"Ihr h�ttet ihn gefesselt lassen sollen", brummte L'Eodon unmutig. Illean, der Sinaea mit einem festen Griff an der Hand gepackt hatte und die sich str�ubende junge Frau hinter sich herzog, strahlte seinen Gehilfen an. "Aber ich bitte Dich, L'Eodon! Hast Du denn Deine guten Manieren schon wieder vergessen? Das sind doch unsere G�ste!" Bissig zischte Sinaea:"Nat�rlich, deshalb d�rfen wir uns ja auch alle so frei bewegen!" Mit einem Ruck entri� sie dem Zauberer ihre Hand. Illean wandte sich zu ihr um und blickte sie absch�tzig an. Stolz reckte die junge Frau ihr Kinn in die H�he und sagte hochm�tig:"Danke. Ich kann ohne Eure Hilfe gehen." Mit festem Schritt ging sie an dem alten Mann vorbei, der ihr mit offenem Mund hinterhersah, und betrat das ihr leider nur zu vertraute Studierzimmer. Sie h�rte nicht mehr, wie Illean tonlos zu sich selbst fl�sterte:"Stolz, klug, und viel zu impulsiv. Ich h�tte mir wirklich keine Bessere aussuchen k�nnen."

Tohan hatte in einem Sessel in der N�he des Kamins gekauert. Als die T�r zum Studierzimmer energisch aufgerissen wurde, schrak er hoch und blickte �ngstlich zu dem Eintretenden hin�ber, f�rchtend, da� L'Eodon kam um ihm eine weitere Runde Pr�gel angedeihen zu lassen. Stattdessen, und zu Tohans nicht unbetr�chtlichem Erstaunen, trat Sinaea durch die T�r! Als sie Tohan sah, stie� sie einen Schrei aus, kam zu ihm hin�bergelaufen und fiel ihm um den Hals. "Au!" �chzte er. Sofort lie� Sinaea ihn wieder los und blickte ihn best�rzt an. "Was haben sie Dir angetan!" hauchte sie, ihre Fingerspitzen ber�hrten vorsichtig die Striemen und Bluterg�sse, die Gesicht und Hals des Mannes bedeckten. Tohan verzog das Gesicht, obwohl er sich bem�hte, vor der jungen Frau seine h�llischen Schmerzen nicht zu zeigen. Er neigte sich zu ihr und fl�sterte kaum h�rbar in ihr Ohr:"Wir m�ssen hier weg. Ich habe einen Plan..."

"Ach, es bricht mir fast das Herz, euer romantisches Wiedersehen zu unterbrechen", schnarrte Illeans giftige Stimme dazwischen. "Aber wir sind ja nicht nur zum Plaudern alle hierhergekommen, nicht wahr?" Sinaea drehte sich zu dem Zauberer um und �ffnete den Mund, doch der alte Mann hob gebietend die Hand und sprach, ehe sie zu Wort kommen konnte:"Nun ja, das Wiedersehen mit Tohan ist ja nicht das Einzige, das ich mit Dir feiern m�chte, mein T�ubchen. Bist Du denn gar nicht gespannt, Tillan endlich kennenzulernen?"
Auf seine Worte hin l�ste sich eine Gestalt aus den Schatten am �u�ersten Rand des Raumes, wohin die flackernden Flammen des Kaminfeuers keinen Lichtschein mehr warfen. Ein Mann mit kurzem, dunklem Haar und einem wettergegerbten Gesicht, etwa im selben Alter wie Tohan und Darkon, kam auf Sinaea zu und betrachtete sie mit einer Mischung aus Scheu und Neugier. Unwillk�rlich sch�ttelte Sinaea den Kopf und sagte hilflos zu niemand Bestimmtem:"Aber... ich wei� nicht..." Halblaut erwiderte Illean:"Was denn... Du erkennst Dein eigen Fleisch und Blut nicht?"

Fassungslos drehte sich Sinaea dem fremden Mann wieder zu. Auf seinem Gesicht spiegelten sich die gleichen Gef�hle, die gerade in ihr tobten - Angst, Hoffnung, Freude, Schmerz, widerspr�chlichste Empfindungen, und keine von ihnen mochte in den Vordergrund treten. Sinaea schluckte, einmal, zweimal, und als sie endlich wieder sprach, klang ihre Stimme spr�de, als weigere sich das Wort, ihr �ber die Lippen zu kommen.
"Vater?"
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