Caged
Bird
Right now I feel like a bird
Caged without a key
Everyone comes to stare at me
With so much joy and rivalry
They don't know how I feel inside
Through my smile I cry
They don't know what they're doin'
to me
Keepin' me from flyin'
That's why I say that
I know why the caged bird sings
Only joy comes from song
She's so rare and beautiful to
others
Why not just set her free?
So she can fly, fly, fly
Speadin' her wings and her song
Let her fly, fly, fly
For the whole world to see
People don't see my real side
Deeply sad and lonely
Everyone comes to touch me
With so much sweat and smiling
They don't know how I feel myself
Through my grinning I failt
They don't know that I miss my wings
Keepin' me from flyin'
That's why I say that
I know why the caged bird sings
Only joy comes from song
She's so rare and beautiful to
others
Why not just set her free?
So she can fly, fly, fly
Speadin' her wings and her song
Let her fly, fly, fly
For the whole world to see
She's like caged bird
Fly, fly, fly
Ooh just let her fly
Just let her fly
Just let her fly
Spread the wings
Spread the beauty
[°written by A. Keys and myself]
-1-
"Macht, dass ihr
hier rauskommt! Olles Schlampenpack, allesamt! Vergesst eure Kohle! Man kann
sich ja nichtmal auf euch verlassen! Verdient mehr Geld und ihr bekommt wieder
euren normalen Lohn!", keift er lautstark. Meine Ohren dröhnen. Genau wie
mein Schädel. Der dröhnt ja sowieso immer, wenn ich keine Schmerztabletten
hab, die ich schlucken kann. Niedergeschlagen und mit hängenden, schlaffen
Schultern verlassen wir die Wohnung und letztendlich auch das Wohnhaus unseres
Chefs, wie wir ihn nennen. Einen wirklichen Chef kann man ihn nicht nennen. Er
ist grausam am einen Tag, aber an einem anderen Tag ist er so freundlich, dass
einen das sogar für kurze Zeit das Elend in dem man lebt vergessen lässt.
Meine zwei "Freundinnen" schlagen sogleich eine andere Richtung ein,
als ich sie nehmen will. Sie gehen jetzt zu ihrem Dealer. Sie haben kein Geld für
Drogen. Sie haben keine Bezahlung außer sich selbst und wenn man nichts anderes
hat, bezahlt man halt mit seinem Körper. Das ist Gang und Gebe. Ich hab es nie
anders kennengelernt. Die Männer kommen und gehen. Nein, nicht Männer. Den
einzigste Mann, den es in meinem kurzen Leben gegeben hat, war mein Vater, der
schon vor langer Zeit das Land verlassen hat, um nach Australien zu gehen und
dort einer neuen Tätigkeit nachzugehen. Der Rest sind Freier. Allesamt Freier.
Sie sind die Geldgeber, also bin ich von ihnen abhängig. So wie ich von den
Tabletten abhängig bin. Nur, dass ich auch Tage ohne Tabs und Pillen leben
kann. Ohne die Freier nicht. Ich schreibe das hier alles auf, weil ich denke,
dass ich mein Leben dann ein wenig mehr in den Griff bekomme. Ich denke an eine
frühere Zeit zurück. Die Zeit, in der das alles begann. Die Zeit, nachdem Mom
gestorben war. Mom. Meine Mom war der wunderbarste Mensch, den ich je gekannt
hatte. Sie war soviel mehr als eine Mom für mich gewesen. Meine beste Freundin
Lucy hatte mir einmal gesagt, als wir noch ganz klein waren: "Deine Mom ist
bestimmt ein Engel!" Und selbst wenn sie damals keiner war, dann ist sie es
jetzt ganz bestimmt!
Lucy lebt nicht mehr.
Lucy ist gestorben. Vor Jahren schon. Damals war ich 13. Sie hatte AIDS. Lucy
war eine Prostituierte. Ich hasste sie für ihre Tätigkeit, doch ich liebte sie
umso mehr für den Menschen, der sie war. Lucy war älter als ich. Als sie starb
war sie 17 gewesen. Mit 17 Jahren als Prostituierte an AIDS zu sterben war das
Normalste der Welt in der Szene. Nun war ich 17 und eine Prostituierte mit einem
Unterschied. Ich hatte kein AIDS. Ich ging zur Vorsorge. Ich tat alles um mich
nicht so grauenhaft enden zu lassen wie meine beste Freundin, die ich je hatte.
Heute habe ich keine Freunde mehr. Sie sind Menschen für mich, die mich dafür
mögen, dass ich ihnen Unterschlupf gewähre. Ich kann keine Freunde mehr haben.
Nie wieder. Alle Menschen sind schlecht, alle Freier sind schlecht. Sie sind
nett, wenn sie bedient werden wollen, doch es sieht ganz anders aus, wenn es
an's Bezahlen geht. Ich hatte gehört, einmal wurde ein Mädchen ermordet, weil
der Freier nicht bezahlen wollte. Judy. Ich kannte keine Judy. Egal. Es geht
mich nichts an. Seit ich hier arbeite, interessiere ich mich nicht mehr für
andere Leute. Nur noch für mich selbst, denn ich will noch nicht sterben.
Irgendwann will ich mal hier raus aus dieser Szene, die Schule nachmachen und
einen ordentlichen Job erlernen. Ich will eine Familie. Ich will mir Kinder
adoptieren. Ich will keinen Mann, ich vertraue niemandem mehr. Nur mir selbst.
Es gibt Zeiten, in
denen ich denke ich kann jetzt sofort damit aufhören, mir eine andere Arbeit
suchen und ein neues Leben beginnen. Doch dann holt mich immer wieder die
bittere Wahrheit ein. Die kalte Realität, die mir sagt, ich wäre ein Nichts
und das würde ich auch bis an mein Lebensende bleiben. Immer wenn es mir
schlecht geht lege ich mich in mein richtiges Bett. Das Bett in das niemand
anderer liegen und schlafen darf, als ich allein. Es steht in meinem kleinen
Zimmer. Zusammen mit einem Nachttischchen, einer kleinen Lampe, einem Poster mit
der Aufschrift: "Heaven is paradise and the paradise is only to reach as an
angel!" Natürlich ist der Satz kitschig, aber ich liebe ihn, weil meine
Mom mir früher immer erzählt hat, dass es Engel wirklich gäbe und man nur
lange genug auf Einen warten müsste.
Ich habe keinen
Schrank. Ich habe nur wenig Klamotten, doch die reichen mir. In meinem Job muss
man ja sowieso nicht viel anhaben. Ein kleiner Scherz am Rande. Es ist ja nicht
so, dass ich keinen Spaß habe. Einen Abend mit "Monopoly" und der
"Late Night Show" zusammen mit meinen drei Mitbewohnern zu verbringen
ist auch sehr lustig.