
Mittelalter Mode / Gewandungen
2. Abschnitt: 1200 bis 1350
die Zeit der Minnes�nger, Turniere und Ritter
Neu waren in dieser
Zeit:
Kleidung mit Kn�pfen anstatt
von Schn�rungen: Durch die Kreuzfahrer wiederentdeckt, hatten die Kn�pfe in der
Minnes�ngerzeit ein Comeback. So konnte nun der Halsausschnitt enger werden,
brauchte dann aber einen Halsschlitz mit Knopfverschluss. Auch die Schlitze an
den Unter�rmeln und ganze Vorderpartien von Kleidern waren mit Kn�pfen
ausgestattet.
Die Suckenie wurde von Mann und
Frau �ber dem Kleid bzw. der Cotte getragen. Sie ist nicht immer eindeutig vom
Surkot zu unterscheiden und hatte eine �hnliche Funktion, da sie aus Wolle war,
denn sie sollte w�rmen.
Weite Kleiderschnitte mit engen �rmeln + �hnliche Schnittformen f�r Herren und Damen: Der Bliaut der Kreuzfahrerzeit wurde weiter und fiel in vielen Falten oft ungeg�rtet bis zum Boden herab. M�nner wie Frauen trugen �hnliche Gew�nder, aber auch gleiche Haartrachten. So waren teilweise nur beim n�heren Hinsehen M�nner von Frauen zu unterscheiden.

Zu sehen sind solche Abbildungen sehr zahlreich
in der sogenannten Manessischen Liederhandschrift (ca. 1330, Original in
Heidelberg), aber auch in vielen B�chern �ber das Mittelalter kann man Bilder
davon finden. Festgehalten sind dort in Miniaturen verschiedene Pers�nlichkeiten
des h�fischen Lebens der Zeit, z.B. Wolfram von Eschenbach und Walter von der
Vogelweide.
Die Frauen auf diesen Bildern tragen das
�Gebende�, eine Kopf, Ohren und Kinn fest umschliessende Binde, die
zusammen mit einem festen leinenen Stirnreif von verheirateten Frauen getragen
wurde. Die Binden um Kinn und Wange verdeckten den gr�ssten Teil des Gesichts,
und so mussten die Frauen teils erst ihr Gebende ablegen, damit sie erkannt
wurden. Auch beim Sprechen, Lachen, Essen und K�ssen war das Gebende hinderlich.
Es wurde daher als Inbegriff der Frauenzucht angesehen, und eine Frau, die ihr
Gebende lockerte, sagte man lose Sitten
nach.

Die j�ngeren M�dchen und M�nner (im MA wurden die Menschen bereits im Alter von 15 Jahren verheiratet) trugen den �Schapel�, einen Reif aus Metall, Schn�ren oder Blumen als Haarschmuck.

Das zuerst von den Spielleuten getragene Mi-Parti griff auf die gesamte Mode der Zeit �ber, u. wurde sp�ter auch von Frauen getragen. Der Begriff Mi-Parti (frz. f�r �halb-geteilt�) meint eine Teilung des Gewandes in verschiedene Farben. Bunt gemusterte Stoffe waren meist zu teuer, und so setzte man verschiedenfarbige Stoffst�cke aneinander. Die Teilung der Stoffst�cke verlief meist vertikal und in der Mitte des Kleidungsst�cks (also symmetrisch). Sp�tere Formen des Mi-Parti zeigten sehr aufwendige Musterungen in Rhomben, Zickzack- oder Schr�gstreifen, u. entwickelten sich zu einer besonderen Symbolik, mit der u.a. die Gem�tsverfassung des Tr�gers ausgedr�ckt wurde. Die meisten kennen diese Mi-Parti-Form in der bis heute erhaltenen Figur des Narrenkost�ms (Harlekin).
Ringpanzer / Kettenhemd: Stossd�mpfendes Geflecht aus zusammengenieteten- oder geschweissten Ringen. Das Kettenhemd sch�tzte nur vor Schl�gen und Hieben, ein Pfeil konnte aber hindurchgehen und den Tr�ger t�ten. Das Kettenhemd reichte bis zum Knie und war meist mit �rmeln versehen. Alle anderen K�rperteile wurden mit extra Kettengeflechten gesch�tzt. Ein Kettenhemd konnte 10 Kilo und mehr wiegen. Das Kettendhemd an sich war keine neue Erfindung im Mittelalter, aber erst in der Zeit der Turniere kam es so richtig 'in Mode'.

Der sogenannte Topfhelm wurde zum Kettenhemd getragen.
Er hatte im Gegensatz zu fr�heren Helmformen nur noch einen Sehschlitz, und sch�tze den Kopf damit rundherum.
Den Waffenrock oder auch Wappenrock trugen die Ritter �ber der R�stung. Er diente der Repr�sentation, war in auff�lligen Farben gehalten und mit dem Wappen des Ritters oder seines Lehnsherren geschm�ckt.
Das Pferd
des Ritters (das Wort Ritter kommt von Reiter) trug ein spezielles
Kleidungsst�ck in genau denselben Farben wie der Ritter, n�mlich eine
Schabracke. Auch sie wies das Wappen des
Ritters auf.
(Der Ausdruck �alte Schabracke� kommt wahrscheinlich daher, dass eine alte, bereits grau gewordene Schabracke auf ein ebenfalls altes, klappriges Pferd hinwies, desssen Ritter sich weder das eine noch das andere neu leisten konnte. Das ist aber nur eine Vermutung; wer eine bessere Erkl�rung hat: Immer her damit.)


Auch im Mittelalter gab es mehr arme Leute als reiche, von daher m�chte ich gern auch noch ein wenig von der Mode in diesen Schichten erz�hlen.
Leibeigene waren unmittelbarer Besitz des Gutsherren, sie konnten mit dem Gut, zu dem sie geh�rten, verschenkt, vererbt, getauscht oder verkauft werden. In dieser Art von Sklavenhaltung lebten sehr viele Menschen der mittelalterlichen Bev�lkerung.
Generell war
die Kleidung der Mittel- und Unterschichten einfacher als die der
h�fischen Gesellschaft, denn sie mussten nicht nur harte Arbeit verrichten und
daher praktische Kleidung tragen, sondern konnten sich meist auch keine teuren
Kleidungsst�cke leisten.
Die Stoffe waren gr�ber gewoben, und nat�rlich trug kein Bauer Seidenstoff. Die Stoffe der einfachen Leute hiessen Leinen und Wolle. Diese Stoffe entstanden in Handarbeit durch die Frauen der Familien.
Die Kleidung eines Bauern bestand aus einer Jacke und einem Wams aus Wolle, die Jacke war mit Leinen gef�ttert. Dazu kamen Leinenhemd, Unterhosen, wollene Beinlinge, die an die Unterhosen angebunden waren und Arbeitsstiefel aus Leder sowie Filz- oder Strohhut.
Im Winter trug
man Schaffellm�ntel, die K�lte und Regen abhielten. Wenn es schlammig war,
schnallte man Trippen unter die Schuhe. Die Oberkleidung der Bauern wurde
�brigens nie gewaschen, nur die Unterkleidung, wie z.B. das Hemd. Die Kleidung
musste ein Leben lang halten, wobei dieses Leben auch nicht lang war, denn ein
Bauer wurde um 1300 kaum �lter als 25 Jahre!
F�r Bauern gab
es Kleidervorschriften, die z.B. besagten, dass sie nur billige und graufarbene
Stoffe verwenden durften, und auch langes Haar war f�r sie verboten. Solche
Vorschriften zielten darauf ab, Standesunterschiede deutlich zu machen , da
gerade die Kleidung der mittelalterlichen St�ndegesellschaft eine wichtige
Funktion als Statussymbol f�r die oberen Schichten
besass.