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Illean wandte ihr seine kalten, blauen Augen zu und verzog die Lippen zu einem b�sartigen Grinsen. "Aber, ich bin schlie�lich doch ein Zauberer. Und, wie ich meinen will, nicht nur *ein* Zauberer. Ich bin der M�chtigste." Sein Blick wanderte kurz zu Tillan hin�ber. "Dein Vater, nachdem ich ihm die ungl�ckseligen Neuigkeiten �berbracht hatte, bat mich - nein, er flehte mich an, das Leben seiner Frau zu retten. Er appellierte an mein K�nnen, an meinen Status als der m�chtigste lebende Zauberer. Und nat�rlich versicherte ich ihm, da� all mein K�nnen der armen und f�r mich so wichtigen Keturah uneingeschr�nkt zur Verf�gung stehen w�rde..." Erneut hielt der Zauberer dramatisch inne, seine Mundwinkel zuckten, er beugte sich wieder in seinem Stuhl vor und blickte Sinaea scharf in die Augen. "Doch ach", fl�sterte er, "auch meine Gro�z�gigkeit ist nicht unerme�lich. Und meine Dienste haben immer ihren Preis." Es war so still im Zimmer, da� Sinaea glaubte, ihr Herz schlagen h�ren zu k�nnen. Erkenntnis �berw�ltigte sie, �berschwemmte sie wie eine gigantische Welle und schn�rte ihr die Luft ab. Die junge Frau sprang so heftig aus ihrem Stuhl auf, da� er polternd umst�rzte, wirbelte zu ihrem Vater herum und schrie Tillan an, so laut, da� ihr die Lungen schmerzten:"DU HAST MICH VERKAUFT???" Tillan �ffnete den Mund zu einer Erwiderung und hob beschwichtigend die H�nde, doch Sinaea wollte sich nicht beruhigen lassen. Sie wollte all die Wut, Angst, Hilflosigkeit, die seit Jahren in ihr nisteten, herauslassen, und sie war froh, ein Ziel daf�r gefunden zu haben. "Du hast mich an dieses Monster verkauft! Hast Dein ungeborenes Kind eingetauscht - als w�re ich eine Ware! Du hast Keturah verraten, nicht gerettet!" Sie war auf den �berrumpelten Tillan zugest�rzt und begleitete jedes ihrer Worte mit w�tenden Fausthieben. "Du - hast - mich - willentlich - in - die - H�nde - dieses - Verr�ckten - geben - wollen!" Von dem Tumult angelockt betrat L'Eodon in diesem Moment den Raum, und nach einem kurzen Blickwechsel mit seinem Herrn war er mit zwei langen Schritten bei Sinaea und Tillan. Als w�re sie eine Puppe, packte er die Frau um die Taille und zog sie von dem keuchenden Tillan fort. "Sinaea, h�r mir zu!!" Illeans Stimme donnerte durch die Burg und verlangte nach Aufmerksamkeit. Sinaea wehrte sich strampelnd gegen L'Eodons Griff, und �ber ihr Gesicht rannen Tr�nen. "Ich werde Dir nicht mehr zuh�ren! Du bist wahnsinnig! Und Du la� mich los!" So schnell da� er nicht reagieren konnte bi� Sinaea L'Eodon in den Arm. Er jaulte auf vor Schmerzen und lie� sie abrupt los. Doch schon war Illean an ihrer Seite und griff ihr hart in den Nacken. Wie er es schon einmal getan hatte, nutzte er seine Kr�fte, um Sinaea zu l�hmen. Reglos, hilflos stand sie vor ihm, nur in ihren wutspr�henden Augen schien noch Leben zu sein. Langsam, als spr�che er zu einem kleinen Kind, erkl�rte Illean:"Tillan versprach mir unter Tr�nen, Dich als meine Sch�lerin bei mir zu lassen, wenn ich Keturahs Leben nur retten w�rde. Und wieso sollte ich dieses Angebot ablehnen? Eine Tochter von Keturah, die ihre besten Gene mitbekommen sollte, war ebenso gut wie die Mutter. Auch aus Dir w�rde ich eine G�ttin machen k�nnen." Er lockerte seinen Griff etwas, um Sinaea die Gelegenheit zu geben, auf seine Wore zu antworten. "Machen", sagte sie rauh, "ja, das ist das richtige Wort. Du wolltest eine G�ttin - eine M�rtyrerin - erschaffen. Die Prophezeiung hat es nie gegeben, nicht wahr?" Illean sah ihr tief in die Augen, blinzelte ihr verschw�rerisch zu und sagte dann laut, da� alle Anwesenden es h�ren konnten:"Oh doch, die Prophezeiung ist so wahr wie Du und ich. Nur hatte ich sie wohl in meinem Eifer, in meiner Erregtheit, nachdem Keturah mir von sich und Tillan als Kinder erz�hlt hatte, nicht richtig gedeutet." Mit der freien Hand machte er eine ausholende Geste. "Es geht um den Kreislauf. Um das sich immer wieder erf�llende Schicksal. Keturah und Tillan - ihr Kind - Du und Tohan..." Der Zauberer blicke blitzschnell zwischen Sinaea und Tohan hin und her und raunte der jungen Frau ins Ohr:"Ich denke, die Erinnerung an die Blumenwiese sollte Dir noch recht gegenw�rtig sein...?" Sinaea zog scharf die Luft ein. "Nein!" pre�te sie zwischen den Z�hnen hervor. "Niemals! Und selbst wenn, wirst Du mein Kind nicht bekommen!" "Aber es steht mir zu!!" zischte Illean. "Dein Vater, der ach so verzweifelte Tillan, der nach der gegl�ckten Geburt gar nicht mehr so dankbar war! Er hat mich um meine Bezahlung gebracht!" Wahnsinn lie� die Augen des Zauberers fieberhaft gl�hen. "Er dachte er k�nne das Schicksal aufhalten! Ausgesetzt hat er Dich, weit weg an den Strand von Gaiadis, weil er dachte ich w�rde Dich dort nicht finden! Deine Mutter starb an ihrem gebrochenen Herzen, auch sie hat er auf dem Gewissen!" "Und warum sollte die Tochter unter den S�nden des Vaters leiden?" entgegnete Sinaea mit zorniger Stimme. "Warum soll mein Kind daf�r bezahlen, da� ich in die H�nde eines Gr��enwahnsinnigen gefallen bin? Was f�r ein Kreislauf ist das? Welche Schicksalsg�tter k�nnen so grausam sein?" - "Schweig!!" br�llte Illean sie an. "Es gibt keine G�tter! Sie alle sind nur Illusion! ICH bin das Schicksal!" Er stie� Sinaea von sich, die sich taumelnd nur knapp auf den F��en halten konnte. Dann hob er die Arme langsam in einer imposanten Geste gen Himmel. "Du bist die Angek�ndigte, und Du bist mein, so wie Deine Kinder und Deine Kindeskinder! Sie alle werden in meinem Sinne leben und sterben, werden sich f�r die Menschheit opfern - und ich werde die Menschheit beherrschen!" |
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