Musterung oder Wo bitte gehts zum Militär?
Ort : Berlin
Zeit: November 1998 - 01.09.1999
Es war im November 1998, als ich meinen Musterungsbescheid bekam, der mich dazu aufforderte mich doch bitte beim zuständigen KreisWehrErsatzAmt zur Tauglichkeitsuntersuchung zu melden.
Ungefähr eine Woche vor Weinachten war es dann soweit. Ich ging mit Hoffnung auf Ausmusterung oder zumindest auf T7-Einstufung im Kopf zur Meldestelle. Dort wurde ich mit verschiedenen Gesprächen und Tests konfrontiert, welche meine Stärken und Schwächen zu Tage bringen sollten, um mich später bei der Bundeswehr effektiv einsetzen zu können - so wird es einem zumindest eingeredet. Als erstes beantwortete ich einige Fragen zu meinem bisherigen und auch zukünftigen Leben, wo ich denn eingesetzt werden wolle ("Achja, heimatnah wär schon nicht schlecht.") und wann ich denn gezogen werden will (01.09.1999). Danach ging es auch schon zur ärztlichen Untersuchung, von der ich mir einiges - für meine Ablehnung postives - erhoffte. Ich klagte dort also über einige körperliche Gebrechen, die mich damals plagten (z.B. Sehschwäche). Zusätzlich bemängelten die Ärzte selber auch einiges (z.B. geringe Körpergröße). Das sah ja recht gut aus für meine Ausmusterung / T7-Einstufung.
Wie sehr ich mich getäuscht hatte erfuhr ich wenig später. Dann nämlich, als ich mein ärztliches Untersuchungsergebniss in der Hand hielt und darauf T2 (zweitbester Tauglichkeitsgrad) las. Meine ganzen "Behinderungen" hatten mir also kein T7 oder gar eine Ausmusterung eingebracht ... nein, ich war T2, durfte aber von 16 Tätigkeitsbereichen in nur 5 eingesetzt werden. Nun gut, dachte ich. Wenn sie mich nun doch einziehen, dann bitte in einem Bereich der mir eventuell ein kleines bißchen Spaß macht bzw. machen könnte. Nach einem recht langen Computertest wurde mir empfohlen noch einen Morsetest zu machen, um zu sehen ob ich mich als Funker eigne. Wahrscheinlich hatte ich eine bestimmte Fragenkombination richtig beantwortet, welche mich als "funktauglich" einstufte. Okay, werd ich halt Funker. Nach Abschluß des Morsetests und einem gesetzten Kreuz bei dem Kästchen Funkbereich war ich also mit der Musterung fertig. Man sagte mir vorm gehen noch, dass ich in einigen Wochen vom KWEA hören werde, wo ich denn nun endg�ltig eingesetzt werde.
Irgendwann im April 1999 hielt ich dann meinen Einberufungsbescheid in den Händen.
Ich hatte mich am 01.09.1999 bis 18:00 Uhr in Hamburg-Fischbek beim 3. Panzergrenadierbatallion 72 zu melden. Soviel also zum Thema "heimatnah" und eingesetzt als Funker. Doch hier lag ich falsch. Wie ich nämlich später erfuhr heißt heimatnah nur das man in Deutschland und nicht im (europäischen) Ausland eingesetzt wird. Auch das mit der Verwendung als Funker sollte sich noch erfüllen, doch dazu später mehr.