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1389: Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo Polje)
1453: Konstantinopel
1571: Seeschlacht bei Lepanto
1664: Schlacht bei St. Gotthard-Mogersdorf
1683: Wien‑KahlenbergNach mehrwöchiger Belagerung sind die Türken dabei, die Stadt zu erobern, als ein deutsches Ersatzheer unter Führung des Prinzen Eugen von Savoyen und des Polenkönigs Sobiesky die Türken in die Flucht schlagen kann. Großwesir Kara Mustapha muß sich mit der seidenen Schnur erhängen.
1821: Epanastasis (7. März)Epanastasis is epi+anastasis. Anastasis is the Orthodox technical term for Latin resurrectio (viz. of Christ). See the entries s.v. anastasis in LSJ and Lampe. The meaning "raising the dead" (aniste:mi) goes back to Aeschylus. The modern metaphor uses imagery from theological usage of NT pedigree (anistamai). Epanastasis means "rising up against, insurrection", in Herodotus and Thucydides and "rising up again" in Diodorus (see lemma in LSJ). Modern he: epanastasis (always articular, sc. the [famous] one) also attempts to translate "La Revolution", as in France. It is imbued with the meaning of "the secular equivalent of resurrectio". Best (but cumbersome) translation of the term, which would give the flavor of the Greek, is "Rising up again from the Dead". The metaphor was picked up by poets of the period, in particular Solomos. Similar to the overtones heard in "Irish Easter Rising". But ultimately modern "epanastasis" is untranslatable.
a) Oikonomia
bedeutet im engeren Sinn Hauswirtschaft oder Haushaltungskunst. Das Haus war ursprünglich eine geschlossene Wirtschaftseinheit (Produktion von landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten). Tausch zwischen Häusern: natürlicher Tausch. Dann Tausch zwischen Landwirtschaft treibenden Bürgern und Handwerkern. Schliesslich wird durch Arbeitsteilung und dem damit verbundenen natürlichen Tausch die Güterversorgung der staatlichen Gemeinschaft sichergestellt (Oikonomia im weiteren Sinn). Ideal: Autarkie. Tauschformel: W - G - W'. Gemäss der Oikonomia ist die Güterproduktion begrenzt: diese soll ein angemessenes und gutes Leben der griechischen Staatsbürger ermöglichen.
b) Chrematistik
ist eine zweite Form der Erwerbskunst. Aristoteles nennt diese unnatürlich, wenn bei Tauschvergängen ein unnatürlicher (übermässiger) Gewinn erzielt wird. Die Chrematistik entsteht mit Geld und Handel. Tauschformel: G - W - G'. "... alle, die sich mit chrematistischem Erwerb befassen, vermehren ihr Geld ins Unbegrenzte. [So] entsteht eine zweite Art von Erwerbskunst, die Bereicherungskunst, anfangs wohl ganz nur einfach, später kunstmässig aufgrund der Erfahrung, woher und wie man Güter vertauschen müsse, um den grössten Gewinn zu erzielen" (Aristoteles, Politik, 60-61). Für Aristoteles ist die Chrematistik der "Störenfried der Ökonomie" (Schefold, p.39).
c) Die Unterscheidung Ökonomik - Chrematistik
ist für das Verständnis von modernen Wirtschaften von Bedeutung. Dabei muss man sich allerdings vor Augen halten, dass sich der Begriff 'Chrematistik' im Zuge des Mittelalters und vor allem der Neuzeit gewandelt hat. (Gewinn und Zins wurden vor allem in der Neuzeit als etwas selbstverständliches betrachtet; dies ging einher mit einem ständigen sozialen Aufstieg des bürgerlichen Standes in der Zeit des Merkantilismus und in stärkerem Masse nach der französischen Revolution). Dies erklärt, warum Oncken sagen kann, dass wir die "Chrematistik ...(nicht die Ökonomik) als die Vorläuferin unserer Nationalökonomie, welche die Interessenphilosophie des dritten [bürgerlichen] Standes ist, anzuerkennen haben, wobei freilich dem alten Philosophen [Aristoteles] als unedel galt, was in unseren Tagen, vermöge der veränderten sozialen Lage, als durchaus berechtigt und ehrenhaft angesehen wird"(S.42). Es hat demnach im Verlaufe der Zeit ein Angleichungsprozess zwischen Chrematistik und Ökonomik stattgefunden. Die liberale (neoklassische) Wirtschaftstheorie geht sogar soweit, beide Begriffe völlig gleichzusetzen: Das Gewinn- und Nutzenstreben der einzelnen Wirtschaftssubjekte führt unter Konkurrenzbedingungen zu grösstmöglichem Wohlstand. Adam Smith bezeichnet dies als das Wirken der 'unsichtbaren Hand'; Léon Walras betitelte sein Hauptwerk mit: "Eléments d'économie pure ou théorie de la richesse sociale". Klassisch oder Keynesianisch orientierte Ökonomen unterscheiden jedoch heute noch, wenn auch mit anderen Ausdrücken, zwischen 'Ökonomik' und 'Chrematistik'. Wenn beispielsweise der Gewinn reinvestiert wird (Kauf neuer Anlagen, Betreiben von Forschung und Entwicklung), würde man von Ökonomik sprechen. Das Einsetzen des Gewinnes in ungesunden spekulativen Geschäften, die z.B. mit völlig unrealistischen Land- und Aktienpreisen verbunden sind, würde dagegen (von Keynes) als Chrematistik bezeichnet werden.
Nicht die Arbeit an sich entwürdigt also den Menschen. Selbst ein König darf Bäume fällen oder hinter dem Pflug gehen, aber nur soweit es es aus freien Stücken und für sich selber tut. Das Ideal ist die geschlossene Hauswirtschaft, oikos, die sich selber möglichst in jeder Hinsicht versorgt.
In der frühgriechischen Adelswelt (Homer) wurde körperliche Arbeit des Kriegeradels im allgemeinen nicht für würdig erachtet. Doch wurde bei HESIOD der Ackerbau des freien Landmanns - nicht Arbeit (ERGON), sondern Faulheit (AERGIA) sei eine Schande - als göttliche Bestimmung für den Menschen hoch geachtet. (4){==> Hesiod, Erga 299ff; André Aymard, L'idée de travail dans la Gréce archaique, Journal de psychologie normale et pathologique 41 (1948), 29 ff; Kl.Pauly Bd.1 (1964), 490ff.} Die alte Wertschätzung der ländlichen Arbeit fand bei Xenophon noch einmal (5, Xenophon, Oecon. 4 ff), verbunden mit dem Hinweis auf Wehrtüchtigkeit, umfassenden Ausdruck, aber Platon zählte die Ackerbauern unter die Klasse der Dienenden, und bei Aristoteles (6, Ar.Pol. 1317 a23;1330 a26) standen sie mit Handwerkern, Händlern und Lohnarbeitern auf gleicher Stufe... ... Im Maße wie die soziale Ordnung durch Geld-, Stadt- und Seewirtschaft sich wandelte, wurde solcher Auffassung der Boden entzogen und die Arbeit (ländlich und gewerblich) als Handarbeit (PONOS, KOPOS) unterhalb des Vollbürgerstandes (POLITHS) den Unterschichten bis hin zu den Sklaven zugewiesen und damit abgewertet. ... Nicht Arbeit (PONOS), sondern angemessene Tätigkeit (PRAXIS) kennzeichnete den Bürger. Arbeit und Bürgertugend (ARETH) auf der einen (10, Ar.Pol.1278 a 5ff), Arbeit und Bildung (PAIDEIA) auf der anderen Seite (11, Ar.Pol.1337 b 1ff) standen einander gegenüber.
4. Als Lehrer oder Professoren zu dienen, will Tertullian den Christen nicht gestatten. Der ganze Betrieb des öffentlichen Schulwesens stand ihm in zu naher Verbindung der heidnischen Staatsreligion. Der Schüler mochte sich viel leichter der Teilnahme an religiösen Übungen, die ihm sein Glaube verbot, entziehen können als der vielfach überwachte Lehrer. Deswegen erlaubte Tertullian wohl das Lernen in den Staatsschulen, nicht aber das Lehren. (81, Tertullianus, De idolatria, 10 (P.L., 1, 750ff):
Quarendum autem est etiam de ludimagistris et de caeteris professoribus litterarum, imo non dubitandum affines illos ess multimodae idolatriae ... Tantum autem facilius est litteras non docere, quam non discere, quanto et reliqua scholarum de publicis propriis solemnitatibus inquinamenta facilius discipulus fidelis non adibit, quam magister non frequentabit.
- Aus dem ganzen Inhalt der Stelle, in der unter anderem von Ferien die Rede ist, die von den Ädilen oder Flamines zum Zwecke der Teilnahme an heidnischen Festfeiern angeordnet werden, geht hervor, daß Tertuallian öffentlich angestellte Lehrer vor Augen hat.(S.157)Welche Gefahr Tertullian im Handelsgeschäft erblickte, spricht er in der Schrift AD UXOREM einmal aus, indem er erklärt, das Wort "kaufen", also Handel treiben, werde in der Heiligen Schrift als Ausdruck für die Sünden, die aus Gewinnsucht begangen werden, gebraucht. (82, Tertullianus, Ad uxorem, I,5 (P.L., 1,1395): Sed cum dicit, nubebant et emebant, insigniora ipsa carnis et saeculi vitia denotat, quae a divinis disciplinis plurimum avocent: alterum per lasciviendi voluptatem, alterum per acquirendi voluntatem (Luc. 17, 28)
Venedig dagegen, dessen die Karolinger im 9.Jh. nicht habhaft werden konnten, verblieb um so lieber unter dem Zepter des Basileus, als dieser sich klug davor hütete, der Stadt, die langsam daran ging, sich in eine unabhängige Republick umzuwandeln, seine Herrschaft spüren zu lassen. Wenn aber die politischen Beziehungen des Byzantinischen Reiches mit seinen italienischen Aussenposten nicht rege waren, so unterhielt es dafür einen um so lebhafteren Handel. Diese kreisten in seiner Bahn, orientierten sich nach ihm und drehten, wenn man so sagen darft, dem Okzident den Rücken. Die Lebensmittelzufuhr nach Konstantinopel, das damals ungefähr eine Million Einwohner zählte, hielt ihren Export aufrecht. Die Fabriken und Handelshäuser der Metropole lieferten Tuch und Gewürze, die sie wiederum nicht entbehren konnten.
Denn die Stadtkultur mit allen ihren luxuriösen Bedürfnissen war im Byzantinischen Reich nicht untergegangen, wie dies im karolingischen Europa der Fall war. Zwei Welten standen sich in Tat und Wahrheit gegenüber. Hier war die wirtschaftliche Entwicklung durch den Vorstoss des Islams nicht unterbrochen worden. Die Meerschiffahrt hielt weiterhin einen bedeutenden Handel aufrecht und damit auch volkreiche Städte voller Handwerker und Berufskaufleuten. Man kann sich kaum einen eindrücklicheren Gegensatz vorstellen als jenen zwischen Westeuropa, wo der Boden alles galt, das Geschäftsleben nichts, und Venedig, einer Stadt ohne Land, allein aus ihrer Kauffahrtei lebend.(S.20/21)
"... Vor dem Staatsvertrage gab es kein Recht, lehrten die Epikureer konsequent: denn es fehlten in ihrem System die metaphysischen Voraussetzungen: die Annahme einer Weltvernunft, die das Universum durchdringt, oder eines Schöpfers, welcher bestimmte Gebote erlassen hat." (74, Hasbach, S.7)Diese Ausführungen mehrerer Autoren belegen meines Erachtens ausreichend die Existenz zweier gegensätzlicher Fraktionen innerhalb der zu verschiedenen Epochen und zu unterschiedlichen Orten erscheinenden Klasse spezialisierter Ideologen. Die folgende Bemerkung Hasbachs hebt diese Tatsache nochmals hervor und gibt darüber hinaus Auskunft darüber, welche Richtungen bzw. einzelne Theoretiker zu verschiedenen Epochen welcher Fraktion zuzurechnen sind:
"Daß die Epikureer von dem vorstaatlichen Zustande der Menschen eine ganz andere Vorstellung hatten als die Stoiker, verwandt mit derjenigen, welche von den Sophisten vertreten und viele Jahrhunderte später von Gassendi, Hobbes, Spinoza erneuert wurde, ist schon angedeutet worden." (75, Hasbach, S.9)Dagegen baut sich die Scholastik als Ideologie der religiösen Klasse - der dem Mittelalter eigentümlichen Version spezialisierter Ideologen - in Anlehnung an Aristoteles und die Stoa auf. In seiner Dissertation über A. Smith räumt Hans Gustav Müller der vorausgehenden europäischen Ideenentwicklung breiten Raum ein. Bei Thomas von Aquin, den er den "größten Scholastiker aus der Blütezeit des Christentums" nennt, setzte sich die "mächtige Tradition eines Platon, Aristoteles, der Stoa, des Neuplatonismus und der Kirchenväter fort." (76, Hans Gustav Müller, Die Nationalökonomie Adam Smiths ...)
Anmerkung von mir: Epikur schreibt - oft in versteckten Seitenhieben - gegen Aristoteles, wohl noch nicht so sehr gegen die Stoa, welche nämlich zu seiner Zeit noch nicht entwickelt war.
An alle Mittwows- und Donnerstagsterminteilnehmer des autonomen Seminars an der Humboldt-Universität.
Einladung zum Vortrag und Diskussion am Donnerstag des 10. Juni 2004 zw. 18°° und 20°° über das Thema: Ideologie. Historische Zielsetzungen spezialisierter Ideologen ausgewählter Richtungen seit der Antike in (West-) Europa. Vortragender: Enrique Ponce de León
Ort: Humboldt-Universität. Am Hegelplatz, Dorotheenstr. 24, Raum 513
Dieses Buch geht von der Annahme einer in der Menschengattung existierenden tendenziellen Integrationsbewegung aus. Die in den letzten Jahrhunderten auf Spezialisierungsgrundlage sich vollziehende internationale Integration stellt so nur die gegenwärtige Äußerung dieser seit Jahrtausenden unaufhörlich wirkenden Bewegung dar. Die aus der menschlichen Spezialisierung hervorgehenden Klassen und Klassenfraktionen gehen Verbindungen (Klassenallianzen) ein bzw. sie bekämpfen sich untereinander, um ihre eigentümlichen Ziele zu verfolgen, wodurch sich historische Klassenhegemonien durchsetzen. Mit Hilfe dieser und anderer Thesen (die sich u.a. auf den Charakter der nationalen Klassen und -fraktionenbündnisse oder der Ideologie beziehen) werden hier die historischen Durchsetzungsbedingungen sowie das Wesen der modernen, von mir als "produktiv" bezeichneten Klassenhegemonie untersucht.
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