Mauerspecht". Eine Million Steinchen soll er als Weihnachtsgeschenk an den Warner-Bros-Konzern liefern. Aber auch als Millionär gewinnt er Petra nicht zurück. Hermann und Clarissa planen ein berufliches Ausjahr, um ihr schönes, aber oft leeres Haus gemeinsam zu bewohnen. Das Endspiel in Rom vereint alle im Siegesrausch. Nur Ernst ist in Russland verschollen und Tobi sorgt sich um das Leben seines Freundes.
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 17.12.2004 ARD
3. Die Russen kommen
Zwei Jahre später verändert sich die Welt auch im Hunsrück radikal. Die Amerikaner geben ihren Militärstützpunkt Hahn auf. Russlanddeutsche beziehen die leer gewordenen Quartiere. Mit einer Gruppe dieser Einwanderer kehrt Ernst zurück. Er nimmt sie, bis alles geregelt ist, in sein Haus auf. Unter ihnen ist auch Galina mit ihrem Baby und ihrem Mann Juri. Sie verzaubert alle mit ihrem Charme. Hermann und Clarissa, die ihr Ausjahr genießen wollen, finden keine Ruhe. Der Lärm der abziehenden Galaxis und Clarissas Tinnitus quälen sie. Unerwartet taucht Hermanns Tochter Lulu mit zwei Freunden auf. Sie liebt beide, Lutz und Roland, kann sich aber nicht entscheiden. Dann wagt Lutz mit ihr einen Bungee Sprung und gewinnt danach ihr Herz. Auf dem Hahn-Gelände herrscht Goldgräberstimmung. Hartmut Simon, der sich von seinem übermächtigen Vater Anton und Chef der "Optischen Werke Simon" emanzipieren will, gründet mit Hilfe einer Bürgschaft seines Onkels Ernst eine eigene Firma. Seine Frau Mara gibt sich ihrem Pferdesport hin. Ernst kauft ein neues Flugzeug, um der Einsamkeit zu entfliegen. Galina findet Arbeit bei den Simons und die Russlanddeutschen werden Neu-Schabbacher. Doch der Schein trügt. Hermann trifft auf den leutseligen Herrn Böckle, der ihm seine Philosophie der Firmenvernichtung erzählt. Mara wird schwanger, während sich Hartmut immer tiefer in ein Verhältnis mit Galina verstrickt. Aber den größten Skandal verursacht Anton: Stolz schenkt er sein ganzes Vermögen seinem einzigen Enkel, Maras Sohn, enterbt und demütigt damit die ganze Sippe. Hartmut flieht zu Galina. Zur gleichen Zeit feiert Lulu mit den beiden Freunden. Sie hat ihr Architektur-Examen bestanden. Von Lutz erwartet sie ein Kind. Die Fahrt ins Günderode-Haus endet in einer Katastrophe. Ihr Taxi kollidiert mit Hartmuts Porsche, prallt an einen Baum. Lutz ist tot.
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 20.12.2004 ARD
4. Allen geht's gut
Wieder sind zwei Jahre vergangen. Das Glück der Zweisamkeit im
Günderode-Haus ist trügerisch, lässt sich nicht erzwingen. Clarissa hat neue
Engagements angenommen. Sie kommt, von Hermann sehnsüchtig erwartet, heim, um
sofort wieder aufzubrechen. Denn das Haus ist ihr zu einem Gefängnis geworden.
Hermann rennt eifersüchtig und verzweifelt davon. Als er zurückkehrt, ist das
Haus leer, verschlossen. Er sucht den Zweitschlüssel und tappt in eine
Marderfalle. Nicht nur der Fuß, das ganze Lebenskonzept scheint zerbrochen. Doch
in seiner Verzweiflung findet er zu seiner Kunst zurück. In einem
Schaffensrausch komponiert er eine große Sinfonie. Aber er traut dem Frieden
nicht. Es zieht ihn nach Schabbach. Dort sonnt sich sein Bruder Anton in Ruhm
und Erfolg. Er hat Orden erhalten, sich als Patriarch und Ehrenvorsitzender des
SV Schabbach feiern lassen. Jetzt spielt sein Fußballverein um den Aufstieg.Es
wird Antons Triumph. In der Nacht versagt sein Herz. Im Haus des Toten
versammelt sich die Familie, streitet über die Form der Bestattung. Hermann
flieht, trifft an einer Autobahn-Raststätte seinen Bruder Ernst. Einsam sind
beide: Wer wird der Nächste sein, wer wird überleben, Bleibendes hinterlassen?
Antons Urnenbestattung wird zu einem "Affenzirkus". Nur Ernst findet ergreifende
Worte für seinen Bruder. Bei seiner Rückkehr ins Günderode-Haus findet Hermann
eine verzweifelte Clarissa. Sie musste ihre Tournee abbrechen. Sie hat Krebs.
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 22.12.2004 ARD
5. Die Erben
Acht Jahre sind seit dem Fall der Mauer vergangen. Jeder hat
versucht, dem Leben sein persönliches Glück abzujagen. Ernst sucht nach einem
leiblichen Erbe und treibt die Museumspläne für seine große Kunstsammlung voran.
Lulu übernimmt die Bauleitung. Zu dem elternlosen Matko, der gerne Flieger
werden möchte, entwickelt er eine rührende, ja väterliche Freundschaft. Alles
scheint sich gut zu entwickeln. Auch Clarissa, von Hermann
umsorgt, hat Operation und Therapie überstanden. Sie freut sich an ihrem Enkel
Lukas, Lulus Sohn. Doch in Schabbach hat sich viel verändert. Neureiche
Zugezogene fürchten um ihre Idylle, bekämpfen die Museumspläne. Der Stolz auf
die Simons ist verblasst. Hartmut hat nach dem Tod seines Vaters den Bankrott
der Simonwerke nicht verhindern können. Böckle hat sie saniert, vernichtet. Nun
lehnt der Gemeinderat die Museumspläne ab. Ernst steigt in sein Flugzeug, fliegt
tief über den Rhein und zerschellt am Fels der Loreley. Sein Tod löst nichts. Im
Gegenteil. Hektisch beginnt die Suche nach den Erben. Der Erbenermittler Meise
präsentiert Matkos Mutter. Eine DNA-Analyse soll nachweisen, dass Ernst der
Vater von Matko ist. Als angeblicher Millionenerbe wird Matko zur Zielscheibe
von Neid und Hass. Er flieht auf den Felsen der Loreley und stürzt sich in die
Tiefe.
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 27.12.2004 ARD
6. Abschied von Schabbach
9. August 1999: Tag der Sonnenfinsternis. Gunnar taucht wieder auf.
Er muss in München eine Gefängnisstrafe wegen Trunkenheit am Steuer antreten.
Aber die Sehnsucht treibt ihn auch zu Petra und seinen Töchtern. Ein
überraschender, störender Besuch. Denn Petra und Reinhold Loewe befinden sich im
Aufbruch zu einem Konzert. Hermann und Clarissa werden im Cuvillée Theater die
Günderode-Lieder uraufführen. So verbringt Gunnar den Abend allein mit seinen
Töchtern und erlebt auf rührende Weise, dass Nadine ihren Vater nicht vergessen
hat.
Viele Schabbacher haben das Konzert besucht. Hermann erfährt, dass Rudi Molz,
legendärer Gastwirt des Dorfes, gestorben ist. Sein Tod erinnert an die stete
Bedrohung von Liebe und Leben. Hermann fährt in den Hunsrück.
Im Knast fasst Gunnar einen verrückten Plan: Zur Jahrtausendwende will er alle
zu einem rauschenden Fest ins Günderode-Haus einladen. Erfolglos in der Liebe,
aber erfolgreich an der Börse wird er alles bezahlen. Vor Schabbach hat Hermann
Rast gemacht. Im Traum erlebt er seine Rückkehr ins Dorf. Die lieben Toten
begrüßen ihn. Maria, die Mutter, Anton, Ernst, Matko, Lutz, Rudi und die
anderen. Der Regen weckt ihn auf, er eilt auf den Friedhof zu Rudis Beerdigung.
Doch die Heimaterde gibt keine Ruhe. Mit einem Erdstoß verschlingt sie Ernsts
Kunstsammlung. Zwar hatte die Gemeinde nach Ernsts Tod reumütig dem Museumsbau
zugestimmt, aber eine Naturkatastrophe vereitelt den Versuch, die alten Werte
ins neue Jahrtausend zu retten.
Die Sylvesternacht wird zu einem grandiosen Fest im Günderode-Haus. Nur Gunnar,
der alles organisiert, alles bezahlt hat, wird im Knast bleiben getröstet von
einem liebevollen Gruß von Nadine. Am Neujahrsmorgen kehrt Lulu ins
Günderode-Haus zurück. Sie hat alles
verloren, den Vater ihres Sohnes, ihren Job, hat sich von ihrem
aidskranken Freund Roland verabschiedet. Aber am Klavier sitzt Lukas, ihr Sohn.
Er hat von Hermann eine Mozart-Sonatine gelernt. Gerührt und ratlos blickt Lulu
ins neue Jahrtausend.
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 29.12.2004 ARD