Fallen Angel

 

-Prolog-

 

Als ich das erste Mal meine Augen öffnete, sah ich den schönsten Fleck auf Erden. Alles war so grün. Ab und zu ein paar Blumen, ein paar Schafe. Wenn man atmete war die Luft so rein und klar. Ich wusste nicht mal wo ich war, wer ich war, geschweige denn, WAS ich war.

 

Ich versuchte aufzustehen, doch irgendwie war ich zu schwach, als es auf einmal um mich herum hell wurde. Kleine Lichtpunkte kreisten um mich und hüllten mich ein. Ich fühlte mich sehr geborgen.

Auf einmal war nichts mehr grün, sondern alles weiß.

 

„He Kleines, komm mal her“, rief eine Stimme hinter mir.

 

Als ich mich umdrehte, sah ich da eine Person stehen.

 

„Meinen sie mich?“ fragte ich zögerlich.

 

„Ja dich! Siehst du hier noch jemanden?“ antwortete er ziemlich patzig und genervt, „Ich bin Navril. Der Vater hat mich gebeten dich zu hohlen und dich einzuweisen.

 

„Einzuweisen??“

 

„Ja, einzuweisen. Warum sind diese Neuankömmlinge immer so begriffsstutzig?“

 

Ich muss ihn angeschaut haben wie ein verschrockenes Reh, denn auf einmal lächelte er mich an.

 

„Du hast viele Fragen oder? Ich kann es fühlen.“

 

Ich nickte nur leicht.

 

„Also, pass auf: dein Name ist Azriel, du bist ein Wesen der Liebe. Unser Vater hat dich aus Frieden, Liebe, Glück und Hoffnung gezeugt. Du sollst eine wichtige Aufgabe erfüllen. Er hat dich auf dem schönsten Platz der Welt niederkommen lassen, damit du dieses Wunderschönen Gefühl nie verlierst.“ Er schaute mich an und fügte hinzu: „Du bist ein Engel, Kleines, du bist das reinste Geschöpf der gesamten Ewigkeit.“

 

„Ein Engel?“ fragte ich vorsichtig. Ich wusste nichts damit anzufangen, ich war mal gerade seit zwei Stunden am existieren.

 

Er lachte mich verschmitzt an und meinte nur noch, die Erkenntnis würde eintreffen.

 

Wie er es gesagt hatte, so kam es auch. Navril führte mich erst mal zu einem Platz, wo ich nachdenken konnte. Hier wurde mir alles schlagartig bewusst. Nach und nach bekam ich alle Informationen, die ich wollte: was Engel sind und was Menschen, den Unterschied zwischen Frauen und Männern, alt und jung. Aber auch Sachen wie Hass, Furcht und Tod. Ich wusste nun bestens über das Sein bescheid und fühlte mich ungeheuer glücklich.

 

Navril kam genau an diesem Punkt wieder.

 

„Ich fühle, dass all deine Fragen beantwortet wurden, Azriel.“

 

„Ja, das sind sie Navril“, lachte ich ihn an.

 

„Ich will dich nun deiner endgültigen Bestimmung zuführen. Du bist ein Schutzengel. Das heißt, du bewachst einen Menschen, damit er immer auf dem rechten Weg bleibt und ihm nichts geschieht.“

 

Ich nickte  zustimmend und folgte ihm, als er sich in Bewegung setzte. Wir gingen zu so etwas wie einem Fernseher. Dort war ein Krankenzimmer zu sehen, mit einer jungen Frau im Bett. Sie war an viele Monitore angeschlossen. Alles piepte und blinkte. Neben ihr stand ein junger Mann. Er weinte.

 

„Das ist Jersey. Sie ist 20 und die Freundin von dem jungen Mann da. Sie hatte einen Unfall und wird es nicht schaffen......“ Ich musterte sie während Navril mit mir sprach. Sie war sehr schön, das konnte man auch unter den vielen Kabeln sehen. Sie hatte blonde, lange gelockte Haare, eine weiche helle Haut. Sie war sehr zierlich, fast zerbrechlich. „........du wirst in ihren Körper gehen und ihr Leben weiter führen.“ Dieser Satz riss mich aus meinen Gedanken.

 

„Ich werde WAS?“

 

„Du wirst ihr Leben bekommen. Damit bist du der Person, die du beschützen sollst sehr nahe. Diese Person wird dich bald sehr brauchen. Wenn dein Auftrag erfüllt wurde, werden wir dich einfach auslöschen, als ob es dich nie gegeben hätte. Und du bekommst einen neuen Auftrag.“ Hatte ich eine andere Wahl, als mich zu fügen? Ich glaube nicht. Also ließ ich mir meinen Auftrag haargenau erklären.

 

Das nächste, woran ich mich erinnere war: Schmerzen. Ich hatte Schmerzen. Alles summte und piepte um mich herum. Ich öffnete die Augen und sah eine Person vor mir. Sie war blond und sportlich gebaut.

 

„Ash, sie ist wach“, hörte ich eine Stimme neben dem Bett sagen. Ich blickte zur Seite und sah ein paar wunderschöne Augen. Diese Augen hingen allerdings an einem ziemlich merkwürdigen Kopf mit ein paar komischen Haaren.

 

„He Jersey, wie geht’s dir? Ich weiß, dass ich unwiderstehlich bin, aber Ash sitzt schon länger hier als ich“, sagte diese komische Person, „Ich lass euch beide dann mal alleine.“

 

„Danke Trev, das ist nett. Sag den anderen, dass sie aufgewacht ist.“

 

Nun war ich mit diesem blonden Kerl allein in einem Raum. Irgendwie hatte ich Angst. Was sagte Navril noch? Ach ja, das war mein Freund. Also brauchte ich ja wohl keine Angst zu haben.

 

„He Süße, wie geht’s dir?“ fragte Ash und schaute mich ziemlich besorgt, aber dennoch glücklich an.

 

„Ich weiß nicht“, brachte ich nur quälend raus, „Was ist passiert, wo bin ich, was.....?“

 

Ash setzte sich neben mich und nahm meine Hand in seine. Er fing an zu erzählen, was mit mir geschehen war. Wir beide waren wohl in den Urlaub gefahren, um uns zu entspannen. Wir waren in Aspen Snowboarden, als mich jemand anrempelte und ich mit voller Wucht auf den Kopf fiel. Ich war auf einer abgelegenen Piste gefahren. Es dauerte daher, bis man mich fand.

 

Ich konnte sehen, dass er weinte, als er mir erzählte, wie viel Angst er um mich hatte. Er übermittelte mir ein komisches Gefühl. Es war angenehm und warm. Navril meinte, dass sich Liebe so anfühlt. Ich merkte schon, es würde ewig dauern, bis ich das alles verstehe

 

In den nächsten Tagen war ich damit beschäftigt, mir alles genau einzuprägen und mir Wissen anzueignen.

 

Also, einmal war da Ash, oder Ashley, wie er hieß. Er sah wirklich gut aus und – wichtige Notiz: ich war mit ihm zusammen.

 

Dann gab es da Jacob. Er war ziemlich ungehobelt zu allen, außer zu mir. Ash meinte, dass wir beide uns sonst nur gestritten hätten. Aber seitdem ich aufgewacht bin, war er zu freundlich zu mir. Jacob hatte auch eine Freundin: Janie.

 

Wen hätten wir denn noch? Ach ja, Erik unseren Latino. Er gab sich nach außen ziemlich cool, man spürte trotzdem dass er ziemlich sensibel war. Er hatte ziemlich viel Feuer im Blut.

 

Dan war der große Bruder der Gruppe. Er machte sich um alles und jeden Sorgen und war darum bemüht, Ordnung in die Gruppe zubekommen. Allerdings konnte auch er ziemlich abdrehen, wenn es ihm zu viel wurde. Dan war vergeben, an Erin.

 

Und dann wäre da noch Trevor. Ich wüsste  nicht, was ich zu ihm sagen sollte. Er war einfach himmlisch. Er schien witzig zu sein, aber auch sehr zerbrechlich. Er war der Grund, weshalb ich hier war. Aber was würde passieren?

 

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