Feuchte Tr�ume
Als ich in den Weihnachtsferien �99 nach Orlando/Florida flog, wusste ich
noch nicht, wie sehr sich durch diese Reise mein restliches Leben ver�ndern
w�rde.
Endlich hatte ich das Geld zusammen, ein Jahr hatte ich f�r meinen gr��ten
Traum gespart. Zwei Wochen Halbpension in einem Hotel am Strand in Orlando und
meine Eltern hatten es zum Gl�ck auch erlaubt. Ach, ich habe mich noch gar
nicht vorgestellt! Mein Name ist Tina Rohloff, ich bin 17 Jahre alt und wohne
in K�ln. Meine Hobbys sind: Shoppen, Freunde treffen, Tanzen und
Basketball...
Im Moment bin ich solo, aber ich hoffe, dass sich das demn�chst �ndert.
Vielleicht ja jetzt in Orlando, dachte ich als wir im Landeanflug auf den
Cityairport/Orlando waren.
Kaum war ich aus dem Flugzeug gestiegen, blies mir ein warmer Wind ins
Gesicht. Hier in Orlando waren es sogar im Winter milde 18�C. Nachdem ich mit
einem Taxi zum Hotel "Sunshine Holydays" gefahren war und meinen
Koffer
ausgepackt hatte, wollte ich unbedingt die Stadt erkunden. Zuerst zum ber�hmten
"Planet Hollywood", dann ein wenig durch die Innenstadt bummeln und zu
guter Letzt
zum herrlichen Sandstrand. Die erste Woche war einfach nur supergeil! Am
Strand faulenzen, im Meer schwimmen, in den angesagtesten Boutiquen die coolsten
Outfits kaufen und abends im hoteleigenen Club abh�ngen. So stell ich mir das
Leben vor. Doch am Anfang der 2. Woche wollte ich endlich etwas Spannendes
erleben und nicht immer das Gleiche machen. Deshalb nahm ich an einem Ausflug
zur nahgelegenen Bergschlucht teil. (Ich bin ja kein Kulturmuffel!) Ein Flop!
Die restlichen Teilnehmer waren alle mindestens 3mal so alt wie ich. Also,
totale Schnarchnasen! Der Ausflug war 1. tierisch langweilig und 2. zum
k.....! Ihr wisst schon was ich meine! Um nicht den ganzen Tag aus dem Kalender
zu
streichen, beschloss ich mir einen richtig coolen Abend in einem der geilsten
Clubs in ganz Orlando zu machen. Abdancen bis zum geht nicht mehr, zwar ohne
Alkohol, schlie�lich war ich nach amerikanischem Recht noch nicht
vollj�hrig, trotzdem w�rde es richtig cool werden, aber nur mit den passenden
Klamotten. Am sp�ten Nachmittag d�ste ich nochmal rasch in die Innenstadt und
erstand
ein hei�es ein wirklich hei�es gr�nglitzerndes Mini(mini)kleid. Nachdem
ich
mich stundenlang im Bad aufgehalten hatte und mein Make-up perfekt sa�,
(Dachte ich zumindest.) ging ich runter ins Foyer. Schon dort verfolgten mich
die
Blicke der M�nner! An der Rezeption fragte ich nach einer megacoolen Disco.
"Da gibt�s nur eins", sagte die freundliche Dame hinterm Tresen,
"Das Blue
Kiss!" Ich hatte den Namen noch nie geh�rt, aber egal! Sie erkl�rte mir
noch
schnell den Weg und schon st�ckelte ich in meinen Highheels in Richtung
Innenstadt. Auf der Stra�e sprachen mich zig Typen an oder pfiffen mir
hinterher.
Doch irgendwie hatte ich keinen Bock auf einen kurzen Flirt. Ich brauchte was
Ernsthaftes. Okay, daf�r ist eine Szene-Disco nicht unbedingt der richtige Ort,
aber das ist ja mein Problem, oder?
Schon weitem sah man die blauen Laserstrahlen die den knallroten Kussmund
beleuchteten, der wohl den Eingang darstellte. "Abgefahren!", mehr
brachte ich
nicht raus! Doch der Schuppen war um die Uhrzeit noch ziemlich leer, doch
kaum eine halbe Stunde sp�ter, war die Tanzfl�che gestoppte voll!
Die Masse tobte und ich mitten in drin, so gefiel mir Orlando noch besser.
Der Club in meinem Hotel war ein Altersheim dagegen. So gegen zehn bemerkte
ich immer wieder den Blick eines jungen Mannes der an der Bar sa�. Irgendwann
stand er dann l�ssig auf und versuchte sich einen Weg �ber die Tanzfl�che in
meine Richtung zu bahnen. Warum mein Herz auf einmal im 32-tel Takt klopfte,
konnte ich mir auch nicht erkl�ren. Ich kannte den Typen doch gar nicht. Nach
einer Ewigkeit stand er dann vor mir und blickte mir tief in die Augen. Zum
Dahinschmelzen sch�n! Traumhaftsch�ne Augen, von einer Silbergefassten Brille
umrahmt, die ihn nur reifer wirken lie�, ein supers��es "Babyface"
und
samtbraune Haut. Seine schwarzen Haare standen in alle Richtungen ab! In dem
Moment
begann er zu l�cheln, beinah w�re ich in Ohnmacht gefallen. Ich bin daf�r so
ein L�cheln zu verbieten, das ist ja eine Gefahr f�r die Allgemeinheit, oder
vielleicht doch nicht! "Hi",
begr��te er mich, "You are a nice girl!" "Thank
you", stotterte ich, "You too!" Ich bin nicht blond, aber
trotzdem bl�d!
(Sorry an alle Blondinen) Komischerweise aber nur in Gegenwart von Jungs, die
ich s�� finde, aber ich glaube das geht vielen so, oder? Naja, wir sind jetzt
nicht beim Psychologen, wie ihr alle mitgekriegt habt, war meine Bemerkung
nicht sehr geistreich. Das ist eine Untertreibung, ich geb�s ja zu! Sie ist
unglaublich d�mlich und idiotisch! Ihr habt gewonnen! Ach, ihr h�ttet das nie
gesagt, nee auf keinen Fall! Was streit ich mich eigentlich mit euch? Ich
schreibe hier die Geschichte also!!! Wo war ich jetzt stehengeblieben? Achja,
auf
meine Bemerkung folgte nur ein noch s��eres L�cheln! "Would
you like to dance
with me?". fragend sah er mich an.
"Ja, klar! I mean, Yes of course!"
"You are from germany?"
"Yes"
"I knew it, because the nicest girls live there."
Sofort wurde ich rot, wie die Tomaten die mein Gro�onkel Hans-Herbert
jedes
Jahr von seiner spanischen Finca mitbringt. Um nicht wie ein stummer Fisch
die ganze Zeit nur rumzublubbern, fragt ich: "What�s your name?"
"Erik-Michael and
you?"
"Tina"
"Oh, the name is sweet - like you!"
Meine G�te, mit Komplimenten ging der Typ ja wirklich nicht sparsam um
und
sein L�cheln brachte mich echt um den Verstand!
Wir tanzten stundenlang, f�r mich ging die Zeit in Lichtgeschwindigkeit
vorbei, irgendwann ich glaube es war irgendwann nach drei Uhr morgens, brauchte
ich aber unbedingt etwas eiskaltes zu trinken, ich hatte das Gef�hl keine
Lunge mehr zu haben sondern nur noch eine ausgetrocknete Pflanze zu sein. (Aber
ich meine keinen Kaktus!)
Drei Colas und zwei "Malibu-Rainbow"-Cocktails sp�ter, war ich wieder
einigerma�en feucht! Nicht das was ihr jetzt denkt, ich konnte endlich wider
sprechen ohne nach jedem Wort zu schlucken und zu husten. Nun wurde ich erstmal
richtig verh�rt, irgendwie hatte ich das Gef�hl Erik-Michael war in seinem
fr�heren Leben ein Polizist gewesen oder vielleicht im Moment. Augenblick mal,
ich
wusste au�er seinem Vornamen nichts �ber ihn. Rein gar nichts! Das sollte
sich schleunigst �ndern! Ich wollte grade zum Gegenangriff kommen als pl�tzlich
sein Handy klingelte. Dem Gespr�ch nach zu urteilen(Ja ich wei�, ich bin ein
neugieriges Waschweib, wenigstens stehe ich dazu), hatte Erik-Michael �rger
aber richtigen! Von wem wohl? Von seinem Vater?
"Ich muss weg!" sagte er hastig. Warf einen 50-Dollar-Schein auf die
Theke
und rannte �ber die fast leere Tanzfl�che zum Ausgang
"Warte doch!"
Keine Reaktion!
"Sag mir wenigstens wo ich dich wieder treffen kann!"
Doch, das h�rte er schon nicht mehr. Entt�uscht lie� ich mich auf den
Barhocker fallen und starrte verzweifelt auf die T�r, durch die er eben
gelaufen
war. W�rde ich ihn jemals wiedersehen???
Vielleicht kommt er nochmal, dachte ich hoffnungsvoll und wartete und
wartete und wartete...
Irgendwann musste ich wohl eingenickt sein, jedenfalls weckte mich morgens
der Barkeeper, weil er Feierabend machen wollte. Schlaftrunken stolperte ich
raus ins strahlende Sonnenlicht, ein Blick auf meine Armbanduhr verriet mir
das es schon kurz nach halb zehn war. Immer noch hundem�de trottete ich zum
Hotel zur�ck durch die belebte Innenstadt. Kaum war ich in meinem Zimmer
angekommen, wollte ich nur noch schlafen. Angezogen kroch ich unter die
Bettdecke
und schloss v�llig zerschlagen die Augen. Doch ich konnte nicht pennen, von
drau�en lachte die Sonne herein, der fr�hliche L�rm vom Strand drang durch
das
geschlossene Fenster. Alles und jedermann schien gl�cklich zu sein, au�er mir.
Was er wohl jetzt macht? Ob er an mich denkt? Eher nicht, wahrscheinlich hat
er schon wieder das n�chste M�dchen aufgerissen. Typischer Weiberheld! Am
besten streich ich den gestrigen Abend aus meinem Ged�chtnis. Doch egal wie oft
ich es versuchte, immer wieder sp�rte ich einen dicken Klo� im Hals und
meine Augen wurden auf einmal so feucht. Himmeldonnerwetter! Sonst war ich doch
auch kein solches Sensibilchen, dass jedem Typen hinterher heult. Klar flirte
ich gerne, auch mit Machos, damit hab ich kein Problem, und auch das ich
danach nie wieder was von ihnen h�re, ist mir eigenlich so ziemlich egal. Aber
diesmal war es irgendwie anders, von Anfang an hatte ich ein seltsames Gef�hl
in der Magengegend gehabt, normalerweise glaubte ich nicht an Liebe auf den
ersten Blick. Doch wenn ich an sein s��es L�cheln und die niedlichen braunen
Augen denke ... Ich hatte ja noch nicht mal ein Photo von ihm, bei dem Gedanken
konnte ich mich nicht mehr halten und heulte Rotz und Wasser, nachdem ich
den Swimming Pool von meinem Hotel locker 3 mal h�tte f�llen k�nnen, hatte
ich
mich endlich einigerma�en beruhigt. Den restlichen Tag verbrachte ich im
Bett, weinte hin und wieder und beschloss ungef�hr 103467328204 mal ihn zu
vergessen. Fehlanzeige! Gegen meine Gef�hle, die anscheinend beschlossen
hatten,
jetzt schon Fr�hling zu haben, konnte ich einfach nichts tun. Ich hatte mich
rettungslos und unsterblich in einen Mann verliebt, den ich wohl nie wieder
sehen konnte, auch wenn wir es beide noch so sehr w�nschen. Wir hatten noch
nicht mal Handynummern ausge... Hey, Augenblick mal, gestern abend hatte mir
meine Freundin Natalie eine SMS geschickt und ich hatte ihr nat�rlich sofort
zur�ck geschrieben (Natalie macht mir immer die H�lle hei�, wenn ich nicht in
den
n�chsten 5 Minuten zur�ckschreibe, weil sie sich meistens bei mir ausheulen
muss, nat�rlich wegen M�nnern.) Als Erik-Michael sah, dass ich ein Handy
hatte, wollte er unbedingt meine Nummer haben, diese schrieb er sich auf seinen
rechten Arm. Ich war wie ausgewechselt, er k�nnte jede Minute anrufen und ich
sa� hier und heulte aus eigentlich keinem Grund. Sofort sprang ich unter die
Dusche und schmierte mir Tonnen Make-up ins Gesicht (sp�ter sah ich aus wie
Schneewittchen, aber das war mir egal) Hauptsache man sah die Augenschatten
nicht mehr. Dann durchw�hlte ich meinen Schrank nach meinem k�rzesten Rock und
knappsten Top. Nerv�s wartete ich (ich sah aus wie ein Gogogirl)
mit dem Handy in der Hand, mittlerweile war es halb neun und die Sonne
verschwand langsam am Horizont. Um kurz nach zehn trommelte ich mit den
frischlackierten Fingern�geln auf der gl�sernen Tischplatte herum und guckte
irgendeine
amerikanische Talkshow, die sich mit dem Thema Ehekrisen besch�ftigte. Es
wurde halb elf, elf, halb zw�lf, zw�lf, halb eins. Das Make-up war l�ngst
verschmiert, den Rock hatte ich durch eine bequeme Blue-Jeans, das Top gegen ein
ausgeleiertes T-Shirt ausgetauscht, verzweifelt starrte ich auf das Handy,
doch es gab keinen Ton von sich. Es war glaube ich gegen halb zwei, da warf ich
es w�tend und v�llig fertig auf den Boden. Es blieb immer noch stumm!
Todtraurig blickte ich in den tiefschwarzen Nachthimmel, an dem die Sterne in
weiter
Entfernung funkelten wie Diamanten, die sich in meinen Tr�nen spiegelten.
Die letzten Tage meines Orlandoaufenthaltes waren die reinste Katastrophe!
Ich tat alles um nicht mehr an ihn zu denken, setzte mich tags�ber an den
Strand und lie� mich von der Sonne br�unen, oder haute mein letztes Geld in
teuren Boutiquen auf den Kopf, die Abende verbrachte ich im "Blue Kiss"
in der
Hoffnung, dass er vielleicht nochmal auftauchen w�rde (nat�rlich war mein
Handy
immer mit von der Partie, er konnte sich schlie�lich doch noch melden). Ich
fragte auch das dortige Personal aus, doch sie hatten ihn an diesem Abend zum
ersten und zum letzten Mal gesehen. Von Tag zu Tag wurde ich
niedergeschlagener. Ich spielte sogar mit dem Gedanken, meinen Urlaub fr�her
abzubrechen,
aber der Gedanke ihn vielleicht doch noch zu treffen war st�rker. Dann kam der
letzte Tag, aus meinem Traumurlaub war ein Albtraum geworden, doch ich blieb
solange ich konnte, verpasste fast meinen Flieger, aber er meldete sich nicht
mehr. Mein herz blutete, wie in den letzten Tagen sooft, als ich in das
Flugzeug zur�ck ins triste Deutschland stieg, was zu meiner jetzigen Stimme
jedoch
wesentlich besser passte als das sonnige Orlando.
In Germany angekommen, f�hlte ich mich nicht viel besser, war auch nicht
verwunderlich gegen Liebeskummer gab es halt kein Mittel! Im Taxi sp�rte ich
erst wie ausgelaugt ich war, die letzten Tage hatten mich wirklich geschafft,
zum Gl�ck hatte ich noch ein paar Tage Ferien. Unser Haus war wie ausgestorben,
auf dem K�chentisch fand ich einen Zettel: Kommen gegen 22 Uhr zur�ck
treffen uns nach der Arbeit noch mit Connie und Rolf! Kuss Mama und Papa
PS: Essen steht im K�hlschrank
Darunter stand in einer krakeligen Kinderschrift: "Bin bei Simon komme um 6
Uhr nach hause.
Ich war erleichtert, dass niemand zuhause war, so konnte ich mich erstmal
wieder ein wenig eingew�hnen. Ich brauchte jetzt Zeit, viel Zeit f�r mich.
Zuerst legte ich mich in mein gro�es Himmelbett und wollte ein wenig schlafen,
doch ich tr�umte nur wirres Zeug und wachte irgendwann schwei�gebadet auf.
Drau�en war es dunkel, durch den ge�ffneten T�rspalt sah ich das Flurlicht,
von
unten t�nten dumpfe Stimmen, meine Eltern schauten anscheinend noch Fernsehen.
Kurz �berlegte ich, ob ich zu ihnen runtergehen sollte, doch als ich in den
gro�en Wandspiegel blickte, der gegen�ber von meinem Bett hing und ich ein
blasses, schwei�gl�nzendes Gesicht mit eingefallenen Wangen und tiefliegenden
Augen sah, entschied ich mich anders. Ich wollte ihnen keine unn�tigen Sorgen
machen.
Als ich am n�chsten Morgen langsam aus dem Reich der Tr�ume in die grausame
Wirklichkeit zur�ckkehrte empfing mich die warme Stimme meiner Mutter
"Guten Morgen, Liebes!"
"Morgen, Mamm!", murmelte ich verschlafen und drehte mich nochmal um.
"Geht es dir wieder besser?"
"Hmmmmm"
Warum weckte sie mich um sieben Uhr morgens, normalerweise lie� mich meine
Mutter in den Ferien immer bis Ultimo schlafen. Ja sie musste um halb acht
arbeiten gehen und wollte noch wissen ob es mir wieder besser ginge. Ich
stutzte, warum besser? Ich hatte ihr doch gar nichts erz�hlt. Vorsichtig �ffnete
ich
erst ein Auge und dann das zweite. Mein Blick fiel auf den
Winnie-Pooh-Wecker den ich seit meinem 4. Lebensjahr besitze und mich noch nicht
von ihm
trennen konnte. Es war halb zw�lf mittags!
"Warum bist du noch da?", fragte ich verwundert den Wecker und drehte
mich
dann langsam in die andere Richtung und wiederholte die Frage.
"Ich hab mir frei genommen, um mich ein wenig um dich zu k�mmern."
"Aber mir geht�s gut!" rief ich mit heiserer Stimme und r�usperte
mich dann.
"So hat es sich gestern nacht aber nicht angeh�rt, sogar Paps ist wach
geworden und Tobi hat geweint, ich konnte ihn kaum beruhigen."
"Ja, aber was ist denn eigentlich passiert?"
"Du hast schlecht getr�umt und wie wild geschrien. Seitdem sitze ich hier
und achte darauf dass du nicht nochmal schlecht tr�umst."
"Daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern."
"Sei froh, es war furchtbar!"
Ich blieb den restlichen Tag im Bett und lie� mich von meiner Mutter
verpflegen. Gegen Abend rief ich bei Natalie an, die sofort munter
drauflosschwatzte, nachdem sie mir genau erkl�rt hatte, wer mit wem gegangen
war, w�hrend ich
weg war und das Katrin von Kai mit Melanie betrogen wurde und das Christina
von Marco schwanger war. Doch nichts interessierte mich, irgendwann merkte
sogar Natalie das mit mir etwas faul war. "Tina?", fragte sie
vorsichtig, "Ist
was passiert?" Als ich ihre besorgte Stimme h�rte, konnte ich nicht anders
und
erz�hlte ihr die ganze Geschichte bis ins kleinste Detail, immer wieder
unterbrochen von meinen Heulkr�mpfen. Als ich mit meiner Erz�hlung geendet
hatte,
war Natalie sprachlos (sowas kam bei ihr so selten wie eine Sonnenfinsternis
vor.). Dann beschloss sie mit dem n�chsten Bus zu mir zu fahren um mich
mental zu unterst�tzen. 10 Minuten sp�ter klingelte eine v�llig zerzauste
Natalie
bei uns Sturm. Als sie ohne Anzuklopfen in mein Zimmer st�rzte und mich
fest in dem Arm nahm, f�hlte ich mich ein wenig besser. Ich hatte Leute auf die
ich mich verlassen konnte und mit ihrer Hilfe w�rde ich es schaffen.
Nach und nach verschwand das Gef�hl ununterbrochen weinen zu m�ssen, und ich
konnte auch wieder lachen, doch wann immer ich an Erik-Michael dachte,
sp�rte ich einen Stich im Herzen und ich wusste, dass meine erste gro�e Liebe
nur
einen Abend angedauert hatte, doch der Schmerz f�r immer bleiben w�rde.
Es vergingen anderthalb Jahre seit diesen verh�ngnisvollen Winterferien und
eines nachmittags klingelte pl�tzlich mein Handy.
"Ja", meldete ich mich.
"Tina?", fragte mich eine Stimme, die in meinem Bauch 10000000
Schmetterlinge flattern lie�.
"Am Apparat"
"Hi, this is me, Erik-Michael!"
Der ganze Raum begann sich zu drehen. Ungl�ubig fragte ich
"Erik-Michael?"
"Ja, ich bin�s! es tut mir so unendlich leid, dass ich mich nicht melden
konnte, aber ich hatte unendlich viel zu tun und deine Nummer, die ich zuhause
auf einen Zettel geschrieben hatte, war auf einmal verschwunden. Oh, ich kann
gar nicht sagen wie leid mir alles tut., Kannst du mir verzeihen?"
"Aber wieso meldest du dich jetzt??? Ich meine, es ist solange her und wir
haben uns nur einmal getroffen."
"Ich konnte dich einfach nicht vergessen in all der Zeit!"
"Wir kennen uns doch kaum. Was bringt es jetzt etwas wie eine Beziehung
aufzubauen?"
"H�r zu, Tina, ich hab jetzt leider keine Zeit mehr. Ich wollte dir nur
sagen: Ich liebe dich und werde bald nach Deutschland kommen Ciao!"
Dann h�rte ich nur noch ein Tuten! Er hatte aufgelegt! V�llig verwirrt
setzte ich mich auf mein Bett. Gerade hatte ich mein Leben wieder in den Griff
bekommen und nun aus heiterem Himmel dieser Anruf. Einfach unglaublich! Doch
noch unglaublicher waren seine Worte gewesen: Ich liebe dich und konnte dich nie
vergessen.
Ihm ging es genau wie mir. Ich hatte es von Anfang an gesp�rt, er war anders
als die meisten M�nner. Aber hatte unsere Liebe eine Chance???
In den n�chsten Tagen wartete ich hoffnungsvoll auf einen zweiten Anruf,
doch das Handy blieb stumm. Als ich Natalie davon erz�hlte, reagierte sie wie
immer: total romantisch. Sie malte sich meine und Erik�s Zukunft aus, wie ich
zu ihm in die Staaten ziehen, heiraten und ein Kind von ihm bekommen w�rde.
Ich sch�ttelte nur den Kopf, erstmal m�sste er sich nochmal melden, wenn ich
nur seine Handynummer h�tte, dachte ich immer wieder verzweifelt. Es vergingen
neun Tage ohne das ich noch etwas von ihm geh�rt hatte, na toll, wie alles
aussah w�rde das Gleiche passieren wie vor anderthalb Jahren, denn ich sp�rte
das sich meine Gef�hle f�r ihn nicht ge�ndert hatten, nein, sogar st�rker
geworden waren und auch er liebte mich �ber alles, sonst h�tte er sich wohl
kaum
nach solanger Zeit gemeldet, oder? Meine Fragen und �ngste behielt ich mehr
oder weniger f�r mich, doch schnell bemerkten die Leute aus meiner Clique und
meine Familie meine innere Unruhe und fragten mich immer �fter und
dr�ngender. Aber ich sagte nichts, versuchte mit dem Schmerz alleine fertig zu
werden.
Ich konnte es schaffen, ich musste es schaffen. Noch einmal w�rde ich eine
Trauer wie beim letzten Mal nicht verkraften. Eines morgens, wir hatten gerade
Sommerferien und ich war gegen halb eins mittags aufgestanden und runter in
die K�che gegangen, weil mein Magen so furchtbar knurrte, dass ich nicht mehr
schlafen konnte.
"Hier, der ist f�r dich!", sagte meine Mutter, nachdem sie mir ein
freundliches Guten Morgen gew�nscht hatte und ich mit einem grummeligen "Mmmmh"
geantwortet hatte.
�berrascht nahm ich den beigen Briefumschlag und betrachtete ihn genauer.
Meine Adresse war drauf gedruckt, also nichts pers�nliches, vielleicht ein
blauer Brief? Quatsch, der w�re ja schlie�lich blau. Au�erdem stand kein
Absender drauf, wie merkw�rdig. Ich nahm ein Messer aus der Besteckschublade
und
schlitzte das Kuvert auf. Meine �berraschung wurde noch gr��er als ich eine
Konzertkarte f�r ein O-Town Konzert in ein paar Tagen und eine Karte mit der
Aufschrift "Hi Tina, ich hoffe du freust dich �ber die Karte. Bitte gehe
zum
Konzert, es lohnt sich wirklich." herauszog. Keine Unterschrift! Seltsam,
hatte
ich einen heimlichen Verehrer? Aber warum ausgerechnet ein O-Town Konzert?
Klar, kannte ich die Band, doch ein gro�er Fan war ich nie gewesen. Wer kam nur
auf so eine Idee? Ich beschloss sofort Natalie anzurufen, sie konnte mir
bestimmt helfen.
Grrrrr! Ich h�tte es lieber nicht getan! Natalie war Feuer und Flamme als
sie von dem anonymen Brief und der Karte h�rte. Sie riet mir auf jeden Fall
hinzugehen, vielleicht w�rde ich die Liebe meines Lebens treffen. Nach dem
Telefonat war ich kein bi�chen schlauer. Ich wusste nur eines, wer auch immer
mir
diese Karte geschenkt hatte, erhoffte sich etwas von mir, doch ich liebte nur
einen: Erik-Michael!
In den n�chsten Tagen �berlegte ich hin und her, ob ich wirklich gehen
sollte. Auch am Tag des Konzert war ich mir noch unschl�ssig, aber dann dachte
ich, was soll�s! Das Konzert war bestimmt ganz okay und es w�rde mich von
meinem
Liebeskummer abhalten, da ahnte ich ja noch nicht, was... Aber davon sp�ter!
Als ich gegen 17.30 Uhr an der Halle ankam (Einlass war um 18 Uhr) konnte
ich meinen Augen kaum trauen, eine riesige Masse von schnatternden Fans stand
vor dem Eingang. Worauf hatte ich mich da eingelassen? Ich wollte nicht ins
Gedr�nge und stellte mich deshalb hinten an, so dauerte es eine Weile bis ich
endlich am Eingang war, dort wollten sie nat�rlich meine Karte sehen. Ich
fischte sie aus den Tiefen meiner Levishosentasche hervor und dr�ckte sie dem
Kontrolleur in die Hand, der reagierte total seltsam. Er starrte die Karte an
und dann mich und nochmal die Karte und dann noch einmal mich. "Was ist
denn?
Ist die Karte nicht g�ltig?" Das war des R�tsels L�sung irgendjemand
wollte
mir einen Streich spielen und hatte mir eine gef�lschte Karte geschickt, und
ich war drauf reingefallen. Na toll! Ich wollte mich grade umdrehen und gehen,
da hielt der Kontrolleur mich am Arm fest.
"Moment! Wo wollen Sie denn hin?"
"Nach Hause!" lautete meine ziemlich kurze Antwort.
"Aber wieso denn?"
"Weil die Karte ja wohl nicht g�ltig ist.", langsam begann der Typ zu
nerven.
"Nein, wie kommen Sie denn auf die Idee? Im Gegenteil, Sie haben Gl�ck!
Sie
wurden ausgew�hlt und d�rfen bei einem Song zu O-Town auf die B�hne."
"Wie bitte?", ich konnte mich ja nur verh�rt haben.
"Sie d�rfen zu O-Town w�hrend eines Songs auf die B�hne. Kommen Sie nun
bitte mit!"
Immer noch v�llig perplex folgte ich ihm einen Gang entlang und dann durch
eine T�r auf der stand: "Nur f�r Personal". Hier ging es eindeutig
nicht zum
Konzertsaal.
"Wohin gehen wir?", fragte ich und konnte ein leise Zittern nicht
unterdr�cken. Ich war doch nicht Opfer einer Entf�hrung geworden ohne es zu
merken.
"Ich bringe Sie in den Backstage-Bereich, damit Sie von dort aus auf die
B�hne k�nnen."
Unglaublich, ich hatte die Karte per Zufall bekommen, war nur aus Langeweile
hingegangen und sollte nun auf die B�hne d�rfen. Irgendwie nicht gerecht,
dachte mein gutes Ich. Es gab tausend Fans, die dieses Gl�ck mehr verdient
hatten als ich. Doch daran konnte ich jetzt nichts mehr �ndern. Nachdem wir
durch
ein Labyrinth von G�ngen gelaufen waren, �ffnete er eine T�r, die in den
Aufenthaltsraum der Sicherheitsleute und Sanit�ter f�hrte.
"Warte hier, bis dich jemand abholt." Schon war er wieder weg.
Die drei Sanit�ter und zwei Sicherheitsleute sagten "Hallo" und
wendeten
sich wieder ihren Gespr�chen vor. Und ich? Ich setzte mich auf einen Stuhl
neben
der T�r und starrte auf den grauen Linoleus oder so Boden. Nach einer Weile
kam ich mir richtig d�mlich vor und �rgerte mich �berhaupt den Brief bekommen
zu haben, aber daf�r konnte ich doch nichts. Oh Mann, ich war v�llig durch
den Wind! Eigentlich war mir mehr nach Rotz-und-Wasserheulen w�hrend ich mir
Pearl Harbor anschaue oder Titanic oder Romeo und Julia. Sind alles ziemliche
Schnulzen und normalerweise hasse ich Schnulzen aber wenn ich Liebeskummer
habe, k�nnte ich stundenlang welche gucken. Jedenfalls besser als hier
rumzuh�ngen und ich anzuh�ren wie ein paar RotesKreuz-M�nnikens sich �ber
die
neuesten Mullbinden unterhalten. Guckt nicht so, es war echt tierisch
langweilig.
Ach, ihr glaubt mir nicht, gut dann kriegt ihr eine Kostprobe: Sanit�ter A zu
Sanit�ter B: Ich finde die neuen Mullbinden von Ratiopharm viel besser als die
von Rediamin. Sie sind weicher, trotzdem ist die Dichte und auch die K�rnung
nicht so gro� und somit kann mehr Blut aufgenommen werden. Daraufhin
Sanit�ter C: Aber das Material hat nicht so eine hohe Qualit�t es reisst
schneller
und muss auch �fter gewechselt werden. Sanit�ter B�s Meinung dazu: Die
Mullbinden von Ratiopharm eignen sich besser zur Stillung einer Blutung und die
von
Rediamin mehr als normalen Tagesverband, auf seine Weise erf�llt jede seine
Aufgabe. Hilfe! Die Mullbinden kommen! H�rt sich ja an als ob sie Herz und
Seele haben, trotzdem irgendwie witzig die Vorstellung wenn man sich meinen
Mathelehrer als Mullbinde mit Anzug, Krawatte und Hornbrille vorstellt. Weniger
witzig war der Lachkrampf den ich bei dieser Vorstellung bekam. Die anderen
schauten mich an als ob ich zwei Antennen auf dem Kopf, drei Arme und nur ein
Auge h�tte. Dann murmelte jemand etwas von ausgeflippten Fans. Wie schnell da
mein Lachkrampf zu Ende war, ich schnaubte ver�chtlich und warf dem Sanit�ter
einen w�tenden Blick zu, der seinem Freund mit dem Tippen des Zeigefingers
an seine Stirn unmissverst�ndlich seine Meinung �ber meinen Geisteszustand zu
verstehen gab. Zum Gl�ck sah er nicht, dass ich ihm den Stinkefinger zeigte,
daf�r aber einer von den Sicherheitsleuten, der es f�r notwendig hielt, die
Situation noch peinlicher f�r mich zu machen und laut sagte: "B�ses Kind.
Hat
dir deine Mami nicht beigebracht, dass man nicht den Stinkefinger zeigt."
Dass die ganze Meute dann in wildes Gel�chter ausbrach, fand ich echt kindisch
und ich schwor mir nie Sanit�ter oder Sicherheitsfrau zu werden. Der Beruf war
wirklich gef�hrlich, man konnte sehr schnell verbl�den. Ich hatte Gl�ck, die
5 Bl�den hatten sich gerade wieder beruhigt als jemand kam, der mich abholen
sollte. Na endlich, dachte ich erleichtert und streckte den f�nf zum
Abschied nochmal sch�n die Zunge heraus. Als sich die T�r hinter mir schloss,
h�rte
ich nur noch ein dumpfes Gel�chter.
Die junge, kaugummikauende Frau brachte mich durch ein weiteres Gewirr von
G�ngen hinter die B�hne, von drau�en h�rte man laute Musik und Gesang, der
sich nicht schlecht anh�rte au�erdem den Bass, der alles zum Vibrieren
brachte.
Dann pl�tzliche Stille und dann Gekreische von tausend jungen M�dchen, die
v�llig ausflippten. Auf einmal h�rte ich wieder eine Stimme, und noch eine
zweite, die sich auf englisch unterhielten. In dem Moment kam ein junger Mann
mit
Afrofrisur v�llig verschwitzt von der B�hne. Er steuerte direkt auf mich zu.
"Hi, I�m Trevor. And you?", freundlich l�chelte er mich an und griff
dann zu
einer Wasserflasche, die neben mir auf dem Tisch stand. Sein Arm gl�nzte nur
so vor Schwei�, offensichtlich geh�rte er zur Gruppe und hatte nur eine
kurze Pause.
Da merkte ich, dass ich seine Frage noch nicht beantwortet hatte. (Tja,
Stars sind eben Stars, auch wenn man sie nicht kennt, wird man in ihrer N�he
ziemlich nerv�s und vergisst sogar seinen eigenen Namen.
"My name is Tina.", antwortete ich nun hastig, ich wollte n�mlich
nicht so
doof wirken wie die Sanit�ter und Sicherheitsleute.
"Oh, we must go on stage!", schnell ergriff er meinen Arm und eilte
mit
gro�en Schritten zu dem schmalen Eingang. Als ich ins helle B�hnenlicht trat,
musste ich mehrmals blinzeln. Dann sah ich im Hintergrund eine Band mit
Schlagzeug, Gitarren und Keyboard und vorne am B�hnenrand standen zwei junge M�nner,
ein blonder und ein dunkelhaariger, die sich nun umdrehten. Trevor erkl�rte
mittlerweile, dass sie schon ein M�dchen ausgew�hlt hatten, danach bat er mich
auf dem Hocker, der in der
Mitte der B�hne stand Platz zu nehmen. Der Blonde kam sofort zu mir und
fragte mich nach meinem Namen.
"Tina", stotterte ich. Er l�chelte mich an und sofort f�hlte ich
mich
besser. Mein Lampenfieber, dass ich leider bekommen hatte,(fragt mich nicht
wieso,
ich kannte noch nicht mal die Namen der einzelnen Mitglieder, aber ich sa�
nun mal auf einer B�hne, neben mir die Mitglieder der beliebtesten Boygroup und
tausend Augenpaare waren auf mich gerichtet), verschwand langsam. Ich lehnte
mich ein wenig zur�ck, doch oh schreck, ich hatte ganz vergessen, dass ich
auf einem Hocker sa�, ich verlor fast mein Gleichgewicht, da sp�rte ich zwei
H�nde, die mich st�tzten, �berrascht schaute ich mich um. Hinter mir stand
der
Dunkelhaarige und sagte: "No fair! No fair!" Sch�chtern l�chelte ich
ihn an,
(meine G�te was war nur aus mir geworden, seit ich Erik kennen gelernt
hatte, war aus mir, die eigentlich kein Blatt vor den Mund nimmt ein sch�chternes
Mauerbl�mchen geworden), ein breites L�cheln bei dem er strahlendwei�e Z�hne
zeigte war seine Antwort. Langsam verstand ich warum so viele M�dchen auf
diese Boys standen. Sie sahen nicht nur super aus sondern waren auch supernett.
W�hrend ich noch dar�ber nachdachte mir demn�chst vielleicht ihre CD zu
kaufen, k�ndigte der Dunkelhaarige den n�chsten Song an. "The Painter"
Leise erklang im Hintergrund die Musik und er begann zu singen. Mittlerweile
stand er ein paar Meter von mir entfernt, kam aber w�hrend den Worten "If
I
were a painter, mixing my colors. How could I ever find the blue of your
eyes?" wieder n�her und steckte seine Hand aus, z�rtlich nahm er meine
Hand in
seine und dr�ckte sie leicht. Die
Menge schrie ohrenbet�ubend laut!
"The canvas can never, capture the light of your smile, of your smile."
Sanft ber�hrte er meine Wange und l�chelte mich an, ich konnte nicht
anders
und musste ihn strahlend anlachen. Daraufhin strich er mir noch eine
Haarstr�hne aus den Augen und trat dann wieder ein paar Schritte zur�ck. Vertr�umt
blickte ich ihm nach, deshalb sah ich nicht, dass von der anderen Seite sich
jemand n�herte. Erst als er anfing zu singen "And girl, if I were a
sculptor",
drehte ich mich �berrascht um und was ich da sah, war so unglaublich. Nur
einen halben Meter von mir entfernt stand Erik-Michael! Mein Erik-Michael! Er
blickte mir direkt in die Augen und sie strahlten nur so vor Gl�ck und Liebe.
"Working in marble. I
couldn�t hope to copy your perfect face." Meine Augen
f�llten sich mit Tr�nen, ich glaubte mein Herz w�rde vor Freude zerspringen,
endlich sah ich ihn wieder. Die Liebe meines Lebens!
"The curve of your body" Er legte den Arm um mich, mir liefen die Tr�nen
�ber�s Gesicht, doch ich strahlte, lachte ihn an. "The feel of your skin"
Immer
noch hatte ich Angst dass es ein Traum war und ich jede Sekunde erwachen
konnte, doch als er mich verliebt umarmte, wusste ich es war die Realit�t."My
hands could never, ever trace" Als er mich loslie�, hatte ich das Gef�hl
vor
Einsamkeit zu Sterben, obwohl er nur einen Meter entfernt um mich herumlief,
hatte ich Angst ihn wieder zu verlieren, aber ein Blick in seine Augen, die
auch voller Tr�nen waren, die er jedoch versuchte zur�ck zu halten, sagte mir,
dass uns nun nichts mehr trennen konnte. Jetzt waren wir auf ewig vereint. Den
Rest des Songs bekam ich nur noch durch einen Tr�nenschleier mit, bis auf
einmal die Musik stoppte und der blonde sagte: "Dieses M�dchen ist etwas
sch�chtern, deshalb habe ich eine Idee." Eine andere fr�hlichere Melodie
erklang
und sofort ergriff Erik meine Hand und tanzte mit mir und den anderen �ber die
B�hne. An einer Stelle knieten sich auf einmal alle hin, meine Tr�nen, die
ich gerade erst getrocknet hatten, str�mten mir wieder �ber�s Gesicht. Wie s��
von den Boys!
Doch dann verklangen die letzten Takte und von der Seite zog mich einer von
den Sicherheitsleuten wieder in die Dunkelheit hinter der B�hne.
Mit meinem Gef�hlschaos allein gelassen, lie� ich mich auf einen Stuhl
fallen und beobachtete das Konzert durch den Eingang, naja eigentlich
beobachtete
ich nur Erik. Ich hoffte, er w�rde mir mal kurz zu winken oder mich
wenigstens angucken, aber anscheinend war er zu sehr mit der Performance besch�ftigt,
was ich ihm nat�rlich nicht �bel nehmen konnte. Noch immer konnte ich es kaum
glauben, meine gro�e Liebe Erik-Michael, die ich in einem Club in Orlando
kennengelernt und dann sofort wieder aus den Augen verloren hatte. Fast schon
vergessen, meldete er sich anderthalb Jahre sp�ter und gesteht mir seine
Liebe, dann wieder Funkstille und nun diese �berraschung, er war Mitglied der
erfolgreichsten Boyband. Ich konnte es einfach nicht fassen. W�hrend ich immer
noch versuchte mir diese Tatsache ins Gehirn einzuh�mmern, kamen die f�nf
Jungs
v�llig fertig nach hinten. Ich sprang auf und wollte zu Erik laufen, doch
ein Securitytyp versperrte mir den Weg. "Sie brauchen ihre Ruhe, du kannst
erst
nach dem Konzert mit ihnen sprechen." Widerwillig setzte ich mich wieder
auf
meinen Stuhl und schaute ihnen zu, wie sie in Sekunden T-Shirt und Hosen
wechselten und alles mit hundert verschiedenen Kabeln am K�rper. Das m�ssen
die
aber ge�bt haben, dachte ich, so schnell kann sich niemand umziehen und schon
standen sie wieder auf der B�hne und performten den n�chsten Song. Hey, den
kannte sogar ich. Moment, wie hie� er noch gleich, ach ja genau "Liquid
dreams"! Danach kam noch ein ziemlich fetziger Song, ihrgendwas mit six
seconds,
glaube ich. Oh Mann, nie h�tte ich gedacht das eine Boygroup so gute Musik
machen w�rde und alles live, rochtig klasse waren sie, okay, vielleicht lag es
daran das ich total in ein Bandmember verknallt war, ich geb�s ja zu. Auf
einmal stand nur noch der Dunkelhaarige, der mich vorhin gest�tzt hatte, auf
der
B�hne die anderen hielten sich im Hintergrund.Mit leisen Klavierkl�ngen
begann der n�chste Song, die M�dchen schrien noch lauter als ohrenbet�ubend,
oh
mein Gott das gibt einen Teenitus, dachte ich nur. Doch dann begann der
Dunkelhaarige zu singen und ach du meine schei�e, der Song war so traurig, aber
trotzdem wundersch�n, pl�tzlich trat Erik ins Scheinwerferlicht und sang
seinen
Part "You know I�d fight for you, but how can I fight someone who isn�t
even
there. I�ve had the rest of
you, but I want the best of you. I don�t care if
that�s not fair" als der Refrain begann, konnte ich einfach nicht mehr ich
musste weinen. Ich sp�rte wie sehr die Jungs diesen Song liebten, wie sie alles
gaben w�hrend sie sangen, sie gaben dem Publikum ihr Herz, ihre Seele. (Ok,
das h�rt sich ein wenig geschwollen an, aber in dem Moment sp�rte ich es
wirklich.)
Nachdem der Song fertig war, verbeugten sie sich, bedankten sich und liefen
�ber die B�hne, schlie�lich traten sie v�llig ersch�pft durch den schmalen
Eingang. Langsam stand ich auf, der Blonde, der Dunkelhaarige, Trevor mit der
Afrofrisur und einer mit Dreadlocks kamen herein und l�chelten mich an oder
nickten mir zu. Als letzter betrat Erik den Backstage-Bereich. Er blieb vor mir
stehen und blickte mir tief in die Augen, dann l�chelte er wie damals im
Blue Kiss, nahm meine Hand, holte tief Luft und sagte dann: "I love you,
Tina! I
missed you so much!" "Oh, Erik, I love you, too!"
Und endlich nach solanger Zeit konnte ich ihn in die Arme schlie�en und
ihm
den langersehnten ersten Kuss geben von dem ich seit diesem verh�ngnisvollen
Abend im Club jede Nacht getr�umt hatte. Jetzt waren wir vereint und nichts
konnte uns mehr trennen!