Rajana's Dark Angel Fanfiction
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Es geht weiter: Flushed oder Auf Entzug.
Ich weiß auch nicht, warum mir das immer passiert, aber selbst wenn versuche nicht an irgendetwas Dark Angel-iges zu denken, passiert es mir garantiert, dass mitten in einer Besprechung oder wenn ich auf irgendetwas warten muss, meine Muse mich zwingt über das nachzudenken, was in Logans Kopf so vorgeht. Sorry, wenn ich es einfach rauslasse. Aber wenn ihr es lest: Selbst schuld :-)
Es gilt auch für dieses Kapitel: Bitte keine stillen Leser. Feedback an [email protected]


03_Flushed

Das war der beste Abend seit langem. „So bin ich nun mal“, hat sie gesagt und ich bekam doch noch meine Gelegenheit, mit ihr zu essen. Sie war lustig und fröhlich und wunderschön. Wie sie lachte, und sagte, ich sollte Maria vergessen, sie würde dorthin gehen. Nicht wie das Häufchen Elend, das sie war als ich sie angepiept hatte, um sie zum Essen einzuladen.

Ich habe gewusst, dass die X5 Krämpfe bekommen, ich habe es in den Manticore Akten gelesen, über die ich auf der Suche nach Zack und den andern gestolpert bin, aber ich habe nicht gewusst, wie und warum.
Es hat mir weh getan, sie so leiden zu sehen, als der Anfall während des Stromausfalls kam. Wie sie zitternd in meinem Wohnzimmer saß und davon sprach, dass sie Ausschussware sei. Normalerweise ist sie so stark und unabhängig. Dann lag sie auf dem Sofa, hoffte, dass die Pillen wirken würden und für mich sah sie aus wie ein kleines verschüchtertes Mädchen. Ich glaube, ich möchte gar nicht wissen, wie man mit den Anfällen in Manticore umgegangen ist. Als Max wirklich noch ein kleines Mädchen war.
Wenn es mir früher schlecht ging, hat meine Mutter mich ins Bett gesteckt, mir die leckersten Sachen gebracht und die ganze Nacht an meinem Bett gesessen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lydecker so etwas getan hat.

Aber Max war auch nie ein kleines Mädchen. In Manticore gab es keine Kinder, nur Soldaten. Nur bekomme ich das irgendwie nicht in meinen Kopf. Schon gar nicht, wenn ich solche Dinge höre, wie die, die da hochgekommen sind. Sie hat sich unter der Treppe versteckt, beim großen Knall, hat auf die Gelegenheit gewartet, abzuhauen. Weil sie nicht auffallen wollte hat sie eine Pflegefamilie über sich ergehen lassen, die jedes normale Kind an Flucht hätte denken lassen.
Zu der Zeit war vielleicht noch diese Lucy für sie da, aber später? Als sie mich mit ihren großen Augen anguckte und fragte, ob ich weggehen würde, da kam es mir vor, als sei es für sie das erste mal seit Jahren, dass sie mit ihren Krämpfen nicht alleine war. Niemals hätte ich sie da alleine gelassen. Und wenn ich jetzt so daran zurückdenke, war es auch für mich so wichtig. Da war plötzlich jemand, der mich brauchte. Nicht jemand, dem Eyes Only einen Dienst erweisen konnte, oder jemand, der lächelnd auf mich heruntersieht und weiß, dass ich wahrscheinlich mehr Hilfe brauche, als ich geben kann, sondern jemand, der mich flehend ansah und mich bat, zu bleiben und dann erleichtert die Augen schloss und endlich etwas Schlaf fand.

Am nächsten Tag habe ich mir Sorgen gemacht, als ich sie nicht erreichen konnte. Es war Bling, der mich losgeschickt hat, als ich hier so langsam die Wände hochgegangen bin. Na klar, Max kann auf sich aufpassen, aber ich hatte ohnehin ein schlechtes Gewissen, dass ich sie hatte gehen lassen, schlecht wie es ihr noch ging. Also hab ich auf Bling gehört und bin sie suchen gegangen. Ihr Chef wusste nicht, wo sie war und Cindy kam mir erst mal richtig komisch. Das konnte ich zwar klarstellen, aber die Konsequenz war ähnlich erschütternd.

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal mit jemandem wie Original Cindy in eine Kneipe gehen würde. Zum Glück hat das Crash einen Hintereingang mit nur einer Stufe. Das hab ich gerade noch geschafft. Dort hat sie mir dann erst mal alles erzählt. Warum sie überhaupt auf die Idee gekommen sind, Max’ Pillen die Toilette herunterzuspülen und wie sie sie dann zur Rede gestellt haben und sie wirklich gedacht haben, sie hätte Entzugserscheinungen. Gemeinsam haben wir dann darüber nachgedacht, wo sie stecken könnte, und als Matt zurückrief, hatten sich meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Langford. Nicht nur, dass es wirklich nettere Gefängnisse - geschweige denn Orte im allgemeinen- gibt, außerdem war es klar, dass sie sie polizeilich erfasst haben würden. Und das würde Lydecker mit Sicherheit auf ihre Spur bringen.

Der gute Matt musste also mal wieder ran. Erst das Tryptophan aus der Asservatenkammer stehlen und dann noch Cindy ins Gefängnis einschleusen. Aber auf den Mann ist verlass. Und auf Cindy auch. Sie war wirklich nett, als sie ihre Anschuldigungen zurückgenommen hat. Aber natürlich konnte sie es sich nicht verkneifen und mich nach Max zu fragen.

Genau wie Bling, als er das Foto von Max sah, als ich mich in den Gefängnisrechner gehackt habe. „Du stehst auf die Kleine, was?“ Hallo? Kann man nicht jemandem helfen, ohne gleich auf ihn zu stehen? Schon mal was von Freundschaft gehört?

Klar war ich erleichtert, als der Anruf von Max kam, direkt nachdem ich die Datei gelöscht hatte. Lydecker war schon im Gefängnis aufgelaufen und sie hatten es gerade noch geschafft. Sie waren erst mal alle bei Cindy untergekommen, und ich konnte mich um die Sache mit Walter kümmern.

Das war ein Heidenspaß. Schade, dass ich sein blödes Gesicht nicht sehen konnte, aber wer so dumm ist, sich bei Erpressung filmen zu lassen, hat es nicht anders verdient. Morgen können Max und Kendra zurück in ihre Wohnung.

Dann noch ein Anruf von Max. Sie hat jemanden mitgebracht. Maria. So schrecklich die Geschichte der Kleinen auch ist, musste ich die ganze Zeit am Telefon grinsen. Die coole Max, der keiner etwas anhaben kann, die sich nur um sich kümmert und der alle andern egal sind, rettet ein Mädchen aus den Fängen des pädophilen Gefängnisdirektors. Sie bat mich, einen Ort zu finden, wo sie bleiben kann, und wie so oft zahlt es sich aus, ein großes und stabiles Netzwerk zu haben.

Wie ich es Max gesagt habe, es scheint mir die beste Lösung zu sein. Für alle Beteiligten.
Und ich habe mein Dinner mit Max bekommen. Es war nicht unbedingt meine heldenhafteste Kreation, aber sie hat gelacht und gesagt, ihr würden meine kulinarischen ganz spontanen Wunder gefallen. Vielleicht kommt sie ja mal wieder zum essen.

Komisch, irgendwie sieht die Stadt von hier oben heute gar nicht so trostlos aus. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass der Regen ausnahmsweise mal nicht ans Fenster prasselt. Oder vielleicht liegt es auch daran, dass Bling recht hatte. Vielleicht stehe ich auf sie. Aber ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung, also ist es sowieso egal. Aber zum Essen lade ich sie wieder ein.

 

 

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Kapitel 04_CREAM
 
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