Engel kann man nicht kaufen, aber man kann ihnen begegnen

Kapitel 1

 

�Schei�e ist das glatt.� Lachte ich und schlidderte auf die gegen�ber liegende Stra�enseite.

�Tja, mit anst�ndigen Schuhen w�re dir das nicht passiert.� Grinste meine Freundin Joanna hinter mir und rutschte mir hinter her.

�Als ob es dir in deinen Turnschuhen besser gehen w�rde.� Lachte ich. Wir tauschten einen kurzen Blick und fingen beide laut an zu lachen.

 

Es war Mitte Dezember und wir waren auf dem Weg zu einem O-Town Konzert. Manchmal hatten wir so Anf�lle von geistiger Umnachtung in denen wir, so wie dieses mal, spontan beschlossen hatten zu diesem Konzert zu gehen. Einfach nur Just for Fun. Was wir beiden Omas mit Mitte Zwanzig bei einer Boygroup wollten, wussten wir selbst nicht genau.

Aber den Spa� mussten wir uns geben.

Noch bevor das Konzert anfing hatten wir schon reichlich Spa�, als wir uns die kreischende Masse anschauten. Die Verzweifelten Gesichter wenn sie nicht wussten wohin, die Plakate auf denen Liebesbotschaften standen von denen die M�dels selbst keine Ahnung hatten und das Gekreische. Zu sch�n. Wie lange war das blo� her dass wir in dem Alter waren?!

Als O-Town endlich auf die B�hne kamen, standen wir ziemlich weit vorne, wenn auch etwas abseits, da wir uns das Gedr�nge nicht antun wollten.

Doch die M�dels um uns herum quetschten sich so zusammen das wir bald in der ersten Reihe standen. Immer noch abseits, aber das war egal. So konnten wir Tanzen und uns das �Frischfleisch� aus der N�he anschauen.

Bei den Songs die einigerma�en dazu geeignet waren zu Tanzen, taten wir genau dieses und hatten eindeutig unseren Spa�.

�Eigentlich sind das ja doch ganz sch�ne Schnidden, oder?� br�llte ich Jo irgendwann �ber den ganzen L�rm hinweg an.

Sie lachte:� Kann man sagen. Pluspunkt f�r das Frischfleisch.�

Wir fingen beide an zu lachen und wandten uns wieder zur B�hne.

Auf derselbigen Stand Ashley gerade direkt vor uns und l�chelte uns mit einem dieser Zahnpasta Werbe l�cheln an.

Aus dem Augenwinkel sah ich dass auch Jo aufgeh�rt hatte zu tanzen. Ich erwischte mich dabei das ich Ashley sekundenlang von oben bis unten musterte. Ihn schien es nicht zu st�ren. Er lachte und drehte sich wieder um, um ans andere ende der B�hne zu rennen.

Hinter mir fing Jo f�rchterlich an zu lachen:� H�r auf zu sabbern. Das ist ja widerlich.� Ich drehte mich zu ihr um und sah sie an. Dann fiel ich in ihr Gel�chter ein.

Der Mann war Hot. Eindeutig.

Das Konzert war recht schnell zu Ende. Doch da wir jetzt erst richtig in Party Stimmung waren, beschlossen wir noch in einen nahe liegenden Club zu gehen.

Wir quetschten uns durch die Menge und suchten uns einen Platz an der Bar. Nachdem wir endlich unsere Getr�nke hatten lie�en wir die Blicke �ber die Tanzende Menge wandern.

Pl�tzlich stie� Jo mich an:� Hey, schau mal... der da dr�ben sieht aus wie Dan.�

�Wer? Wo?� fragte ich nerv�s und suchte nach der betreffenden Person.

�Na, da dr�ben� an dem Tisch neben der Bar auf der anderen Seite.�

Ich suchte weiter und verschluckte mich fast an meinem Wasser, als ich die gemeinte Person sah.

Lachend stellte ich mein Glas zur�ck auf den Tresen und verschr�nkte l�ssig die Arme vor der Brust.

�Komm... findest du nicht auch das er aussieht wie Dan?� fragte Jo erneut.

Ich nickte �berzeugt:� Sicher� aber meinst Du nicht das k�nnte  daran liegen, das es� DAN ist?�

Jo warf mir einen erschrockenen Blick zu, schaute noch mal r�ber, sah mich wieder an und wir fingen schon wieder f�rchterlich an zu lachen.

�Meinst Du wirklich?� fragte sie schlie�lich.

Ich l�chelte mild:� S��e� wahlweise kannst Du auch noch Trevor haben, der steht da dr�ben bei dem Blonden M�dchen oder Erik� Der tanzt da vorne mit der gro�en Br�netten.� Ich zeigte in die entsprechenden Richtungen und Jo folgte meinem Blick.

Einen Moment lang herrschte stille, dann fingen wir schon wieder an zu lachen.

�Oh man, das kann auch nur uns passieren.� Lachte sie �Und was machen wir jetzt?�

Ich zuckte mit den Schultern:� Wir w�re es mit r�ber gehen und �Hallo� sagen f�r den Anfang?�

Jo zog eine Augenbraue hoch mit einem Blick der mich fragte ob ich noch zu retten w�re.

Ich zuckte wieder mit den Schultern:� Was sonst?�

�Nach Dir.. ich bleib hier. Was willst du denn sagen um Himmels willen?� sie sah mich ein wenig verst�ndnislos an.

�Das �berleg ich mir auf dem Weg nach dr�ben.� Lachte ich und sprang von meinem Barhocker auf.

Noch bevor Jo etwas sagen konnte war ich schon unterwegs mir den Weg durch die Menge auf der Tanzfl�che zu bahnen.

Als ich ungef�hr auf der h�lfte der Tanzfl�che war, ert�nten aber leider grade die ersten T�ne von Kelly Osbournes �Papa don�t preach� und ich konnte nicht weiter gehen. Ich drehte mich kurz zu Jo um und zuckte mit den Schultern. Sie lachte nur und winkte ab.

Ich fing an zu Tanzen und verga� die Jungs zu denen ich eigentlich wollte v�llig. Ich schloss die Augen und h�rte nur auf die Musik. Ich bewegte mich wie automatisch.

Pl�tzlich sp�rte ich warme H�nde auf meiner H�fte. Ich drehte mich nicht um. Lie� es einfach geschehen. Ich war eh viel zu besch�ftigt mir und dem Song.

Aber egal mit wem ich da tanzte� er hatte es verdammt gut drauf. Gegen Ende des Liedes dr�ckte er sich so an mich das ich seinen warmen Atem an meinem Hals sp�ren konnte. Ich glaubte sogar das L�cheln auf seinem Gesicht zu sp�ren.

Ich mochte die Augen gar nicht �ffnen als der Song endete.

Mein erster Blick fiel auf Joanna, die mich v�llig entsetzt und wei� wie eine Wand anstarrte. Ich warf ihr einen verwirrenden Blick zu und sie formte mit ihrem Mund ein Wort oder einen Namen, den ich aber nicht deuten konnte, da in dem Moment ein junger Mann auf sie zusteuerte...

Ich wollte mich bei meine �Partner� f�r den netten Tanz bedanken und drehte mich um� dann blieb mir die Luft weg.

Ich sah in die unglaublichsten Blauen Augen die ich je gesehen habe, und sah das sch�nste L�cheln auf dem ganzen Erdball. Die Sonne ging auf und ich realisierte langsam das ich mit Ashley getanzt hatte.

�Danke f�r den Tanz.� Strahlte Ashley. W�hrend ich noch um Fassung rang.

Ich warf einen kurzen Blick auf den Boden, r�gte mich innerlich selbst und sah dann wieder auf.

Ich hielt seinem Blick stand:� Ich habe zu Danken. Bei Gelegenheit gerne wieder.� Ich versuchte ruhig zu klingen, doch innerlich zitterte ich. Dieser Mann sah wirklich aus wie vom Himmel gefallen. Irgendwer hatte ihm die Fl�gel abgenommen und ihn einfach von da oben runtergeschubst. Er sah umwerfend aus.

Ich setzte  mein strahlendstes L�cheln auf um von meiner Nervosit�t abzulenken. Ob er es mir abnahm� keine Ahnung.

�Ich komm bei Gelegenheit auf das Angebot zur�ck. Darf ich Dich auf einen Drink einladen? Als Dank f�r den Tanz?�

Ich nickte:� Gerne. Ich will nur kurz meiner Freundin bescheid sagen. Sie sitzt dort dr�ben an der Bar.� Ich deutete ohne hinzuschauen auf die Bar an der Jo gesessen hatte. Ashley lachte nur und zog mich auch schon in die Richtung  in der die Bar stand.

�Ich wei�. Dan hat sich ihrer schon angenommen, mach dir mal keine Sorgen.�

Ich stutzte und schaute r�ber. Der Typ den ich vorhin nur von hinten gesehen hatte, war Dan gewesen, jetzt sa� er neben Jo und die beiden schienen auch schon in ein Gespr�ch vertieft.

Ich stolperte hinter Ashley her an die Bar. Dan fing an zu strahlen als er uns erblickte. Er warf Ashley einen Vielsagenden Blick zu

Ich suchte den Blickkontakt zu Jo. Diese strahlte nur von einem Ohr zum anderen �Und?� fragte ihr blick und ich verdrehte nur genie�erisch die Augen.

Wir fingen beide an zu lachen. Dan und Ash schauten ein wenig verst�ndnislos zwischen uns hin und her. Sagten aber nichts.

Ash und ich setzten uns rechts von Jo auf die beiden freien Barhocker und bestellten etwas zu trinken.

Langsam beruhigte ich mich wieder.

Nach einigen Sekunden der Stille merkte ich das Ash mich von der Seite musterte.

Ich fing an zu lachen:� Was?�

Er grinste:� Nichts.�

�Glaub ich dir irgendwie nicht.� Ich musste schmunzeln, als ich sah wie es in seinem Kopf arbeitete.

�Also gut, ich hab euch bei unserem Konzert gesehen��

�Ja.. und?�

�Ihr seht nicht aus wie typische Fans von uns.�

Ich sah ihn einen Moment lang an, dann brach ich in schallendes Gel�chter aus. Mir kamen die Tr�nen vor lachen und Ashley wurde rot.

Jo sah mich von der Seite an:� Was ist denn mit dir?�

�Er.. er meint�. Ashley meint wir s�hen nicht aus wie typische Fans von ihnen.� Sagte ich lachend auf Deutsch und wischte mir eine Tr�ne aus dem Gesicht.

Jo warf einen kurzen Blick auf Ashley und fiel in mein Gel�chter ein.

Die beiden Jungs zuckten nur mit den Schultern und warteten geduldig bis wir uns beruhigt hatten.

�Ash� der war gut.� Sagte ich noch immer kichernd als ich die Sprache wieder gefunden hatte.

�Was war denn daran jetzt so lustig?�

�Sag mal, wie alt sch�tzt du mich? Oder uns?�

�Ich wei� nicht...aufgrund dessen das ihr in den Club kommt� 19, 20?!� Antwortete er mit einem leichten Stirnrunzeln.

Ich k�mpfte erneut gegen einen Lachanfall an.

�Ash, im Gegensatz zu dir sind wir auch in den Staaten schon seid ein paar Jahren offiziell erwachsen.�

�Oh��

�Ja.. Oh. Jo ist 25 und ich bin 23. Vielleicht liegt es daran das wir nicht aussehen wie die M�dels die sonst zu euren Konzerten kommen, weil wir im Durchschnitt 8 bis 10 Jahre �lter sind�?!�

Ash fing wieder an zu l�cheln. Ich glaub ein bisschen unangenehm war es ihm schon.

�Das kann es nat�rlich sein. Seid ihr denn Fans von uns?�

Ich grinste:� Ich glaube nicht. Wir haben spontan beschlossen uns eure Show anzuschauen.. das machen wir �fter. Wenn wir jemanden m�gen, bzw. die Lieder m�gen. Einfach nur aus Spa� an der Freud. Es war lustig, wir hatten unseren Spa�, haben ein bisschen getanzt und weil wir im Gegensatz zu 95 % eurer Fans nicht um zehn zuhause sein m�ssen, haben wir dann beschlossen noch ein bisschen Feiern zu gehen.�

Ashley nickte wissend, mit einem L�cheln auf den Lippen. Er wusste genau was ich meinte.

 

Wir redeten noch die halbe Nacht. Auch die anderen Jungs lernten wir noch kennen und hatten wirklich eine menge Spa�.

Es war schon ziemlich sp�t, oder fr�h als ihr Manager kam und sie bat sich doch langsam auf den Weg zu machen. Sie h�tten am n�chsten Tag einen anstrengenden Tag vor sich.

Wir begleiteten die Jungs vor die T�r und tauschten mit allen die Nummern aus. Sie versprachen sich zu melden. Doch als sie dann davon fuhren seufzten Jo und ich.

�Ob sie sich wirklich melden?�

Ich zuckte mit den Schultern:� Das wissen nur die Jungs.�

 

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