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Die zweite Heimat D 1990 Alternativtitel: Heimat 2 - Chronik einer Jugend Chronik einer Jugend in 13 Filmen Kategorie: Drama/Soap Deutsche Erstausstrahlung: 5.9.1992 arte
"Heimat" schilderte die Chronik einer Familie im fiktiven Hunsrück-Dorf Schabbach. "Die zweite Heimat" erzählt von einem, der es in der Enge des Dorfes und der Familie nicht mehr aushält: 1960 geht Maria Simons 19-jähriger Sohn Hermann nach München, um Musik zu studieren. 13 Episoden zeigen den Alltag seiner Clique aus Musikern, Filmemachern und Lebenskünstlern, ihre hochfliegenden Träume, die Welt, mindestens aber die Kunst zu verändern - und ihr mehr oder weniger glorioses Scheitern. Bis Hermann 1970, um viele Illusionen ärmer und eine gescheiterte Ehe reicher, am Ende der letzten Folge nach Schabbach zurückkehrt, um seine Wurzeln zu finden. |
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Episodenführer |
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1. Die Zeit der ersten Lieder (Hermann 1960)
Nachdem Hermann das Abitur in Simmern glänzend bestanden und
Lehrern wie Mitschülern sein prächtiges musikalisches Talent bewiesen hat, macht
er sich nach München auf. Er will dort an der Musikhochschule das
Komponistenhandwerk lernen.
Hermann kommt mit großen Augen im Bahnhof der riesigen Stadt an. Von seinem
Lehrer hat er ein Empfehlungsschreiben an den Rechtsanwalt Dr. Bretschneider,
der ihm aber mit keiner Unterkunftsmöglichkeit weiterhelfen kann. Dafür lässt
dessen Angestellte, Renate, mit dem breiten, warmherzigen Lächeln, ihn heimlich
in ihrem Jungmädchen-Untermietszimmer schlafen.
Am nächsten Tag geht Hermann ins Konservatorium und besteht die Aufnahmeprüfung.
Schon vor der Prüfung hat er den Chilenen Juan kennen gelernt, der zehn Sprachen
spricht und auch ein musikalisches Multitalent ist. Mit ihm wird er Zeuge, wie
auf dem weiten, wie ein Symbol der Leere wirkenden Königsplatz ein Filmteam -
Stefan, Reinhard und Rob - den Film "Brutalität in Stein" dreht. Und im
Konservatorium sieht er erstmals, noch aus der Feme und mit staunenden Augen
eine schöne Cellostudentin – Clarissa ...
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 9.4.1993 ARD
2. Fremde Augen (Juan 1960/1961)
Hermann schlägt sich, ohne Geld und Gelegenheitsjobs suchend,
durchs Studentenleben.
Volker, Jean-Marie und Bernd geben mit der Cellistin Clarissa vor einem
belustigten, begeisterten und geschockten Publikum ihr erstes atonales und fast
lautloses Konzert. Danach treffen sich alle in einer verräucherten Schwabinger
Kneipe. Hermann, mit Renate im Schlepptau, hat jetzt zum ersten Mal die Chance,
Clarissa näher zu kommen. Mitten in der bunten Gesellschaft ist auch die
Verlegerserbin Elisabeth Cerphal. Großzügig lädt sie alle ein, bei ihr - im
Fuchsbau - weiterzufeiern. Alle kommen mit Hermann und Renate, Juan und
Clarissa, Stefan, Reinhard und Rob, Volker, Jean-Marie und Bernd, Ansgar, der
Medizinstudent und die Lyrikerin Helga. Aber Hermann bringt die rauschende Feier
nicht in Clarissas, sondern in Renates Arme. Schließlich kommen sich in den
Wintertagen von 1961/62 Hermann und Clarissa näher ...
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 12.4.1993 ARD
3. Eifersucht und Stolz (Evelyne 1961)
Nachdem sie ihrem Vater die letzte Ehre erwiesen hat, macht sich
Evelyne von Neuburg nach München auf, wo sie nach ihrer Mutter forschen will,
die zeitlebens vor ihr verborgen gehalten worden ist. Ihre erste Anlaufstation
ist der Fuchsbau, wo ihre Tante, Frau Cerphal, wohnt. Längst ist Elisabeth
Cerphals „Fuchsbau“ zum offenen Haus für Schwabinger Jungkünstler geworden.
Eine Jungfilmpremiere ist angesagt: ein Film über die Ruinen des
Nationaltheaters und der Residenz - für den die drei aber weder Verleih noch
FBW-Prädikat bekommen haben. Die Filmaufführung mit den gespenstischen Ruinen
vergangener Herrlichkeiten wird mit großem Applaus aufgenommen. Dann wird
gefeiert. Während die Gläser klirrend aneinander schlagen, kommen in der lauen
Sommernacht allmählich auch Feindschaften und Eifersüchteleien auf. Hermann
fällt der Eifersucht von Clarissa zum Opfer, weil er vor ihren Augen im Dunklen
Helga küsst. Evelyn verliebt sich in Ansgar und bekommt deshalb den Zorn der
eifersüchtigen Olga zu spüren. Es ist ein großes Fest mit Versöhnungen und
Feindschaften.
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 16.4.1993 ARD
4. Ansgars Tod (Ansgar 1961/62)
Clarissa setzt jetzt ganz auf ihre Fähigkeiten als Cellistin. Vom
alten, vermögenden und sie umschwärmenden Dr. K. hat sie ein kostbares Cello
geschenkt bekommen. Sie übt, bis die Sehnen schmerzen. Schließlich gewinnt sie
mit dem kostbaren Cello und einem von Hermann komponierten Stück den ersten
Preis beim Wettbewerb. Sie wird daraufhin als neues Cello-Wunder gefeiert.
Hermann erfährt davon nur durch Zufall aus der Zeitung. Dass Clarissa
ausgerechnet mit seinem Stück Furore macht, lässt ihn nur noch deprimierter
zurück. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als ohne Clarissa seine eigene Karriere
vorzubereiten und auch auf diese Weise Trost zu finden.
Auch Ansgars und Evelyns Wege werden sich trennen - nur viel weiter und noch
schmerzlicher. Schon in den ersten Tagen seines Verhältnisses mit Evelyn lässt
ihm Olga ihre Eifersucht spüren, als sie mit der Winchester spielerisch auf ihn
zielt. Ansgar gibt sein Medizin-Studium auf, arbeitet als Schaffner hei der
Straßenhahn und wird immer perspektivloser, worauf er zu Opiaten greift. Während
der Faschingszeit sind Ansgar und Evelyn zu einem großen Kostümball im
"Fuchsbau" eingeladen. Ansgar muss vorher nur noch eine Schaffner-Tour machen,
doch es kommt zu einem Unglück ...
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 21.4.1993 ARD
5. Das Spiel mit der Freiheit
Die Schwabinger Krawalle vom Juni 1962 sind ausgebrochen. Die
Polizei macht mit dem Knüppel Jagd auf alles, was jung ist. Auch den völlig
ahnungslosen Hermann trifft es: Seine Gitarre wird kurz und klein geschlagen.
Als er sich darüber auf dem Kommissariat beschweren will, entgeht er in aller
letzter Sekunde einer Verhaftung. Auf seiner Flucht entsinnt er sich nun seiner
Einladung nach Sylt, wo er einige Zeit untertauchen will.
Auf der Fahrt nach Norden kommt Herrmann in der Nähe von Dülmen vorbei, dem
Heimatort von Helga. Auch Helga ist nach Hause gefahren. Als sie jetzt in Dülmen
bei ihren Eltern ist, steht nun plötzlich der ausgehungerte Hermann mitten in
der Nacht, einen Tag vor Helgas 22. Geburtstag, vor ihr ...
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 30.4.1993 ARD
6. Kennedys Kinder
Der 23. November 1963. Während unablässig der Regen
herunterprasselt, bereitet Hermann im Fuchsbau ein neues Konzert vor. Plötzlich
steht nach langer Abwesenheit Clarissa im Raum und bittet Hermann um 800 Mark,
die dieser aber nicht hat. Clarissa bittet Jean-Marie und Volker um die gleiche
Summe. Einer von beiden muss nämlich der Vater des Kindes sein, das Clarissa
erwartet und das sie abtreiben lassen will.
Ohne Geld und halb verhungert macht sich Alex auf eine „Schnorrertour“. Als er
mit den letzten Pfennigen wieder einen Schnorreranruf machen will, findet er
plötzlich 190 Mark in der Telefonzelle. Er trifft Stefan in einer Wirtschaft und
zahlt ihm auch prompt seine Schulden zurück.
Als sich alle spät in der Nacht wieder im Fuchsbau treffen, hat auch für andere
ein schicksalsschwerer Tag ein Ende genommen. Hermann weiß allerdings noch
nichts von seinem Schicksal, als er Schnüsschen zufällig am Bahnhof getroffen
und zu sich eingeladen hat.
Ein Schicksal aber steht fest Mitten in der Filmvorführung von "Ben Hur" teilt
der Veranstalter dem entgeisterten Publikum die Ermordung John F. Kennedys in
Dallas mit ...
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 2.5.1993 ARD
7. Weihnachtswölfe
Weihnachten 1963 naht. Hermann bereitet sich ehrgeizig auf sein
Konzert vor; Schnüsschen ist immer dabei und zieht alles Organisatorische an
sich. Das eigenwillige Konzert wird ein großer Erfolg. Ein besonders umfeierter
Star wird dabei Evelyne, die das Konzert dem Andenken an Ansgar widmet.
Anschließend bleibt Hermann fast ganz allein, weil sich seine Freunde zu
Clarissa aufgemacht haben, nur Schnüsschen ist bei ihm und erinnert ihn wieder
an die Zeiten seiner Hunsrücker Heimat zurück.
Am schlimmsten hat es in diesen Tagen Clarissa getroffen. In Rosenheim hat sie
sich bei der Abtreibung einem Kurpfuscher anvertraut und muss mit einem
Notarztwagen in die Klinik gebracht werden. Am Heiligen Abend wird Clarissa dann
mit einem jungen Mutterglück im Nachbarbett konfrontiert. Sie beschließt, aus
der Klinik zu fliehen. Da trifft sie auf ihre Mutter, die sie gerade besuchen
will. Als beide wieder ans Krankenhausbett zurückkehren, erklärt ihr Mutter
Lichtblau, vor Zorn bebend, was für eine "Verbrecherin" doch ihre Tochter
geworden ist.
Später flieht Clarissa neuerlich, versucht erst bei Jean-Marie, dann bei Hermann
Unterkunft zu finden. Hermann ist Weihnachten 1963 ganz allein im eiskalten
Fuchsbau. Beide kuscheln sich im Bett aneinander, reden noch über Hermanns
anstehende Heirat und konstatieren "Wir lieben uns wie die Wölfe".
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 7.5.1993 ARD
8. Die Hochzeit
Neujahr 1964 hat Schnüsschen noch zuhause in Schabbach im Hunsrück
verbracht, zurück in München sucht sie mit Hermann eine Wohnung. Den
misstrauischen Vermieter können sie von ihrer Ehrbarkeit überzeugen, indem sie
versprechen, so bald wie möglich den Trauschein beizubringen.
Im Sommer 1964 ist es so weit. Hermann trägt Schnüsschen über die Schwelle des
Fuchsbaus, eine Marschmusikkapelle und die im Hochzeitsstaat herausgeputzte
Schwabinger Boheme hinter sich.
Helga, Renate, Juan, Stefan, Reinhard, Rob, Olga, Alex, Evelyne, Volker.
Jean-Marie, Clemens, Bernd, Elisabeth, Frau Moretti, Dr. Bretschneider, Frau
Cerphal - alle sind sie da. Aber wie schon bei einem früheren Fuchsbau-Fest
weicht die fröhlich-ausgelassene Blasmusik-Stimmung immer mehr dissonanten
Klängen. Die Einzelnen werden sich feind. Helga macht sich unter den Augen von
Stefan über den nächstbesten Mann her, Olga kann von Rob kaum mehr davon
abgehalten werden, immer mehr Opiate in sich hineinzuschütten. Schließlich
taucht auch Clarissa auf der Bildfläche auf, um Hermann zu gratulieren, ist aber
über die Wirrnisse zutiefst bestürzt.
Das Brautpaar verlässt die Feier und macht es sich in den kahlen Wänden ihrer
Zweizimmer-Neubauwohnung gemütlich. Somit ist zumindest Schnüsschen am Ziel
ihrer Wünsche. Derweilen erreichen im Fuchsbau bei Wein und Schnaps die
Streitereien und Eifersuchtsszenen ihren Höhepunkt. Frau Cerphal reicht es
endgültig. Sie wirft die ganze Hochzeitsgesellschaft außer Juan aus ihrem Haus
hinaus. Die alten Zeiten des Fuchsbaus sind vorbei und ganz neue kommen ...
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 9.5.1993 ARD
9. Die ewige Tochter
Für Hermann und Schnüsschen kündigen sich die neuen Zeiten durch
eine kleine Tochter an, Lulu, die sie in ihrer beengten Wohnung aufziehen.
Clarissa ist dagegen auf Amerika-Tournee. Als sie wieder nach München
zurückkommt muss sie feststellen, dass ihr wertvolles Cello beim Transport
kaputt gegangen ist. Sie will ihre Karriere schon aufgeben, aber als sie Volker
immer näher kommt, gibt es Perspektiven für eine neue Zukunft.
Gleichzeitig schlägt die Stunde von Fräulein Cerphal. Ihr strenger Vater wird
bald sterben. Sie fährt zu ihm ins Altersheim um schon jetzt mit ihm die letzten
Dinge regeln. Durch Zufall erfährt sie, dass ihr der "Fuchsbau" gar nicht gehört
...
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 14.5.1993 ARD
10. Das Ende der Zukunft
Reinhard kommt aus Mexiko zurück, wo er einen Dokumentarfilm
gedreht hat. Er will prompt den Fuchsbau besuchen; aber da, wo er einen
wichtigen Teil seiner Vergangenheit verbracht hat, ist jetzt ein tiefes Erdloch.
Fassungslos versucht er an dieser Stelle noch mit der Kamera Trauerarbeit zu
leisten, muss aber einsehen, dass dies mit den Mitteln des Films nicht möglich
ist. Mit einem von Hermann geschriebenen Requiem, das konzertant vor der
Baugrube aufgeführt wird, trägt die ehemalige Gemeinschaft die alten Zeiten zu
Grabe.
In München hat derweilen Renate eine Kneipe aufgemacht, das "U-Boot". Wenn man
spät in der Nacht hinuntergeht, so kann man dort nicht nur Bier und Wein
trinken, sondern auch zusehen, wie sie beispielsweise im Großaquarium komische,
erotische Szenen aufführt. Hermann ist einer dieser Gäste, der sich ansonsten
auf ein Kleinbürger-Idyll eingelassen hat. Clarissa erwartet in dieser Zeit ihr
erstes Kind, Helga hat bereits eines. Als Reinhard zum Abschluss seines neuen
Drehbuchs aus Venedig zurückkommt, treffen sich alle am Ammersee. Reinhard fährt
mit dem Ruderboot auf den See hinaus. Plötzlich ist er verschwunden ...
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 21.5.1993 ARD
11. Die Zeit des Schweigens
Clarissa ist aus der Bahn geworfen worden. Sie hat ihr Cello-Spiel
aufgegeben und geht mit Hausarbeit im Alltag unter. Mit Hermann geht es dagegen
steil bergauf. Zufällig entdeckt er in einer Zeitung, dass sein Musikstück bei
den Filmfestspielen von Cannes einen Preis bekommen hat. Er macht sich zu Konsul
Handschuh, dem Chef der zuständigen Filmproduktions-Firma, auf und erfährt, dass
man dort Großes mit ihm vorhat. Handschuh finanziert ihm ein Musikstudio und
lässt ihn experimentieren.
Alle stürzen sich nun in einen Arbeitsrausch, wobei Rob für das Filmen mit den
aneinandergekoppelten Kameras und Hermann für die im Studio hergestellte
elektronische Musik zuständig sind. Und dann ist es soweit: Der Presse kann "Varia-Vision"
vorgestellt werden, allerdings kommt es zu reichlich Störungen. Als Konsul
Handschuh die entnervten Presseleute in die "Varia-Visions"-Halle lässt, gibt es
einen hellen Blitz und explosionsartige Funken. Rob wird vom Blitz geblendet und
verliert sein Augenlicht. Erst Wochen später kann er die Augenbinde am
Ammersee-Ufer wieder abnehmen und sieht als erstes ein Ruderboot auf dem See,
gerade so als ob Reinhard darin sitzen würde.
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 23.5.1993 ARD
12. Die Zeit der vielen Worte
1968: Clarissa schließt sich einer amerikanischen
Musikerinnen-Gruppe an. Schnüsschen wird von der Polit-Welle erfasst und liest
Fromm, Marcuse, Adorno, Marx und Mao Tse Tung. Sie hat ihr Angestellten-Dasein
aufgegeben, studiert Soziologie und arbeitet bei der Drogenberatung. Ihren
Ehemann Hermann, in den Konsul Handschuh grenzenloses Vertrauen setzt, sieht sie
kaum mehr. Es kommt zum großen Krach, und Hermann verschwindet ins Zentrum der
damaligen Ereignisse, nach Berlin.
Dort ist bereits der Jungfilmer Stefan. Nach einer langen Autofahrt durch die
DDR ist er in einer Dahlemer Villa mit seiner Hauptdarstellerin Olga angekommen.
Er will einen Film drehen, auf den alle Beteiligten einwirken können. Die
Psychodynamik des Teams wird stunden-, tage- und nächtelang permanent
ausdiskutiert. Schließlich kündigt Stefan dem Team die Beendigung des Films an.
In der Dahlemer Villa führt dies zu völligem Chaos. Was aber die einstigen
Partner nicht wissen: Stefan hat von amerikanischen Filmproduzenten bereits
80000 Mark dafür erhalten, dass er sein Projekt abbricht und ihnen den
männlichen Hauptdarsteller überlässt.
Hermann besucht Katrin, Helgas Freundin, in ihrer Kommune. Natürlich ist es
Hermann nur recht, wenn sich Katrin mit ihm ins Bett legt. Auf dem
Matratzenlager wälzen sich die übrigen Kommune-Mitglieder, voll mit LSD, Kokain
und Mescalin. Völlig benebelt im Kopf macht sich Hermann am nächsten Morgen auf
den Weg zurück nach Bayern, während in Berlin die Kinderläden von den Nachbarn
angezündet werden.
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 28.5.1993 ARD
13. Kunst
In München ist Oktoberfest. Hermann ist mittlerweile Kronprinz
seines väterlichen Förderers und Chefs geworden und spricht dessen väterliche
Neigungen so sehr an, dass der Konsul aus ihm auch seinen legitimen Sohn machen
will. Er und seine Frau können keine Kinder bekommen und bieten ihm deshalb die
Adoption an, was Hermann auch zum Alleinerben der ganzen Firma machen würde.
Hermann bittet sich Bedenkzeit aus. Er ist auch so schon ratlos genug, was
seinen bisherigen und künftigen Lebenslauf betrifft. Fast alle ehemaligen
Freunde sind fort...
Über Clarissa erfährt er, dass sie mit ihrem neuen Frauenorchester auf Tournee
ist. Genau von ihr erhofft er sich aber den entscheidenden Rat und macht sich
mit der Bahn kurz entschlossen auf, um sie auf einer Station ihrer Tournee zu
finden. Zuerst verpasst er sie immer wieder, ehe er sie in Amsterdam einholen
kann. Hermann schaut Clarissas Stück an. Anschließend kommt es nach langen zehn
Jahren, in denen sie sich gesucht, aber nie gefunden haben, erstmals zu einer
gemeinsamen Nacht in einem kleinen Hotelzimmer. Am nächsten Tag ist sie fort.
Hermann geht noch weiter in seine Vergangenheit zurück, nach Schabbach, wo er am
Ortseingang sofort erkannt wird. Mit den Worten "Hermännsche, dau hast disch
überhaupt nit verännert" wird er empfangen.
Textquelle: ARD - Erstausstrahlung: 31.5.1993 ARD