Never look back...

 

Wie man sich f�hlt wenn man verlassen worden ist...ich w�rde sagen, einfach schrecklich. Man liebt einen Menschen so sehr und nach 2-j�hriger Beziehung soll pl�tzlich alles vorbei sein.

Man vertraut dieser Person, plant seine Zukunft zusammen, genie�t jeden Tag den man zusammen verbringen kann und dann das...

Ohne Vorwarnung machte er vor ca. 3 Wochen Schluss, mit der Begr�ndung das wir zuwenig Zeit f�reinander h�tten und er nicht mehr mit ansehen k�nnte, wie ich unter der Beziehung leide. Ich habe aber nie gelitten...

Wir lernten uns zu der Zeit kennen, als seine Karriere begann.

Und wir wussten beide, dass es schwer werden w�rde, aber trotzdem haben wir beide unser bestes getan um unsere Beziehung aufrecht zu erhalten. Da ich in Deutschland wohne und er in den Vereinigten Staaten wussten wir beide auch, was auf uns zukommen w�rde. Aber wir liebten uns und wollten unser bestm�gliches probieren. Meiner Meinung nach hat es auch sehr gut funktioniert. Sicherlich haben wir uns nicht oft gesehen, uns gestritten und ich habe ihn oft vermisst wenn er unterwegs war, aber damit sind wir beide klar gekommen...dachte ich zumindest.

Ich vermisse ihn so sehr...ich f�hle mich einsam ohne ihn, auch wenn etliche Menschen um mich herum sind. Er war 2 Jahre lang, mein Sonnenschein an tristen Tagen, mein Hoffnungsschimmer wenn es mir schlecht ging. Und jetzt sitze ich in einem tiefen schwarzen Loch und habe Angst vor der Zukunft. Angst, was aus mir wird, jetzt wo er weg ist. Angst davor, ihn evtl. mit einer neuen Freundin im Fernsehen zu sehen. Angst, dass er mich und unsere gemeinsame Zeit einfach vergisst. Ich war nie abh�ngig von ihm, auch wenn es vielleicht jetzt ein bisschen so r�ber kommt, aber er war immer ein wichtiger Mensch in meinem Leben.

Jemanden so zulieben, dass es schon weh tut ist eine wunderbare aber auch furchtbare Erfahrung. Wunderbar, weil man wei� das es einen Menschen gibt f�r den man durch die H�lle gehen w�rde, und wei� das er dasselbe auch f�r den anderen machen w�rde. Wunderbar, da man wei�, dass man nie allein ist, egal wie viele Kilometer und Kontinente einen trennen. Wunderbar, da man sich �ber jede kleine Nachricht erfreut, ein kurzer Anruf, eine E-Mail...sich besser f�hlt, wenn man sich Bilder ansieht, auf denen wir beide lachen, uns umarmen und einfach gl�cklich sind.

Furchtbar, da man sich ein Leben ohne den Anderen schlecht vorstellen kann, das sein Leben aus den Fugen ger�t, wenn man von dieser Person verlassen wird. Furchtbar, weil man pl�tzlich allein ist...

 

Das Telefonklingen holt mich in die Realit�t zur�ck. Gedankenverloren taste ich den Boden nach diesem Schei�apparat ab und finde es schlussendlich sogar, nachdem mich dieser schrille Klingelton beinah den Verstand gekostet hat.

�Ja?� nehme ich leise ab.

�Jen?� fragt mich eine Stimme.

�Hallo?�

Was soll denn das jetzt? Wieso rauscht das Telefon so?

�Ich bin es!� erhalte ich nach kurzer Zeit als Antwort.

Mein Gehirn setzt f�r einen kurzen Augenblick aus. Er ist am Telefon! Nach �ber drei Wochen h�re ich ihn das erste Mal wieder. Mein Herz beginnt zu pochen, so laut, dass ich vermute, dass er es h�rt.

�Hi!� meine ich leise, da ich schon wieder einen Klo� im Hals habe, ich aber nicht anfangen will zu weinen. Er soll nicht mitbekommen, wie verletzt ich bin. Wie sehr ich leide!

�Wie geht es dir?�
�Es geht. Und dir?�
�Beschissen!� antwortet er mir ehrlich.

�Wo seit ihr gerade?�
�Im Flieger nach Deutschland!� erwidert er und ich muss schlucken.

Sie kommen wieder nach Deutschland...

�Habt ihr ein paar Konzerte hier?� frage ich vorsichtig nach.

�Ja, unter anderem. Ich wollte mich nur bei dir melden und h�ren wie es dir geht.�
�Das wei�t du ja jetzt!� antworte ich kalt.

�Ich melde mich bei dir, ok?�
�Wenn du willst!� antworte ich.

�Bye, Jen!�
�Bye!�

Ich will gerade auflegen.

�Jen!� h�re ich ihn noch rufen.

�Was?�
�I love u!� ert�nt es leise von ihm und dann dieses klick Ger�usch.

Er hat aufgelegt.

Traurig schmei�e ich das Telefon auf den Sessel, der neben mir steht.

Ich schaue auf meine H�nde...sie zittern. Mit seinem Anruf h�tte ich nicht gerechnet. Vielleicht hatte ich es mir zwar erhofft, aber...

M�hsam und ganz langsam stehe ich von der Couch auf, die ich seit Tagen immer belagere und laufe in die K�che.

Ich laufe zum K�hlschrank und mein Blick bleibt auf unserem Photo haften.

Wir beide, bei seinen Eltern, als die Jungs endlich mal Urlaub hatten. Er hat mich in seinem Arm und gibt mir einen vorsichtigen Kuss auf die Wange, w�hrend ich gl�cklich in die Kamera grinse. Das Bild entstand vor knapp einem halben Jahr und doch kommt es mir vor als wenn es Jahre her ist. Ich mochte bzw. mag seine Eltern, sie waren vom ersten Moment an unheimlich nett und offen zu mir und respektierten mich voll und ganz. Sie freuten sich f�r uns und nahmen unsere gemeinsamen Pl�ne f�r die Zukunft ernst.

Ich m�sste seine Eltern mal wieder anrufen, denke ich mir und �ffne den K�hlschrank, um mir den Orangensaft heraus zuholen.

Die Haust�r wird im selben Moment ge�ffnet.
�Jen?�

�Ich bin in der K�che!�

Meine Mitbewohnerin und beste Freundin Elke kommt mit einem Grinsen in die K�che marschiert.

�Hey, wie geht�s dir?� will sie vorsichtig wissen und streichelt mir �ber meinen Kopf.

�Es geht!� antworte ich ihr und nehme einen gro�en Schluck aus meinem Glas.

�Die Anderen fragen st�ndig nach dir! Kommst du morgen wieder zur Uni?� will sie wissen und ich nicke.

�Ja, ich muss mich da ja mal wieder blicken lassen!�
�Wollen wir heute was zusammen unternehmen?�

�Nee, ich hab eigentlich nicht so Lust dazu!� antworte ich ihr ehrlich.

�Jen, du kannst dich nicht immer nur verkriechen. Seit fast 3 Wochen geht es jetzt schon so und ich mache mir ehrlich gesagt, langsam aber sicher gro�e Sorgen um dich! Ich wei� das es momentan eine sehr schwierige Zeit f�r dich ist, aber trotzdem geht das Leben weiter!� erkl�rt mir Elke bestimmt schon zum 100 Mal.

�Er hat heute angerufen!� werfe ich in den Raum.

�Wirklich?�
Ich nicke.

�Sie sind auf dem Weg nach Deutschland! Er wird sich angeblich noch mal melden!�
�Und wie f�hlst du dich?� fragt sich mich einf�hlsam.

�Es geht. Am Ende des Gespr�chs...� ich stocke, �...meinte er noch, dass er mich lieben w�rde.�

Ich schaue Elke mit gro�en Augen an.

�Ich werde daraus einfach nicht schlau...was soll das denn jetzt werden?�
Wir setzen uns beide hin und schweigen uns an.

Es herrscht keine unangenehme Stille, sondern eher eine vertraute.

 

Mein Wecker klingelt und ich taste im Dunkeln nach diesem Ger�t, um es endlich auszuschalten. Heute gehe ich wieder zur Uni, nach drei langen Wochen.

Ich muss probieren, mein Leben irgendwie wieder in den Griff zu kriegen, aber das ist leichter gesagt als getan.

Ich trotte verschlafen ins Bad und mache erst mal das Licht an.

Meine H�nde fahren �ber mein Gesicht. Ich wasche es mir mit eiskaltem Wasser.

�Isst du auch was?� h�mmert Elke von drau�en gegen die T�r.

�Nee, ich will nur einen Kaffee!� antworte ich und h�re wie sie in die K�che l�uft.

 

Fertig geduscht, angezogen und geschminkt laufe ich eine halbe Stunde sp�ter in die K�che und sehe Elke schon am Tisch sitzen.

�Morgen!� meine ich zu ihr.

Sie sieht von ihrem Buch auf, grinst und ich setze mich hin.

�Morgen S��e!� antwortet sie mir, �Und bist du bereit?�
Ich nicke.

�Jop, wohl oder �bel!�
�Bis wann gehen deine Geschichtsvorlesungen, wir k�nnten ja zusammen...� sie wird von dem Klingeln des Telefons unterbrochen.

Ich will gerade aufstehen, als sie meine Hand festh�lt.

�Warte, ich gehe schon!�

Sie l�uft ins Wohnzimmer und nimmt ab.

�Jop!�

�Oh, hallo. Ob Jen da ist? Klar kleinen Moment!�

Sie kommt auf mich zugelaufen und streckt mir den H�rer entgegen.

�Die Pfeife ist dran!�
Ich muss ein wenig l�cheln, seitdem die Sache mit ihm vorbei ist, nennt sie ihn immer die Pfeife, wenn sie von ihm redet. Ich wei� auch nicht so ganz warum.

�Ja?� gehe ich ran.

�Ich hab dich aber nicht geweckt, oder?� fragt er vorsichtig.

�Nein, ich bin schon ein Weilchen wach!�
�Ok, ich wollte fragen ob du heute Mittag Zeit hast. Ich w�rde dich gerne sehen!�
�Ich muss zur Uni.� Antworte ich ihm.

�Und wie lange?�
�Keine Ahnung, ich denke bis 4 oder 5!�
�Schade, aber du kannst mich ja anrufen, wenn etwas ausfallen sollte!� meint er vorsichtig.

�Evtl. ja, kann ich machen. Bye!�

�Bye, Jen!�

Ich lege den H�rer zur Seite und sehe Elke, die mich mit gro�en Augen ansieht.

�Was wollte er schon wieder?�
�Fragen, ob ich heute Zeit habe!�

�Die Pfeife...� meint sie wieder und sch�ttelt den Kopf.

�Du wolltest vorhin was sagen!� erinnere ich Elke.

�Ah, ja bevor wir unterbrochen worden sind.� Sie �berlegt ein wenig, �Eben, ich wollte dich fragen, ob wir nach deinen Geschichtsvorlesungen zusammen was essen gehen wollen?�
�Du meinst zu Mittag!?�
Elke nickt heftigst mit dem Kopf.

�Klar, auf jeden!� antworte ich ihr und sie strahlt mich an.

 

Meine Geschichtsvorlesungen sind vorbei und das Mittagessen mit Elke, Marie und Isa war auch sch�n. Seit langem habe ich mal nicht an ihn gedacht. Was mir zur Abwechslung auch mal sehr gut getan hat. Und jetzt sitze ich in meiner letzten Vorlesung. Wir habe kurz vor halb 5 und gleich m�sste mich das Klingeln erl�sen.

�Auf Freitag h�tte ich gerne eine Analyse �ber....� ich h�re gar nicht mehr hin. Meine Gedanken sind wieder bei ihm...

Das Klingeln l�sst mich aufschrecken und ich packe meine B�cher zusammen um endlich in mein Auto steigen zu k�nnen.

Ich laufe �ber den Campus und bleibe ab und an stehen, um mich mit einigen Leuten noch ein wenig zu unterhalten.

�Morgen ist die Feier bei den Medizinern!� schreit mir Marc hinterher.

�Ich schau mal, ok?�
Er nickt und ich winke ihm noch mal zu.

 

Ich laufe zu meinen Wagen, steige ein und mache mich auf den Weg nach Hause. Endlich!

Eine dreiviertel Stunde sp�ter, denn dank des Feierabends ging der Verkehr im Schneckentempo voran, parke ich das Auto und steige gestresst aus.

Ich h�re Stimmen aus unserer Wohnung, wahrscheinlich haben wir mal wieder Besuch, denke ich mir und stecke meinen Schl�ssel ins Schl�sselloch.

�Jen?� h�re ich Elke vom Wohnzimmer aus schreien.
�Ja, wohnt sonst noch jemand hier?� frage ich sie zur�ck.

Ich lege den Schl�ssel auf den Schuhschrank.

Mein neues Buch hat ein Eselsohr, f�llt mir auf und so laufe ichmit gesenktem Kopf ins Wohnzimmer und probiere diesen Knick rauszubekommen.

�Wir haben Besuch!� empf�ngt mich Elke.

Ich schaue auf und...muss schlucken.

�Hey!� ert�nt es von den 5.

�Was macht ihr denn hier?� frage ich entgeistert.

Elke steht auf.

�Sorry Jen. Die standen pl�tzlich vor der T�r!�
�Kannst doch nichts daf�r!� antworte ich ihr und laufe mit etwas wackligen Beinen auf ihn zu.

Augen zu und durch, versuche ich mir selber Mut zumachen.

�Hey Jen!� ert�nt es leise von ihm und er steht auf.

Wie soll ich ihn jetzt begr��en? Soll ich ihn umarmen oder ihm nur die Hand geben?

Er kommt auf mich zu und nimmt mich in den Arm.

Zuerst bleibe ich verkrampft stehen. Ich sp�re seit mehr als 3 Wochen endlich wieder seine N�he und W�rme. Meine Anspannung l�st sich und ich erwidere seine Umarmung.

�Du fehlst mir!� fl�stert er mir leise zu.

Ich l�se unsere Umarmung und schaue in seine wundersch�nen Augen.

�Warum sagst du so etwas?� frage ich in ernst.

Ich drehe mich um und begr��e jetzt endlich auch die Anderen.

�Geht es dir wirklich gut!�

�Ja. Es muss halt!� antworte ich, �Ich freu mich euch wieder zusehen!�
�Wir sind auch froh, dich endlich mal wieder in den Arm nehmen zu k�nnen!�

Elke setzt sich mit dem Kaffee wieder zu uns und gie�t jedem eine Tasse ein.

Ich sehe aus den Augenwinkeln, wie er mich die ganze Zeit von der Seite beobachtet.

Es tut mir weh, ihn dort sitzen zu sehen. Normalerweise w�rden wir jetzt eng umschlungen auf der Couch kuscheln und jetzt? Er sitzt am Rand der Couch neben den anderen 4.

Und ich habe mich in den Sessel verschanzt.

Ich blicke traurig in seine Richtung.

�Wie lange bleibt ihr denn in Deutschland?� unterbricht Elke die unangenehme Stille.

�Knapp 2 �Wochen!� wird ihre Frage beantwortet.

�Dann k�nnen wir ja endlich wieder was gemeinsam unternehmen!�

Wir nicken.

�Wir haben in 2 Tagen ein Konzert hier, wollt ihr da kommen!� fragt er mich kleinlaut.

�Was treibst du eigentlich f�r Spielchen? Du hast vor 3 Wochen mit mir Schluss gemacht, wenn ich dich daran erinnern darf. Und jetzt tauchst du hier auf und fragst mich und Elke ob wir an euer Konzert kommen wollen, so als wenn nie was passiert w�re!� werfe ich ihm an den Kopf und stehe auf.

�Jen! Ich...�
�Was?� frage ich ihn sauer.

�Ich habe einen Fehler begangen! Ich h�tte mich nicht von dir trennen sollen!� bringt er kleinlaut heraus.

Ich starre ihn an.
�Was sagst du da? Nach 3 Wochen f�llt dir das auf, oder wie? Denkst du, du kannst mit mir spielen? Wei�t du wie oft ich mir wegen dir die Augen ausgeheult habe? Wie oft ich kurz vorm durchdrehen war, weil du mir so gefehlt hast?� schreie ich ihn verzweifelt an.

�Es tut mir so leid! Ich wei� nicht, warum ich �berhaupt so bl�d war, dir zu sagen das es vorbei w�re!�

Ich sch�ttle den Kopf.

�Du kannst dir nicht vorstellen wie fertig ich wegen dir war! Wie sehr du mich verletzt hast!� meine ich mit Tr�nen in den Augen.

Nein, weine jetzt nicht! Zeige ihm nicht, wie sehr er dir fehlt.

Er kommt langsam auf mich zu.

Elke und die Anderen sitzen schweigend auf der Couch. Man k�nnte eine Stecknadel im Raum fallen h�ren.

Er nimmt mich in den Arm, aber ich wehre mich dagegen.

�Jen, lass es mir dir bitte erkl�ren...� er schaut mich flehend an.

�Was erkl�ren? Das du es dir jetzt anders �berlegt hast! Denkst du ich kann das alles ohne weiteres vergessen? Du hast mir so wehgetan!�

�Es tut mir so leid. Als du nicht mehr da warst, habe ich gemerkt wie sehr ich dich brauche und liebe. Mein Leben war pl�tzlich leer ohne dich und...�

�Du bist das Letzte!� werfe ich ihm an den Kopf und verpasse ihm eine schallende Ohrfeige.

Er schaut mich entgeistert an und ich kann meine Tr�nen nicht mehr zur�ckhalten.

�Warum tust du mir das an? Ich liebe dich doch so...� meine ich leise, wische mir die Tr�nen weg und drehe mich um.

Langsam laufe ich zur Haust�r, schnappe mir meine Schl�ssel, �ffne sie und lasse sie laut ins Schloss fallen.

Er steht immer noch wie angewurzelt da und sieht mir nach.

Elke springt von der Couch auf und �ffnet das Fenster.

�Jen!� schreit sie runter auf die Stra�e.

Ich schaue nach oben und kann trotz meines Tr�nenschleiers erkennen, dass Elke auf dem Balkon steht. Der Balkon an dem wir zwei gl�cklich sa�en, wenn er in Deutschland war und zusammen in den Himmel geschaut haben.

Ich schlie�e mein Auto auf und winke ihr schnell zu.

�Kannst du mir verraten was das jetzt sollte?� wirft sie ihm an den Kopf, als sie sich umdreht, �Du wei�t nicht wie sehr sie unter der ganzen Situation gelitten hat und noch darunter leidet, wie sie tagelang nur geweint hat wegen dir! Du warst nicht da und hast sie gesehen� regt sich Elke langsam auf.

Er steht ohne ein Wort zu sagen immer noch an derselben Stelle und starrt sie an.

Ich sitze in meinem Auto und bin auf dem Weg zu Jay, einem meiner besten Freunde.

Meine Tr�nen bahnen sich unentwegt ihren Weg �ber mein Gesicht.

Wie kann er jetzt einfach bei mir im Wohnzimmer sitzen und mir ins Gesicht sagen, dass er seine Entscheidung bereut?

Mein Handy klingelt. Ich w�hle in meiner Tasche und starre auf das Display.

Er ruft an...aber ich kann und will nicht abnehmen. Nicht jetzt...

 

�Sie nimmt nicht ab!� bemerkt er leise, legt wieder auf und schaut in die Runde.

�Kann man ihr wohl nicht ver�beln!�

�Du h�ttest sie nicht so �berrumpeln solln!�
�Probier es einfach sp�ter noch mal!� antworten die Anderen ernst.

Und er nickt traurig.

 

Ich dr�cke bereits schon zum 10Mal auf die Klingel, aber es macht mir keiner auf.

Jay ist also nicht da. Ich h�tte vorher auch anrufen k�nnen, denke ich mir und laufe wieder zu meinem Auto. Langsam �ffne ich die T�re, setze mich hin und lasse meinen Kopf auf das Lenkrad sinken.

Ich suche nach meinem Handy und w�hle die Nummer von unserer Wohnung.

�Ja?� geht Elke ran.

�Ich bin es! Sind sie noch da?� will ich wissen.

�Ja, aber sie wollten gleich gehen!� antwortet mir Elke.

�Ok!�
�Wo bist du?�

�Vor dem Haus von Jay! Er ist aber nicht da.�
�Ist das Jen!?� h�re ich ihn im Hintergrund fragen.

�Bis sp�ter!� meine ich schnell und lege auf.

Ich will ihm jetzt nicht begegnen, denke ich mir, mache den Motor an und fahre los.

Wohin ich fahre? Irgendwohin, blo� weg von ihm...

 

Langsam laufe ich durch den Park und versuche meine Gedanken zu ordnen. Es ist kalt geworden, f�llt mir auf und ich verschr�nke meine Arme. Ein junges P�rchen mit einem Baby l�uft an mir vorbei und der Anblick tut mir weh. Wir waren uns beide einig, dass wir sp�ter auch einmal Kinder haben wollten. Nur wie bereits erw�hnt sp�ter, er wollte sich erst auf seine Karriere konzentrieren und ich wollte mein Studium beenden.

Ich kicke einen Stein weg und seufze. Warum musste er mir blo� so wehtun?

Eigentlich sollte ich mich freuen ihn wiederzusehen...aber unter dieses Umst�nden, w�re es mir lieber gewesen ihm ein Weilchen aus dem Weg zu gehen.

Ich sitze jetzt auf einer Parkbank und beobachte die Kinder, die in der N�he lauthals herumschreien und spielen.

Ich fahre mir �ber mein Gesicht und habe wieder den Tag vor Augen an dem wir uns vor ungef�hr 2 Jahren das erste Mal gesehen haben...

 

Wir hatten Donnerstag, genauer gesagt den 7. Mai, und ich musste wie so oft arbeiten. Neben meinem Studium hatte ich seit einem halben Jahr einen Job in einem Klamottenladen, um mir mein Leben als Studentin zu finanzieren .Ich hatte heute, dass Gl�ck f�r eine Freundin einzuspringen, aber ich ahnte zu diesem Moment noch nicht, dass sich mein Leben an diesem Tag schlagartig �ndern w�rde. Ich war gerade mit dem Auspacken der Ware besch�ftigt, als unsere Aushilfe aufgebracht zu mir hinter kam.

�Du musst sofort vorkommen, Jen! Wir haben Amerikaner im Laden und du wei�t doch wie sich mein Englisch anh�rt!� meinte unsere Aushilfe, ich glaube Sabrina war ihr Name, aufgebracht. Also marschierte ich in den Laden um diese Amerikaner zu bedienen. Sabrina schleifte mich zu ihnen hin und trottete sofort wieder ab.

So jetzt stand ich also vor diesen4 Typen.

�Hi!� grinste ich, �Kann ich euch irgendwie helfen?�

Ein Latino streckte mir die Hand hin und stellte sich mit einem �Hi, i�m Erik-Michaelnice to meet you� vor. Etwas perplex reichte auch ich ihm meine Hand und stellte mich ebenfalls vor. Dasselbe bei Trevor, Ashleyund Jakob. Ich musste �ber diese komische Situation grinsen. Sie erz�hlten mir, dass sie unbedingt alle neue Schuhe br�uchten und so fing ich an durch den Laden zu rennen um ihnen unsere Modelle zu zeigen.

Ich kann mich noch genau an den Satz von Jake erinnern, bevor ich ihn das erste Mal gesehen habe.

�Die Schuhe sind cool, ich glaube die werde ich nehmen!�

Gerade als ich antworten wollte, platzte ein anderer Typ in den Laden.

�Da seit ihr ja! Ich habe euch schon �berall gesucht!� schrie er und kam auf uns zugelaufen.

Er blieb stehen, grinste mich an und streckte mir seine Hand hin.

�Hi, i�m Daniel, but u can call me Dan!� meinte er und sch�ttelte meine Hand.

Wenn es wirklich so etwas wie Liebe auf den ersten Blick gibt, dann habe ich mich vom Fleck weg in diesen Typen verliebt.

Wir unterhielten uns noch alle eine Weile, bis Dan mich sch�chtern fragte ob er meine Nummer haben k�nnte. Nat�rlich z�gerte ich keine Sekunde und gab sie ihm mit dem gr��ten Vergn�gen.

Noch am selben Abend rief er mich an und wir redeten knapp eine Stunde miteinander. Ich mochte ihn wirklich.

F�r den n�chsten Tag, verabredeten wir uns alle in einem Club. Wir hatten wirklich sehr viel Spa�, aber ich machte mir keine Hoffnungen. Ich merkte zwar, dass wir sofort einen guten Draht zueinander hatten, aber er war dabei seine Karriere als Mitglied einer Band aufzubauen und da h�tte ich keinen Platz in seinem Leben gehabt.

Zu meiner gro�en �berraschung rief er mich am darauffolgenden Tag erneut an. Ich sa� mit Elke am Fr�hst�ck und hatte nach seinem Anruf ein breites Grinsen auf meinem Gesicht.

�War es Dan?� wollte sie wissen und ich nickte.

Wir trafen uns am Nachmittag vor ihrem Hotel und gingen zusammen spazieren. Sehr lange spazieren...an diesem Tag kam es auch zu unserem ersten Kuss. Sp�testens dort war mir klar, dass ich mich bereits in ihn verliebt hatte...

 

Ich zucke erschrocken zusammen, vor mir stehen 2 Kinder die mich mit ihren Zahnl�cken breit anl�cheln.
�Tschuldigung!� meint das M�dchen, b�ckt sich und hebt den Ball auf, der vor meinem F��en liegt.

�Ist ja nichts passiert!� antworte ich den beiden.

Ich stehe langsam auf und laufe zur�ck zu meinem Auto.

 

...Ihm ging es zum Gl�ck genauso, auch er hatte sich in mich verliebt. F�r uns beide eigentlich sehr schnell, aber wir wussten das uns irgendetwas vom ersten Moment an, an den anderen faszinierte. So fing unsere Geschichte an, durch eine zuf�llige Begegnung...

Darauf folgten 2 Jahre voller H�hen und Tiefen. Die Karriere der Jungs ging steil bergauf und so sahen wir uns immer seltener. Aber wir probierten einfach uns bei jeder Gelegenheit zutreffen. Unabh�ngig ob ich in meinem Semesterferien zu ihm fuhr um mit den Jungs auf Tour zu gehen oder ob er nur f�r 3 Tage nach Deutschland kam. Wir wussten einfach, dass wir auf den anderen bauen konnten. Wir telefonierten so gut wie jeden Tag, um den anderen einfach zu zeigen, dass man an ihn dachte. Unsere Beziehung funktionierte gut...wir liebten uns beide sehr.

Dann kam der vermeintlich schlimmste Tag in meinem Leben. Die Jungs waren f�r 4 Tage in Deutschland um ihre neue Single zu promoten. Es regnete und ich sa� mit meinen B�chern in der K�che. Ich musste eine Zusammenfassung�ber die Weimarer Republik beenden.

Pl�tzlich klingelte es und ich schaute verwundert auf die Uhr. Wer sollte das jetzt noch sein? Elke hatte immer ihren Schl�ssel dabei und auch sonst erwartete ich keinen Besuch mehr. Ich stand auf und �ffnete die T�r. Dan stand durchn�sst vor mir und schaute mich unsicher an.

�berrascht aber trotz allem happy ihn zu sehen lie� ich ihn herein. Wir wollten uns eigentlich morgen sehen. Er zog seine Jacke aus und gab mir einen fl�chtigen Kuss auf die Wange.

Ich merkte sofort, dass irgendetwas nicht mit ihm stimmte.

Wir liefen beide schweigend in die K�che, setzten uns hin und dann holte er seufzend und laut Luft und sagte es...er hielt es f�r besser, wenn wir uns trennen w�rden, da wir kaum noch Zeit f�reinander h�tten und er nicht l�nger mit ansehen k�nnte, wie ich an unsere Beziehung zu Grunde gehen w�rde. Ich starrte ihn fassungslos an und konnte nicht antworten. Meine Augen f�llten sich mit Tr�nen...er stand langsam auf, fl�sterte noch irgendetwas das es ihm leid t�te und ging. Ich blieb wie angewurzelt in der K�che sitzen und starrte ihm geschockt hinterher.

Woher sein pl�tzlicher Wandel? Gestern schien doch noch alles in Ordnung...schoss es mir durch den Kopf...

 

Ich sitze in meinem Auto und habe immer wieder seine Worte in meinem Kopf. Die W�rter die mich in dieses schwarze Loch gest�rzt haben. Ausgelaugt und m�de streiche ich mir meine Haare aus meinem Gesicht.

Und gestern dieser unerwartete Anruf, dass sie wieder nach Deutschland kommen und heute der etwas �berraschende Besuch. Er w�rde seine Entscheidung bereuen...seine Worte hallen in meinem Kopf. Er w�rde es bereuen...

Ich parke das Auto und laufe nach oben. Z�gernd schlie�e ich die T�re auf und sehe Elke auf mich zulaufen.

�Da bist du ja endlich!� empf�ngt sie mich, �Ich habe mir schon Sorgen gemacht!�

Sie nimmt mich ohne ein weiteres Wort zu sagen in den Arm.

�...shhhh!� versucht sie mich zu beruhigen, aber ich kann einfach nicht mehr aufh�ren zu weinen.

 

Mitten in der Nacht werde ich wach und trotte verschlafen in die K�che.

Ich kneife meine Augen zusammen, als ich das Licht anmache. Ich hole mir die Milch und setze mich an den K�chentisch. Mein Blick bleibt auf einem Zettel haften.

>Wir sind im Hotel Dorint, melde dich bitte bei mir.

Es tut mir leid...

Dan< lese ich leise vor.

Ich soll mich also bei ihm melden, denke ich mir und zerkn�lle den Zettel.

 

�Hey, aufstehen du alte Schlafm�tze!� kommt Elke in mein Zimmer spaziert. In der Hand hat sie zwei Tassen Kaffee.

Ich schaue sie mit kleinen Augen an.

�Komm rutsch ein St�cken!� grinst sie und legt sich in mein Bett, �Ich hab dir ein Kaffee mitgebracht!�
�Danke!� antworte ich ihr und setze mich hin.

�Du hast den Zettel wohl schon gelesen!� bemerkt sie, �Was wirst du jetzt machen S��e?�

�Ich denke mal, dass ich ihn anrufen werde!�

Sie nickt mit dem Kopf.

�Heute noch, oder?�
�Ja, heute. Wahrscheinlich in der Mittagspause!� erkl�re ich ihr.

�Wenn was sein sollte, dann rufst du mich an, ok!?� meint sie bestimmend und ich nicke dankbar.

 

Ich laufe gedankenverloren �ber den Campus, um in meine Vorlesung zu gehen als mir jemand von hinten auf die Schulter tippt.

Fragend drehe ich mich um und sehe Isa mit einem L�cheln vor mir.

�Du h�rst mich auch nicht oder?�
�Warum?�
�Ich schreie mir schon seit dem Parkplatz die Stimmb�nder wund, aber nein das Fr�ulein h�rt mich nat�rlich nicht!� grinst sie.

�Sorry, war mit den Gedanken woanders!�
Sie schaut mich mitf�hlend an, nimmt mich in den Arm und wir laufen zusammen weiter.

Ich erz�hle ihr, was gestern noch vorgefallen ist und sie h�rt mir schweigend zu.

�Bist du dir sicher, dass du ihn anrufen willst?� fragt sie mich, als ich zu Ende erz�hlt habe.

�Ja, eigentlich schon Isa!�

�Ok! Wei�t du schon, was du ihm sagen wirst?�
Ich sch�ttle energisch den Kopf.

�Du schaffst das schon!� grinst sie mich an und ich erwidere ihr L�cheln.

 

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