"Djerba"
in arabischer Schrift (man liest von rechts nach links)
Zunächst ein paar Fakten zu Djerba:
Djerba (eigentlich
gesprochen: Dscharbah) liegt etwa 600 km süd-südwestlich von
Sizilien, am südlichen Ende der Mittelmeerküste Tunesiens.
Die Insel
ist 514 Quadratkilometer groß und wird von rund 125.000 Menschen
bewohnt. Sie ist mit dem Festland im Süden über den Römerdamm
(gebaut im 2. Jhd. nach Christi) und im Westen über eine Fähre
verbunden.
Haupteinnahmequelle
Djerbas ist der Tourismus - in der Sommersaison kommen bis zu 800.000 Touristen
nach Djerba. Darin liegt aber auch einer der Hauptprobleme der Insel: Da
auf Djerba selbst kaum noch Süßwasservorräte existieren,
muß das Frischwasser vom Festland auf die Insel gepumpt werden. dies
geschieht mittels der zwei Rohrleitungen, die entlang des Römerdamms
gebaut wurden. Dies reicht jedoch mittlerweile nicht mehr aus, so daß
seit einiger Zeit an einer Entsalzungsanlage gebaut wird.
Auch auf dem
Festland braucht Tunesien den Tourismus - er bringt dem Land etwa 55 Prozent
des Brutto-Inlands-Produktes, und damit mehr als Oliven- und Dattelanbau,
die die wichtigsten Stützen der Landwirtschaft Tunesiens sind. In
Tunesien werden ca. 100 Dattel-Sorten angebaut, wobei nur zwei Sorten bzw.
15 Prozent der Gesamtproduktion für den menschlichen Verzehr angebaut
werden. Und die Oliven ergeben ein sehr hochwertiges Olivenöl (Tunesien
ist nach Spanien und Italien der drittgrößte Olivenöl-Produzent
der Welt), das oft auch spanischen und italienischen Ölen beigemischt
wird, um deren Qualität zu verbessern.
Tunesien legt
sehr viel Wert auf gute Schulbildung der Bevölkerung. So gibt es seit
den 60er jahren eine allgemeine Schulpflicht für alle Kinder, die
auch tatsächlich zu 99,7 Prozent zur Schule gehen, und die Pflicht,
nach der Ausbildung mindestens zwei Jahre in Tunesien zu arbeiten, damit
das Schulsystem auch finanziert werden kann. Darüber hinaus gibt es
in Tunesien kaum Militärs, so daß die Kosten, die in anderen
Ländern für Militärs ausgegeben werden, für die Bildung
verwendet werden können. Die Schulpflicht hat aber auch Auswirkungen
auf andere gesellschaftlichen Gefüge. So sind viele Berberfamilien,
die früher Wandervölker waren, seßhaft geworden, damit
die Kinder zur Schule gehen können.
Montag, 29.11.1999
Der Urlaub
fing um 05:30 Uhr mit dem Weg zur U-Bahn an. Ich hatte so viel Gepäck
dabei (Klamotten und Segelausrüstung), daß ich die vorgesehene
Bahn verpaßte und statt um 06:20 Uhr erst 20 Minuten Später
am Flughafen war.
Mein LTU-Flieger
startete um 07.50 Uhr vom Münchener Flughafen, und wir landeten planmäßig
nach 1.600 km um 10.10 Uhr auf Djerba - wo es leicht regnete. So hatte
ich mir meinen Urlaubsstart nicht vorgestellt, denn ich wollte ja auch
etwas segeln! Aber das Wetter sollte dann doch wieder besser werden.
Gegen 11:00 Uhr kam ich dann im Club "Ksar" an. Bei meiner ersten "Inspektionstour" lernte ich die Freundinnen Dörte und Sabine kennen, die sich dann aber später von uns (den Rest stelle ich Euch nacheinander vor) ziemlich abseilten.
Beim Abendessen lernte ich dann Alexandra (Biologie-Studentin aus München) und Jana (studiert BWL in Stuttgart) kennen. Dann setzte der Kellner uns noch einen Landsmann an den Tisch, Uwe aus Bochum. Auch ein Segler! Mit ihm genoß ich dann am Abend noch ein Bier an der Bar.
"Mein"
erster Sonnenuntergang
Mein
Ausblick morgens vom Balkon
Zimmer
312 - mein Zuhause für 14 Tage und 14 Nächte...Dienstag, 30.11.1999
Beim Frühstück lernte ich
dann die "restlichen" Deutschen kennen: die Geschwister Doreen und Cordula,
und Uwe d.Ä. aus Kiel.
Nach dem Frühstück informierte
uns Dirk, unser "Free-World-Guide" vom Reiseveranstalter, über die
Ausflugsmöglichkeiten vom Hotel aus. Uwe und ich fragten ihn, wie
es denn aussehe mit Segelmöglichkeiten (ich wollte ja einen Kurs machen).
Er versprach, sich darum zu kümmern.
Danach machten Uwe d.J. und ich einen langen Spaziergang zum Strand, um den Strandabschnitt des Clubs zu finden, sahen aber das von Dirk erwähnte Holzhäuschen erst auf dem Rückweg.
Nach einem opulenten Mittagsmahl im Restaurant "Cleopatre" (gehört zum Club) mit frischem Fisch und je drei Garnelen waren wir beide so satt, daß wir erst einmal eine halbe Stunde Pause am Pool machten. Dann kam Dirk vorbei und informierte uns, daß die Segelschule "Les Dauphins de Djerba" ("Die Delfine von Djerba") doch noch Kurse anbiete. Wir zogen gleich los und schauten uns den Laden an. Doch heute war es zu stürmisch, um rauszufahren - außerdem war eh keiner da.
Am Abend zogen Dirk, Doreen, Cordula,
Uwe d.J. und ich ins Nachbar-Hotel "Dar Midoum" und genossen dort im Maurischen
Café türkischen Kaffee (Mokka mit Kaffeesatz) und Thibarine
(eine tunesische Spezialität: Kräuter-Dattel-Liqueur). Uwe und
Dirk rauchten eine Wasserpfeife - Doreen probierte, Cordula und ich trauten
uns nicht daran.
Mittwoch, 01.12.1999
Nach dem Frühstück zogen Uwe d.J. und ich wieder zu "Les Dauphins", und diesmal war auch einer der Segellehrer da, aber der Wind war weiterhin zu stark zum Rausfahren, so daß wir die Aktion für heute im wahrsten Sinne des Wortes abbliesen.
Mittags aßen wir dann im "Dar Midoum", und danach lagen wir am Pool.
Am
Abend dann die erste Show in unserem Club -
Donnerstag, 02.12.1999
Nach dem Frühstück holten
Cordula, Doreen und ich uns ein Taxi und fuhren damit nach Houmt Souk (mit
ca. 25.000 Einwohnern der größte Ort auF Djerba), um uns den
dortigen Souk (Markt) anzusehen. Mittags setzten wir uns in ein Café
und bestellten drei Thunfisch-Baguettes. Womit die beiden allerdings nicht
gerechnet hatten, war die Schärfe der tunesischen "Harissa"-Sauce
(ähnlich wie Sambal Oelek) - die Paprika-Schoten, aus denen diese
Sauce hergestellt wird, sind x-mal schärfer als die schärfsten
Paprikaschoten, die man in Deutschland kennt. Den beiden zog es fast die
Socken aus... *schadenfreu*
Auslage eines Marktstandes. Der
Markt in Houmt Souk ist sehr auf die Touristen ausgerichtet.
Doreen kaufte dann in einer Bude einen Ring, und ich zwei Schüsseln und ein T-Shirt, das, wie ich später feststellte, schon stark ausgeblichen war. Es ließ sich nicht mehr nachfärben - na ja, eine Erfahrung mehr...
Alex und Jana waren auch zum Markt gefahren, wir trafen sie dort, sie gingen aber getrennt weiter.
Dann spazierten wir weiter Richtung Wasser. Wir wollten eigentlich zum Fischerhafen und liefen am Strand entlang, blieben dann aber an der Römerfestung von Houmt Souk "hängen", die wir dann kurzentschlossen besichtigten. Den Hafen sahen wir dann von oben, und von dort sah er nicht mehr sehr interessant aus...
Festung von Houmt Souk
ein Tourist...
Ausblicke...
Am frühen Nachmittag fuhren wir dann wieder zurück und relaxten. Ich hatte mir noch überlegt, wieder einen Segelversuch zu unternehmen, aber heute war schon am Strand totale Flaute, und auf See würde es wohl nicht besser sein. Dafür gönnte ich mir im Club-eigenen Wellness-Center ein Hammam-Dampfbad mit Algenpackung und danach eine Massage.
So
liebevoll wurden unsere Zimmer dekoriert...
...zumindest in der ersten Woche...
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