Der Fischotter war und ist von der Verschmutzung der Theiss sehr direkt betroffen. Einerseits war er durch das Cyanid direkt gefährdet, andererseits wurde mit dem Fischsterben seine Nahrungsgrundlage zerstört und drittens ist er als Jäger am Ende der Nahrungs-kette speziell durch die Schwermetallanreicherung gefährdet. Offizielle Untersuchungen diesen Sommer haben gezeigt, dass trotz der Katastrophe noch viele Fischotter an der Theiss und den danebenliegenden Altwassern leben.
Nach unseren bisherigen Erfahrungen leben aber auch viele Fischotter
in den Kanälen und Fischteichen. Waren sie die Quelle für die
schnelle Wiederbesiedlung? Sind viele Tiere von der Theiss in die Kanäle
ausgewichen und dann wieder zurückgekehrt? Wie wird sich die Population
nach der Verschmutzung weiterentwickeln?
Antworten auf diese Fragen werden wichtige Angaben liefern, wie der
Fischotter effizient geschützt werden kann. Deshalb führt dr
Verein Pro Theiss seit dem Sommer 2000 detaillierte Bestandesaufnahmen
durch und sucht den Kontakt zu involvierten Kreisen wie Fischer und Naturschutzbehörden.
Mit ihrer Unterstützung können wir diese wichtigen Arbeiten weiterführen.
Grosser Moorbläuling (Maculinea telejus)
Der Grosse Moorbläuling legt seine Eier ausschliesslich in die Blüten des Grossen Wiesenknopfes ab. Die Junge Raupe lebt darauf in den Nestern von Myrmica-Ameisen. Dieser komplexe Lebenscyclus macht ihn sehr anfällig auf Bewirtschaftungsänderungen. So können ganze Populationen ausgelöscht werden, wenn eine Wiese zum falschen Zeitpunkt gemäht wird. In den vielen Moorwiesen von Szabolcs-Szatmar-Bereg kommt die Art noch in zahlreichen Gebieten vor, jedoch bestanden bisher keine detaillierten Verbreitungs- und Bestandesangaben. Unsere Nachforschungen ergaben ein erfreuliches Bild, welches die europäische Bedeutung unserer Kernregion erneut verdeutlicht.
Kleiner Moorbläuling (Maculinea alcon)
Bei den Feldarbeiten zum Grossen Moorbläuling konnte erstmals auch
der Kleine Moorbläuling im Untersuchungsgebiet nachgewiesen werden,
eine sehr spezialisierte Art, welche die Eier ausschliesslich auf dem seltenen
Lungenenzian ablegt. Im betroffenen Gebiet kommen beide Arten nebeneinander
vor, was in Ungarn äusserst selten ist.
Haarstrangeule (Gortyna borelii)
Die Haarstrangeule ist ein imposanter Nachtfalter, der in ganz Europa äusserst selten ist. Seine Raupe frisst ausschliesslich in den Wurzeln des Haarstranges (Peucedanum officinalis), und der Falter fliegt erst in den letzten Septembertagen.