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In diesem Moment wurde Sinaea in ihren Erinnerungen unterbrochen. Sie war nicht undankbar daf�r, denn das was nach ihrer Ankunft in Molan und der Einladung an Illeans Burg folgte, daran, hatte sie sich geschworen, wollte sie sich eigentlich nie wieder erinnern. Aus dem Augenwinkel hatte sie eine Bewegung registriert, und nun beugte sie sich gef�hrlich weit aus dem Fenster, um sich zu vergewissern da� sie richtig gesehen hatte. Jemand war aus dem verfallenen Haus am Ende der Stra�e gekommen und trat im Schlenderschritt auf den Weg hinaus. Nachdem dieser Jemand wie beil�ufig an den anderen H�usern entlang geblickt hatte - dabei nur einen Sekundenbruchteil l�nger dort verweilend, wo er in der fortgeschrittenen Abendd�mmerung Sinaeas Fenster vermutete - drehte er der Nachbarschaft den R�cken zu und spazierte zu der verwilderten Wiese.
Ein dreistes Grinsen, das sie selbst err�ten lie�, huschte �ber Sinaeas Gesicht. Sie rutschte von der Fensterbank und schlo� die L�den. Dann huschte sie, ohne da� Darkon etwas bemerkte (er war �ber einem Buch am Kamin eingeschlafen) aus dem Haus.
Der K�nig von Harklon hatte Illean und L'Eodon seine besten G�stezimmer zur Verf�gung gestellt. Illean war auch au�erhalb der Grenzen von Molan geachtet - geachtet und gef�rchtet. Der K�nig hatte sich eines Besseren besonnen und den Zauberer nicht, wie er eigentlich vorgehabt hatte, gefragt welche Gesch�fte diesen nach Gaiadis f�hrten. Die Gesch�fte eines Zauberers, so dachte sich der K�nig, gingen ihn nichts an, solange es nicht um seine eigene Haut ging. Illean sa� in dem schon fast saal�hnlichen k�niglichen G�stewohnzimmer auf einem mit tiefem roten Pl�sch gepolsterten Sofa. Der Glasstein ruhte auf seinem Scho�, doch Illean beachtete ihn nicht. Der Zauberer hing seinen Gedanken nach, und was er da sah am�sierte ihn wahrhaft k�niglich.
Sinaea und Axalos waren im Fr�hjahr nach Molan gekommen, als das Land sich von seiner besten Seite zeigte. In dem Moment als Sinaeas Fu� molanschen Boden ber�hrte, war ein Blitz �ber die blankpolierte Oberfl�che von Illeans Glasstein gezuckt. Sofort hatte der Zauberer seinen Gehilfen L'Eodon aus dem Studierzimmer geschickt - wenn ihm L'Eodon auch zuverl�ssig viele Arbeiten abnahm, traute Illean ihm nicht �ber den Weg, und das Wissen um etwas so wichtiges wie die Angek�ndigte wollte der Zauberer nicht mit dem scharfsinn- und -sichtigen jungen Mann teilen.
Die Angek�ndigte! Voller innerer Aufregung hatte Illean in seinem Glasstein verfolgt wie Sinaea und Axalos sich in der Hafenstadt Brec eine Bleibe suchten. Staunend, mit gro�en Augen und offenen M�ndern, liefen sie Hand in Hand durch die Stra�en. Illean beobachtete sie eine Weile. Schlie�lich schrieb er einem �beraus verz�ckten Axalos eine schmeichelnde Einladung, die ihn und vor allem Sinaea auf seine Burg f�hren sollte. Da� Sinaea Axalos nicht allein gehen lassen w�rde, davon war der Zauberer instinktiv �berzeugt. Zaghaft, aber mit kaum verhohlener Neugier schaute Sinaea sich in der Eingangshalle von Illeans Burg um. L'Eodon hatte ihr und Axalos die T�r ge�ffnet, und ohne einen Grund nennen zu k�nnen hatte sie sofort eine tiefe Abneigung gegen den jungen Mann gefa�t. Axalos merkte nichts von Sinaeas Gef�hlen, er war ganz darauf fixiert einerseits seine Nervosit�t zu bek�mpfen und andererseits den besten m�glichen Eindruck zu hinterlassen.
L'Eodon drehte sich zu Sinaea um und verneigte sich steif vor ihr. "Madame", sagte er schnarrend, "ich bringe Sie gern zu Ihrem Zimmer, damit Sie sich etwas ausruhen k�nnen, w�hrend Herr Axalos mit meinem Herrn die Notwendigkeiten f�r seinen Auftritt bespricht." - "Nein, nein!" wehrte Sinaea eilig ab. Der Gedanke, irgendwo in dieser Burg alleingelassen zu werden, bereitete ihr h�chstes Unbehagen. "Ich... ich w�rde Herrn Illean gern meine Aufwartung machen. Es w�re doch unh�flich, ihn nicht wenigstens zu begr��en, oder?" Sie hielt unwillk�rlich die Luft an, als sie sich gegen L'Eodons unfreundlichen Blick behauptete. Schlie�lich gab der Gehilfe des Zauberers nach. "Herr Illean wird sich freuen, Sie kennenzulernen", behauptete er, doch sein Gesicht, das aussah als h�tte er auf eine Zitronenscheibe gebissen, sagte eindeutig etwas anderes. "Sie wollten Axalos und mich trennen", dachte Sinaea und schalt sich gleich f�r ihren Verfolgungswahn. Dennoch wurde sie das ungute Gef�hl, da� sie schon hegte seit die Einladung bei ihnen angekommen war, nicht los. |
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