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Glamour 02/04
Johnny Depp ist jetzt reif
Er ist der "Sexiest Man Alive 2003".
Und auch bei der Glamour Umfrage steht Johnny Depp an der Spitze in der Kategorie Entwicklungspotenzial.
Wer wird im Alter immer besser?
Johnny Depp 58,8%
Und noch mal: Johnny Depp
Gute Filme, keine Skandale mehr und zwei Kinder von Vanessa Paradis - Vater des Jahre ist damit Johnny Depp [29,7%] gefolgt vom vierfachen Daddy Til Schweiger.
TV Movie
Erfolg macht sexy!
Attraktiv, cool, unwiderstehlich – nie war sich die Redaktion des US- Magazins "People" so einig: Johnny Depp (40) ist der "Sexiest Man Alive 2003".
Der Kerl hat aber auch eine Glücksträhne! Nicht nur das er mit dem Piraten- Hit "Fluch der Karibik" allein in Deutschland sechs Millionen Menschen ins Kino lockte.
2004 nimmt sexy Depp sechs Filmprojekte in Angriff. Sein bescheidenes Pensum: die Schriftstellerbiografie "J.M. Barries Neverland", die Horror- Mär "Secret Window", das Historiendrama "The Libertine", die beiden Abenteuer "The Rum Diary" und "Charlie and the Chocolate Factory" sowie "Fluch der Karibik 2".
2004- ein echtes Depp- Jahr!!
Was für ein Mann!!
Johnny Depp (40) ist zum ~sexiest man alive~ gekürt worden. Wurde ja auch Zeit.
Spätzünder
So lächelt ein Sieger. Zufrieden und gelassen. Sexy. Kein Wunder, dass das US-Magazin "People" Johnny Depp jüngst zum "sexiest man alive" gekürt hat
Vor Brad Pitt, George Clooney und Ashton Kutcher. Längst überfällige Ehrung für den charismatischsten Schauspieler Hollywoods. 40 Jahre ist er jetzt, galt lange als "enfant terrible", weil er sich nicht anpasste, sondern machte, was er wollte. Manchmal gingen dabei Hotelzimmer zu Bruch. Dann fand er sein(e) Paradis: Vanessa (30). Bekam mit ihr Lily-Rose (4) und Jack (1 3/4) wurde sanfter und sagt: "Erst sie gaben meinem Leben einen Sinn."
Eigenwillig ist er immer noch, sagt, trägt und spielt was ihm gefällt. Schielt nicht auf devote Verehrung, sondern erklärt: "Wenn ich am Set aus dem Augenwinkel sehe, dass mein Spiel wenigstens ein Crew-Mitglied zum Lachen bringt, dann bin ich zufrieden."
Wir auch: Johnny hat bei 6 (!!) neuen Filmen zugesagt!
Amica
Irgendwann mitten im Gespräch, lachte er laut auf.
Dabei war es gar nicht lustig. Es war das übliche Gespräch mit Johnny Depp, bei dem die Journalistinnen so tun, als wären sie objektiv, während sie dahinschmelzen und eigentlich nur Rotwein trinken wollen mit diesem 40-jährigen.
40! Wieso nennt er sich eigentlich immer noch Johnny?
Vater von 2 Kindern, spielt in Disney- Filmen den Piraten und trinkt gerne mal einen 78er Romanée- Conti für 18 000 Dollar die Flasche.
O ja. Man kann sich einschwingen auf ein Gespräch mit Johnny Depp. Sich einmal nicht von seiner bestürzender Schönheit ablenken lassen. Ignorieren, dass er im letzten Jahr für das People Magazine der „Sexiest Man Alive“ gewesen ist, dass Frauen zu weinen anfangen, wenn er auf dem roten Teppich an ihnen vorüberschürft.
„Wieso weinen sie bloß“, fragte er ehrlich verstört auf dem Weg zu den Golden Globes. Weil sie dich so sehr lieben, Johnny.
Emotionale Überwältigung, du weißt schon, Menschen, die ohnmächtig werden im Angesicht von Schönheit (wovon er ja reichlich hat). „Sonderbar“, sagt er und schnuppert an seiner Achsel, „vielleicht rieche ich nur schlecht?“ Vielleicht. Aber das haut eine Frau nicht um. Was sie weich werden lässt, sind die Cherokee- Wangenknochen und Lippen wie mit dem Pinsel gezeichnet und die Geschichten, die mit Drogen, Schlägereien und Supermodels anfangen und mit romantischem Familienleben auf Provence-Landgut mit Liebe des Lebens enden.
Vanessa Paradis nennt ihren Lebensgefährten grundsätzlich nur „mein Darling“. „Mein Darling hat mich für mein Platten- Cover fotografiert.“ Die Platte hieß „Bliss“, das englische Wort für Entzücken/Wonne, und war ihrem Darling und dem glücklichen Leben an seiner Seite gewidmet.
„Mein Darling ist der sanfteste Mensch, den man sich denken kann“, sagt Vanessa, „ aber manchmal genügt ein Funke, um ihn zur Explosion zu bringen.“ O ja, das hätte man jetzt gern, eine Explosion von ihm .
Die Vorbereitung auf ein objektives, unverblendetes Gespräch mit Johnny Depp geht so: einmal „ I love Johnny Depp“ in die Suchmaschine eingeben und einmal „I hate Johnny Depp“. Ergibt einmal 1720 Treffer- und einmal 62. In den 62 Hass-Seiten wird ihm seine „unerklärliche Liebe zu Franzosen“ vorgeworfen, dass er sich „zu tiefsinnig“ äußere wie ein „Crackhead“ gekleidet sei.
Stimmt. Und die Tätowierungen sind auch ganz furchtbar schlecht, alle elf. Manche sind einfach nur hässlich (gestümperte Zahlen), andere purer Kitsch (Indianerkopf, Kindernamen), aber rührend weil sie ihm offenbar etwas bedeuten.
Ebenso die Garderobe. Sorry, ihr Hass-Seiten Verfasser, Johnny würde auch in einem Fernsehsprecher-Jackett Adonis beschämen, und außerdem weiß die Reporterin aus früheren Interviews, dass Kleider im Depp’schen Universum Erinnerungen an bedeutsame Ereignisse im Leben sind. Was natürlich auf nervende Ernsthaftigkeit deuten könnte, aber im Gegensatz zu Sean Penn reist Johnny Depp nicht in den Irak, sondern wird dabei fotografiert, wie er einem Bettler in L.A. 50 Dollar zusteckt. Die er sich allerdings erst von seinem Chauffeur leihen muss, denn er trägt nie Bargeld bei sich.
So vorbereitet wird es natürlich wieder nichts mit dem objektiven Interview, im Gegenteil, diesmal ist so gar ein Autogramm fällig, natürlich nicht für einen selbst, sondern für eine Freundin, eine gestandene Frau von 34, aber ihr gesamtes erwachsenes Leben rettungslos verknallt in Johnny.
„Was soll ich schreiben?“, fragt er, „wo ist sie?“ Sie sitzt im Flugzeug von Frankfurt nach L.A. und hat Angst. „ Ach ja das kenne ich“, sagt Johnny, „ich hasse fliegen.“ Und schreibt: „Hab keine Angst. Alles wird gut. Dein Johnny.“
Draußen wartet seine Lebensgefährtin . „Wir heiraten erst, wenn die Kinder alt genug sind, um mitfeiern zu können“, hat er vorher gesagt, und man denkt, wie ähnlich sich die beiden doch sehen, fast wie Geschwister. Ob es ein Hinweis auf Narzissmus ist, wenn man sich Partner sucht, die einem wie aus dem Gesicht geschnitten sind? Hoffentlich nicht, denn man selbst sieht ja nicht so aus, aber wenigstens hat man ihn heute zum Lachen gebracht. Es war eine langweilige Frage im Sinne von: Wie sehen sie sich heute, Sie wollten mal Rock’n’Roller werden und sie galten als Rebell...? „Hahahahahaha! So werde ich meine Biographie nennen: "Er galt als Rebell- hahahaha!“
Was daran so komisch ist weiß nur Johnny Depp.
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