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Rajana's Dark Angel Fanfiction | |||
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Wow,
ich hätte es kaum für möglich gehalten, aber irgendwie
muss das hier jemand gelesen haben... Es geht also weiter: Cream oder
Tod eines Volkshelden. Nathan Herrero ist tot. Komisch, irgendwie habe ich schon einmal hier gestanden und darüber nachgedacht, was sein Verlust bedeutet. Ich dachte, das hätte ich hinter mir, doch plötzlich war er wieder da. Auferstanden von den Toten. Ich habe schon merkwürdigere Sachen gehört aber diese hier macht mir zu schaffen. Seine eigene Tochter hat ihn verraten. Hat Eyes Only benutzt um ihn wiederzufinden und hat ihn dann umgebracht. Für Geld. Welch Horror. Ich habe immer gedacht, wenn man eine Familie ist, hält man zusammen. Zumindest Eltern und Kinder. Okay, mit meiner Verwandtschaft verstehe ich mich auch nicht besonders, aber bei meinen Eltern war das anders. Alina war gerissener als ich es ihr je zugetraut hätte. Sie hat den Kontakt gesucht, und mit Max‘ Hilfe oder viel mehr durch einen dummen Zufall, haben wir Nathan gefunden und ich hatte die Möglichkeit, ihn noch einmal zu treffen. In der Bibliothek. Ich bin nicht mehr dort gewesen, seit ich nicht mehr laufen kann. Und wie ich es schon zu ihm gesagt habe: heute ist es eine Festung. Aber Nathan hatte sich verändert. Er sagte, es läge daran, dass er sich verliebt habe. Verrückt, dass jemand - so engagiert wie er- plötzlich seine Prioritäten derart neu verteilt. Er hat sich in seine Haushälterin verliebt, hat seinen eigenen Tod vorgetäuscht, bevor man ihn umbringt und hat die letzten Jahre versteckt gelebt. Und dann
lässt sich seine Tochter von Alan Lance kaufen und bringt ihn um.
Ich hätte meinen Märtyrer bekommen, hat Max gesagt und hat dafür
gesorgt, dass Alina ihr Geld verliert. Und es sind diese kleinen Bemerkungen, die mich ab und zu daran erinnern, dass sie keine normale Frau ist. Dass sie einsam war, weil sie keine Familie hatte, die sich um sie gekümmert hat, dass sie nicht weiß, wann ihr Geburtstag ist. Verrückt, ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass jemand nicht weiß, wann er Geburtstag hat. Deswegen habe ich sie gefragt, um abschätzen zu können, in welchem Zeitraum ich nach Einweisungen in psychiatrische Kliniken suchen muss. Stattdessen fragt sie mich nach meinem und hat ein Geschenk für mich. Ich glaube, mir hat noch nie jemand einfach so etwas geschenkt. Aber sie muss auf dem Markt die Grapefruit gesehen und an mich gedacht haben. Ist das jetzt ein Fortschritt? Wahrscheinlich schon, wenn sie inzwischen bei Essen an mich denkt und nicht bei irgendwelchen EO Missionen. Auf jeden Fall fand ich es total süß von ihr. Und ich habe ihr gesagt, sie solle sich einen Geburtstag überlegen. Bin ja mal gespannt, ob sie es tut. Und ob sie es mir sagt. Max beeindruckt mich immer wieder. Erst die Grapefruit, dann die Sache mit der Waffe. Sie ist in die Stadtverwaltung eingebrochen und hat die CD besorgt. Sie hat nichts gesagt, aber ich glaube, sie begibt sich oft in gefährlichere Situationen als mir eigentlich recht ist. Deswegen wäre es mir lieber gewesen, sie hätte eine Waffe. Aber sie hat sie nur gesehen und schien für einen Moment völlig woanders zu sein. Wahrscheinlich in dieser Welt, die ich nicht kenne, die sie eben nicht zu einer gewöhnlichen Frau hat werden lassen. Ja, gewöhnlich. Das ist das richtige Wort. Ich mag es nicht, Max als unnormal zu bezeichnen, aber ungewöhnlich, das passt zu ihr. Und ungewöhnlich wie sie ist, hat sie schon als Kind mehr Erfahrungen mit Waffen gesammelt als unsereiner in seinem ganzen Leben. Sie benutze die Dinger nicht, hat sie gesagt, das sei ein Prinzip. Ich glaube, es hat mit ihrer Vergangenheit zu tun, aber eigentlich ist es mir egal. Sie hat schon recht, mit Treten hat sie kein Problem. Wenn ich nur daran denke, wie sie aus dem Fenster gesprungen ist, bei unserer ersten Begegnung. Unsere erste Begegnung.. Manchmal kommt es mir vor, als sei das ein ganzes Leben her, dabei sind es keine vier Monate. Es ist so viel passiert seit dem. Das ist mir heute wieder klar geworden, nachdem ich mit Nathan gesprochen habe. Er war es, der mich mal wieder ziemlich uncharmant darauf hingewiesen hat. Ich müsse doch wissen, was es bedeutet, wenn jemand einen umbringen will. Ich solle mich nur ansehen. Ich sehe mich ständig an. Ich sehe mich morgens im Badezimmer, sehe mich, wenn ich an dem Spiegel vorbeikomme, vor dem ich das erste mal mit Max geflirtet habe. Ich kann mich sogar jetzt ansehen, wenn ich nicht durch das Fenster durchsehe sondern mich auf die Reflexion konzentriere, die ich in der Scheibe verursache. Nathan hat schon recht, viel ist nicht übrig geblieben von mir. Nur ein erbärmlicher einsamer Krüppel. Das ist nichts, worüber ich gerne nachdenke. Ich ziehe es vor, das alles zu verdrängen und mich lieber in die Arbeit zu stürzen. Aber manchmal habe ich mein Unterbewusstsein nicht so gut im Griff und es bahnt sich seinen Weg nach draußen. So wie heute, als ich erfahren habe, dass Nathan bei der Explosion umgekommen ist und ich mir den Frust erst einmal abtrainieren musste. Da kam das, was Nathan gesagt hat, das erste Mal hoch und das erste Mal war ich mir nicht mehr so sicher, ob er nicht vielleicht recht haben könnte. Ob es das ganze vielleicht nicht wert war. Aber gerade, als ich so auf meine Beine starre, leblos wie sie sind, und mich frage, ob man sich irgendwann daran gewöhnt, dass selbst wenn ich sie anfasse, ich nur den Stoff der Trainingshose fühlen kann, ist Bling mit der CD von Nathan hereingekommen und ich brauchte den Gedanken nicht zu Ende zu denken, aber jetzt gerade ist er wieder da. War es das alles wert? Ich weiß es nicht. Ich wünschte, es wäre wieder so wie damals, als ich noch mit Nathan zusammengearbeitet habe und wir uns sicher waren, wir könnten die Welt verändern. Heute bin ich mir nicht mehr sicher. Vielleicht, weil ich diesen Kampf schon zu lange alleine führe. Weil ich mir nicht sicher bin, ob ich die Welt verändern kann. Vielleicht
hat Max ja recht mir ihrer „was geht mich das an“ Einstellung.
Aber warum hat sie dann neulich Maria gerettet? Und warum bin ich mir
nicht mehr sicher, dass mich das alles etwas angeht, nur weil ich lebe? Es hat mir gefallen, dass sie die letzten Tage so oft hier war. Okay, es ging um die Herrero Sache, aber trotzdem. Auch wenn es nicht den Tatsachen entspricht, gibt es mir das Gefühl, nicht alleine kämpfen zu müssen. Also werde ich weiter machen. Erst mal jedenfalls. Aufhören kann ich ja immer noch, aber neu anfangen? Das ist viel schwieriger. Und je mehr Arbeit ich habe, desto weniger Zeit bleibt zum Nachdenken.
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