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Mikroelektronik    (Capslock, Scrollock, Numlock ???)

In jedem normierten Keyboard sitzen diese drei Tasten! Hat sie schon jemals jemand von Euch benützt? Wozu? Dabei gab es die schon, als Bill noch in die Windeln machte, oder zumindest aus seiner berühmten Garage ins Freie trat um seine Bierblase zu leeren. Dafür muss ich  den Chart einer Aktie in meinem UBS - Fenster mühsam mit der Ratte nachladen und Knöpfchen drücken.
Also habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, um diese Aktualisierung zu automatisieren, während ich in einem anderen Fenster arbeiten kann. Dabei habe ich doch prompt an eine dieser drei sinnlosen Tasten gedacht, welche darunter auch noch gleich ein Flip-Flop steuern und den Zustand mit einer Led anzeigen. Bloss der Code muss noch geändert werden...
Nach den ersten theoretischen Überlegungen, wie denn eine solche Schaltung etwa aussehen könnte und der Konsultation von Datenblättern schraube ich meine Tastatur auseinander, suche die Kreuzpunkte der Tasten Ctrl und R und stelle die Polarität des Led - Ausgangs Scroll Lock fest. Dass dieses Flip-Flop in einem Mikroprozessor integriert ist, stört mich vorerst nicht. Ich baue die Schaltung mit zwei Käfern auf einem Testboard auf, löte ein Zusatzkabel ins Keyboard und stecke es meinem Dummy an. Geht nicht! 
Doch was geht nicht?
Nur die Messung kann es klären, doch das Digitalvoltmeter macht nur eine vage Aussage. Ich hole das 2. Oszilloskop aus dem Labor. Aha, meine Vermutung wird bestätigt; -der Led Ausgang ist getaktet. Also muss zuerst ein Impulsformer her. Ein flacher Keramik Cap. löst das Problem; +4,92 V. Funktioniert immer noch nicht! Warum? Hmmm, jetzt wirds schwierig. Die Lösung muss vertagt werden. 
Es kann nur noch an der Impulsfolge liegen. Die beiden Tasten müssen sequentiell aktiviert werden. Das kann man mit etwas Fingerspitzengefühl von Hand feststellen. Aber ein dritter Käfer hat nicht platz in meinem KB. Doch während meinem Mittagschläfchen am Pool werde ich erleuchtet. Ein freies Transmissionsgate des Bilateralschalters kann doch als Digital - tor vergewaltigt werden. Haha! Also folgt nochmal eine Sitzung im Lab. mit Papier, Gummi, Bleistift und Oszi. Mit ein paar weiteren Komponenten und Jumpern mache ich mich nochmal übers Testboard her neben dem PC. Hä! Jetzt aber! 
Bloss die Refresh Rate muss noch berechnet werden: t = R x C x ..hmm. So ist das mit der Theorie; -funktioniert nie! Also stöpsle ich einfach versuchsweise ein paar Fässchen ins Board und zähle die Zeit ab. Jaja, so um die hundert µF sollten reichen. Ich suche nach einem möglichst kleinen Elko -finde ihn schliesslich in einer ausgedienten Modemkarte. Jetzt muss bloss die Leiterplatte hergestellt werden. Das hingegen ist Routine: Mit Laubsäge, Leiterbahnunterbrecher, Drahtbürste, Sprit und Lötlack liegt das Veroboard bald zum trocknen an der Sonne. Noch ein paar Drahtbügel, etwas Gemüse, ein 4xNand Schmitt Trigger und eben ein Bilateralswitch werden eingelötet. Danach das Netzteil angeklemmt und den Zweistrahloszi. Voila, läuft!
Die Befestigung mit einer langen Parkerschraube, Distanzhülse und ein Flachbandkabel runden den Einbau ab. Ich stecke die Tastatur an und teste das Erfolgserlebnis. Beim Aktivieren meiner Scroll Lock Taste wird das letzte Internetfenster automatisch alle 2½ Minuten nachgeladen...   
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