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Axalos war ein fahrender S�nger, der in einem kleinen Ort gerade sein Gastspiel gab, als Sinaea dort eintraf. Sie verliebten sich auf den ersten Blick ineinander, und da Sinaea in ihrer ziellosen Suche nicht mehr viel Sinn sah, ihr aber das Herumreisen sehr nach dem Geschmack war, schlo� sie sich dem jungen Mann an. Axalos war gro� und sehr schlank, sein Gesicht hatte etwas adliges und er achtete peinlich genau auf seine feine Kleidung und sein sorgf�ltig gescheiteltes Haar. Sinaea lernte zu akzeptieren da� ihm seine Gitarre manchmal wichtiger war als sie, aber er war immer f�r sie da um sie zu tr�sten und aufzuheitern, wenn sie weinend aus einem Traum �ber ihre verschollenen Eltern erwachte. Manchmal, aber das geschah nicht oft, denn Sinaea verbat sich selbst solche Gedanken, lag sie nachts in Axalos' Armen und dachte an Darkon. Sie dachte voll Wehmut an ihn, doch zur�ckzukehren ohne ihre Eltern gefunden zu haben, das kam f�r sie nicht in Frage. Eines Tages erreichten Axalos und Sinaea den Hafen von Bycan. Sinaea hatte die Stadt nicht mehr betreten seit sie von Gaiadis aus hierhergekommen war, und das war mittlerweile 10 Jahre her. Axalos war ganz begeistert von den pr�chtigen Segelschiffen, die es furchtlos mit dem Meer aufnahmen, und er freundete sich mit den Seeleuten an und lie� sich Geschichten aus fernen L�ndern erz�hlen, aus denen er neue Lieder dichten wollte. Des Abends sa� er stundenlang �ber seine Gitarre gebeugt am Feuer und kam erst sp�t - und manchmal gar nicht - zu Sinaea ins Bett. Wenn sie des Morgens die Augen aufschlug h�rte sie ihn schon wieder - oder immer noch - klimpern, bis er irgendwann in einem Wutanfall alle bis dahin vollgekritzelten Notenbl�tter ins Feuer warf. "Es hat keinen Sinn!" rief er dem Kamin zu. (Sinaea kam erst jetzt aus der K�che ins Wohnzimmer gelaufen, daher begn�gte er sich vorerst damit, mit den M�belst�cken zu sprechen.) "Wenn ich �ber ferne L�nder singen will - wirklich ECHT singen will - mu� ich sie selbst sehen!" verk�ndete er dem Sessel, dann drehte er sich zu Sinaea um, die unschl�ssig in der T�r stand, und sah sie mit gl�nzenden Augen an. "La� uns �ber das Meer fahren!" rief er und unterst�tzte seine Worte mit einer theatralischen Geste. "Nach Molan, oder nach Gaiadis!" Bei der Erw�hnung von Gaiadis verschlo� sich Sinaeas Gesicht. "Ist... ist das wirklich n�tig?" fragte sie mit kratziger Stimme. "N�tig?" rief Axalos ungl�ubig. "N�tig?? Liebste, wir sprechen hier von Kunst! W�rdest Du einen Bildhauer fragen ob es n�tig ist da� ihm eine junge Nymphe Modell steht? W�rdest Du einen Maler fragen ob es n�tig ist da� er beobachtet, wie die Sonne auf einem Tautropfen funkelt oder ein Bl�tenblatt einen zitternden Schatten auf die unter ihm herkriechende Raupe wirft?!" - "Hm... nein", murmelte Sinaea. Sie war gewi� nicht auf den Mund gefallen, aber Axalos' Redegewandtheit hatte sie selten etwas entgegenzusetzen. "Aber", sagte sie hastig, ehe Axalos Luft holen konnte, "kannst Du mir etwas versprechen?" Irritiert fragte er:"Versprechen? Was soll ich Dir versprechen?" Sinaea ging zu ihm hin�ber und legte ihm die Arme um den Hals. Leise bat sie:"Wenn wir �ber das Meer fahren, um ferne L�nder zu sehen, versprich mir - und ich gehe sonst gern �berallhin wo Du hingehst - versprich mir da� wir nicht nach Gaiadis gehen." Mit ihren gro�en Augen sah sie zu Axalos auf. Einen Moment f�rchtete sie, die Musik w�re ihm wieder einmal wichtiger und er w�rde ihr Anliegen abtun, doch seine Miene wurde weich, er k��te sie und erwiderte liebevoll:"Nat�rlich, wenn es Dir so wichtig ist - au�erdem, von dem was ich geh�rt habe ist Molan ohnehin viel interessanter!"
Und so schiffte sich wenige Tage sp�ter die mittlerweile 26j�hrige Sinaea zusammen mit dem S�nger Axalos nach Molan ein. "Eine Einladung von Illean!" rief Axalos strahlend und wedelte mit der verschn�rkelt beschriebenen Pergamentrolle aufgeregt vor Sinaeas Gesicht hin und her. Irritiert verfolgte sie die wackelnde Schriftrolle. "Einladung? Illean?" - "Ach, Sinaea!" Axalos schnalzte ungeduldig mit der Zunge. "Illean, der gr��te Zauberer der bekannten Welt! Er hat mich eingeladen, f�r ihn zu singen!" Vage erinnerte Sinaea sich daran, da� ihr als Kind mit dem Namen des Zauberers Angst gemacht worden war. Illean mochte der gr��te Zauberer der bekannten Welt sein, aber man fl�sterte hinter vorgehaltenen H�nden da� er seine Macht nicht nur zu guten Zwecken nutzte. Sinaeas Gesicht umw�lkte sich. "Bist Du sicher da� Du die Einladung annehmen willst? Ich meine, weil..." Aber sie h�tte wissen m�ssen da� Axalos sich viel zu sehr in seiner Eitelkeit geschmeichelt f�hlte um ihren Schwarzer-Mann-Geschichten zuzuh�ren. "NAT�RLICH werde ich die Einladung anehmen! Illean! Himmel, Sinaea -" Er nahm sie bei den H�nden und sah sie eindringlich an. "Hierf�r bin ich nach Molan gekommen!" fuhr er leise fort. "Um bei ber�hmten Leuten zu singen! Damit ich nicht mehr als Axalos der fahrende S�nger nach Herls zur�ckkehren mu�! Dann werde ich Axalos, der S�nger der Nobilit�t sein!" Der Tonfall des jungen Mannes wurde schmeichelnd, w�hrend er weiterhin auf Sinaea einredete (denn ihr Gesichtsausdruck zeigte immer noch ihr Unbehagen). "Sinaea, ich tue das doch f�r uns beide! Wir k�nnten ein sch�nes Haus haben, vielleicht ein paar Bedienstete, ein Kinderm�dchen..." Dieses letzte Wort brach Sinaeas Widerstand. "Kinderm�dchen?!" wiederholte sie und blickte Axalos schief an, doch um ihre Lippen spielte ein L�cheln. "Aha, das ist ja interessant." Sie seufzte und legte ihm die Arme um den Hals. "Na gut, dann nehmen wir die Einladung an." Sie schenkte Axalos einen vielsagenden Blick, und er nickte wortlos - das W�rtchen "wir" war durchaus bei ihm angekommen. |
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