Alceste - Die Handlung

Christoph Willibald Gluck

Musikalische Tragödie in 3 Akten von Ranieri di Calzabigi. Französische Fassung von Bailli Le Blanc du Roullet. Deutsch von J. D. Sander.
Weitere Übersetzungen von Peter Cornelius und Rudolf Gerber.
Uraufführung der italienischen Fassung am 16. Dez. 1767 in Wien, der französischen Fassung am 23. Apr. 1776 in Paris.

Ranieri di Calzabigi, 
Der Textdichter stützte sich teilweise auf die Alkestis des griechischen Tragikers
Euripides (481-406 v. Chr.), die im Jahre 438 v. Chr. in Athen zum ersten Male dargestellt wurde.
Bailli Le Blanc du Roullet (1716-1786),
eigentlich Marie François Gand-Leblanc, Komtur des Malteserordens,
war Attaché der französischen Gesandtschaft in Wien.
Gluck hatte ihn bereits im Jahre 1756 bei der Aufführung des Antigono in Rom kennengelernt. Die erste Arbeit, die du Roullet für den Komponisten unternahm, war das Buch zu Iphigenia in Aulis.  Er zählte zu Glucks größten Förderern und Vorkämpfern in Paris. - J. D. Sander. -
Peter Cornelius
Rudolf Gerber (1899-1957), Professor der Musikwissenschaft an der Universität Göttingen, Gluckforscher.

Personen



Ort: Pherae in Griechenland in sagenhafter Urzeit.

 

Handlung (nach der französischen Urfassung)

1. Akt
Ein dem Palaste Admets entschreitender Herold kündet dem versammelten Volke die schwere Erkrankung des Königs, die keine Hoffnung mehr lasse. Unter die wehklagende Menge tritt Alceste mit ihren beiden Knaben und fordert das Volk auf, ihr in den Tempel Apollos zu folgen, um dort zu erfahren, ob der Zorn der Götter nicht doch noch zu besänftigen sei. Verwandlung Im Innern des Tempels ergeht aus dem Munde des Oberpriesters die Fürbitte für Admet. Desgleichen fleht Alceste, mit dem Volke vereint, um das Leben des Gatten. In die folgende Stille fällt die Orakelstimme: der König muß sterben, wenn nicht ein anderer sich den Todesgöttern zum Opfer beut. Niemand wagt, dieses Opfer zu bringen. Nur Alceste zeigt sich bereit, für den Geliebten den Tod zu erleiden.

 
2. Akt
Gesang und Tanz des Volkes feiern die Genesung des Königs. Freudig bewegt tritt dieser auf. Evander, sein Vertrauter, teilt dem noch Unwissenden den Entscheid des Orakels mit. Der König ist tief betroffen, ahnt jedoch nicht, wer der opferbereite Retter ist. Alceste naht, kann aber trotz inniger Begrüßung durch Admet ihre Trauer nicht verbergen. Der Gatte dringt in sie, ihm den Grund zu nennen. Nach längerem innerem Kampfe gesteht Alceste die Wahrheit. Admet ist der Verzweiflung nahe, auch Alceste sinkt erschöpft nieder, und das Volk schickt Rettungsgebete zum Himmel.

 

3. Akt
Vor dem Palaste hat sich das Volk in Erwartung von Alcestes Tod versammelt. Herakles erscheint und erfährt von Evander Admets Entschluß, der Gattin in den Tod zu folgen. Von der Macht solcher Liebe überwältigt, sagt Herakles dem unerbittlichen Schicksal den Kampf an. Verwandlung Öde Gegend am Eingang zur Unterwelt. Alceste schreitet zum Altar, um durch ein Opfer Zutritt zu erlangen. Die Todesgötter wollen jedoch die Pforte erst öffnen, wenn die Sonne zur Rüste geht. Admet ist gefolgt, den Todesweg der Gattin zu teilen. Der Abend bricht herein, aus der Todespforte tritt Gott Thanatos mit dienstbaren Geistern, die Alceste ergreifen und fortziehen. Admet will ihr nach, doch Herakles hält ihn zurück. Streitbar dringt dieser in die Unterwelt ein, um dem Tartarus seine Beute zu entreißen. Während des Kampfes wird Apollo auf lichter Wolke sichtbar und segnet die Tat des Herakles, indem er Alceste und Admet aufs neue verbindet. Mit den Kindern des Paares ist Evander gekommen, und jubelnd umringt das Volk sein Herrscherpaar.

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Was war noch....
1716 Baubeginn der Karlskirche in Wien durch Fischer von Erlach
1756 Casanova flieht aus den Bleikammern
1776 Abschaffung der Folter in Östereich
1786
  • Entdeckung der Berührungselektrizität (Galvani)
  • Uraufführung: Le nozze di Figaro (Mozart)
  • Ode an die Freude (Schiller)

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2002

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