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Illean sprang auf, wobei er beinahe seinen kostbaren Glasstein fallengelassen h�tte. Mit einer f�r einen Mann seines Alters erstaunlichen Agilit�t fing er ihn jedoch wieder auf, streckte den Stein wie eine Troph�e in die H�he und stie� einen triumphierenden Schrei aus. "Es ist soweit!!!" Seine Stimme donnerte durch das G�stezimmer, durch den Gang, durch das ganze k�nigliche Schlo� von Harklon. "Die Angek�ndigte ist erschienen!!!"
Sinaea sprang auf, wobei Gras und Bl�tter an ihrem schwei�feuchten K�rper kleben blieben, und schrie Tohan an:"Was hast Du gesagt??" In ihrem Gesicht tobte eine Wut, die Tohan v�llig unvermittelt traf. Verwirrt richtete er sich halb auf und wiederholte stotternd:"Ich... ich habe Dich damals schon geliebt. Als Du als kleines M�dchen hierhergekommen bist..." Br�llend schnitt Sinaea ihm das Wort ab:"Wie kannst Du es wagen so etwas zu sagen!! Du wei�t ja nicht... oh Du hast ja keine Ahnung was Du da gerade gesagt hast!!" Die junge Frau rang nach Luft, und ein schmerzerf�llter Schluchzer kam aus ihrer Kehle. Ohne Tohan eine Erkl�rung zu liefern raffte sie eilig ihre Kleider zusammen, warf ihm durch die Tr�nen, die sich mittlerweile wie Sturzb�che �ber ihre Wangen ergossen, einen vernichtenden Blick zu und lief davon. Tohan blieb fassungslos auf der Wiese zur�ck, bis er allm�hlich realisierte wo er war und was geschehen war - ohne jedoch auch nur im Entferntesten Sinaeas Ausbruch zu verstehen. Langsam stand er auf und zog sich ebenfalls wieder an, bevor er sich auf den Weg zu seinem Heim machte.
Wieder und wieder war Illeans Stimme wie im Traum in ihr von seinem Rauschmittel durchzogenes Hirn gedrungen. "Er wird kommen, der Mann, der Dir zur Seite prophezeit wurde", schnurrte der Zauberer. Es klang wie ein s��es Versprechen, doch Sinaea schmeckte die Bitterkeit, die sich dahinter versteckte. "Du und ich, mein T�ubchen, wir werden einfach hier warten bis er erscheint. Und er wird hier auftauchen, das wei� ich. Er ist f�r Dich vorhergesehen worden. Er wird Deinen Weg kreuzen, und ich werde daf�r sorgen, da� es hier geschieht, in meiner Gegenwart..." Gelegentlich brachte Illean eine neue Phiole seiner potenten Droge und fl��te Sinaea unerbittlich den Inhalt ein. Manchmal waren ihr wenige Minuten vor seinem neuerlichen Besuch verg�nnt, in denen die Wirkung des Trankes langsam nachlie� und sich ihr Geist kl�rte, so als ob sie auf den Grund eines schlammigen Sees gesunken w�re und langsam wieder an die Oberfl�che trieb. Und eines Tages war sie bei Illeans Besuch so klar bei Sinnen, da� sie hinter seinen Worten die Unsicherheit ersp�ren konnte. Glaubte er wirklich daran da� es das Schicksal so einfach machen w�rde? Da� er Sinaea nur in seiner Burg festhalten mu�te und der ihr zugedachte Mann - was auch immer die geheimnisvolle Prophezeiung war, die sein verdrehtes Hirn beherrschte - w�rde hier auftauchen wie auf einem silbernen Tablett serviert? Sinaea sp�rte da� Illean auf jeden Fall HOFFTE da� es so geschehen w�rde. Aber GLAUBTE er es auch?
Er zwang ihr wie jedes Mal die Phiole zwischen die Lippen und fl��te den bitters��en Trank in ihre Kehle. Sinaea k�mpfte darum die Fl�ssigkeit nicht zu schlucken, wenigstens nicht alles, hoffte da� Illean nicht auf die Bewegungen ihrer Kehle achten w�rde, da� er nicht bemerken m�ge wie sie krampfhaft den Schluckreiz unterdr�ckte... "Braves M�dchen", murmelte er mit einem gemeinen Grinsen. "Nun schlaf weiter, mein T�ubchen." Er lie� sie auf die harte Pritsche zur�ckfallen, wo sie wie eine weggeworfene Puppe liegenblieb. Eisern behielt Sinaea den Gro�teil des Rauschmittels in ihrer Mundh�hle. Sie wu�te da� ein paar Tropfen doch den Weg in ihre Kehle gefunden hatten, sp�rte wie die Droge sich langsam wie ein Aasfresser zu ihrem Gehirn durchbiss. Sie betete darum da� Illean ihre Zelle verlassen m�ge, noch ehe ihr Wille erlahmte und sie unweigerlich den Rest der Fl�ssigkeit schlucken w�rde. Der Zauberer blickte ein letztes Mal zufrieden auf sie herunter, drehte sich um und trat aus der Zelle. Sorgf�ltig verschlo� er die T�r hinter sich. Seine Schritte verhallten im Gang. Sinaea wartete noch ein paar Herzschl�ge lang. Sie wu�te da� sie sich niemals wirklich sicher sein konnte da� er nichts bemerkt hatte, da� er nicht gerade in diesem Augenblick lautlos hinter der T�r verharrte und nur darauf wartete hereinzust�rmen und ihren Ausbruchsversuch zu vereiteln. Sie wu�te aber auch da� sie vermutlich nur diese eine Chance hatte.
So lautlos wie nur m�glich richtete sie sich auf der Pritsche auf, packte das d�nne Kopfkissen und hielt es dicht an ihr Gesicht. Dann lie� sie die fl�ssige Droge aus ihrem Mund in das fadenscheinige Kissen flie�en. Erst als sie noch mehrmals leise ausgespuckt hatte schnappte sie nach Luft und lauschte auf eine Bewegung vor der T�r. Alles war still. |
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