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Und nun war sie wieder hier. W�hrend ihrer Flucht aus Molan hatte sie immer an dieses Haus gedacht, der einzige Ort den sie jemals als ihr Heim betrachtet hatte, und an Darkon und seine Liebe. Sie hatte sich unz�hlige Male gefragt ob er immer noch so f�r sie empfand wie vor ihrem Weggang. Und noch viel mehr hatte sie sich gefragt ob SIE noch so f�r IHN empfand. Doch ihre Gr�beleien hatten ihr keine Antwort pr�sentieren k�nnen. Und als er sie auf seiner T�rschwelle fand und sie sofort hereingeholt hatte war sie noch zu schwach gewesen um zu bemerken da� sein Wiedererkennen getr�bt gewesen war. Getr�bt von der Tatsache da� aus dem M�dchen, als da� er sie zuletzt gekannt hatte, eine Frau geworden war. Und da� dies geschehen war ohne da� er es miterleben konnte. Auch wenn es noch nicht danach aussah herrschte laut Kalender doch schon l�ngst Fr�hling, und in wenigen Tagen w�rde Sinaea ihren 30. Geburtstag feiern.
Jetzt da sie vom Schlaf und von Darkons F�rsorge etwas erholt war sp�rte auch Sinaea das getr�bte Wiedererkennen. Darkon war noch nie wirklich schlank gewesen, doch nun wies sein Bauch eine stattliche F�lle auf. Sein dunkles Haar begann sich am Hinterkopf kreisf�rmig zu lichten, und auf seinen H�nden, die Sinaea scherzhaft immer mit den Pfoten eines Stoffb�ren verglichen hatte, zeigten sich erste versprengte dunkle Flecken. "Er ist alt geworden", dachte Sinaea traurig, "und ich konnte es nicht miterleben."
W�hrend sie ihren melancholischen Gedanken nachhing hatte Sinaea gar nicht bemerkt da� das Rumoren in der K�che aufgeh�rt hatte und Schritte auf der Treppe zum oberen Stockwerk erklungen waren. Erst das sachte Klopfen an der Schlafzimmert�r ri� sie aus ihren Gr�beleien. Darkon lugte durch den T�rspalt. "Fr�hst�ck ist fertig, wenn Du magst", erkl�rte er leise. Sinaea setzte sich im Bett auf, wobei sie unbewu�t mit der Decke ihren nackten K�rper verbarg, und l�chelte Darkon an. "Ja, ich komme gleich runter", sagte sie. Nach einem fast unmerklichen Z�gern erwiderte Darkon:"Ist gut", zog seinen Kopf aus dem T�rspalt und stapfte die Treppe wieder hinunter.
Sinaea k�mpfte hart gegen die aufsteigenden Tr�nen. Sie bereute die Affekthandlung, die dazu gef�hrt hatte, da� sie diese Nacht in Darkons Bett verbracht hatte. Und sie bef�rchtete da� es ihm nicht besser damit ging. W�tend warf sie sein Kissen quer durchs Zimmer. Hatte sie wirklich geglaubt sie k�nne nach so langer Zeit wiederkehren und alles w�re wieder wie fr�her?
Nach einer Weile schl�pfte sie aus dem Bett, huschte in ihr Zimmer hin�ber und suchte sich etwas zum Anziehen zusammen. Darkon hatte all ihre Sachen, die sie bei ihm zur�ckgelassen hatte, s�uberlich aufbewahrt; doch Sinaea war aus dem meisten mittlerweile herausgewachsen. Schlie�lich fand sie ein Hemd das sie Darkon einmal stibitzt hatte und einen lose fallenden schwarzen Rock, beides pa�te ihr einigerma�en. W�hrend sie sich anzog konnte sie nicht verhindern, da� ihre Gedanken weiter um die vergangene Nacht kreisten. Da war noch etwas da� ihr Wiedersehen mit Darkon getr�bt hatte, und dar�ber nachzudenken tat ihr am meisten weh. Nat�rlich war Darkon ihr als Liebhaber vertraut und sie ihm, und doch waren sie einander in den langen vergangenen Jahren fremd geworden. Und sie glaubte da� diese Fremde sie nicht wieder verlassen w�rde.
Als Sinaea in die K�che herunterkam fand sie zu ihrer �berraschung und Freude einen Gast am Fr�hst�ckstisch. Dyana war schon Darkons Nachbarin gewesen als Sinaea zu ihm gekommen war, und auch damals war sie schon neugierig wie ein altes Weib gewesen. So hatte sie auch jetzt als erste von Sinaeas R�ckkehr erfahren. "Meine G�te!" rief sie aus, sprang vom Tisch auf und schlo� die junge Frau in eine fast erdr�ckende Umarmung. "Sieh Dich an! Du bist eine sch�ne Frau geworden!" - "Und Du bist so sch�n wie eh und je", antwortete Sinaea ehrlich. So wie sie es in Erinnerung gehabt hatte trug Dyana ihr hellblondes Haar immer noch lang, es reichte in seidigen Wellen bis zu ihrer Taille und verlieh ihr das geheimnisvolle Aussehen einer Nymphe. Ihr leicht kantiges Gesicht war von einer herben Sch�nheit, der auch das feine Netz von Falten keinen Abbruch tat. "Ach was", wehrte Dyana resolut ab, "sieh mal, f�r Darkon zum Beispiel war ich ja nie sch�n genug!" Lachend knuffte sie Darkon gegen den Arm, dann beugte sie sich zu Sinaeas Verwunderung zu ihm hinunter und gab ihm einen liebevollen Ku�. "Zumindest zum Heiraten hat es ihm wohl nie gereicht!" |
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