| Was ist das Ged�chtnis Das Ged�chtnis verleiht uns die F�higkeit, Informationen zu speichern und abzurufen. Ohne Ged�chtnis k�nnten wir weder sehen noch h�ren oder denken. Sprechen w�re schon gar nicht m�glich. Wir w�ren nur biologische H�llen. Das Gehirn besteht aus einem komplexen System, man k�nnte auch sagen das Gehirn besteht aus vielen Ged�chtnissen, die alle eine komplexe Funktion im System haben. Bei jemandem, der das Ged�chtnis verloren hat, ist in einem oder mehreren dieser Systeme eine Fehlfunktion eingetreten. Beim Ausfall aller Systeme w�re der Betreffende bewusstlos oder sogar tot. Die Struktur des menschlichen Ged�chtnisses Welche von den Tag f�r Tag auf uns einstr�menden Eindr�cke vergessen wir, welche behalten wir? Einiges behalten wir nur f�r einige Sekunden, anderes speichert das Gehirn gerade f�r die n�chste Klausur, und vieles geht einem das ganze Leben lang nicht mehr aus dem Kopf. Wenn ein Ereignis mit starken Erlebnissen verkn�pft ist und sich somit f�r lange Zeit speichert, muss auch eine solche Langzeitspeicherung von Informationen und Eindr�cken zuerst einmal die Stufen des Ultrakurzzeitged�chtnisses und des Kurzzeitged�chtnisses durchlaufen Das Ultrakurzzeitged�chtnis Eine ankommende Information wird nicht einfach entweder vergessen oder behalten, sonder sie verweilt in drei unterschiedlich langen Speicherstufen. Alle Impulse, die durch unsere Sinneswahrnehmungen, also durch das Auge, das Ohr oder durch unsere Haut ankommen, kreisen zun�chst einmal in Formen von elektrischen Schwingungskreisen in unserem Hirn. Wenn sich diese Einfl�sse nicht mit bekannten Gedankenverbindungen verkn�pfen lassen, dann gehen diese Wahrnehmungen an uns vorbei wie Strassenl�rm, das heisst sie gehen sobald sie das Ultrakurzzeitged�chtnis durchlaufen haben, wieder verloren. Jedoch sind diese unbewussten Wahrnehmungen �usserst wichtig bei bestimmten Sofortreaktionen. So zum Beispiel wenn wir ein hupendes Auto h�ren. Wir reagieren normalerweise reflexartig richtig und versuchen uns aus der Gefahrensituation zu bringen. Bis wir aber die richtige Reaktion ausf�hren, muss diese im Gehirn vorprogrammiert sein, um sehr schnell ausgef�hrt werden zu k�nnnen. Ein anderes Beispiel ist das Schreiben. Wir schreiben bewusst, doch die einzelnen Buchstaben, die wir schreiben, sind vorprogrammiert. Wir m�ssen uns nicht an jeden zu schreibenden Buchstaben erinnern, denn diese sind einprogrammiert. Wie gut und fl�ssig diese Bewegungen des Schreibens sind, h�ngt von dem ab, was wir gelernt haben, also wieviel wir ge�bt haben. Das Ultrakurzzeitged�chtnis ist auf Sofortreaktionen eingestellt. Ankommende Impulse m�ssen augenblicklich verarbeitet werden, bevor sie dann wieder vergessen werden. Dazu sind oft schon vorprogrammierte Reaktionen n�tig, welche dann durch das Ultrakurzzeitged�chtnis ausgel�st werden. Das Kurzzeitged�chtnis Der �bergang vom Ultrakurzzeitged�chtnis zum Kurzzeitged�chtnis entspricht einem Filter und hat damit eine �usserst wichtige Funktion. Dieser Filter sch�tzt uns vor einer allzu starke Belastung mit Informationen und hilft uns diese damit besser ordnen zu k�nnen. Vom �bergang des Ultrakurzzeitged�chtnisses zum Kurzzeitged�chtnis k�nnen Informationen nochmals verloren gehen. Dies ist so lange m�glich, wie sie noch nicht in die Langzeitspeicherung �bergegangen sind. Immer wieder ist das der Fall zum Beispiel bei einem Schockerlebnis bei einem Unfall. �ber das Kurzzeitged�chtnis laufen die Eingabe und Abruf von Informationen ab. Es hat somit eine Steuerungsfunktion. Die Eingabe in das Kurzzeitged�chtnis erfolgt �ber Mikrospeicher, die mit Sinneszellen gekoppelt sind (=sensorische Register). Diese Register bilden ein System zur Auswahl und Auswertung sensorischer Informationen. Das Kurzzeitged�chtnis wird in erster Linie bei Tests zur Untersuchung der Ged�chtnisspanne beansprucht. (?Selbstversuch) Das Arbeitsged�chtnis Dies ist eigentlich nur ein Modell, um die Beziehungen zwischen Kurzzeitged�chtnis und Langzeitged�chtnis besser darzustellen. Das Kurzzeitged�chtnis ist eigentlich das Arbeitsged�chtnis. Das heisst, ein System, mit dessen Hilfe mehrere Informationen gleichzeitig festgehalten und zueinander in Beziehung gesetzt werden k�nnen. Das Langzeitged�chtnis Es ist der Speicher, in dem Informationen �ber einen l�ngeren Zeitraum erhalten bleiben. Dieser Zeitraum ist jedoch ein dehnbarer Begriff. So zum Beispiel bezieht sich der Begriff Langzeitged�chtnis auf eine Information, die dauerhaft genug gespeichert ist, um f�r eine Zeitspanne, die l�nger ist als ein paar Sekunden, zug�nglich zu sein. Der Grund daf�r ist, dass es sich genauso verh�lt, wenn man es nach ein oder zwei Minuten testet, oder nach ein paar Jahren. Ganz anders sieht es aus, wenn es nach ein paar Millisekunden oder Sekunden getestet wird. Die Informationen werden mit Hilfe einer Proteinsynthese im Langzeitged�chtnis gespeichert. Daher k�nnen �ltere Mensch oft aus ihrer Jugend so lebendig erz�hlen, als w�re es gestern geschehen. Geschehnisse des Vortages k�nnen bei ihnen oft nicht wieder abgerufen werden, da die Speicherung nur im Ultrakurzzeit-ged�chtnis oder im Kurzzeitged�chtnis vorgenommen wurde. Sehr wichtig ist das Langzeitged�chtnis auch im Bezug auf Gelerntes im t�glichen Leben. So ber�hrt ein Kleinkind sehrwahrscheinlich nur einmal im Leben extra eine heisse Herdplatte. Im Langzeitged�chtnis ist nachher gespeichert, dass dieser Zusammenhang der heissen Herdplatte Schmerzen verursacht. Das episodische und das semantische Langzeitged�chtnis Der kanadische Psychologe Endel Tulving hat die Aufteilung des Langzeitged�chtnisses in zwei Bereiche aufgeteilt. Das episodische Ged�chtnis, das heisst die Erinnerung an bestimmte Vorg�nge. Zum Beispiel, dass man sein Medikament heute Mittag eingenommen hat. Das semantische Ged�chtnis, das im wesentlichen universelles Wissen beinhaltet, zum Beispiel wie die Hauptstadt von Italien, oder die chemische Abk�rzung f�r Eisen heisst. Ob diese beiden Ged�chtnistypen getrennte Systeme bilden, oder ob sie verschiedene Aspekte eines einzigen Systems darstellen, ist noch nicht klar. Das Langzeit- Perzeptionsged�chtnis Damit meint man die Verarbeitung und Wahrnehmung von Reizen. Ist die Erinnerung an nicht verbalisierte Erfahrungen, zum Beispiel der Geruch, von einem anderen Ged�chtnissystem abh�ngig? Gibt es getrennte optische und akustische Ged�chtnissysteme? Diese Fragen sind bis heute noch nicht gekl�rt. Klar ist jedoch, dass es ein optisches Ged�chtnis (=ikonisches Ged�chtnis) gibt. Eine analoge Reihe von sensorischen Ged�chtnisprozessen spielt sich beim H�ren ab. Wenn man ein kurzes Ger�usch h�rt, so kann man normalerweise sagen aus welcher Richtung es gekommen ist. Diese F�higkeit beruht darauf, dass das Ohr sich den Unterschied des ankommenden Schalls merkt. Um die geringe Zeitdifferenz auswerten zu k�nnen , muss dieses Ged�chtnis die ersten Schallwellen bis zur Ankunft der zweiten Schallwellen speichern. Vergessen; Informationsverlust Wenn wir also verstehen wollen, was unser Ged�chtnis ist, m�ssen wir nicht nur wissen, wie Informationen hingelangen, sondern wir m�ssen die Faktoren kennen, die f�r das Vergessen von Informationen verantwortlich sind. �ber das Vergessen gibt es zwei traditionelle Theorien. Die eine besagt, dass die Ged�chtnisspur einfach verblasst oder abgebaut wird, genauso, wie die Schrift unter dem Einfluss von Sonne und Regen verblasst, bis sie unleserlich wird. Die zweite Theorie geht davon aus, dass etwas in Vergessenheit ger�t, weil Ged�chtnis-spuren unterbrochen, oder durch sp�ter gelernte Inhalte verdeckt werden. Das heisst, Vergessen ist die Folge von �berlagerungen. Wenn sich die Ged�chtnisspur spontan abbaut, so m�sste der ausschlaggebende Faktor, der bestimmt, wieviel behalten wird, einfach die vergangene Zeit sein. Je mehr Zeit vergangen ist, desto mehr wird vergessen. Ist das Vergessen jedoch die Folge einer �berlagerung, m�ssten die Ereignisse, die innerhalb dieser Zeit geschehen sind, der entscheidende Faktor sein. Je mehr Vorkommnisse es gegeben hat, desto mehr ger�t in Vergessenheit. Welche dieser beiden Theorien stimmt, ist bis heute nicht genau bekannt. Versuche zeigten f�r beide Hypothesen richtige und falsche Ans�tze. F�r mich war ein einleuchtender Beweis der, dass das Vergessen vor allem durch �berlagerung geschieht. Denn wenn man lernt und sich dann schlafen legt, der gelernte Stoffe besser behalten kann, als wenn man am Morgen lernt und nachher einen normalen Schultag absolviert. W�hrend des Schultages kommen sehr viele Eindr�cke und Geschehnisse ins Gehirn, die das Gelernte wieder �berdecken. Schl�ft man, so sind praktisch keine Eindr�cke vorhanden, welche auf das Gehirn einwirken. Ich habe somit mit Hilfe des Selbstversuches herausgefunden, das das Vergessen zuerst schnell erfolgt, wird dann jedoch allm�hlich langsamer. Das heisst, dass man zuerst relativ schnell vergisst und nachher allm�hlich langsamer die Informationen aus dem Gehirn verliert. Dies best�tigt auch die Beobachtungen, die man bei �lteren Personen feststellen kann. Sie k�nnen oft aus ihrer Jugend ohne Probleme so lebhaft erz�hlen, dass man glauben k�nnte, das Ereignis habe gestern stattgefunden. Jedoch das Erlebte vom Vortag ist ihnen meist nicht mehr im Ged�chtnis. Mit der Vergessenskurve (Seite 9) wird ersichtlich, dass man das Gelernte vor allem in den ersten paar Minuten danach vergisst. Jedoch wird das Gelernte �ber einen langen Zeitpunkt gespeichert und geht nur ganz langsam verloren. Bei �lteren Leuten ist das Kurzzeitged�chtnis nicht mehr so funktionsf�hig wie bei j�ngeren Personen. Sie vergessen also das, was sie erst gestern erlebt haben gleich wieder. Das, was sie jedoch in jungen Jahren erlebt haben, ist immer noch im Gehirn gespeichert. Die Entwicklung des Ged�chtnisses: Selbstversuch Lernen Um nun herauszufinden, wie ich am besten lerne und durch was f�r Umwelteinfl�sse diese Lerngeschwindigkeit beeinflusst wird, habe ich eine grosse Anzahl von Selbstversuchen durchgef�hrt. Ich �berlegte mir, was wohl am ehesten eine objektive Auskunft dar�ber geben kann, wie schnell und unter welchen Umst�nden ich am besten lerne. Ich bin zur folgenden L�sung gekommen, dass ich 12 Buchstaben aufschreibe (siehe unten), und diese innerhalb von 30 Sekunden auswendig lerne. Nach der abgelaufenen Zeit decke ich die Buchstaben ab und versuche die richtige Reihenfolge aus dem Kopf aufzuschreiben. Die Anzahl der Buchstaben welche �bereinstimmen, dr�cke ich in einer Prozentzahl aus, um die verschiedenen Versuche miteinander vergleichen zu k�nnen. Beispiel eines solchen Tests: BC DEC CBD ED BE ?? ??? ??? ?? ?? Situationsbeschreibung: Datum: 15.2.99 Uhrzeit: 15:20 Uhr Umgebung: Schlafzimmer, Schreibtisch Ger�usch/L�rm - Ablenkung: Keine Sonstiges: Anzahl Richtige: Als ich die ersten Probeversuche durchf�hrte, musste ich bald feststellen, dass es nicht m�glich ist, mit nur einem Versuch pro gegebenen Bedingungen eine objektive Antwort zu erhalten. So hatte ich zum Teil beim gleichen Versuch 100 %, ein anderes Mal nur 83 % richtig. Ich musste also eine Vielzahl von Versuchen unter gleichen Bedingungen durchf�hren und nachher das Mittel der richtigen Antworten bilden. Ich merkte auch bald, dass es Buchstabenkombinationen gibt, die mit einer gewissen Assoziation mit wirklichen W�rtern verbunden sind. Wenn zum Beispiel die Buchstabenkombination BE vorhanden war, so merkte ich mir einfach das Wort Bern anstatt die Abk�rzung BE. Solche bekannten Abk�rzungen sind viel leichter zu merken als beispielsweise JRT. Ich versuchte nun zu vermeiden, dass bei den folgenden Tests bekannte Abk�rzungen, welche eine Assoziation ausl�sen k�nnten, vorkamen. Nach einer gewissen Anzahl Tests unter derselben Bedingung habe ich dann den Test erschwert, indem ich unter anderen Bedingungen erneut Buchstabenkombination auswendig lernte. Ich habe unter folgenden Einfl�ssen gearbeitet: - zu Hause - leise / laute Musik - Gespr�ch - Radiosendung (Nachrichten) / Fernseher - im Freien - in Bewegung - im Zug / Bus / Auto - mit Alkohol (Bier) - mit Kaffee - Nach dem Ausgang; mit M�digkeit - am Morgen / am Abend Resultate der ersten Testreihe: Lernen unter verschiedenen Einfl�ssen Nachdem ich die Probleme, welche ich oben schon angesprochen habe, gel�st hatte, konnte ich meine Versuchsreihe starten. Die ersten Versuche f�hrte ich in meinem Schlafzimmer durch. Dies ist auch die gewohnte Umgebung, in der ich normalerweise lerne. Ich kam zu Schluss, dass es nicht sonderlich schwierig war, die Buchstaben auswendig zu lernen. So hatte ich von 10 Versuchen sechs mal 100 % richtig, einmal 91,6 % richtig, zweimal 83.3 % richtig, sowie einmal 75 % richtig. Die f�hrt zu einem Durchschnitt von 93,3 %. Dieses Resultat zeigte mir also, dass es m�glich war, bei einer Anzahl von Versuchen fast 95 % richtig auswendig zu lernen. Dies ist wichtig f�r die nun folgenden Versuche. Ich habe n�mlich somit die Sicherheit, dass der Test unter optimalen Bedingungen, das heisst Ruhe und keine Ablenkung, praktisch vollkommen korrekt zu erlernen ist. Die Abweichungen, welche durch Ablenkung entstehen, sind demzufolge gut ersichtlich. 1. Ablenkung durch Musik Nun erschwerte ich das Auswendiglernen durch Musik. Zuerst nur ganz leise im Hintergrund, nachher Normallautst�rke, und schlussendlich relativ laut. Ich musste feststellen, dass leise Musik im Hintergrund das Lernen nur sehr schwach beeinflusst. Es ist m�glich, dass man gar nicht mehr wahrnimmt, dass Musik l�uft. Das Gehirn ist also in der Lage, die St�rung durch die Musik zu ignorieren. So hatte ich bei 10 Versuchen einen Durchschnitt von 91.6 % erreicht, was nicht merklich tiefer ist, als das Mittel aus dem Versuch, der ohne Einfl�sse stattgefunden hat. Anders sah das Resultat aus, als ich meine Stereoanlage auf Normallautst�rke stellte. Jetzt war es schon erheblich schwieriger f�r das Gehirn, die Musik einfach zu verdr�ngen. Bei diesem Versuch hatte ich durchschnittlich noch 80,83 % richtige. Vor allem am Schluss der Buchstabenkette machte ich erheblich Fehler, was darauf schliessen l�sst, dass das Erlernte nur im Kurzzeitged�chtnis gespeichert war, und bis ich an das Ende der Buchstabenkette kam, schon ein Teil wieder vergessen war. Als ich dann die Lautst�rke sehr laut einstellte, war es praktisch unm�glich, korrekt zu lernen. 54,16 % waren hier das Resultat der Untersuchungen. Fazit dieser ersten Versuchsreihe ist also, dass die Musik einen Einfluss auf meine Lernf�higkeit hat. Die Konzentration ist vermindert, das Gehirn ist aber bis zu einem gewissen Grad in der Lage, St�rungen praktisch vollst�ndig zu ignorieren. Bei lauter Musik kann sich das Gehirn nicht mehr auf den zu lernenden Stoff konzentrieren. Konzentrieren und somit lernen wird unm�glich. 2. Ablenkung durch Gepr�ch (Radio / Fernseher) Als n�chstes startete ich eine neue Testreihe. W�hrend den 30 Sekunden, die mir wiederum zu Verf�gung standen um die Buchstaben zu lernen, beauftragte ich meine Mutter, sie solle mir etwas erz�hlen. Auch hier merkte ich, dass es m�glich ist, das, was meine Mutter mir erz�hlte zu ignorieren. Jedoch war das nicht so einfach wie bei leiser Musik. Wenn ich direkt angesprochen wurde, versuchte ich mich auf das Auswendiglernen zu konzentrieren, doch es war erheblich schwieriger. Immer wieder folgte ich ungewollt den Worten meiner Mutter, was mir wertvolle Zeit raubte, um die ganzen Buchstabenkombinationen zu erlernen. Auch hier waren die ersten Buchstaben meist in der korrekten Reihenfolge und zum Schluss stimmte sie oft nicht mehr �berein. Das Resultat dieser Versuchsreihe belief sich auf 70 %. Denselben Versuch machte ich auch, w�hrend eine Radiosendung lief, in der gesprochen wurde. Hier zeigte sich in etwa dasselbe Resultat, doch ich merkte, dass ich, je l�nger ich diese Tests durchf�hrte, immer besser lernte, die Hintergrundstimme zu ignorieren und mich immer besser auf den Test konzentrieren konnte. So stieg die Anzahl der Richtigen mit jedem Versuch, bis ich beim letzten der 10 Versuche 91,6 % Richtige hatte. Der Durchschnitt dieser Testreihe belief sich auf 80,6 %. Bei einer Radiosendung wurde ich nat�rlich auch nicht direkt angesprochen, und es war somit leichter m�glich, die Radiostimme auszuschalten. 3. Testreihe in der freien Natur Als n�chstes setzte ich mich auf eine Parkbank im Freien und schaute was dabei herauskam. Bald merkte ich, dass es keinen Einfluss hat, ob ich ungest�rt im Freien lerne oder im Zimmer. Die Testresultate fielen etwa gleich aus. Durchschnittlich kam ich auf ein Ergebniss von 89,7 %. Einzig als ich den Versuch an einem Ort mit relativ vielen Leuten durchf�hrte, wie zum Beispiel am Lindli, war die Ablenkung zu gross. Ich f�hlte mich unwohl mit meinen Zettel zwischen diesen Leuten, und dadurch war meine Konzentrationsf�higkeit eingeschr�nkt. Das Mittel dieser Versuchsreihe war nur noch 67,9 %, was schon erheblich tiefer ist. Das Gehirn erlebt w�hrend des Lernens zuviele Eindr�cke von aussen, die somit das Gelernte wieder �berdecken. Das heisst, es findet eine gewisse �berlagerung im Gehirn statt, welche nach der Theorie bekannter Gehirnforscher gleich wieder dazu f�hrt, dass das Gelernte wieder vergessen wird. 4. Testreihe im Zug Zu �hnlichen Ergebnissen kam ich auch, als ich im Zug sass und meinen Versuch durchf�hrte. Solange ich mich ungest�rt f�hlte, sind die Resultate mit denen des Versuch in meinem Schlafzimmer zu vergleichen. Als ich einmal von Z�rich nach Schaffhausen fuhr, waren im Zug fast alle Abteile besetzt. Reges Geschw�tz war zu h�ren, und ich hatte grosse M�he mich auf meinen Zettel zu konzentrieren. Ich kam zum Ergebnis von 52,95 %. Die ungewohnte Situation und die Ablenkungen durch die Zugreisenden m�ssen zu diesem relativ schlechten Resultat gef�hrt haben. Auch hier kam es zu �berlagerungen von vielen Erlebnissen, was zu einem schnellen Vergessen f�hrte. 5. Testreihe mit Alkohol Nachdem ich verschiedene Versuche durchgef�hrt hatte, die mich durch St�rungen von aussen ablenken sollten, machte ich den Test mit Alkohol. Ich trank zuerst ein 3 dl Glas Bier und wartete anschliessend eine halbe Stunde. Danach f�hrte ich denselben Versuch in meinem Zimmer, das heisst ohne St�rungen durch. Das Resultat war in etwa gleich, 90,8 % Richtige in zehn Versuchen. Danach trank ich nochmals ein 3 dl Glas Bier, wartete wieder eine halbe Stunde und beobachtete jetzt das Ergebnis. Hier war eine kleine Abweichung zu erkennen. Sie ist aber noch nicht von grosser Bedeutung. Auch bei diesem Test hatte ich 89,4 % richtig. Somit trank ich nochmals ein 3 dl Glas Bier und wartete noch einmal eine halbe Stunde. Nun merkte ich den Alkohol in meinem K�rper. Ich war dennoch in der Lage, eine Resultat von 80,6 % zu erreichen. Fazit dieses Versuchs ist, dass Alkohol sicherlich einen Einfluss auf die Konzentration und somit auf die Lernf�higkeit hat. Bei diesen relativ kleinen Mengen �ber einen l�ngeren Zeitraum, die ich zu mir nahm, war der Einfluss nicht von allzu grosser Bedeutung. Ich war immer noch in der Lage, mich mindestens w�hrend diesen 30 Sekunden, die ich f�r diesen Test aufwenden musste, zu konzentrieren. Das Ergebnis war nicht viel schlechter als ohne Alkohol. Doch kann man mit diesem Test sehen, dass sicherlich eine Einfluss vorhanden ist, und ich denke, dass der Alkohol einen gr�sseren Einfluss hat, wenn man sich f�r lange Zeit konzentrieren muss. Das heisst, wenn man f�r l�ngere Zeit lernen und sich konzentrieren muss. Was Alkohol im Gehirn f�r Auswirkungen hat, kann ich nat�rlich nicht feststellen, da diese Ver�nderungen nur durch genaues Betrachten der Gehirnfunktionen und somit der Gehirnstrukturen m�glich ist. Auch die Experten sind sich noch nicht ganz einig, welchen Einfluss Alkohol auf das Ged�chtnis hat. 6. Versuchsreihe mit Kaffee Auch mit Kaffee f�hrte ich dieselben Tests durch. Wie erwartet stellte ich keine wesentlichen Ver�nderungen fest. Ich denke, man m�sste eine grosse Menge Koffein zu sich nehmen, damit die Wirkung im Ergebnis ersichtlich ist. Sicher kann man Ver�nderungen im Gehirn betrachten, wenn man dieses genau analysiert. Doch dies war mir nat�rlich nicht m�glich, ich musste mich auf die Beobachtungen beschr�nken. 7. Versuchsreihe M�digkeit Nun wollte ich wissen, was f�r einen Einfluss die M�digkeit auf das Lernverhalten und die Konzentration hat. Als ich an in einer Samstagnacht um 3 Uhr nach Hause kam, war ich sehr m�de, da ich noch in einer Disco getanzt hatte. Ich setzte mich danach an mein Pult und f�hrte eine Testreihe durch. Da ich an diesem Abend keinen Alkohol getrunken hatte, weil ich mit meiner Vespa unterwegs war, ist der Test nur durch die M�digkeit, nicht aber noch durch Alkohol, beeinflusst. Das Resultat war erheblich schlechter als sonst. Ich hatte Resultate von 58,3 % bis 83,3 % Richtigen, was zu einem Durchschnitt der zehn Versuche von 66,4 % f�hrt. M�digkeit hat somit einen grossen Einfluss auf die Funktion des Gehirns. Das Gehirn muss �fit� und ausgeruht sein, wenn es gut arbeiten muss. 8. Versuchsreihe Morgens - Abends Jetzt wollte ich noch �berpr�fen, wann ich am besten lerne. So machte ich die eine Versuchsreihe an einem Sonntagmorgen, die andere an einem anderen Tag am Mittag, und die dritte an einem Abend eines normalen Schultages. Bei den Versuchen, welche ich am Sonntagmorgen durchf�hrte war das Ergebnis der zehn Versuche 94,7 %, an einem Mittag war das Resultat 93,2 %, und am Abend 90,9 %. Es zeigt sich, dass es eigentlich am besten w�re, wenn man immer morgens lernen w�rde. Dazu muss ich jedoch sagen, dass diese Methode einen anderen Nachteil hat. Wie schon erw�hnt gibt es das Ph�nomen der �berlagerung im Gehirn. Je mehr eingeschobene Ereignisse es gegeben hat, desto mehr ger�t in Vergessenheit. Das heisst, wenn man am Morgen lernt, erlebt das Gehirn so viele Eindr�cke w�hrend des Tages, welche das am Morgen Gelernte �berlagern und man somit schneller wieder vergisst. Schl�ft man hingegen nach dem Lernen, so wirken praktisch keine neuen Einfl�sse auf das Gehirn ein. Es kommt nicht zu einer �berlagerung. Obwohl die Lernf�higkeit und die Konzentration am Abend einwenig schlechter sind als am Morgen, ist es sinnvoller am Abend zu lernen, da das Gelernte nicht so schnell wieder in Vergessenheit ger�t. Selbstversuch Lerngeschwindigkeit Nachdem ich nun die Versuchsreihe unter den verschiedenen Einfl�ssen durchgef�hrt hatte, und ich daraus viele Erkenntnisse schliessen konnte, habe ich mir noch weitere Fragen gestellt. Wie schnell k�nnen Informationen im Gehirn gespeichert werden? Wieviele Informationen k�nnen gespeichert werden, und wie schnell gehen diese wieder verloren? Lerngeschwindigkeit: Versuch mit Wiederholungen Um nun herauszufinden, wie schnell ich lerne nahm ich denselben Versuch zur Hand. Diesmal hatte ich aber nicht wie in den Versuchen vorher 30 Sekunden Zeit um die Buchstaben auswendig zu lernen, sondern ich wiederholte die Buchstaben 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18 und 20 mal. Nach jeder Wiederholung legte ich eine Pause von ungef�hr einer Stunde ein, und �berpr�fte anschliessend, wie nun der Zusammenhang zwischen diesen wiederholten �bungen bestand. Die Resultate waren wie eigentlich erwartet: verdoppelt man die Lernzeit, verdoppeln sich auch die gespeicherten Informationen. Das heisst, dass wenn ich den Versuch nur 4 mal wiederholte, ich einen Durchschnitt von 28.3 % erreichte. Bei 8 Wiederholungen erreichte ich aber schon einen Durchschnitt von 52.3 %, was etwa das Doppelte des ersten Resultats ist. Es ist nun also so, dass man mehr Informationen speichern kann, je l�nger man lernt. Hier gibt es allerdings gewisse Einschr�nkungen. So gibt es Dinge, die man auswendig lernen muss, welche man sich einfacher merken kann als andere. Das Lernen f�llt einem leichter. Dies h�ngt nat�rlich auch vom Interesse, das man f�r denjenigen Stoff aufbringen kann, ab. Lernen mit Pause und anschliessender Wiederholung Ich kam dann auf die Idee, zu �berpr�fen, wie lang ich hatte bis ich nach dieser st�ndigen Pause die gleiche Buchstabenreihe auswendig konnte. Ich habe gemerkt, dass mir das Auswendiglernen nach einer Stunde Pause viel einfacher fiel. So brauchte ich zuerst f�r 8 Wiederholungen ca. 2 Minuten. Nach einer Stunde konnte ich die Buchstabenkombination schon nach ca. 1 Minute perfekt auswendig. Bei 4 Wiederholungen, f�r die ich ca. 1,2 Minuten ben�tigte, brauchte ich nach einer Stunde ca. 2 Minuten, bis ich sie wirklich auswendig konnte. Es ist also besser, den Stoff verteilt auswendig zu lernen. Besser jeden Tag f�r k�rzere Zeit lernen, anstatt an einem Tag �bertrieben viel. Schlussendlich braucht man mehr Zeit, um am darauffolgenden Tag das, was man am Tag zuvor massiert gelernt hat, einzupr�gen, als wenn man zweimal verteilt f�r k�rzere Zeit gelernt h�tte. Auch wird der erlernte Stoff im Gehirn viel besser gespeichert, wenn man nicht alles auf einmal und somit sehr intensiv lernt. Dies erwies sich mit dem Versuch, den ich durchf�hrte: Am n�chsten Tag versuchte ich die schon gelernte Buchstabenreihe korrekt aufzuschreiben und merkte dabei, dass ich die Liste viel besser konnte, wenn ich sie nach einer Stunde nochmals wiederholte. Bei den Tests, die ich nur einmal mit 8 Wiederholungen durchf�hrte, war das Resultat am darauffolgenden Tag erschreckend. Gerade noch 11,3 % hatte ich richtig. Bei wiederholtem Lernen nach einer Stunde war das Ergebnis schon 33,3 %. Fazit dieses Versuchs �bertragen auf das Lernen auf Klausuren: Nicht alles am Abend zuvor lernen, sondern auf zwei drei Tage verteilt weniger lernen. Der Stoff ist im Gehirn besser und vor allem f�r l�ngere Zeit gespeichert. Wie lange kann ich mir das f�r kurze Zeit Gelernte merken? Dabei f�hrte ich dieselbe Versuchsreihe wie am Anfang beschrieben durch. Ich lernte die Buchstabenreihe w�hrend 30 Sekunden auswendig. Nachher versuchte ich das Gespeicherte nach verschiedenen Zeitintervallen abzurufen. Zuerst versuchte ich gleich nach diesen 30 Sekunden die richtige Reihenfolge niederzuschreiben. Die Resultate sind im ersten Versuch schon erw�hnt. Nachher machte ich verschieden lange Pausen. Im Abstand von 1, 10, 20, 30 Minuten, und nach einer, zwei drei und 24 Stunden. Ich konnte folgende Schl�sse daraus ziehen: Nach einer Minuten hatte ich noch 86.3 % Richtige, nach zehn Minuten noch 74,6 %, nach 20 Minuten 71,4 %, nach 30 Minuten 70,2 %, nach 1 Sunde 68,6 %, nach zwei Stunden 58,8 %, und nach verstrichenen drei Stunden 55,9 %, sowie nach 24 Stunden noch 43,7 % Richtige. Dies zeigte mir, dass das Eingepr�gte vor allem im Kurzzeitged�chtnis gespeichert wird. Je l�nger man wartet, bis die Informationen wieder abgerufen werden, desto mehr �verblassen� diese. Es ist jedoch auff�llig, dass es nicht mehr gross darauf ankommt, ob man sich 10 Minuten, 30 Minuten oder sogar zwei Stunden danach zu erinnern versucht. Die Resultate sind recht �hnlich. Den Unterschied des Wiedererinnerns gleich anschliessend und ein paar Minuten danach sind ausschlaggebend. Sie zeigen, dass die Information nicht dauerhaft gespeichert wird. Es kommt auch darauf an, ob man sich in der Pause mit dem Gelernten auseinandersetzt, oder sich mit etwas total anderem besch�ftigt. Wenn ich mir n�mlich in der Pause von Zeit zu Zeit im Kopf die richtige Reihenfolge durchdacht hatte, war das Resultat der Anzahl Richtigen viel besser, als wenn ich danach Musik geh�rt habe und nicht mehr an die Testreihe gedacht habe. Wenn man sich das Gelernte in der Pause �noch einmal durch den Kopf gehen l�sst� f�llt einem das Wiederabrufen viel einfacher. Das heisst, es wird vom Kurzzeitged�chtnis in das Langzeitged�chtnis transportiert, wenn man sich mit dem Stoff auseinandersetzt. Genau diesen Effekt haben �bungen, welche man anschliessend an einen gelernten Stoff durchf�hrt. Durch die �bungen wird man an das Gelernte erinnert, muss dar�ber nachdenken, und das Gehirn ruft diese gespeicherten Informationen dauernd wieder ab. Je mehr �bungen man durchf�hrt, desto leichter f�llt es einem, die Informationen wieder abzurufen. Fazit: Was habe ich aus diesen Versuchen gelernt? Ich habe mich nun w�hrend einer langen Zeit mit diesen Tests befasst und musste mich dabei oft auch auf Literatur st�tzen, um mir das, was im Gehirn abl�uft einigermassen vorstellen zu k�nnen. Das Gehirn ist das komplexeste System auf unserem Planeten, und der Menschheit ist es bis heute nicht gelungen, genau zu erforschen, wie dieses System funktioniert. Einiges ist jedoch bekannt, denn man hat schon vor hundert Jahren damit begonnen, das Gehirn genauer zu erforschen. Auch damals wie heute st�tzt man sich auf Versuche mit Menschen und auch Tieren, um die Funktion des Gehirn zu veranschaulichen. Ich finde es sehr interessant mehr �ber das Gehirn und meine Lernf�higkeit herauszufinden und habe dies somit anhand von zahlreichen Selbstversuchen ausprobiert. Wie ich schon erw�hnt habe, war es nicht immer einfach, gute, das heisst einigermassen objektive Resultate zu erhalten. Mehrmals musste ich die Versuchsreihe umgestalten. Sehr interessant fand ich, dass mir immer wieder neue Einf�lle kamen, was ich noch testen k�nnte. Ich musste mir dann einen geeigneten Versuch aufbauen, st�tzte mich jedoch immer auf das Auswendiglernen der Buchstabenreihe. Ich �nderte nie grunds�tzlich die Art des Versuchs, sondern erweiterte den Test. Wie zum Beispiel beim Versuch, wie lange ich die Informationen pr�sent hatte. Ich konnte den genau gleichen Test nehmen, �berpr�fte einfach nach verschiedenen Zeitabschnitten, was ich noch behalten hatte. W�hrend all diesen Tests habe ich viele gelernt, einiges best�tigte jedoch auch die Vermutung, die ich zuvor schon hatte. Was habe ich nun gelernt? Es ist mir klar, dass ich nicht weltbewegende, neue Erkenntnisse �ber das Gehirn machen konnte. Jedoch konnte ich an meinem Gehirn herausfinden, wie ich am besten lerne, das heisst in welcher Umgebung und unter welchen Umst�nden ich am besten lernen kann. Wie eigentlich erwartet ist Musik ein St�rfaktor, welcher das Lernen beeintr�chtigt. Das habe ich angenommen, ich habe jedoch auch gemerkt, dass Musik eine gewisse Erholung beim Lernen sein kann. Sehr leise und im Hintergrund laufende Musik kann die Motivation zum Lernen vergr�ssern. Wie aus dem Test ersichtlich ist, ist die Abweichung vom Test ohne St�rfaktoren nur 1,7 %. Das heisst auch, dass das Gehirn in der Lage ist, leise Musik zu ignorieren, und das Lernen nicht stark beeintr�chtigt. Laute Musik ist absolut sinnlos, wenn man dabei lernen will. Es kommt zu einer �berlagerung von Informationen, was zu einem schnelleren Vergessen f�hrt. Auch Ablenkungen wie direktes Gespr�ch, Radiosendung in der gesprochen wird, beeintr�chtigen das Lernen sehr stark. Lernen unter solchen Bedingungen ist sinnlos. Auch relativ unn�tz ist es, in einem vollbesetzten Zug zu lernen. Die Ablenkung ist zu gross, das Gehirn kann die von aussen eintreffenden Einfl�sse nicht mehr ausschalten, die Eindr�cke sind zu stark, zu dominant. 70 % Richtige sind dabei ein zu schlechtes Resultat. Ein �hnlich schlechtes Resultat erzielte ich, wenn ich am Lindli lernen will. Zu viele Leute, zu grosse Ablenkung. Jedoch allein im Freien an der Sonne sitzen und lernen, ist f�r mich keine schlechte Methode. Solange ich mich nicht beobachtet f�hlte, waren die Ergebnisse �hnlich dem ersten Versuch im ruhigen Zimmer. Die Motivation �an der frischen Luft und an der Sonne zu sein� kann die Lernf�higkeit steigern. Sehr schlecht auswendiglernen konnte ich mit zu wenig Schlaf. Die Konzentration ist stark vermindert. Die Lust am Lernen ist nicht vorhanden, was nat�rlich auch ein sehr wichtiger Punkt ist, um rationell zu lernen. Alkohol und Lernen vertr�gt sich sicherlich nicht. Das habe ich nat�rlich schon im voraus gewusst, mich interessierte nur der Einfluss des Alkohols auf die Konzentrationsf�higkeit. Wie schon erl�utert, verursacht Alkohol in den Gehirnstrukturen Ver�nderungen, die nat�rlich aus meinen Tests nicht ersichtlich waren. Auch auf die Auswirkungen von Kaffee war ich gespannt, konnte aber leider keine grossen Ver�nderungen beobachten. Sicher hilft das Koffein, wenn man m�de ist, wieder einigermassen wach zu werden. Ist man wach, so steigert sich die Konzentrationsf�higkeit. Doch diesen Resultat konnte ich leider nur sehr schwach feststellen. Was wiederum interessant war, ist die Tatsache, dass am Morgen die Aufnahmef�higkeit am besten ist. Sie nimmt gegen Abend jedoch leicht ab. Wie schon erw�hnt, ist aber das Problem der �berlagerungen im Gehirn, welche zu gr�sserer Vergessenheit f�hren, hier von Bedeutung. Wenn man jedoch das am Morgen Gelernte w�hrend des Tages drei bis vier mal wiederholt, so kann man einen optimalen Lernertrag erzielen. Sowieso sind Wiederholungen von Vorteil, wenn man bedenkt, dass das Gelernte zuerst in Kurzzeitspeicher gelangt und erst durch Wiederholungen im Langzeitspeicher verweilt. Somit ist die beste Taktik zu lernen, sich nicht auf einen allzu grossen Teil zu beschr�nken, diese Einzelteile oft wiederholen (�sich nochmals durch den Kopf gehen lassen�) und den ganzen Stoff auf mehrere Tage verteilen. Auch Pausen sind sehr wichtig. Nach diesen Pausen soll man sich nochmals kurz das vorher Gelernte �berlegen. Ich denke, so kommt man am schnellsten zu einem bestm�glichen Resultat. Diese Vorgehensweise ist nat�rlich von Person zu Person verschieden. Jedoch gilt das Grundgesetz des Lernens f�r alle Menschen, denn das Gehirn arbeitet nach den Prinzipien von lernen - wiederholen - lernen -wiederholen ...., bis es schlussendlich fest verankert, und somit im Langzeitded�chtnis gespeichert ist. Ich denke, das ist das Ziel jedes Menschen, dass er das Gelernte auch sp�ter immer wieder anwenden kann. Abschliessend muss ich sagen, dass ich bei diesem Projekt sehr viel gelernt habe und dass es mir wirklich Spass gemacht hat. Schon seit einiger Zeit hat auch mich das Thema Gehirnforschung interessiert, weshalb ich Biologie an der Universit�t Z�rich studieren m�chte. Mein Traum w�re es, nach dem abgeschlossenen Grundstudium die Spezialrichtung Neurologie einzuschlagen. Ich denke, es ist ein Gebiet an welchem der Mensch im Moment sehr interessiert ist und sich auch in Zukunft noch lange damit besch�ftigen wird. Ich w�nsche mir, dass ich dies einmal erreichen, und in dieser Richtung forschen kann. Quellenangaben: - Frederic Vester; Denken, Lernen, Vergessen; Deutsche Verlags-Anstalt, 1975 - Alan Baddeley; So denkt der Mensch, Droemer Knaur, 1982 - Selbstversuche |