Die sieben Grundprinzipien
Nach Serge Kahili King
1. Ike - Die Welt
ist so, wie du sie siehst
In unserer westlichen Welt haben
wir uns zu Meistern des Negativismus entwickelt. Wir nennen dies oft auch
"Realismus". Ein völlig falscher Gebrauch dieses Wortes. Wenn wir
beispielsweise glauben, dass uns jemand nicht mag, werden wir schnell in dessen
Verhalten "Beweise" dafür finden, dass dies auch so ist. Wir achten
darauf, was diese Person sagt, macht und wie sie sich uns gegenüber verhält.
Gleichzeitig werden wir dieser Person aus dem Weg oder ihr gegenüber auf
Konfrontationskurs gehen. In der Reaktion dieser Person auf das negative
Verhalten unsererseits, das zweifellos in diesem Moment nicht mehr das
freundlichste sein wird, sehen wir uns wiederum bestätigt. Wenn hier alles so
eintrifft, wie wir es "vorausgesagt" haben, würde dann nicht auch das
Gegenteil, das positive Gegenteil davon eintreten, wenn wir uns darauf
konzentrieren? Die Huna-Philosophie sagt, dass dies so ist. Denn die Welt ist
so, wie wir sie sehen.
Der Schamane geht davon aus, dass alles ein Traum ist. Wir träumen nicht nur,
wenn wir schlafen, sondern auch, wenn wir wach sind. Ich träume in diesem
Moment beispielsweise davon, diese Webseite zu erstellen und dass Menschen wie
du kommen werden, um diese zu lesen. In deinem Traum stellst du dir vor, mehr über
Huna zu erfahren und bist deshalb hier gelandet. Dies tönt vielleicht momentan
etwas seltsam für dich. Wenn du dich aber eingehender mit Schamanismus befasst,
wirst du es verstehen. Vorläufig belasse ich es aber bei dieser
"Behauptung".
2. Kala - Es gibt
keine Grenzen
"Natürlich gibt es
die", werden nun viele ausrufen, "ich kann sie ja überall
sehen." Doch wenn die Welt ist, wie wir sie sehen und überdies alles ein
Traum ist, dann sind diese Begrenzungen gewählt, um durch den entsprechenden
Traum gehen zu können. Will ich also die Grenzen verändern, muss ich die
Vorstellung verändern. Um dies tun zu können, muss ich nur die entsprechenden
Hilfsmittel und Techniken finden. Nehmen wir beispielsweise das Bungeejumping.
Von einer Brücke zuspringen, um den freien Fall zu "genießen", ohne
danach zwangsläufig in eine andere Welt entfliehen zu müssen, schien lange
Zeit unmöglich. Die Grenze war der unausweichliche Aufprall am Boden. Dann hat
jemand das flexible Seil erfunden und ein anderer hat es an der Brücke und an
den Füssen festgebunden und ist gesprungen. Dieser Mensch hat eine Grenze
aufgelöst - oder mindestens verschoben. Aber ohne jetzt weiterhin in den
Extremen zu schwelgen: Das Universum ist "grenzenlos" und genauso ist
es unsere Vorstellungskraft.
3. Makia - Energie
folgt der Aufmerksamkeit
Man kann sich nicht gleichzeitig
auf alles konzentrieren. Im Moment habe ich mich entschieden, an dieser Webseite
zu arbeiten. Deshalb kann ich nicht gleichzeitig einer Diskussion im Radio
folgen. Ich kann auch versuchen, beides gleichzeitig zu tun. Dann werden sich
aber zwangsläufig in diesem Text viele Fehler einschleichen. Weil ich die
Aufmerksamkeit teile, kann ich mich nicht ausschließlich auf diesen Text
konzentrieren. Ich kann also nicht gleichviel Energie in das Verfassen dieses
Texts stecken, wie wenn ich meine volle Aufmerksamkeit darauf richte.
4. Manawa - Jetzt
ist der Augenblick der Macht
Wir leben im Jetzt. Die Schamanen
gehen davon aus, dass es gar keine andere Zeit als die Gegenwart gibt. Wir können
nicht in der Vergangenheit leben. Denn die Vergangenheit besteht nur aus
Erinnerungen. Wir können auch nicht in der Zukunft leben, denn diese ist noch
nicht passiert und verändert sich mit jeder Entscheidung, die wir jetzt
treffen. Jetzt. Weder die Vergangenheit noch die Zukunft entscheiden, was wir
aus unserem Leben machen. Denn dieses Leben findet jetzt statt. Ob dieses Jetzt
eine Sekunde, eine Stunde, ein Jahr oder mehr dauert spielt keine Rolle. Nur
jetzt können wir etwas verändern.
5. Aloha - Lieben
hisst, glücklich sein mit
Wenn wir uns selbst, was wir sind
und was wir tun nicht lieben, dann wird es nicht möglich sein, unser Leben
positiv zu verändern. Denn die Liebe in ihrer reinen Form ist die mächtigste
Kraft im Universum. Mit Hass, Indifferenz und anderen negativen Gegenteilen von
Liebe kann man zerstören, etwas aufbauen kann man nur mit Liebe. Aloha, so ist
es auch im Kapitel Aloha
Spirit beschrieben, ist das hawaianische Wort für Liebe. Es ist die
Richtschnur, von der sich das Leben an sich leiten lässt. Deshalb sei dies hier
wiederholt: Die tiefere Bedeutung des Wortes ist: „das freudige (oha) Teilen
(alo)
von Lebensenergie (ha) in der Gegenwart (alo).“ ha steht für
Atem und ohne Atem gibt es kein Leben, deshalb: Lebensenergie. alo
heißt zusammen sein mit oder etwas teilen - im Hier und Jetzt. oha
bedeutet Freude, Zuneigung. Und so ergibt sich das fünfte Prinzip: Lieben heißt,
glücklich sein mit (etwas oder jemandem).
6. Mana - Alle Macht
kommt von Innen
Wenn es keine Grenzen gibt, dann
ist alles unendlich. Wenn alles unendlich ist, dann ist gleichzeitig alles am
gleichen Ort. Und wenn alles gleichzeitig am gleichen Ort ist, dann ist es auch
in mir drin; also auch die Macht, etwas positiv zu verändern. Und wenn die Welt
so ist, wie ich sie sehe, dann kann ich diese auch verändern. Und wenn ich mich
selbst und alles mich umgebende liebe, dann stehe ich in meinem eigenen Leben
und kann dieses selbst in die Hand nehmen. Ich habe also die Macht und das Können,
die Welt, so wie ich sie sehe, mehr zu dem zu machen, was mich glücklicher
macht. Aber nur ich kann das tun. Und ich kann das nur Jetzt tun.
7. Pono -
Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit
Wenn eine angestrebte Veränderung
nicht eintritt, dann ist dies nicht, weil sie eben nicht eintreten soll. Wenn
ein Projekt scheitert, dann deshalb, weil ich noch nicht das richtige
"Werkzeug" noch nicht die richtige "Technik" angewandt habe.
Ich muss also etwas anderes ausprobieren.
Wenn ich allerdings eine Technik sogar "wider besseres Wissen"
funktioniert hat, dann darf ich diese nicht hinterfragen. Denn sie hat ja
funktioniert. Und deshalb ist sie wahr. Die Wirksamkeit ist das Maß der
Wahrheit. Deshalb sagt man in der Huna-Philosophie auch: "Wenn's
funktioniert, ist's Huna!"
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