Home 2004 Februar
29.02.04 Auch heute finden in Caracas wieder Demonstrationen statt, -auf der Stadtautobahn, nachdem es in den letzten Tagen während Ausschreitungen sogar Tote gegeben hatte. Das Problem ist seit einiger Zeit, dass zahlreiche Unterschriftenbogen für das Referendum gegen den Präsidenten nicht akzeptiert worden waren, weil sie von ein und derselben Person ausgefüllt wurden. Diese Personen haben offenbar bloss als "Amtshelfer" gedient, weil ein grosser Teil der Bevölkerung nicht schreiben kann, aber am Ende der jeweiligen Zeile ihren Fingerabdruck vorschriftsgemäss deponierten. Nun verhandelt die "Cordinadora Democratica" bzw. das "Zentrum Carter" und seine internationalen Wahlbeobachter mit der Regierung Chavez über die Akzeptanz dieser Unterschriftenbogen...
27.02.04 Von der Abteilung
"Investigations" einer Schweizer Grossbank erhielt ich heute eine
Warnung über Internetpiraterie -es geht um die illegale
"Erschleichung" von Identifikationsdaten im IB. Solche Warnungen haben
australische Banken schon vor Jahren publiziert, welche m.E. in
Sicherheitsaspekten die Nase vorn haben, während amerikanische Bankfritzen noch
nach steinzeitlichen Methoden arbeiten (von Hand) und daselbst noch Fehler
machen.
Habe ich nicht schon oft erklärt, dass die persönliche Identifikation zum
grössten Stolperstein im Internet geworden ist. Jeder ist doch froh, wenn seine
Welt Weites Warten - Verbindung einigermassen klappt und hat gar keine Zeit oder
Kenntnisse, um sich auch noch um die Sicherheit zu kümmern. Der klobige
IB-Kartenleser der UBS taugt ebensowenig wie alle anderen
Identifikationssysteme, welche 4 - 8 stellige Passwörter verlangen, denn
irgendwann nach dem ersten Dutzend können diese nicht mehr sicher im Kopf
aufbewahrt werden.
Die Pornoindustrie verlangt immer noch Kreditkartendaten von sog. Erwachsenen.
Dabei kann jeder Schulbub, Vaters Kreditkarte während dem Mittagschläfchen
abschreiben, oder hinter dem nächsten Supermarkt bündelweise Blaukopien von
"Plastikgeldkunden" aus dem Container fischen.
Wo sind denn die schlauen Akademiker, Informatikingenieure und Webmaster, welche
das Wissen hätten, um endlich ein taugliches Identifikationssystem zu entwickeln?
Spielen die bloss ein bisschen mit der Maus und belästigen unbescholtene Bürger mit
Spams und Viren?...!
25.02.04
Letzten Samstag kurz vor sechs fuhren wir mit dem Auto ab Richtung Osten.
In Caucagua standen wir bereits eine Stunde im Stau, während die <hier
schön blau eingezeichnete Autobahn dort seit 20 Jahren im Bau steht...
Dann wälzten wir uns in der Blechlawine langsam der Küste entlang und um 9 gabs den ersten
Kaffeehalt.
Weiter durch die grausige Küstenstadt Puerto la Cruz und wieder ein Stück
Autobahn, wo ich kurz mal auf 180 beschläunigte, um dann durch Cumana wieder im
Stau zu stehen. Doch bereits um Zwei landeten wir am Golf von Cariaco.
Wir logierten zwei Nächte bei einem Schweizer,
liessen es uns kulinarisch gut gehen und genossen die Fasnacht zum faulenzen am
Strand von Boca Chica. Am Montag fuhren wir zuerst zurück nach PLC und
verpassten prompt den Abstecher Richtung Süden. Dafür gabs für etwa zwei
Franken einen frischen Tank Benzin und nun fuhren wir gemütlich über Zarza
nach El Sombrero. Im Hotel Brasilia herrschte die ganze Nacht kommen und gehen
und auf der Plaza Mayor erinnerten die schulpflichtigen Mütter an die Fasnacht.
Nein, Pariser benutzt Man(n) hier offenbar nicht, aber alle scheinen glücklich
und zufrieden.
Auf dem Rückweg nach Caracas fanden wir kein Beizli, welches uns ein
Frühstück aufgetischt hätte. Auf unserer ganzen Reise sahen wir die Leute mit
einem Bierchen vor
ihren Hütten sitzen, faulenzen und dem Verkehr zuschauen, so wie sie dies immer
machen, tagein - tagaus. Aber nirgends an über 1000 Km Strasse sahen wir
eine Hektare Agrarland, keinen einzigen Kartoffelacker, kein Korn- oder
Maisfeld, keinen Kirsch- oder Apfelbaum, keinen Erdbeeracker...
Wie zum Kuckuk funktionieren diese Venezolaner, wo kommt der Frass her, welchen
ich auf dem Gemüsemarkt handle? Wohin versickern die Gelder von 3 Millionen
Fass Rohöl, welches täglich aus diesem Erdreich abgepumpt wird? Hmm???
19.02.04
Auf meinem alternativen Heimweg vom Gemüsemarkt vermisse ich eine Ampelanlage,
welche nach weniger als 3 Monaten wieder entfernt wurde. Hier hat denn
Verkerssignalisation auch keinen grossen Sinn, solange auch Führerscheine für
ein paar tausend Bolo's erhältlich, viele Fahrzeuge nicht versichert sind, oder
ohne Kontrollschilder verkehren.
Grün bedeutet auch in Venezuela freie Fahrt, darf aber als Fremder nicht
allzuernst genommen werden (siehe Rotlicht). Gelb ist sowieso überflüssig. Ein
Rotlicht dagegen hat wie z.B. Stoppschilder den Charakter einer
"Recomendacion" (Empfehlung); -Warum sollte man mitten in der Nacht
anhalten, wenn nichts kommt, eine Logik, welcher auch ich mich zuweilen
anschliesse, wenn hinter mir eine ganze Kolonne aufs Horn drückt. Aber ich
suche noch den Kleber: "Yo respeto la senalacion!"
17.02.04 Wir schmunzeln, dass das EDA einen unserer 4 beworbenen Posten akzeptierte und wir auch noch unseren Kanada / Alaska- Urlaub dazwischenschalten können. Obschon Hanni wohl nicht allzuviel Konkurrenz hatte für Skopje, handelt es sich um einen Geheimtip (ähnlich Caracas) und war in erster Linie ein taktischer Schritt. Doch bis dahin vergeht noch ein halbes Jahr und am geplanten 2. Freitag 2004 können wir unser Fest leider nicht halten, weil wir da bereits unterwegs sind nach Mazedonien. Aber wäre der 08.08.2004 nicht auch ein gelungenes Datum für ein Fest des Wiedersehens in der Schweiz? Was meint Ihr?
15.02.04 Wie muss ich mir denn als medizinischer Laie so eine Putzkur
vorstellen?
Da rückt das erste weisse, aber alles andere als friedliche Pillenduo in
meinen Verdauungstrakt ein, erstickt in einer Schaumwolke zuerst einmal die
Amöben im Magen und 12 Fingerdarm, so wie das Arnold Schwarzenegger
vormachte mit dem Flammenwerfer, bevor er Gouverneur wurde.
Dann folgt die 2. Einheit, arbeitet sich durch den 6 m langen Dünndarm mit dem
360° Rohrreiniger vorwärts, ähnlich wie dies heute moderne Wasserwerfer mit
Demonstranten tun. Dann, beim Dickdarm wird die Düse gewechselt, wie dies
gerade an der Muba demonstriert wird, einen Kaffee
getrunken und weiter gehts durch den 2m langen Schlauch.
Schliesslich folgen die Totengräber, sammeln im Mastdarm die Leichen dieser
parasitären Einzeller zusammen,
katapultieren sie durch die Klappe an die frische Luft und desinfizieren die
Umgebung
-Genial!?...
14.02.04
Allen Frauen wünsche ich heute einen wunderschönen Valentinstag
und allen Hormongesteuerten, dass Ihr sie ein bisschen mehr verwöhnt als
sonst;-)!
Bei meinem Arztbesuch gestern Nachmittag hat Frau Doktor unter dem Mikroskop
meinen Stuhl untersucht und Amöben festgestellt. Das seien so kleine Tierchen,
welche sich in die Darmwand hineinfressen und es sich dort gemütlich machen.
Kein Wunder, meinte sie trocken, dass es Dir nach einer Woche noch nicht besser
geht.
So und nun eine 3 Tageskur von 6 Gramm Fasigyn von Pfizer inhaliert, dann sehen
wir weiter. Hmm, so einfach ist das!?..:-(
13.02.04 Heute wurde Hanni an eine Audienz zum Postenchef ins Büro gebeten.
Dort
wurde ihr vom
Botschafter persönlich eine chiffrierte Mitteilung von der Zentrale, welche
über Nacht hereintickerte anvertraut.
Sie weist uns den neuen Dienstort per
Mitte August
zu:
Skopje
(Hauptstadt von Mazedonien)
Dies war unser bevorzugter Posten, wofür sich Hanni im letzten Oktober intern
beworben hatte. Damit sind wir zufrieden, nachdem uns das EDA mit Caracas vor
zwei Jahren ein ziemliches Ei gelegt hatte.
Sicher hat dieser Ort auch zwei Seiten wie jeder Posten:
<<Diese Aussicht ist eine
davon!
Wir werden unseren Camper, welcher seit drei Jahren in der Schweiz herumsteht
dorthin mitnehmen und in unserer Freizeit Reisen durch Osteuropa unternehmen.
Von dort aus können wir Freunde besuchen in Wien, Prag, Budapest, Pristina und
Athen. Die geschlossene Autobahnroute in die Schweiz beträgt rund 2000
Kilometer, ähnlich wie von unserem letzten Posten in Madrid. Wir werden also
auch in der Heimat wieder öfters anzutreffen sein...
12.02.04 Danke für all die guten Ratschläge! Vom Oberschintee, über Leche de
Manzanilla, Papaya und Coca Cola... -viel trinken scheint man sich einig, jaja.
Ich bin doch keine Kuh, oder soll ich etwa auch noch Gras fressen, wie Katzen.
Doch gestern vermittelte mir Frau Doktor ein Medikament. In der Apotheke
erklärte mir die Chica, gerade dieses habe sie nicht und gab mir eine andere
Schachtel. Das sei das Gleiche, bloss von einem anderen Hersteller. Kein
Beipackzettel, keine Ahnung. Soll ich ihr blind vertrauen?
Das wäre doch dasselbe wie wenn ich im Elektronikshop einen Triac verlange für
meinen neuen RGB-Generator. Käme
der Stift und bringt mir einen Transistor: "Der hat das gleiche Gehäuse,
ist nur anders angeschrieben". Auf meiner Platine eingelötet, würde der
doch mit dem ersten Zündimpuls glatt explodieren.
...Ich bin noch nicht explodiert, aber die Lunte raucht. So wie ich die
Pharmaindustrie kenne, lindert die Pille vielleicht den Schmerz, verlängert
aber mein Leiden, so dass ich im besten Fall nochmal eine teure Schachtel
brauche...:-(
10.02.04 herzlichen Dank für Eure audiovisuellen
Genesungswünsche. Ich
freue
mich immer wieder,
Freunde-Innen zu haben, welche mir ein bisschen zur Seite
stehen, wenn es mir einmal nicht so gut geht! Etwas positives hatte meine
Nulldiät im Nachhinein doch noch; Ich habe meine in den Weihnachtsfeiertagen
angefressenen 2 Kilo endlich abgenommen!...
- Ähnlich erging es der Venezolanischen Lokalwährung, -dem Bolivar. Der VEB
wurde auf den 9. Februar um 20% abgewertet und kostet jetzt 1'920.- per US$.
09.02.04 Am Freitag Mittag ass ich mit meiner Frau in einer Spaghetteria
Zmittag. Mein Pilzgericht schmeckte köstlich und auch das obligate Glace
danach. Doch prompt durfte ich das Wochenende eine schmerzhafte Magenvergiftung
auskurieren.
Damit bestätigt sich einmal mehr, dass wir zu Hause besser essen als auswärts!
Nein, Feinschmecker sind die Venezolaner wirklich nicht, essen anscheinend nur,
damit sie etwas im Bauch haben (Arepas). Obwohl viel Gastropersonal
herumschwirrt, ist der Service miserabel. Wehe, der Kaffee wird nicht in einem
Zug ausgetrunken -schon ist die Tasse weg...
04.02.04 Im Zusammenhang mit
Versetzungen taucht immer wieder die Frage auf nach der Sicherheit eines
Postens. Nun, die kann man sich ein stückweit selber einrichten. Hier in
Caracas scheint der unsicherste Ort, welcher kaum zu vermeiden ist, der
Internationale Flughafen zu sein. Doch nicht der Flh. an sich ist gefährlich -im
Gegenteil -ein stolzes Bauwerk;
Doch es sind seine Benutzer!
Ich wage es, dort die Menschenmassen in drei Gruppen einzuteilen:
1. Internationale Flugpassagiere, Geschäftsreisende und Rucksacktouristen.
2. Anständige, nette, loyale Angestellte.
3. Das letzte Drittel von Leuten, welche sich am Flh. herumtreiben sind Gauner
und Ganoven -also ziemlich viele!
Von bestechbaren Sicherheits- Zoll- und Immigrationsoffizieren, über allerlei
Abzocker und Schwarzgeldhändler, welche herumlungern bis zu selbsternannten
Taxifahrern und Privatpolizisten in Pseudouniform, welche unterwegs ahnungslose
Touristen berauben.
02.02.04 Heute morgen, als mein erstes Börsentradefenster geladen war, fiel
mir beinahe die Kaffeetasse aus der Hand. Da hatte doch CAG sozusagen über
Nacht mehr als 30% zugelegt. Nachdem die Aktie Ende November auf einen Schlag 66%
verloren hatte, wurde sogleich eine Firmenpleite befürchtet und der Kurs
serbelte seither vor sich hin...
Jetzt hatte ich also 2'000 Euro verdient und wollte wissen, was denn über den
Ticker gekommen war:
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01.02.2004 14:02:04
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