„Das gibt Rache!!!“ sagte Ash auf einmal und ergriff den Senf und die Majotube.
„Ja, räche mich, mein edler Ritter“, sagte ich zu ihm, steckte Dan die Zunge raus und gab Ash noch einen Kuss auf die Wange. Ash zielte und traf Dan auch prompt, genauso wie Erin und Jacob. Ein leises ups war nur noch zu hören, als auf einmal eine wilde Essensschlacht ausbrach. Wir beschmissen uns mit Salat, Soßen und dem Schokopudding, den wir noch gemacht hatten. Es sah herrlich aus. Wir lachten, bis wir alle auf dem Boden lagen und nicht mehr konnten. Nach ca. zehn Minuten sprangen alle auf. Sie mussten alle den gleichen Gedanken gehabt haben. Dieses Haus war zwar groß, hatte aber nur zwei Badezimmer. Und wir waren acht Leute.
Leider waren Ash und Erik die ersten im Bad. Haben die schon mal was von Ladies First gehört? Ich glaube nicht. Ich atmete einmal tief durch und machte mich ans Aufräumen. Nach ca. fünf Minuten gesellte sich Trev dazu. Ich lächelte ihn freundlich an und wir machten dann gemeinsam weiter. Es herrschte Stille zwischen uns, wir redeten kein Wort. Es war aber auch nicht diese unangenehme Stille, sondern sie war sehr schön. Irgendwie verstanden wir uns blind. Ab und zu lächelten wir uns an, oder verdrehten die Augen bei manche ekligen Anblicken. Nach gut zwei Stunden war alles picobello und alle hatten geduscht, bis auf Trev und mir. Also ging es nichts wie ab unter die Dusche. Ich ließ das Wasser warm laufen. Es fing schon leicht an zu dampfen. Ich fand eine Flasche Duftöl und träufelte es in eine Schale. Der warme Dampf trug den Duft im ganzen Bad umher. Ich zog mich langsam aus. Steckte mir die Haare hoch und stieg in die Dusche. Das warme Wasser prasselte auf meine Schultern. Ich schloss die Augen. Der Wasserstrahl massierte mich und der Duft des Öls ( es roch nach Mandeln) entspannte mich total.
Ich stand bestimmt fünf Minuten regungslos unter der Dusche, als es mich wie ein Blitz durchfuhr. Ich sah ganz kurz einen Mann, er fuhr Auto. Plötzlich fasste er sich an die Brust. Sein Gesichtsausdruck verriet, dass er starke Schmerzen hatte. Er verlor die Kontrolle über den Wagen. Dieser schoss auf die Gegenfahrbahn. Er kollidierte mit einigen anderen Autos.
Ich stand zitternd und regungslos unter der Dusche. Es klopfte an der Tür.
„Süße, ist was? Du bist schon eine Stunde da drin“, fragte Ash vorsichtig.
Ich stieg aus der Dusche, wickelte mir mein Handtuch um und schloss die Tür auf. Als ich in Ashleys Augen sah, brach ich weinend zusammen. Er brachte mich in unser Zimmer und legte mich aufs Bett. Er hielt mich nur im Arm und ließ mich weinen. Er stellte mir keine Fragen.
Ich schlief in seinem Arm ein.