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Wassertank    (Zweckentfremdung eines ausgedienten Geschirrspülers)

Über Beziehungen erhielt ich den ersetzten Geschirrspüler aus einer Residenz. Doch der Reparaturaufwand im Vergleich zum Nutzen war mir zu hoch. Ein Magnetventil fehlte und ein Thermostat war kaputt. Dazu liefe das Einbaumöbel bloss mit 120 Volt und hätte nicht in unseren weltweiten 230V Haushalt gepasst. So stand das Gerät eine Zeitlang herum und wartete auf seine Ausschlachtung und Entsorgung.
Dann versah uns ein Diplomat mit einer Information über geplante Wasserrationierungen in Caracas, wonach unser Wohnviertel ab 10. März während drei Tagen pro Woche kein Leitungswasser führe. Das heisst, wir haben wohl Trinkwasser fürs Käfeli aus Botillones und im Garten liegt unser Schwimmbad. Aber Hanni möchte wenigstens frisch geduscht am morgen ins Büro kommen. Somit suchte ich nach einer Lösung -zur Speicherung von Wasser, während mich das unschöne Gerät in der Küche täglich störte.
Bald einmal nahm ich einen  Augenschein und evaluierte mit dem Metermass, ob sich diese "Kiste" nicht als Wassertank verwenden liesse und trug den Geschirrspüler schliesslich in meine Werkstatt. Mit Schrauber und  Zwickzange entfernte ich ein paar Teile und Kabel. Auch den Hammer durfte ich zur Hand nehmen und zusammengeklebte Teile abtrennen. Dann musste eine Grundsatzfrage geklärt werden; Um wieviel hebt die kleine Pumpe den Wasserspiegel, und saugt sie selber an? Dazu fixirte ich das Motörchen mit Schraubzwingen und liess unseren Waschtrog vollaufen. Ein provisorisches Anschlusskabel und eine alte Bewässerungsleitung dienten dem Experiment.
Nein, die Zentrifugalpumpe saugt nicht selber an, doch der Wasserdruck würde genügen für eine Dusche. Also muss ich sie bloss entsprechend installieren. Gleich am Montag pilgere ich in die Stadt und hole beim Plomero ½ Zoll Rohr, Stutzen, Winkel und T-Stück und lasse mir auch noch eine Rolle Dichtungsband aufschwatzen. Mit Stichsäge und Bohrmaschinen fertige ich Flansche und einen Support für die Pumpe und schraube das Zeug zusammen. Shit, die Klammer ist zu klein, also Pumpe nochmal abnehmen. Jetzt, ja, so könnte es funktionieren -wenn der Kübel dicht ist. Auf das Vorgärtchen im zweiten Badezimmerfenster lege ich ein paar rustikale Balken. Nun würge ich den ausgedienten Geschirrspüler durch das Schiebefenster und lege ihn auf Sims und Balken. Ein Wasserschlauch wird an der Dusche angefixt und den Behälter einmal zur Hälfte gefüllt. LxBxH, ergibt im metrischen System etwa 180 Liter. Ich schmunzle: Die Yankees hätten wieder eine halbe Stunde gerechnet mit Qubikinch oder Squerfoot...
Das Zeug ist dicht und die Balken halten die 100 Kilo! Also weiterfüllen. Uff was ist denn das, da läuft Wasser heraus, wo es nicht sollte. Ich rutsche in der nassen  Badewanne aus, will mich am Schlauch halten, der löst sich und ich werde pflotschnass. Ist das der Dank für meine Schadenfreude? Wie ein begossener Pudel entledige ich mich meiner Hose und Slip, trockne mich ab und sehe nach. Da ist ein Loch, -oder ein Schlitz. Einerlei, zugepflastert muss er werden. Ich lasse trocknen, hole in der Werkstatt die Silikonpistole und fülle das Leck. Nun ist Zeit für die restliche Installation. Ich schraube das T-Stück mit der Brause zusammen, verlege einen Schlauch und suche nach einem anständigen Elektrokabel. Noch ein Zwischenschalter gefahrfrei eingeschlauft und test. Wenn Hanni nach Hause kommt demonstriere ich ihr mein Werk und fülle am Abend den Behälter ganz, damit man am morgen trotzdem duschen kann!...

 

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