Djerba 29.11.-13.12.1999


"Djerba" in arabischer Schrift (man liest von rechts nach links)
 

Zunächst ein paar Fakten zu Djerba:

Djerba (eigentlich gesprochen: Dscharbah) liegt etwa 600 km süd-südwestlich von Sizilien, am südlichen Ende der Mittelmeerküste Tunesiens.
Die Insel ist 514 Quadratkilometer groß und wird von rund 125.000 Menschen bewohnt. Sie ist mit dem Festland im Süden über den Römerdamm (gebaut im 2. Jhd. nach Christi) und im Westen über eine Fähre verbunden.
Haupteinnahmequelle Djerbas ist der Tourismus - in der Sommersaison kommen bis zu 800.000 Touristen nach Djerba. Darin liegt aber auch einer der Hauptprobleme der Insel: Da auf Djerba selbst kaum noch Süßwasservorräte existieren, muß das Frischwasser vom Festland auf die Insel gepumpt werden. dies geschieht mittels der zwei Rohrleitungen, die entlang des Römerdamms gebaut wurden. Dies reicht jedoch mittlerweile nicht mehr aus, so daß seit einiger Zeit an einer Entsalzungsanlage gebaut wird.
Auch auf dem Festland braucht Tunesien den Tourismus - er bringt dem Land etwa 55 Prozent des Brutto-Inlands-Produktes, und damit mehr als Oliven- und Dattelanbau, die die wichtigsten Stützen der Landwirtschaft Tunesiens sind. In Tunesien werden ca. 100 Dattel-Sorten angebaut, wobei nur zwei Sorten bzw. 15 Prozent der Gesamtproduktion für den menschlichen Verzehr angebaut werden. Und die Oliven ergeben ein sehr hochwertiges Olivenöl (Tunesien ist nach Spanien und Italien der drittgrößte Olivenöl-Produzent der Welt), das oft auch spanischen und italienischen Ölen beigemischt wird, um deren Qualität zu verbessern.
Tunesien legt sehr viel Wert auf gute Schulbildung der Bevölkerung. So gibt es seit den 60er jahren eine allgemeine Schulpflicht für alle Kinder, die auch tatsächlich zu 99,7 Prozent zur Schule gehen, und die Pflicht, nach der Ausbildung mindestens zwei Jahre in Tunesien zu arbeiten, damit das Schulsystem auch finanziert werden kann. Darüber hinaus gibt es in Tunesien kaum Militärs, so daß die Kosten, die in anderen Ländern für Militärs ausgegeben werden, für die Bildung verwendet werden können. Die Schulpflicht hat aber auch Auswirkungen auf andere gesellschaftlichen Gefüge. So sind viele Berberfamilien, die früher Wandervölker waren, seßhaft geworden, damit die Kinder zur Schule gehen können.
 

Montag, 29.11.1999

Der Urlaub fing um 05:30 Uhr mit dem Weg zur U-Bahn an. Ich hatte so viel Gepäck dabei (Klamotten und Segelausrüstung), daß ich die vorgesehene Bahn verpaßte und statt um 06:20 Uhr erst 20 Minuten Später am Flughafen war.
Mein LTU-Flieger startete um 07.50 Uhr vom Münchener Flughafen, und wir landeten planmäßig nach 1.600 km um 10.10 Uhr auf Djerba - wo es leicht regnete. So hatte ich mir meinen Urlaubsstart nicht vorgestellt, denn ich wollte ja auch etwas segeln! Aber das Wetter sollte dann doch wieder besser werden.

Gegen 11:00 Uhr kam ich dann im Club "Ksar" an. Bei meiner ersten "Inspektionstour" lernte ich die Freundinnen Dörte und Sabine kennen, die sich dann aber später von uns (den Rest stelle ich Euch nacheinander vor) ziemlich abseilten.

Beim Abendessen lernte ich dann Alexandra (Biologie-Studentin aus München) und Jana (studiert BWL in Stuttgart) kennen. Dann setzte der Kellner uns noch einen Landsmann an den Tisch, Uwe aus Bochum. Auch ein Segler! Mit ihm genoß ich dann am Abend noch ein Bier an der Bar.

"Mein" erster Sonnenuntergang

Mein Ausblick morgens vom Balkon


 

Zimmer 312 - mein Zuhause für 14 Tage und 14 Nächte...

 

Dienstag, 30.11.1999

Beim Frühstück lernte ich dann die "restlichen" Deutschen kennen: die Geschwister Doreen und Cordula, und Uwe d.Ä. aus Kiel.
Nach dem Frühstück informierte uns Dirk, unser "Free-World-Guide" vom Reiseveranstalter, über die Ausflugsmöglichkeiten vom Hotel aus. Uwe und ich fragten ihn, wie es denn aussehe mit Segelmöglichkeiten (ich wollte ja einen Kurs machen). Er versprach, sich darum zu kümmern.

Danach machten Uwe d.J. und ich einen langen Spaziergang zum Strand, um den Strandabschnitt des Clubs zu finden, sahen aber das von Dirk erwähnte Holzhäuschen erst auf dem Rückweg.

Nach einem opulenten Mittagsmahl im Restaurant "Cleopatre" (gehört zum Club) mit frischem Fisch und je drei Garnelen waren wir beide so satt, daß wir erst einmal eine halbe Stunde Pause am Pool machten. Dann kam Dirk vorbei und informierte uns, daß die Segelschule "Les Dauphins de Djerba" ("Die Delfine von Djerba") doch noch Kurse anbiete. Wir zogen gleich los und schauten uns den Laden an. Doch heute war es zu stürmisch, um rauszufahren - außerdem war eh keiner da.

Am Abend zogen Dirk, Doreen, Cordula, Uwe d.J. und ich ins Nachbar-Hotel "Dar Midoum" und genossen dort im Maurischen Café türkischen Kaffee (Mokka mit Kaffeesatz) und Thibarine (eine tunesische Spezialität: Kräuter-Dattel-Liqueur). Uwe und Dirk rauchten eine Wasserpfeife - Doreen probierte, Cordula und ich trauten uns nicht daran.
 

Mittwoch, 01.12.1999

Nach dem Frühstück zogen Uwe d.J. und ich wieder zu "Les Dauphins", und diesmal war auch einer der Segellehrer da, aber der Wind war weiterhin zu stark zum Rausfahren, so daß wir die Aktion für heute im wahrsten Sinne des Wortes abbliesen.

Mittags aßen wir dann im "Dar Midoum", und danach lagen wir am Pool.

Am Abend dann die erste Show in unserem Club -
doch waren so wenig Gäste im Club, daß wir
fast jeden Abend in Nachbarhotels zogen
(der mit dem braunen Kittel bin ich -
sie hatten mich statt Uwe d.J. auf die Bühne
gezogen, das werde ich ihm nie verzeihen...).

 

Donnerstag, 02.12.1999

Nach dem Frühstück holten Cordula, Doreen und ich uns ein Taxi und fuhren damit nach Houmt Souk (mit ca. 25.000 Einwohnern der größte Ort auF Djerba), um uns den dortigen Souk (Markt) anzusehen. Mittags setzten wir uns in ein Café und bestellten drei Thunfisch-Baguettes. Womit die beiden allerdings nicht gerechnet hatten, war die Schärfe der tunesischen "Harissa"-Sauce (ähnlich wie Sambal Oelek) - die Paprika-Schoten, aus denen diese Sauce hergestellt wird, sind x-mal schärfer als die schärfsten Paprikaschoten, die man in Deutschland kennt. Den beiden zog es fast die Socken aus... *schadenfreu*

Auslage eines Marktstandes. Der Markt in Houmt Souk ist sehr auf die Touristen ausgerichtet.

Doreen kaufte dann in einer Bude einen Ring, und ich zwei Schüsseln und ein T-Shirt, das, wie ich später feststellte, schon stark ausgeblichen war. Es ließ sich nicht mehr nachfärben - na ja, eine Erfahrung mehr...

Alex und Jana waren auch zum Markt gefahren, wir trafen sie dort, sie gingen aber getrennt weiter.

Dann spazierten wir weiter Richtung Wasser. Wir wollten eigentlich zum Fischerhafen und liefen am Strand entlang, blieben dann aber an der Römerfestung von Houmt Souk "hängen", die wir dann kurzentschlossen besichtigten. Den Hafen sahen wir dann von oben, und von dort sah er nicht mehr sehr interessant aus...


Eine "verirrte" Dattelpalme -
Datteln findet man vorwiegend
am Rande der Wüste,
kaum aber an der Küste.
Dort gedeihen die
Olivenbäume besser.

 


Festung von Houmt Souk


ein Tourist...
 
 
 
 
 
 

Ausblicke...

Am frühen Nachmittag fuhren wir dann wieder zurück und relaxten. Ich hatte mir noch überlegt, wieder einen Segelversuch zu unternehmen, aber heute war schon am Strand totale Flaute, und auf See würde es wohl nicht besser sein. Dafür gönnte ich mir im Club-eigenen Wellness-Center ein Hammam-Dampfbad mit Algenpackung und danach eine Massage.

So liebevoll wurden unsere Zimmer dekoriert...


...zumindest in der ersten Woche...
 
 
 
 

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