MC_5 3. August 2004 ~~~ Headlines ~~~ Anschlag ~Tafel ~~~ La~Proll & &
Letzter & Nexter Termin im Prozess gegen Johannes Weinrich vor dem Landgericht Berlin.
Neue Version: Nur die Headlines der Gerichtsreportagen aus dem Moabiter Justiz-Palast & &
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B-2-B ~ Wechselstuben
in Beirut, Blut in Bagdad
Als die Finanzpolizei am 24. Januar 2004 ihre Zuwendung erkennbar gezielt auf den gerade eingeflogenen Privat~ Jet richtet denken die ersten Kommentatoren:
"Endlich gelingt auch uns in Beirut mal ein grosser Schlag gegen den Falschgeldhandel.
Das auf englisch mit "Couterfeiting" benannte Gewerbe blueht im Libanon in allen Facetten und einer Weise, die anderswo die Grenzen zum Unvorstellbaren weit hinter sich laesst.
Im sicher gestellten Kleinflugzeug kaiman 21 grosse Zarges -Boxen zum Vorschein.
Ihr Inhalt: Neuste "irakische Printings".
In Dollar umgerechneter Wert: Zwischen 12 und 13 Millionen.
Im Koffer. An Bord einer Privatmaschine, die vor wenigen Stunden in Bagdad gestartet war.
Vier Personen, deren genaue Namen wir wegen der zum Teil komplizierten Schreibweisen am Ende des Artikels 1_blenden geraten in den "Bereich polizeilicher Massnahmen".
Der prominenteste Staatsanwalt des Libanon, Adnan Addoum uebernimmt den Fall.
Zwar kann er keine dauerhaften Haftbefehle gegen 4 "Koffer_ Nahe" Personen durchsetzen. Aber den Reisepass kassiert er, im Juli kommt es nach einer heftigen Schlacht in den Medien im Justizpalast zum Tag des Gerichts.
Dazwischen liegen mehrere ueberraschende Wenden, die darauf schliessen lassen, dass in dieser Sache Faktoren Gestaltungsmacht besitzen, die nur wenn es wirklich sein muss hinter den Schleiern des Alltags schemenhaft sichtbar werden.
Schon innerhalb weniger Tage machten aufwaendige chemische Untersuchungen an Papier und Druckfarbe klar:
Die Geldscheine sind echt. Der komplette Satz wurde vor kurzem in der irakischen Staatsdruckerei hergestellt, weil man in Bagdad das "alte Geld" mit dem Konterfei von Saddam Hussein gegen zeitgemaesser erscheinendes Design und guenstigere Kurse an den Devisenboersen aus tauschen wollte.
Zunext band man den Kurs an den Dollar, aufgrund der "gewissen Probleme" im Land liess sich eine Talfahrt dennoch nicht auf halten.
Zum Zeitpunkt der Anlandung in Beirut entsprachen die 19 Billionen <!!!> "Neuen Dinare" bereits nur noch bereits erwaehnten knapp 13 Millionen Dollar. Der Anreiz solche Valuta zum Tageskurs in andere Devisen zu tauschen und in sicheren Gefilden aufs Konto einer Bank zu legen, vor dessen Tuer nicht Tag fuer Tag Autobomben Trommelfelle zerreissen muss immens sein.
Staatsanwalt Addnan wechselte darauf hin auf ein anderes Pferd. Allerlei Meldevorschriften und Obergrenzen aus dem Bankgesetz, Internationale Abkommen gegen die Geldwaesche und ein zum Zeitpunkt der Tat noch bestehendes UNO_ Embargo gegen Finanz ~Transaktionen aus dem Irak heraus sollten nunmehr Handhaben zum Vorgehen gegen die Finanzkaufleute liefern.
"Uns sitzen die USA, Weltbank und EU im Nacken. Die setzen uns immer wieder auf Listen jener Staaten, die zu lax mit derlei Dingen um gehen sollen. Das schadet dem legalen Busines, mindert die Kreditwuerdigkeit aller Libanesen und ist Hauptverantwortlich fuer die immens hohen Zinsen. Deshalb werde ich dafuer sorgen, dass die Vorgaben aus Uebersee wenigstens gegenueber von der Justiz Erwischten strikteste Einhaltung erfahren."
Zur Illustration der Gegebenheiten die der Kenner des Orients bei derlei Angelegenheiten vor Augen hat, schwenken wir den Blick auf eine Wahrnehmung des britischen Star - Journalisten Robert Fisk.
Dessen Informanten ueberschlugen sich in diesem Jahr mit Meldungen ueber Versteigerungen von millionenschweren "Hilfsguetern" der "Internationalen Gemeinschaft" die das Zielland Irak lediglich kurz am staubigen Boden der Flughafenpiste kuessten um wenige Drehungen der Jet -Rotoren darauf in einem der Nachbarstaaten den ein oder anderen Bazar zu bereichern.
Dabei ging es um Warenposten ab 200 Caterpillar - Bulldozzern, deren Herkunft Amtliche Stellen Persiens (Irans) in Abadan, dem Ort der Versteigerung mit "Irak Support" diagnostizierten.
Wie das Oel_ Embargo der UNO durch tausende von Pritschenwagen mit Riesenkanister -Aufbauten, die zwischen Dijarbakir und Mossul hin & her pendelten erst seine materielle "Realisation" fand so stimulieren die Hilfslieferungen spontanes mittelstaendisches Engagement in der gesamten Region.
Mangels Kaufkraft vermag sich freilich derjenige Teil der irakischen Bevoelkerung, der als eigentlicher Adressat vorgesehen ist, selten in den Kreislauf der Transaktionen einzuschalten.
Die Bulldozzer am Hafenkai von Abadan ersteigerte denn auch ein Investor aus Australien der die Dinger gleich auf irgendeine Insel im Indischen Ozean verschiffen liess. Die soll er bereits in ein kolossales Container _Center verwandelt haben.
Doch kehren wir zurueck nach Beirut.
Staatsanwalt Adnan Addoum bestellte den Irakischen Diplomaten Tahseen Aina zum Plausch in den Justizpalast. Wollte wissen, wie der die ungewoehnliche Ausfuhr der 19 Billionen Dinaren in 21 grossen Transport_ Boxen beurteilte. Dessen Rueckfrage bei der Zentralbank in Bagdad ergab:
"Niemand weiss etwas. Die wussten noch nie viel, wenn sie nicht direkt vom Mukabarat Befragung erfuhren."
Dem Geheimdienst Saddam Husseins, auf englisch General Intelligence Department _GID genannt. Der einzigen Institution im Lande, die wirklich das ein oder andere wissen durfte.
Inzwischen trat eine ganze Anwaltsschar in Aktion, es roch nach einem Ueberraschungsschlag der scheinbar doch bei "irgendwas illegalem" Ertappten. Im seit dem 1. Weltkrieg massiv unter dem Einfluss Pariser Politik stehenden Libanon entwickelte sich auch das Rechtssystem stark nach dem Vorbild Frankreichs. Ein Rechtsanwalt geniesst also zu Lebzeiten dort eine recht aristokratische Stellung im Umgang der Institutionen miteinander.
So taten sich denn auch Dinge, mit denen so keiner gerechnet hatte, der die speziellen Sitten der Region und ihrer Wechselwirkungen mit anderen Kontinenten nicht kennt.
Es meldete sich naemlich ein Kurier vom US- Statthalter Paul Bremer aus Bagdad.
Der war wenig erbaut vom reduzierten Aktionsradius der Herren der Scheine. In ganz eklatantem Gegensatz zu sonst ueblichen Litaneien der Amerikaner ueber die "Outlaw- Mentalitaet" arabischer Amtsstuben verlangte er nun, bei den behoerdlichen Nachforschungen in der Angelegenheit solle man in Beirut energisch auf die Bremse treten.
Weitere CIA- Nahe Auskunftsgeber traten auf den Plan, sahen sich veranlasst den "aus Erfahrung wichtigen" Garanten von Stabilitaet im Nahen Osten Deckung zu gewaehren.
Das sahen Hunderte aufgebrachter Demonstranten in Bagdad freilich gerade umgekehrt. Denn auch im Irak sprach sich der Vorgang schnell herum.
Hier sah man Kapitalflucht und Korruption am Werke. Eine ungeheure Summe wird aus dem Lande geschafft, wo normale Buerger nicht einmal ein paar Cent ins Ausland transferieren koennen. Alles unter der Abdeckung von Besatzungstruppen und ohne jede Ueberpruefbarkeit von Herkunft und Zweckbestimmung der Investition.
Denn um eine solche handelte es sich nach Auskunft Beiruter Informanten inzwischen.
Die Dinare sollten demnach im Libanon in Euro_ Devisen umgetauscht und dann weiter in Richtung London transportiert werden.
Dies war von Bagdad direkt anscheindend nicht ohne weiteres moeglich.
Vielleicht erschienen den Verantwortlichen auch die Britische Luftwaffe oder die deutsche Cargo_ Flotte der DHL schlicht als zu unsicher?
Sinn und Zweck der ganzen Operation liege im Ankauf dringend erforderlicher Fahrzeuge fuer die zukuenftigen Verwaltungen des Irak, so liess es die Stelle zur Verbreitung besonderer Nachrichten in der US- Botschaft zu Beirut nunmehr durch sickern.
Den unermuedlichen Demonstranten zu Bagdad, die das ganze offenbar als Gelegenheit zur Destabilisierung des provisorischen Innenministers Nouri Badrane nutzen schoss die US -Army einige Male ueber die Koepfe, so dass der Spuk sich fortan anderweitig Wege zur Artikulation suchte.
Beobacher in Beirut und Limassol wiederum aeusserten vermehrt prinzipielle Zweifel an der rechtlichen Qualitaet der beschlagnahmten Geldscheine.
Ihre Parole:
"Eine illegale Regierung kann kein echtes Geld heraus geben."
Bei den 19 Billionen "Irakischen Dinar" handelte es sich ihrer Wertschaetzung zufolge also nicht um offizielle Zahlungsmittel sondern lediglich um bunt bedrucktes Papier.
Durchaus populaer, seitdem sich heraus stellte, dass die USA anfangs verlautbarte Behauptungen ueber eine von ihnen abgesicherte, also vom Wert her garantierte Anbindung des "Neuen Dinar" an den Dollar im Umtauschkurs 1 : 1 mittlerweile als "informelles Rauschen im Hartz" abtaten. Weil sie die Furcht erfasste, der "Neue Dinar" koenne den Dollar gleich mit in den unuebersehbar sich auftuenden Abgrund hinein ziehen.
Die Transkation per Jet liesse sich dann je nach Blickwinkel als Notoperation zur Sicherung vorhandener Werte oder als Spekulation bewerten. Beider Szenarios Rechnung beruht dabei auf Annahmen rapide fallender Kurse oder eintretender totaler Wertlosigkeit. Man wird sehen, als wie treffsicher sich die Prognose der Geldflieger erweist.
Im Juli 2004 schliesslich hatten alle sich berufen fuehlenden Stellen soviel Licht in den Fall hinein geschuettet, dass man zur Gerichtsverhandlung schreiten konnte.
"INNOCENT" prangte denn auch bereits Minuten nach der Urteilsverkuendung auf Internet -Sites die den Angeklagten politisch und sozial nahe stehen.
Richter Fawzi Khamis betonte in seinem Statement denn auch, er sehe seine Rolle als Wachposten zur Garantie maximal liberalisierten Geldflusses in den Libanon.
Ziel der vereinten Anstrengungen aller Libanesen muesse die Wiedererlangung des einstigen Rolle des Landes als "Schweiz des Nahen Ostens" sein.
** * * * * * * * * * * * 3.8.2004: * * * * * * * * * * * * * * * *
Die Namen der Hauptpersonen:
Michel Mkattaf ; auch:
Michel Mukattaf oder Michel Mouktafi geschrieben ::::
Besitzer einer Finanzdienstleistungs ~ Holding die unter anderem in Beirut gut gehende Wechselstuben in besten Lagen betreibt. Im Wertpapierhandel sowie dem bankueblichen Depotservice ist Mkattaf ausserordentlich versiert. Sein Aktionsradius ist der Planet Erde.
Was Kontakte in die Welt politischer Entscheidungen angeht, erwies sich die Tatsache nie als Nachteil, dass er eng mit dem ehemaligen libanesischen Praesidenten Amin Gemayel verwandt ist.
Die Familie Gemayel beansprucht in Beirut eine Intensitaet an Einfluss, die man in Europa mit nix vergleichen kann. Das Dynastische Prinzip ist aktiv, keine gemachvolle Repraesentation wie die der Windsors im Buckingham Palast. Also trotz aller ultra -liberalen Prinzipien was die Freiheit eigener Entfaltung angeht ein kraftvoller Schuss Kim Il Jong.
Des noch vor Amin amtierenden Praesidenten Bashir Ermordung, vermutlich eine Tat syrischer Nationalsozialisten die in dunklem Auftrag handelten loeste den letzten blutigen Buergerkrieg im Lande aus. An seinem Ende sah es in Beirut aus wie 1997 in Sarajewo oder 1945 in Berlin.
Ein Lehrling seiner international gelobten Schule des Service am Kunden betreut heute die Aktivitaeten der "Minister X"- Firmengruppe als Repraesentant im Nahen Osten. Die unter "Minister X" firmierenden Agenturen haben sich auf Ankauf und mediale Betreuung von Schadenersatz - Forderungen insbesondere aus den Fallgruppen Verletzungen der Amtspflicht und Staatshaftung spezialisiert. Hierbei gehen Aufklaerung ueber Chancen am Markt und Mobilisierung von Wert -Reserven Hand in Hand.
Wesentliches Kennzeichen von "Minister X" ist der virtuose Umgang mit der News -Branche, der die ueber mehrere Kontinente verschachtelte Firmengruppe Content liefert wie einst Konsul Weyer.
Richard Jreisati ::: :::
Ein Experte der Inneren Sicherheit. Der einzige deutsche Politiker, dessen Namen er kennt war der ehemalige Innensenator von Berlin, Heinrich Lummer.
Jreisati war in den Jahren des blutigen Buergerkrieges Frontfighter und Commandeur der inzwischen von Amts wegen fuer nicht mehr existent erklaerten Miliz "Lebanon Forces". Man sagt ihm pflichtgetreue Erfuellung einiger Sonderaufgaben nach, die einst Frankreichs "Arm der Exekutive" DGSE an ihn und seine Clanbrueder heran trug.
Mohammed Issam Bu Darwish ::: :::
Der professionelle Koffer _Traeger wie man ihn sich idealer nicht vorstellen kann. Druecken Sie ihm eine Schatulle mit Juwelen in die Hand, machen Sie einen Preis mit ihm aus und die Klunker sind schon so gut wie am Zielort.
Egal wo auf diesem Planeten der Gefahren.
Arbeitete zuletzt im Bereich "Spezielle Sicherungsaufgaben" fuer eine Private Wach- & Aufbewahrungsfirma auf dem Flughafen Bagdad. Seinem Schutz unterlag auch der wie wir ja nun wissen ebenso sicher wie legal in Beirut nieder gegangene Koffer mit 19 Billionen gerade frisch gedruckten Irakischen Noten.
Mazen Bsat ::: :::
Besitzer der Fluggesellschaft Bsat Al -Rih Airlines Company. Der Jet, in dem die umgerechnet 13 Millionen Dollar in 21 Boxen von B to B flogen gehoert dieser Company.
Zouzou Zouein: Mitarbeiter der Zollverwaltung auf dem Beirut International Airport.
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PS: Wer das Raetsel auf der Seite AWL-QTW Buick zu loesen vermochte, das erkannte Geheimnis nicht ausplauderte sondern sich lediglich auf unsere "Experten -Liste" setzen liess und womoeglich sogar noch die Quelle des Zitats heraus fand bekommt die Unterlagen zur nexten Stufe des Wettbewerbs.
Eine Exkursion in Original -Trainingslager aufstrebender Nationallmannschaften wartet auf die Gewinner.
Thema der selbst zur erstellenden Skizze:
Welche Gruppierungen im Libanon wurden in der "linken Debatte" der BRD schon alles als "Faschisten" geoutet?
Wie stehen die vielen so unterschiedlich gestrickten Faschisten zu einander und gibt es auch Milizen auf denen kein derartiger Verdacht lastet?
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Decken Sie das Blatt weiter auf in Richtung Vergangenheit:
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