Jeden Monat stellen wir hier einen interessanten Wiederfund aus
unserem Projekt vor. Die vorgestellten Wiederfunde sind entweder
ungewöhnlich oder geben Hinweise auf neue Aspekte bei den verschiedenen
Arten. Sie sind die Highlights der Beringungen, aber ohne die vielen "normalen"
Wiederfunde (die wir aus Platzgründen leider nicht alle aufzählen können) wären überhaupt keine Aussagen möglich.
Wiederfund des Monats
August 2005
Berliner Kanadagänse an "neuen" Gewässern
Seit 1983 besteht in Berlin eine Kanadaganspopulation, die auf ein Gründerpaar zurückgeht. Obwohl es mittlerweile
etwa 250 Gänse sind, ist das besiedelte Gebiet relativ klein geblieben. Bisher
gab es Bruten nur im Bereich Oberhavel/Tegeler See und seit 2002 im
Spandauer Südpark. 2005 brütete erstmals ein Paar erfolgreich am
Ziegeleisee in Berlin-Lübars. Den Ganter des Brutpaares K65 haben wir
2001 nicht flügge auf dem Eiswerder (Spandau) beringt. Seine Partnerin und die
drei Junggänse wurden in diesem Juli am Brutgewässer markiert. So können jetzt
die Bewegungen dieser Familie gut verfolgt werden. Gerade solche
Erstansiedlungen an Gewässern führen häufig zur Entstehung neuer
Untergruppen mit abweichenden (kleinräumigen) Wanderungstraditionen.
So erhielten wir im August auch Ablesungen der Familie um K65 von zuvor nicht von
Kanadagänsen aufgesuchten Gewässern. Anfang August hielt sich die Familie
regelmäßig am Seggeluchbecken im Märkischen Viertel auf und am 21.08.05 wurde
die Familie vom Sprintwiesenteich (Berlin-Lübars) gemeldet. Melder waren:
W. Baumgart, Winfried Otto und Torsten Wolf.
In den Bereich Oberhavel/Tegeler See kehrten diese Gänse bisher noch nicht zurück. Es
bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Brut auf die Besiedlung weiterer
Gewässer im Norden von Berlin auswirkt.
Ziegeleisee-Kanadagansfamilie am Seggeluchbecken (Märkisches Viertel Berlin)
Foto: Torsten Wolf (2005)