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"Miss Bracknell!!" Gerlinde, die f�llige K�chin, war puterrot im Gesicht, was jedoch nicht von der Hitze ihres Herdes herr�hrte. V�llig aufgel�st st�rzte sie auf die betagte Haush�lterin zu. Ihr �ppiger Busen wogte, und sie pre�te eine Hand auf ihr aus- und f�r manchen Mann auch einladendes Dekollet�. "Miss Bracknell, ich habe sie wieder gesehen!" Miss Bracknell war seit �ber 30 Jahren Haush�lterin auf Sudeley Castle. Sie trug ihre langen, von grauen Str�hnen durchzogenen Haare stets zu einem engen Knoten gebunden, und auf ihrer mageren Brust baumelte wie ein Orden f�r besondere Verdienste ihre Nickelbrille an einer feingliedrigen goldenen Kette. Miss Bracknell f�hrte das Haus streng, aber gerecht, und war bei den anderen Angestellten durchaus beliebt. Das einzige was Miss Bracknell ein Dorn im Auge war, waren die nicht auszurottenden Geschichten von Geistererscheinungen auf Sudeley Castle. So geriet ihr L�cheln etwas s�uerlich, als sie Gerlinde fragte:"Nein, doch nicht schon wieder die Frau in Gr�n?" Die K�chin nickte so heftig, da� ihre rotblonden Ringell�ckchen tanzten. "Sie war im Salon, am Fenster, ich hab' sie ganz genau gesehen!" Von der T�r her gesellte sich eine weitere Stimme zu der Unterhaltung. "Sie hat Recht, Miss Bracknell, ich habe sie auch gesehen, mit meinen eigenen tr�ben Augen!" Sir Edward, der momentane Schlo�herr - und der dritte dem Miss Bracknell in ihrer Amtszeit schon diente - schlenderte in die Bibliothek hinein. Er hatte versucht eine ernste Miene aufzusetzen, doch die tiefen Gr�bchen in seinen Wangen straften seine Anstrengung L�gen. Die Haush�lterin mu�te sich ein Grinsen verkneifen. Gl�cklicherweise hielt Sir Edward ebenso wenig von Geistergeschichten wie sie! Gemeinsam schafften sie es, die emp�rte K�chin wieder an ihren Arbeitsplatz zu bugsieren. Dann kehrten sie in die Bibliothek zur�ck, wo Miss Bracknell grade dabei gewesen war, die bis zur holzvert�felten Decke reichenden B�cherregale abzustauben.
Sir Edward schenkte sich einen Whiskey ein, lie� klirrend ein paar Eisw�rfel in das goldbraune Getr�nk fallen und sich selbst in einen der tiefen Ohrensessel. Das Glas gef�hrlich auf dem dunkelroten Samt der Armlehne balancierend, fragte er mit einem Seufzer:"Miss Bracknell, was soll ich blo� tun, um den Leuten ihre albernen Geistergeschichten auszutreiben?" - "Engagieren Sie einen Kammerj�ger", kam die trockene Stimme der Haush�lterin von ihrem Platz bei den Klassikern irgendwo zwischen Jane Austen und Charles Dickens. "Der soll im Salon Wache halten. Ich wette, mit einer Ladung Insektenvertilgungsmittel wird die Frau in Gr�n wirklich gr�n - im Gesicht." Beide lachten eine Weile herzlich, wobei sie die Vorstellung des eingespr�hten "Geistes" noch weiter ausschm�ckten. Doch dann wurde Sir Edward unvermittelt ernst und stellte seine Frage erneut. F�r einen Moment lie� Miss Bracknell den Staubwedel Staubwedel sein und blickte ihren Herrn mitf�hlend an. "Vielleicht w�rde es ja helfen, wenn Sie eine Lady an Ihrer Seite h�tten", schlug sie in sanftem Tonfall vor. "Eine intelligente junge Frau, die mit Ihnen diese Spukgeschichten verlacht..." Am�siert beobachtete die Haush�lterin, wie Sir Edward bis an die Wurzeln seiner kupferfarbenen Haare err�tete. Verlegen spielte er mit seinem Whiskeyglas. "Das... �h... das w�re m�glicherweise eine Idee..." - "Aber?!" fiel Miss Bracknell ihm fordernd ins Wort. "Aber Sie wissen ganz genau, was das Aber ist." Wie immer wenn sie dieses Thema ber�hrten, nahm seine Stimme einen brummigen Tonfall an. "Die junge Miss Lucy sieht in mir leider nur einen Mann, der zuf�llig ganz viele tolle alte B�cher besitzt." |
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