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>>I Love You, Goodbye<<

 

I was confused

I didn't understand why I was feelin' things

I've never felt before

This sweet experiences

Your sweet lips upon my cheek

They had made me believe

Things could become better than before

But you know we'd ignore

All signs that were telling us

To stop at the point where we've arrived

You saw the pain across my face

And I saw the wounds I've done to you

So I think it was better to tell you now

What I was feeling and what I'm feeling right now

While I write this letter to you:

"You can't tell the world how you feel

You can't describe it at all

The mess is gettin' harder to handle

And just won't go away, won't go away

I love you but I was wrong

Our love is not this strong

Enough, I got to go and you know why

Honey, I love you, goodbye."

 

[�written by myself]

 

-1-

>>Wer ist dran?<<, br�llte ich lautstark durch den ganzen Flur. Keine Antwort. Stattdessen nur ein lautes Aufquieken meiner Freundin. Was war denn los? Hatten wir im Lotto gewonnen, oder was?

>>Jenni! Wer ist DRAN?<<, br�llte ich erneut. Ich konnte jetzt nunmal nicht. Ich lag in der Badewanne und war zu faul rauszusteigen. H�rte sie mich wieder nicht? Sie musste gerade telefonieren, ich hatt' ja vorher klingeln h�ren. Ganz deutlich. Warum hatte ich das Ding auch nicht mit ins Bad genommen? Es bimmelte doch in letzter Zeit sowieso die ganze Zeit. Jenni hatte einen aufregenden Job. Sie war Fotografin und na ja, sie bekam sehr, sehr viele Auftr�ge von ihrer Agentur. Sie war erfolgreich. Ich nicht. Ich lebte mein Leben eigentlich viel, viel ruhiger, als mir lieb war. Ich brauchte Action in meinem Leben. Doch seitdem ich gefeuert wurde als Anwaltsgehilfin hier in einer Kanzlei in Tampa, gammelte ich den ganzen Tag in der Wohnung. Jenni war nicht da. Sie war die letzte Woche eigentlich nie l�nger als eine Stunde bei mir. Obwohl sie nur zwei Stra�en weiter ihre eigene, nicht gerade kleine, Wohnung hatte. Wie ich hier. Nur meine Wohnung hatte keinen Whirlpool, kein Wasserbett und auch keine Fu�bodenheizung. Ich war allerdings zufrieden. Was sollte ich mit 'ner 5-Raumwohnung, wenn ich doch allein lebte? Ehergesagt WOHNTE ich alleine. Noch. Jenni und ich hatten vor zusammenzuziehen. So in einem Monat, wenn ich wieder irgendwo Arbeit gefunden hatte und die Miete mitbezahlen konnte. Das hatte sie erst abgelehnt, aber ich war gern unabh�ngig und hing niemandem am Rockzipfel.

Die T�r sprang auf. Jenni stand im Rahmen und hielt inne. Ein L�cheln huschte �ber ihre sch�nen Lippen. Ich grinste. Sie warf mir einen verf�hrerischen Blick zu, bevor sie mir den H�rer reichte.

>>Ist f�r dich, Mausi!<<

Ich hielt meine Wange hin, damit sie mir einen Schmatzer darauf geben konnte. >>Danke, wer ist es?<<, fragte ich neugierig. >>Frag' doch nach!<<, erwiderte sie schulterzuckend, als sie das Bad wieder verlie�. >>Das war nicht die Antwort auf meine Frage!<<, rief ich ihr noch hinterher, doch das hatte sie bestimmt nicht mehr geh�rt.

Jenni und ich waren ein Paar seit ich denken kann. Mit 13 war es freundschaftlich. Mit 17 waren wir fest zusammen. Es war nicht schwer f�r mich, mir einzugestehen, dass ich lesbisch war, aber es war umso schwerer f�r Jenni. Ihre Eltern waren streng katholisch und lebten nicht gerade im Hier und Jetzt. Es machte mich traurig mitanzusehen, dass ihre Eltern den Kontakt zu ihr abbrachen, nur weil sie anders war. Und SO anders ist es doch eigentlich auch wieder nicht, wenn man anstatt einem Mann eine Frau liebte, oder? Jenni hatte mir vorgemacht, das lie�e sie kalt, doch ich bemerkte, dass sie sich seit dem schicksalshaften Telefonat mit ihren Eltern, jede Nacht in den Schlaf geweint hatte.

 

-Flashback-

>>Hey Mom! Wie geht's euch so? Ich bin's, Jenni!<<

>>Jennifer! Kind, du rufst aber sp�t an. Wir haben halb zehn Uhr abends. Dein Vater und ich waren schon im Bett! Ist irgendetwas passiert?<<

>>Allerdings. Mom, ich muss euch was sagen.<<

>>Ist es etwas Schlimmes? Du wei�t, dein Vater kann mit seinen Herzproblemen keine Aufregung vertragen!<<

>>Ich wei� nicht, wie schlimm ihr es finden werdet.<<

>>Egal, sag's mir. Ich werde entscheiden, ob dein Vater es erf�hrt.<<

>>Also, �hm, ja.... �h... es ist so: Ihr kennt doch Sam, oder?<<

>>Ja, Samantha, deine Schulfreundin.<<

>>Ja ja, also Sam... also, �h... ach Mom... es ist schwer euch das zu sagen.<<

>>Ist was mit Sam passiert?<<

>>Ja, es ist was mit Sam.<<

>>Und ist es was Schlimmes? Ist sie krank? Hat sie Sorgen?<<

>>Nein nein, nichts von beidem. Sam ist... also, Sam ist meine Freundin.<<

>>Ja Jennifer. Das wissen wir doch.<<

>>Ich meine, *durchatme* meine richtige Freundin. Wir sind zusammen, Mommy.<<

>>Zusammen?!? Wie soll ich das verstehen?<<

>>Ich meine...<<

>>...sie ist lesbisch?<<

>>J...<<

>>...DU bist lesbisch? Ihr seid zusammen?<<

>>Ja, Mom. Ich bin l...<<

>>Nein!! Sag's nicht! Sprich es nicht aus! Ich will es nicht mehr h�ren!<<

>>Mom! H�r' mir doch mal richtig zu! Lass mich erkl�ren! Es ist...<<

>>Wie kommst du dazu? Haben wir dich nicht richtig erzogen? Was haben wir nur falschgemacht? Was ist bei dir schiefgelaufen? Hast du was getrunken? Hat sie dir Drogen gegeben? Was ist nur mit dir los? Das kann doch nicht stimmen!!! Das bist nicht du, Jennifer!<<

>>Doch, Mom! Ich habe mich doch nicht ver�ndert. Aber ich liebe Sam numal!<<

>>Sei still! H�r' auf so ein Unsinn zu reden! Man verliebt sich als M�dchen in einen Jungen und nicht in ein M�dchen! Das ist so und das wird immer so sein. Sowas gibt's doch gar nicht! Das ist doch nicht normal!<<

>>MOM! Das ist nichts Verbotenes!<<

>>Ach und als n�chstes sagst du mir, du bist keine Jungfrau mehr! Kein Mann wird dich wollen! Du bist keine ehrbare Frau mehr! Du bist nicht mehr rein, du...<<

>>H�r' auf so zu reden! Das ist doch unm�glich... das ist... das geht nicht... sie ist ja kein Mann... ich habe keinen richtigen.... *grummel* mit ihr!<<

>>Das ist egal!! Du kannst unserer Familie doch nicht eine solche Schande antun! Und dann noch Sam! Sam ist doch nun wirklich nicht dein Niveau!<<

>>Mein Niveau?!? Ich liebe sie und das ist alles was ich wissen muss!!<<

>>Lieben? Du liebst sie? Das ist unm�glich. Ich diskutiere auch nicht weiter mit dir. Du kommst nach Hause und h�rst auf mit deinem schmutzigen Dasein in San Francisco oder....<<

>>WAS ODER? HASST IHR MICH SONST? WAS VERDAMMT IST SO SCHLIMM DARAN???<<

>>JENNIFER GREY! HALT DEINEN MUND!<<

>>Nein, halte ich nicht. Es ist nicht eure Entscheidung mit wem ich verkehre und nicht eure!<<

>>Ja, VERKEHR mit wem du willst! Unsere Tochter bist du jedenfalls bestimmt nicht mehr!<<

Klick.

-Flashback Ende-

 

Es hatte sie wirklich sehr mitgenommen. Ich war froh, dass sie dar�ber hinweg gekommen war und nicht wirklich auf ihrer Mutter' Vorschlag eingegangen ist. Denn das h�tte mir das Herz gebrochen... aber wie immer konnte und kann ich mich voll und ganz darauf verlassen, dass sie hinter mir stand! Genau wie ich hinter ihr! Unsere Liebe war etwas ganz Besonderes, denn fr�her hatte ich viele m�nnliche, richtige Freunde. Fr�her, mit 15 und 16. Fast Einen in jedem Monat, aber da lief nie wirklich was, au�er K�ssen und H�ndchen halten. Ich sehnte mich auch nie danach. Jenni auch nicht. Das war wahrscheinlich der Grund, weswegen wir uns schon immer so nah gewesen waren. Auch, als wir noch nicht wussten, was das Schicksal f�r uns zwei bereithielt. Das wussten wir heut auch noch nicht, aber eins wusste ich ganz sicher: Ich liebte sie und sie liebte mich und wir w�rden unser Schicksal teilen!

>>Ja?<<, fragte ich vorsichtig in den H�rer. Eine weibliche, freudige Stimme erklang und rief aufgeregt meinen Namen: >>Samantha! Samantha! Wie sch�n deine Stimme zu h�ren! Kennst mich noch?<<

>>Janie! Mensch! Das ist ja toll, dass du dich meldest!<<

Zur Erkl�rung: Janie war meine Cousine. Meine Lieblingscousine. Leider hatten wir uns schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr gesehen und auch sonst keinen Kontakt gehabt. Sie wusste allerdings besser �ber mich Bescheid als sonst Jemand. Mit Ausnahme von Jenni, versteht sich.

>>Ja, ne? Ich hab gedacht, ich ruf' dich mal an und frag' dich was.>> Ihre Stimme klang geheimnisvoll. >>Sag' schon! Was' los? Ach und wie geht's Jacob?<<

>>Dem geht's sehr gut. Uns geht's gut. Wir werden heiraten!<<

Ich hopste in der Badewanne auf und quietschte genauso in den H�rer wie Jenni vor ein paar Minuten. Das war ja Wahnsinn, dass er sie endlich rumbekommen hat. So wie ich ihn kannte h�tte er sie jeden Tag gefragt, wenn er nicht gewusst h�tte, wie sie dazu stand. Ich freute mich mit einem Mal wie ein kleines Kind �ber ein Leckeis.

>>Das ist ja geil! Wow, ich kann's nicht glauben! Meine kleine Cousine tritt endlich vor den Altar! Und dann auch noch mit deinem kleinen Chaoten!<<

Sie lachte silberhell. >>Ich wei�, ich wei�. Ich hab den Besten abbekommen!<< Ich nickte. �berfl�ssig, ist ja kein Bildtelefon. Zum Gl�ck, schlie�lich bin ich nackt.

>>Und wann ist die Hochzeit? Sag' jetzt nicht erst in f�nf Monaten oder so!<< Hab ich schon erw�hnt? Ich hasste es lange auf erfreuliche Ereignisse zu warten... anstehende, geplante... egal!

>>Schon in einer Woche. Ich habe vergessen euch eine Einladung zur Feier zu schicken, weil ich eure Adresse auch nicht hatte. Deswegen ruf' ich an und mach's m�ndlich.<< Ich grinste. >>Schon klar, Janie! Danke f�r die Einladung! Wir kommen nat�rlich!<< Sie schnaufte einmal zufrieden, als ob sie endlich die allerletzte Sache heute auf ihrem Terminkalender erledigt hatte. >>Achso, ihr kommt DOCH beide? Jenni hatte mir eben gerade gesagt, dass das nicht klappt, weil sie einen wichtigen Fotoshoot hat.<< Janie's Stimme h�rte sich traurig an. Also WIRKLICH Jenni! Das hatte sie nicht wirklich gesagt oder? Nun ja, ich w�rde sie schon �berreden! Also sagte ich laut: >>Janie! Ich regel' das. Wir kommen beide. Versprochen! Wir k�nnen sowas doch nicht verpassen!<<

>>Gut, alles klar. K�nntet ihr denn schon morgen oder �bermorgen kommen beide? Ich mein, ich werde von Tag zu Tag aufgeregter nerve alle hier mit meinem Rumgerenne und Geplane.<<

>>Wie? Habt ihr keinen Hochzeitsplaner oder so?<<

>>N�, ich organiesier' das lieber alles selbst mit Jacob zusammen.<<

>>Das stimmt, das ist dann echt ganz sch�n anstrengend.<< �chzend grapschte ich nach der Shampooflasche, die am andere Ende der Wanne auf dem Rand stand. Was musste ich mir aber auch immer alles so ung�nstig plazieren, bevor ich baden ging? Janie lachte. >>Was machst du denn gerade da? Schleppst du einen Hinkelstein?<< Ich stimmte mit ein. >>Nein, ich sitz' in der Wanne. Das Shampoo steht da hinten am andere Ende der Wanne und grinst mir h�misch entgegen. Dieses Schei� L'orealzeug wei� genau, dass ich nicht rankomm' wenn ich telefoniere.<< Sie lachte immer lauter. >>Das... das... h�rt.. sich an, Sam!<< Ich sch�ttelte den Kopf. Sie badete wohl nie alleine und kannte solche Probleme!? >>Nochmal wegen dem Herkommen, Sam. W�rde das gehen? Wei�t du, wo die Jungs wohnen? Da bin ich gerade. Bei Jake. In Orlando. Er hat soviel zu tun und deswegen hab ich mich in sein Zimmer miteinquartiert. Na ja, is' recht klein und ich muss immer Angst haben, dass mir im Schlaf nicht Eine seiner Gitarren auf den Kopf f�llt, aber sonst ist es wirklich sch�n hier. Die Jungs w�rden sich sicherlich �ber netten, weiblichen Besuch freuen!<< Ich grinste h�misch. Ihre Stimme klang total hinterlistig. >>Tja, da werden sie aber wohl nicht viel von haben, ne?<< Bestimmt nickte Janie gerade. >>Mein Reden. Sie d�rfen gucken aber net anfassen.<<

>>Hey! Was sind denn das bitte f�r Kerle?<<

>>Ach, ganz Liebe. Die sind wirklich mehr als in Ordnung. Ihr werdet euch sicher prima verstehen.<<

>>Okay, wenn du das sagst und wenn du dich schon mit dem Schlimmsten von allen verheiraten willst...<<

>>Hey Sam!<< Ich zog den Kopf ein. >>Ja, okay, ich h�r' schon auf. Jake ist der Beste.<< >>Na der Beste auch nicht... er kann nicht kochen.<<

>>Daf�r hat er andere Qualit�ten.<< Sie giggelte drauf los. >>Na, wollen wir das Gespr�ch mal nicht tiefergehen lassen, als gewollt, ne? Das bleibt alles mein Geheimnis.>>

>>Will ich ja auch nicht wissen.<< Sie nieste. >>Geeesundheit. Dann sind Jenni und ich so ungef�hr gegen neun oder zehn bei dir. Morgen, mein ich. Okay?<<

>>Okay, alles klar. Wir freuen uns! Besonders ich! Hihi. Bye.<< Sie WAR aber auch eine S��e! >>Bye bye Janie. Gr�� Jake und schonmal die Vier da!<< Klick. Aufgelegt. So, jetzt, du dummes Shampoo, bist du dran!

 

-2-

Mein Name: Samantha Pray (toller Name, was?), aber meine Freunde nannten mich Sam. Wie ein Mann sah ich allerdings eher nicht aus. Der maskuline Typ war weder ich, noch Jenni. Eigentlich unnormal bei lesbischen Paaren, aber na ja. Wenn es doch einen maskulinen Teil von uns gab, war ICH das jedenfalls nicht. Auch wenn man(n) nicht sagen konnte, dass ich sonderlich klasse aussah. Eigentlich h�tte ich mal wieder ein bisschen Sport treiben sollen. Nicht, dass ich durch die Gegend kugelte, aber 'n bauchfreies Top verabscheute ich genauso wie Erdnussbutter und Schwarzbrot. Donuts waren okay. (Wer a� schon KEINE Donuts?!) Bei meinen mickrigen 1, 69 Metern brachte ich schon 61 Kilo auf die Waage. Man kann sich das Bild dazu denken, auch wenn Jenni immer sagte, sie w�rde sie fragen, wo die Kilos bei mir alle abgeblieben sind. Die kleine Spinnerin... anyway. Bikinibademoden konnte ich nicht vorf�hren... Jenni schon. Sie war wirklich die sch�nste Frau, die ich je gesehen hatte! Ihre braune Haut (sie war farbig) brachte ihre perfekte Figur beneidenswert zur Geltung, ihre dunkelbraunen Augen glitzerten in der Sonne sch�ner als Kastanien und ihre h�ftlangen, schwarzen, kleingelockten Haare luden regelrecht dazu ein, hindurchzufahren. Mich jedenfalls. Mein Alter betrugt unwesentliche 23 Jahre. Jenni, eigentlich Jennifer Turner war �lter als ich. Stolze 29. Fast 30. Dieses Jahr hatte sie Geburtstag. Wir hatten Mai. Drau�en schien die Sonne unerbittlich auf die Erde Floridas. Hier zu leben war echt ein Traum. Meine Eltern wohnten in Kalifornien. Irgendwo in San Francisco. Meine richtigen Eltern. Meine Stiefeltern lebten auch in Florida. Ungef�hr drei Ecken weiter. Sie kamen mich einmal die Woche besuchen und kochten f�r mich, wenn Jenni nicht da war. Kochen war nicht meine St�rke. Da war ich zu faul f�r. Ich machte mir lieber T�tensuppen oder bestellte mir was beim Chinamann. Das schmeckte allemal besser als das, was ich da zusammenkochte. Ich versuchte mich mal an einer K�sesuppe und heraus kam etwas Undefinierbares. Ich war mir allerdings sicher, das Zeug war rarioaktiv, so wie das blubberte und stank. Den Ingwer h�tte ich vielleicht weglassen sollen, aber egal jetzt.

Meine Berufssituation hab ich ja bereits erkl�rt. Arbeitslos. Im Moment. Doch ich wollte versuchen an einen neuen Anwaltsjob ranzukommen. Obwohl das nicht meine wirkliche Leidenschaft war. Viel lieber zeichnete ich, sang oder schrieb. Keine Gedichte, sondern solche kleinen Fanatsienovellen. Es machte irrsinnig Spa�, blo� fr�her hatte ich nie Zeit. Heute konnte ich schreiben, zeichnen oder singen wann ich wollte. Vielleicht malte ich ein Bild von Janie und Jacob und schenkte es ihnen zur Hochzeit. Oder? Keine Ahnung. Doch da kam mir eine andere Idee...

 

>>Wie meinst du das, wir m�ssen packen?<<, fragte Jenni aufgebracht. Ich sch�ttelte nur l�chelnd den Kopf �ber ihren Gesichtsausdruck. Sie sah so unglaublich gut aus, wenn sie sich aufregte. Das hei�t jetzt nicht, dass ich das mochte, wenn wir uns stritten, doch irgendetwas sagte mir, dass wir uns in f�nf Minuten nicht mehr streiten w�rden. >>Ich habe Janie nunmal versprochen, dass wir sie "betreuen", w�hrend der n�chsten Woche. Sie ist doch so aufgeregt! Das verstehst du doch, oder?<< Ich machte einen Schmollmund und tapste nur mit einem Handtuch bekleidet auf sie zu. Sie r�mpfte die Nase. Doch das machte sie immer, wenn sie angestrengt �berlegte. Und ich liebte es, so wie ich alles an ihr liebte. Ihren Duft, den ich an ihrem Hals einsaugte und auch ihre H�nde die an meinem R�cken herunterstrichen. >>Ich kann wirklich nicht mitkommen.<<, hauchte sie mir ins Ohr. Trotzdem blieb ich hart: >>Willst du mich wirklich allein zu vier unverheirateten Jungs gehen lassen? Vielleicht werde ich dir untreu?!<< Sie lachte leise und verteilte kleine K�sschen auf meinem Hals. >>Das glaube ich weniger. Um Janie mach' ich mir Sorgen.<<

>>Wieso um Janie?<< Ich l�ste unsere Umarmung. Jenni verzog das Gesicht zu einer Grimasse. >>Hast du sie schon aufgegeben?<< Ich konnte nicht glauben, dass sie mir heute, nach drei Jahren noch mit dieser Geschichte kam. Na und? War ich halt mal verliebt in Janie! Das war lange her und heute war nichts mehr von meiner ehemaligen Schw�rmerei �brig. >>Ich liebe dich, Jenni. Nicht Janie. Janie liebt Jake. Nicht mich. Das ist okay. Ich empfinde gar nichts mehr f�r sie.<< Nat�rlich glaubte sie mir. Ich hatte ihr auch noch nie einen Grund oder einen Ansatz zum Zweifeln gegeben. Wenn ich sagte es ist nichts, dann war da auch nichts. Ehrlichkeit ist mitunter das Wichtigste in einer Beziehung. In JEDER Beziehung. Auch in freundschaftlicher. Na ja, dass ich in sie verliebt war, wusste Janie nicht und das sollte sie auch nicht wissen. Wer wei�, ob sie mich dann immer noch so gesehen h�tte, wie sie`s heute tat. Au�erdem w�re auch mein Verh�ltnis zu Jacob damit gef�hrdet. Also, ich hatte jetzt kein Verh�ltnis mit ihm, sondern das mein ich als Freundschaft. (du wei�t schon! *zwinker*)

>>Dann fahre ich halt allein. Aber du versprichst, du kommst am Samstag zur Hochzeit, ja?<< Jenni nickte und ich verfiel wieder in meine K�sschenorgie.

 

-3-

>>Wo liegt denn dieses beschissene Haus nur? Das kann doch nicht so schwer zu finden sein!<<, raunte ich zu mir selbst. Ich fuhr jetzt schon seit beinah einer halben Stunde durch diese EINE Gegend von Orlando und hatte die Villa immer noch nicht gefunden. Hilfe! Wenn nicht gleich ein Wunder geschah, war ich am Arsch! Das Radio half mir auch nicht gerade. Sie spielten die Backstreet Boys und jeder liebte die Backstreet Boys, oder? (Scherz)

 

>>Wo bleiben sie nur? Sie meinte sie kommen zwischen neun und zehn und jetzt ist es beinah elf.<<, klagte Janie Jacob ihr "Leid". Jacob fand das jetzt nicht wirklich so tragisch. Warum sollte er auch? Das w�re nicht das erste Mal, dass sich jemand so restlos versp�tete heute. Er dachte da an einen gewissen Ashley, der mal wieder das gr��te Bad �ber eine Stunde lang belegt hatte, nur um >>...seine Haare nochmal in Form zu bringen...<<. Ja, in Geduld hatte er �bung. Au�erdem brachte ihn heute sowieso nichts aus der Ruhe. Er und Janie w�rden Samstag heiraten und allein der Gedanke daran brachte sein Herz zum H�pfen.

 

>>Entschuldigung? Wie komme ich zur Villa von O-Town?<<, fragte ich eine �ltere Passantin. Sie rollte entnervt die Augen. >>Miss, sie sind schon die Dritte, die mich das heute fragt. Ich gehe hier den ganzen Tag spazieren. Immer von rechts nach links vor meinem Haus. Sehen sie das dahinten mit den roten Blumenk�sten...<< Hallo? Ich wollte nicht ihre Lebensgeschichte wissen, sondern nur, wie ich es heute noch zu meiner Cousine schaffe. >>...ach ja, mein Mann hat den Garten immer bewirtschaftet und er hatte solche lustigen gr�nen Gummistiefel, die immer ganz schmutzig waren, wenn er aus dem Garten kam...<< Ich schlief gleich ein oder gab Gas und fuhr der Frau �ber den Fu�! >>...als er bei der Marine war hab ich mich immer um den Garten gek�mmert, aber immer wenn er zur�ckkam fing der Flieder an zu sprie�en und die Kartoffeln gediehen gleich doppelt so stark. Das war echt eine Freude anzusehen, wie sich die Pflanzen freuten, wenn Freddie nach Hause zur�ckkam. Nur eines Tages...<< Gleich rastete ich aus... gleich... gleich... >>...jedenfalls m�ssen sie hier gleich links und dann nocheinmal in eine Seitenstra�e nach links. Freddie und ich sind dort auch viel spazieren gegangen und dabei hat er mir immer...<<

>>Dankesch�n. Sch�nen Abend noch.<<, fiel ich ihr ins Wort. Das konnte ich mir wirklich nicht mehr l�nger anh�ren. Normalerweise war ich ein geduldiger Mensch, aber was zuviel war, war zuviel.

Hier sollte es also sein. Ich parkte mein Auto am Bordstein eines Hauses, nein, einer Villa, die gelb get�ncht war. Ich erkannte nur das Dach und ein einzelnes Fenster. Das Gel�nde war von einer hohen Mauer umgeben. Als ich ausstieg, meine Tasche auf den R�cken hievte und auf das Tor zuging, entdeckte ich Unmengen von kleinen Messages an der Wand. Teils gekritzelt, teils gesprayt. Da hatten sich aber ein paar M�dels oder vielleicht auch Jungs, richtig M�he gegeben. Einige "Kunstwerke" sahen echt nicht schlecht aus. Die Kritzeleien mit den h�bschen "Fuck"-W�rtern �berflog ich. Auch las ich hier und da ein: >>Ich will ein Kind von dir!<< oder: >>Ich erwarte ein Kind von dir!<< Meistens Ashley, Erik und Dan... na ja.. wenn ich die Namen jetzt richtig entziffert hatte. Ashley? Hatten die auch ein M�dchen in der Band oder war ich schei�e informiert? Mann, ich h�tt' mir ruhig mal was �ber O-Town durchlesen k�nnen, bevor ich hierher fahre. Das Einzige was ich kannte von ihnen, waren die Lieder die im Radio rauf und runter gespielt wurden. In letzter Zeit hatte ich allerdings weniger von ihnen geh�rt und mich schon gefragt, was los sei. Konnte ich ja bei Gelegenheit mal fragen...

>>Sam! Du bist ja schon da!<<, vernahm ich Janie's Stimme neben mir. Ich lie� vor Schreck meine Tasche fallen. In der Dunkelheit h�tte ich sie echt nur an der Stimme erkannt. Na ja, hatte ich ja eben auch. Ich sprintete trotzdem auf sie zu und nahm sie fest in den Arm. Ihre blonden Haare waren l�nger geworden. Das fiel mir als Erstes auf. Dann, dass sie mir kleiner in Erinnerung war. Sie war ja gr��er als ich! Mist.

>>Sorry, aber Jenni konnte doch nicht mitkommen. Sie kommt aber nat�rlich zur Hochzeit am Samstag.<< Bei dem Wort "Hochzeit" merkte ich richtig, wie sich Aufregung in Janie breit machte. Ihre blauen Augen strahlten trotzdem. Ich freute mich mit einem Mal wirklich sehr, sie zu sehen. Und irgendwie war ich auch gespannt, wie Jacob und die anderen Jungs so waren. Okay, Jake kannte ich ja schon ewig, aba hatte ihn auch lang, lang nicht mehr gesehen. Etwas mehr als ein Jahr. Seine Dreadlocks waren bestimmt schon richtig lang!

>>Schon in Ordnung. Komm' rein, ich stell' dir alle vor. Was war denn los, dass du jetzt erst hier bist?<< Soviele Fragen aufeinmal...(*g*) Aaalso: >>Ich musste erstmal stundenlang diese verfluchte Villa suchen! Die is' ja echt m�rdergro�, aber die liegt ekelhaft versteckt hier in Orlando!<< Janie lachte. >>Tja, aber so wie's aussieht, hast du's noch gerade so geschafft, bevor hier alles und jeder schlafen geht.<<

>>Ihr habt alle auf mich gewartet?<<, fragte ich mit Verwunderung in der Stimme.

>>Ja! Ich will dir doch unbedingt alle vorstellen und so.<< Erst jetzt fiel mir noch etwas anderes auf. Janie war schon dabei die Haust�r zu �ffnen. Ich stolperte erstmal heftigst �ber den Anblick des riesigen azurblauen Pools, der gl�sernen �berdachung und den Gummipflanzen, die in jeder Ecke standen. Das lie� mich meine Frage f�r eine kurze Zeit vergessen. >>Wow! Ist das �berw�ltigend! Ich will auch mal Popstar sein, dann kauf' ich mir auch so'n Poolwintergarten oder wie auch immer das hei�t!!<< W�hrend ich aus dem Staunen nicht mehr raus kam, betrat Janie schon das "richtige" Haus. Pl�tzlich sprang Jacob neben Janie durch die T�r und kam auf mich zu. Ich murmelte ein: >>Hey Jake.<<, bevor er mich hochhob und einmal im Kreis drehte. Hab ich was verpasst, oder waren wir schon immer so dick befreundet? Ach ja, seine Gl�ckshormone, wegen der Hochzeit... ja ja... schon klar, Jakie. Okay, Jakie is'n Schei�spitzname. Da blieb ich doch besser bei Jake oder nur Jay.

>>Unser Besuch is' da! Ich glaub's ja net!<<, rief er. Junge, nicht so laut. Es is' sp�t, ich hab wenig geschlafen und die Oma von vorhin geisterte mir mit ihrem Freddie noch immer im Kopf herum! >>Ja, Jake, ich freu' mich auch sehr, dich mal wieder zu sehen.<<, antwortete ich ruhig. Erst jetzt merkte ich, wie m�de ich eigentlich schon war. Auto fahren machte mich immer m�de. Auch, wenn's nur eineinhalb Stunden waren. Au�erdem hatte ich Recht behalten. Seine Dreadlocks waren wirklich schon ein ganz sch�nes St�ck gewachsen. Nur, na ja, sein Bart hatte sich auch vom Kinnb�rtchen zum Langhaar-Vollbart gemausert. Er sah aus wie 'n... nein! Das war seine Sache. Und wiedermal war ich froh eine FreundIN zu haben. Die konnte n�mlich keinen Bart bekommen, der beim K�ssen kratzte. Wo wir beim Thema waren. Ich vermisste Jenni schon jetzt. Es war echt sch�n, Janie wiederzusehen, aber ich konnte mich nicht richtig wohlf�hlen, wenn ich wusste, dass Jenni irgendwo durch die USA flog, nur wegen Fotoshoots (die ihr nat�rlich wichtig waren), wenn sie hier bei mir sein konnte. Aber damit hatte ich mich schon lange abgefunden. Ich konnte nicht sagen, dass ich den n�chsten Minuten sonderlich happy entgegenblickte. Ich f�hlte mich in Gegenwart von fremden Leuten sowieso nicht so wohl.

>>Also, dann mal rein in die gute Stube.<<, sagte Janie einladend, hakte sich bei mir unter und zog mich in den Flur der Villa. Jacob nahm meine Tasche. Im Wohnzimmer wurde ich dann erstmal von acht Augen angestarrt. Noch nie 'ne Frau gesehen, oder was? Ich lie� mir meine Angst nicht anmerken und versuchte erstmal l�ssig auszusehen. Klappte wohl ganz gut. Meine Augen flogen von Gesicht zu Gesicht. Ganz rechts hockte ein junger Mann im Schneidersitz auf dem Sessel. Er hatte kurze, hochgestylte schwarze Haare und einen recht eigenwilligen Bart. Kurz: sowas hatte ich noch nie gesehen. Er schien mir auf den ersten Blick sympathisch. Das r�hrte sicherlich daher, dass er mir ein SO breites L�cheln entgegenbrachte, dass ich nicht anders konnte, als zuerst zu ihm zu gehen, um ihn zu begr��en. Gentlemanlike stand er auch auf und umarmte mich kurz. >>Hey, nett dich kennenzulernen. Ich bin Dan.<< Das war also Dan. Ja, klasse. Der neben ihm war farbig, hatte, wie ich sofort bemerkte knallbraune Augen, die mich an Glupschis (positiv auffassen bitte) erinnerten. Er l�chelte genauso lieb. Gut, mit dem w�rde ich auch Freundschaft schlie�en k�nnen. >>Hi, wie geht's? Ich bin Erik-Michael.<< Erik-Michael? Nee, ich nannte ihn nur Erik. Das Andere war mir zu lang. Neben Erik sa�, nein Moment, er war schon kerzengerade aufgestanden, ein Typ mit lustigen Haaren. Sie erinnerten mich an einen L�wenkopf oder so. Kleine Dreadies mit blonden Haarspitzen, ein schmalen Kinnbart (so einen �hnlichen hatte Jake auch mal gehabt) und dunkelbraune Augen. >>Samantha, stimmt's?<< Ich nickte und l�chelte. >>Ich hei�' Trevor.<< Trevor. Okay. Registriert. Der Letzte im Bunde war zu meiner Verwunderung ein Mann. Also nicht, dass er erst ausgesehen hatte wie 'n M�del, aber wenn das Ashley war, dann hatte er wohl mit seinem Namen nicht so 'nen Treffer gelandet... >>Tag, ich bin Ashley. Kannst Ash zu mir sagen.<< Immernoch nett l�chelnd erwiderte ich die feste Umarmung und sagte: >>Danke, mach ich.<< Janie ergriff das Wort: >>Ja, also, nachdem ihr euch nun kennt, k�nnen wir ja schlafen gehen, oder?<< Jacob und auch die vier Jungs nickten. Ich stand da und freute mich erstmal, dass sie mich nicht komisch angeguckt hatten. Das war mir alles schon passiert. Entweder, weil ich nicht solche Modeltraumma�e besa�, oder eben weil ich vom anderen Ufer war.

 

-4-

Toll. Ich hatte die Couch bekommen. Die COUCH! Die war das so ziemlich Unbequemste auf dem ich je gelegen hatte. Da h�tte ich jetzt viel lieber mit Jenni im Arm in meinem oder ihrem Bett gelegen und geschlafen. Doch auf diesem Ding war an Schlafen ja gar nicht zu denken. Nie und nimmer. Dabei war ich doch so schei�m�de! Ich kramte mein Handy aus meiner Tasche, die hinter der Couch stand. Keine Nachricht, kein Anruf. Sie hatte wohl echt viel zu tun gehabt. Na ja, also was sollte ich tun? Mit dem Fernseher kannte ich mich nicht aus. Genauer gesagt kannte ich mich mit GAR NICHTS hier aus. Die Jungs und Janie waren alle mit einem >>Gute Nacht<< und >>War nett dich kennenzulernen, Sam.<< die Treppe hoch in ihre Zimmer verschwunden. Ich trug eine 3/4 Schlafhose aus Baumwolle und das passende Oberteil. Normalerweise schlief ich nackt, aber na ja, das w�re hier wohl nicht so angebracht gewesen. Auch wenn die Jungs ja bereits wussten, dass ich nie was von ihnen wollen w�rde. Und NOCH au�erdem war es unwahrscheinlich... nee, nee, daran dachte ich jetzt schonmal gar nicht. Ich musste schon zugeben, sie sahen alle vier nicht gerade schlecht aus. Eher das genaue Gegenteil, aber in mir regte sich absolut nichts wenn ich sie sah. Oder sagen wir's so: als ich sie die f�nf Minuten gesehen hatte. Ihre Freundinnen waren bestimmt genau solche, denen ich auch manchmal auf der Stra�e hinterhersah. Lange blonde Haare, lange Beine, guter Vorbau, blaue Augen, was wei� ich. Ich stand ja nicht wirklich auf diesen Typ, aber so wie Jenni aussah musste ich schon sagen, dass ich IHR auf jeden Fall auch hinterhergestarrt h�tte. Nun, *freu* das hatte ich ja nicht n�tig bei ihr. Sie liebte mich, ich liebte sie... ich konnte es nicht oft genug sagen... es war einfach klasse. Es schien so, als w�rden so viele Probleme die es zwischen Mann und Frau in einer Beziehung gab nicht geben. Es schien aber nur so. In Wirklichkeit war es ganz genauso. Jenni mochte es auch nicht, wenn ich solchen M�dels hinterherschaute, doch das hatte ich auch schon seit einem Jahr nicht mehr getan. Alles ver�nderte sich halt und auch meine absolute Treue ihr gegen�ber w�rde st�rker und st�rker. Keine andere Frau w�rde unserer Liebe etwas anhaben k�nnen...

>>Kannst du nicht schlafen?<<, fragte eine m�nnliche Stimme aus der Dunkelheit. Ich erschrak. Mein Herz raste. >>Hast du mich erschreckt.<< Das sagte ich, obwohl ich noch nichtmal wusste, wer das jetzt war. Jake jedenfalls nicht. H�rte sich tiefer an und anders halt. Mehr Bass in der Stimme. Alles in allem eine sehr sexy Stimme. Halt mal kurz. K�nnen Stimmen sexy sein? Beim ihm wohl schon.. die Frauen lagen ihm sicher zu F��en... an was dachte ich da blo�? Das ging mich doch gar nichts an. Na ja, ich machte mir sowieso immer Gedanken �ber alles und jeden. Voll �berfl�ssig.

>>Sorry, wollt' ich nicht. Kann ich mich mal auf dein Nachtlager setzen?<< Jetzt erkannte ich ihn. Es war der Dreadietyp. Trevor, glaub ich. Ja, Trevor.

>>Sicher. Ich kann eh' noch nicht schlafen. Ihr habt die unbequemste Couch, auf der ich je gelegen hab!<< Er lachte leise. Erst jetzt konnte ich ihn ordentlich sehen. Die schwache Beleuchtung einer kleiner Lampe die auf dem Tisch neben der Couch stand, war angeknipst. Seine Boxershorts waren mit.... mit Duffy Duck? Was'n das f�r'n Kerl? >>Nette Boxers!<< Er schaute an sich herunter und nickte �berzeugt. >>Haben mir meine Freunde mal als Gl�cksbringer geschenkt. Schick, was?<< Ich nickte und machte ein Gesicht, als ob ich gro�en Respekt vor der Boxershorts hatte. >>Tr�gt sich sicher entenm��ig gut.<< Er lachte schon wieder. Das tat er anscheinend gerne. Ich hatte meine Bettdecke bis an den Hals gezogen und spielte an den Zipfeln umher. Woher die Nervosit�t? Ach ja, der Schlafentzug. Jenni hatte mich gestern Nacht ziemlich "besch�ftigt". >>Du siehst so vertr�umt aus. Denkst du an deine Freundin?<< Mist, das wollte ich ihn doch fragen. *grins* Na ja, war ja klar, dass er ein bisschen was dar�ber erfahren will, aber bitte. Ich hab kein Problem damit, �ber mich zu reden. Nicht im geringsten.

>>Ja.<<, lautete meine knappe Antwort. Bedr�ckende Stille legte sich �ber uns beide. An seinem Atemrhythmus erkannte ich seine Nervosit�t, die ich allerdings auch irgendwie sp�rte.

>>Wie lange seid ihr eigentlich schon zusammen?<<

Stille. Ich starrte auf seinen Oberk�rper... nicht schlecht... gar nicht schlecht... h�? Was? Hatte er was gefragt?

>>Sam? H�tt' ich nicht fragen sollen?<< Er holte mich zur�ck in die Realit�t.

>>Doch, doch, ist in Ordnung.<<

>>Und? Wie lange kennt ihr euch schon so? War's schwer zu eurer Liebe zu stehen?<< Was stellte er denn f�r Fragen? Waren wir hier bei 'ner Talkshow. Egal.

>>Wir kennen uns schon seit wir zehn sind. Aber gemerkt, dass wir uns lieben haben wir erst, als wir 17 waren. Jenni's Eltern konnten damit nicht umgehen und haben deshalb den Kontakt abgebrochen. Das find' ich total pikiert.<< Er nickte. >>Das ist wirklich bl�d. Zumal es doch das Normalste der Welt ist heutzutage.<< Ja, wie Recht er hatte. 

>>Und Jenni hei�t deine Freundin? Wie alt is' sie denn? Beziehungsweise, wie alt bist'n du jetzt?<< Alt genug f�r dich Trevor... argh! *grins* Nee, war jetzt echt 'n Scherz...

>>Jenni ist 29, wird dieses Jahr aber noch 30 und ich bin... ich bin 23.<< Er grinste.

>>Genauso alt, wie ich.<< Was? Er ist 30? >>Du bist 30?<< Er lachte auf und antwortete: >>Nein, nein. Ich bin 23, wie DU.<< Kurze Pause. Dann fragte er auf's Neue drauf los: >>Ich bin doch so neugierig. Wenn ich dir zuviel frag' musst' mir's sagen, aba: Was haben denn deine Eltern dazu gesagt? Und hattest du echt noch nie den Wunsch mal was mit 'nem Mann anzufangen? Und was arbeitest du 'n so? Und Jenni? Warum konnte sie denn nicht mitkommen? Kommt sie zur Hochzeit? Lern' ich sie auch kennen? Wenn sie so nett is' wie du, dann such' ich mir aba mehr solcher P�rchen als Freunde!<< Waaah, das warn' ja jetz' gar net viele Fragen aufeinmal oder so... 

So wie er mit mir redete (und wir redeten noch eine ganze Weile), war er ein Gentleman durch und durch, gab sehr auf die Gef�hle eines M�dels Acht, war extrem sch�chtern, aber trotzdem ganz sch�n verr�ckt. Nur 'ne kurze Feststellung mitsamt Charakterisierung. All inclusive. *grins*

>>Ich geh' dann auch mal schlafen. Ist schon ganz sch�n sp�t, ich meine, fr�h. Gute Nacht.<< Er grinste nochmal, stand auf und ging die Treppe hoch. Nat�rlich war es stockdunkel im Wohnzimmer, aber ich bildete mir ein Duffy Duck hatte mir von seinem Hintern aus zugewunken, denn immer wenn Trevor eine Stufe nahm bewegte sich eine H�lfte von Duffy's Hand. Verr�ckt, echt verr�ckt! Sam! Du starrst heute ganz sch�n viel in der M�nnerwelt umher...

Bu�hh... wer wagt es mich zu wecken? Ich war gerade mal eingeschlafen! Auf diesem Ding kann man jawohl echt nicht schlafen!! Erik? Ist das Erik? Der Typ, der mich gerade mit gro�en Augen anstarrte? Ja, Typ! Ich BIN wach! Und JA! Es ist wegen euch? Euch? Waren die anderen auch dabei? Vorsichtig machte ich beide Augen weit auf und versuchte gegen die Dunkelheit etwas zu erkenne. F�nf dunkle Gestalten durchquerten das Wohnzimmer. Erik beugte sich zu mir herunter und fl�sterte: >>Weiterschlafen! Nix passiert! Wir m�ssen unseren Flieger erwischen!<< Achso, ja und was ging mich das was an? Musstet ihr mich deswegen aufwecken? Ih glaub, ich geh zu Janie hoch in's Bett, oder... in das Duffyzimmer? Ob das Bett noch warm ist? Egal, hauptsache ist doch, dass es weicher sein wird, als diese bekloppte Couch! Nachdem die Haust�r zugeschnappt war, qu�lte ich mich von dem Sitzding und schleppte mich die Treppe rauf. Ja, welches davon WAR denn jetzt sein Zimmer? Ich war ja noch nie hier und die hatten auch keine solche sch�nen Namensschildchen... Trevor hatte mir vohin erz�hlt, dass er Golf spielte und einige Pokale in seinem Zimmer stehen hatte... also machte ich mich auf Troph�ensuche. Hier? Nein, zu chinesisch. Hier? Nein, zu Superman. Hier? Nein, zu amerikanisch. Hier? Ja! Klar! Ja! Alles gr�n.. Pokale und sogar im Rasengr�n.. wie... *r�usper* h�bsch!?! Das Bett hingegen sah mehr als alles andere gem�tlich aus und so schmiss ich mich freudig hinein, kuschelte mich in die Decke, boxte so lange auf dem Kopfkissen herum, bis es mir so passte, wie ich wollte und schlief tats�chlich drei Sekunden sp�ter ein.

 

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