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"Hey", brummte Darkon, "ist alles in Ordnung?" Sinaea blickte mit einem gezwungenen L�cheln zu ihm auf. "Klar. Alles okay. Ich bin halt auch ein bi�chen nerv�s!" Sie versuchte sich an einem Zwinkern und war erleichtert, da� es ihr recht gut gelang. Darkon grinste und err�tete gleichzeitig, was so albern aussah, da� sich Sinaeas gespieltes L�cheln unversehens in ein echtes verwandelte. "So, und wenn Du jetzt nicht stillh�ltst, krieg ich Deine Halsbinde nie vern�nftig gebunden!" Folgsam stand Darkon stocksteif da, bis Sinaea, hier und dort an seinem besten Anzug herumzupfend, endlich mit ihm zufrieden war. "So!" Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und gab ihm einen fl�chtigen Ku� auf die Wange. "Jetzt mu� ich mich aber auch fertigmachen, sonst geh ich noch im Nachthemd zur Hochzeit!" Obwohl ihr der Scherz leicht �ber die Lippen ging, schien sie Darkon nicht wirklich t�uschen zu k�nnen. Als sie sein Zimmer verlie�, blickte er ihr nachdenklich hinterher.
W�hrend die Hochzeitsg�ste ankamen und sich ihre Pl�tze in den unter strahlendstem Sonnenschein im Garten hinter Darkons Hof aufgestellten Stuhlreihen suchten, stand Sinaea neben dem gro�en E�tisch, der mit einem schneewei�en Tuch verh�llt als Altar dienen sollte, und hielt nerv�s Ausschau nach Tohan. Sie reckte und verrenkte sich fast den Hals, doch je sp�rlicher der Flu� der G�ste schlie�lich tr�pfelte, desto tiefer sank ihr Herz. Er w�rde nicht kommen. Sie ahnte es, und bald wurde aus Ahnung Gewi�heit. Die Stuhlreihen waren bis auf den letzten Platz besetzt, der Gottesdiener stand schon am Altar bereit f�r die Zeremonie, und Sinaea wu�te da� sie sich endlich auf ihren Platz in der ersten Reihe setzen sollte, doch ein letztes F�nkchen Hoffnung hielt sie noch auf ihrem Beobachtungsposten fest. Vielleicht w�rde er ja doch noch erscheinen? Vielleicht w�rde sie gleich hochschauen und in sein l�chelndes Gesicht blicken? Bei dem Gedanken an ihren Wutanfall in der letzten Nacht verzog sie das Gesicht. Nat�rlich hatte Tohan keine Ahnung gehabt was seine Worte f�r sie bedeuteten! Sie konnte es ihm nicht ver�beln, da� er jetzt b�se auf sie war. Aber wie sollte sie ihm erkl�ren was geschehen war? Sollte sie ihm von dieser absurden Prophezeiung erz�hlen? Und selbst wenn sie es t�te, w�rde er ihr Glauben schenken? Jemand ber�hrte sie am Arm und sie fuhr erschrocken aus ihren Gedanken auf. Es war der Gottesdiener, der ihr mit einer eindringlichen Geste zu verstehen gab, sich endlich hinzusetzen. Sinaea senkte den Kopf und schlich resigniert zu ihrem Platz.
"L'Eodon!" bellte Illean durch die Schlafzimmert�r. "Ja, Herr!" kam wie �blich die prompte Antwort, doch es dauerte einen Moment, bis der junge Mann im T�rrahmen auftauchte. Er postierte sich so, da� er sowohl seinen Meister, der vor einem gro�en, reich verzierten Spiegel stand und seinem edlen Anzug mit einer seidenen Halsbinde den letzen Schliff gab, als auch den wie ein Paket verschn�rten, auf dem Boden des G�stewohnzimmers liegenden Mann im Blick hatte."L'Eodon, gib das dem Kutscher" - der Zauberer warf seinem Gehilfen einen Geldbeutel zu, den dieser geschickt mit einer Hand fing - "und das dem K�nig" - ein weiterer, noch schwererer Beutel flog durch das Zimmer und landete in L'Eodons anderer Hand - "und mach Dich mit unserem... Gast auf den Weg nach Molan." Bei dem Wort "Gast" war ein niedertr�chtiges Grinsen in Illeans Gesicht aufgeblitzt und er sp�hte zufrieden zu dem gefesselten Tohan hin�ber. "Ja, Herr", erwiderte L'Eodon unterw�rfig. Dann betrachtete er mit kaum verh�llter Neugier Illeans auffallend herausgeputzten Aufzug und wagte die Frage:"Und wohin werdet Ihr gehen?" Durch den Spiegel blinzelte der Zauberer dem jungen Mann zu und erkl�rte mit einem gek�nstelten Lachen, da� dem lauschenden Tohan das Blut in den Adern gefrieren lie�:"Ich, mein Junge, gehe auf eine Hochzeit!"
Keuchend unter der Last schleppte sich L'Eodon mit Tohan auf seiner Schulter in den Hof des k�niglichen Schlosses. Die gro�z�gige finanzielle Zuwendung Illeans hatte sowohl den ver�ngstigten K�nig als auch den abgeh�rteten Kutscher auf der Stelle erblinden lassen, so da� der Zauberersgehilfe unbehelligt durch den Hof zu der vor dem Tor des Schlosses wartenden Kutsche stapfen konnte. Mit einem m�chtigen �chzen wuchtete er den gefesselten Mann in den Verschlag, w�hrend der Kutscher auf dem Dach des Gef�hrts das Gep�ck festzurrte. Dann sprang L'Eodon zu seinem Gefangenen in die Kutsche, nicht ohne ganz versehentlich mit dem Absatz seines Stiefels hart in der Lendengegend des Mannes aufzukommen, woraufhin sich Tohan vor Schmerzen kr�mmte. Verz�ckt lauschte der junge Mann den durch einen Knebel ged�mpften Schmerzenslauten, bevor er mit der Faust gegen das Kutschendach klopfte. Rumpelnd setzte sich das Gef�hrt in Bewegung. Illean, der die Abfahrt der Kutsche mit der so wertvollen Fracht aus dem Fenster des G�stezimmers beobachtet hatte, verzog seine d�nnen Lippen zu einem befriedigten L�cheln und machte sich ebenfalls auf den Weg. |
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