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Tillan hielt ihrem Blick nicht lange stand; er wandte sein Gesicht ab und murmelte kaum h�rbar:"Sinaea..." Sinaea streckte impulsiv die Hand nach einem der hochlehnigen St�hle aus und lie� sich mit zitternden Knien auf den Sitz sinken. Sie blickte zu Tillan, zu Tohan, schlie�lich zu Illean und fl�sterte, an den letzteren gewandt:"Was ist hier eigentlich los?" Der Zauberer ging um den Tisch herum, bis er vor der hilflos dreinblickenden jungen Frau stand. L�ssig zog auch er sich einen Stuhl heran, setzte sich ihr gegen�ber und sagte in seinem tr�gerischen Gro�vaterton:"Nun, ich denke es wird Zeit Dir Deine Geschichte zu erz�hlen, mein T�ubchen." Er nickte Tillan zu, der sich, immer noch mit abgewandtem Blick, hinter Sinaeas Stuhl postierte. Auch Tohan kam eilig n�her, hockte sich neben Sinaea auf die Kante von Illeans Arbeitstisch und nahm besitzergreifend ihre Hand in seine. Dankbar f�r seinen R�ckhalt dr�ckte sie Tohans Hand ganz fest. Dem Zauberer war diese Geste nicht verborgen geblieben, und etwas lie� seine Augen funkeln. Sinaea war verwirrt. War es Gier?
Ohne es selbst zu registrieren griff Illean nach dem Glasstein, der auf dem langen Arbeitstisch lag, und strich mit seinen langen, welken und doch so m�chtigen Fingern dar�ber. "Ja, Sinaea, ich habe Dich beobachtet seit Du geboren worden bist. Nein, eigentlich..." � er hob den Kopf und grinste Tillan unangenehm an � "eigentlich kenne ich Dich ja schon lange bevor Du geboren wurdest!"
Sinaea unterdr�ckte den Impuls sich nach ihrem Vater umzudrehen und sagte steif:"La� das Wortgeklingel. Du wolltest mir meine Geschichte erz�hlen. Nicht da� ich erpicht w�re sie aus Deinem Mund zu h�ren..."
"Doch nur aus meinem Mund erf�hrst Du die Wahrheit!" fuhr Illean zornig dazwischen. "Also h�re mir gut zu!" Er beugte sich vor, und seine eisblauen Augen bohrten sich in Sinaeas. "Vor vielen Jahren f�hrte er" � er deutete mit dem Kopf auf den Glasstein, den er immer noch liebevoll streichelte � "mich zu einem jungen Paar. Keturah, die Frau, war wundersch�n, klug und stolz, aber leider viel zu impulsiv." Er blinzelte Sinaea zu. "Ganz wie Du, mein T�ubchen!" Die junge Frau verzog angewidert das Gesicht, sagte aber nichts, sondern bedeutete dem Zauberer nur mit einer knappen Geste fortzufahren. "Das junge Paar war durch widrige Umst�nde, die sie nicht verschuldet hatten, nahezu mittellos, und wie es meiner gro�z�gigen Art entspricht, k�mmerte ich mich nat�rlich gern um sie! Ich lie� sie hier in meiner Burg wohnen, und wir verbrachten viele Stunden in just diesem Zimmer und plauderten im Schein des Feuers. Und eines Abends erz�hlte mir Keturah, trunken vom Wein, da� ihr Mann, Tillan, sie ja schon von Kindertagen an geliebt habe.�" Illean machte eine kunstvolle Pause und beobachtete gen��lich, wie Sinaea bla� wurde. Endlich wandte sich die junge Frau ihrem Vater zu, der immer noch hinter ihr stand, doch ehe sie etwas sagen konnte, sch�ttelte Tillan mit verzerrter Miene den Kopf und forderte sie stumm auf, dem Zauberer weiter zuzuh�ren.
"Ja, mein T�ubchen", wisperte dieser mit dramatischem Unterton, "dies war mir schon vor langen, langen Jahren prophezeit worden. Eine junge Frau, und ein Mann, der sie schon seit Kindertagen liebt." Illean lehnte sich in seinem Stuhl zur�ck und weidete sich an Sinaeas wachsendem Unbehagen. "Ein Paar, da� die Welt in ein neues Zeitalter f�hren sollte. Die Herrschaft unseres, wie Du zugeben mu�t, v�llig � nun � antiquierten Gottes sollte endlich ein Ende haben. Die Menschheit w�rde einer neuen G�ttin huldigen.
Ich w�rde daf�r sorgen!" Illean lehnte sich zur�ck, kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen und beobachtete Sinaea unter den Lidern her aufmerksam. "Sie war die Angek�ndigte. Keturah, die G�ttin einer neuen �ra. Doch..." - wieder lie� er eine k�hl berechnete Pause einflie�en - "mein Glasstein k�ndigte unerwartete Schwierigkeiten an. Desastr�se Schwierigkeiten." Illean seufzte. "Keturah war bereits hochschwanger, mit Dir, und so sehr sie sich auch auf ihre Tochter freute, Du kleines Biest hast ihr viel Kummer bereitet!" Sinaea sp�rte in diesem Moment wie Tillan von hinten eine Hand auf ihre Schulter legte und sie z�gerlich dr�ckte. F�r den Bruchteil einer Sekunde �berlegte sie unschl�ssig, doch dann lie� sie den Kontakt zu. "Wei�t Du, als Zauberer mu� man in vielen Dingen bewandert sein. Zum Beispiel auch in den Beschaffenheiten des menschlichen K�rpers. Nachdem ich Keturah untersucht hatte war klar, da� sie die Geburt, w�rde sie auf normalem Wege stattfinden, nicht �berleben w�rde. Und ob das Baby gesund zur Welt kommen w�rde..." Illeans Stimme verhallte im leisen Knacken des Feuers. Sein Blick war abwesend, offensichtlich war sein Geist gefangen in der Erinnerung an seine "G�ttin". Sinaea brach die Stille. "Aber?" |
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