Er lag wie hingegossen auf diesem Diwan und bl�tterte in einem gro�en Buch. Sein aristokratisches Gesicht trug einen konzentrierten Ausdruck zur Schau, der es noch markanter, nahezu wie in Marmor gemei�elt wirken lie�. Sein dunkles Haar hatte er nach hinten gestrichen, so da� ihr zum ersten Mal die langen Koteletten auffielen, die sich von seinen Schl�fen bis zum Kiefer zogen. Er war so versunken in seine Lekt�re, da� er sie erst bemerkte, als sie schon fast direkt vor ihm stand. Dann blickte er zu ihr hoch, und als sie in seine hellgr�nen Augen sah, wurden ihre Knie weich.

"Oh, hallo!" sagte er und l�chelte erfreut. "Ich hoffe, der Bademantel pa�t Ihnen einigerma�en...?" � "Wie angegossen", erwiderte sie rasch und lie� ein spontanes Lachen h�ren. Er klappte das Buch zu, legte es vorsichtig, als w�re es etwas besonders Kostbares, neben die Schreibmaschine auf den kleinen Beistelltisch und erhob sich. "Sie sind bestimmt hungrig und durstig. Kann ich Ihnen etwas anbieten?" Er machte eine einladende Geste mit der linken Hand. Dort erweiterte sich das Zimmer zu einem kleinen Seitenfl�gel, in dem ein voll beladener E�tisch stand. Neben den beiden Gedecken, die aus schneewei�em Porzellan, schwerem Silberbesteck und geschliffenen Kristallgl�sern bestanden, und einem �berdimensionalen Kerzenleuchter fanden sich dort Platten mit kaltem Braten, verschiedenen Sorten frisches Gem�se wie Karotten, Gurken und Paprika, die in Streifen geschnitten und appetitlich angerichtet waren, duftendes, noch ofenwarmes Wei�brot mit mehreren w�rzigen Dips, eine gro�e Schale mit Obstsalat, eine Karaffe Rotwein und ein K�hler mit einer Flasche Stilles Wasser. Sie �berlegte noch ob ihr bei diesem Anblick das Wasser im Mund zusammenlaufen oder die Kinnlade herunterfallen sollte, da erkl�rte er hastig:"Ich kann Ihnen auch einen Kaffee aufbr�hen, wenn Ihnen das lieber ist, oder m�chten Sie vielleicht gern etwas Warmes essen...?" Sie drehte sich zu ihm um � eigentlich nur um eine Ausrede zu haben, ihm wieder in die Augen zu sehen -, strich sich eine noch feuchte Haarlocke aus der Stirn und antwortete:"Oh, bitte, Sie haben sich doch meinetwegen schon gen�gend Umst�nde gemacht! Das Essen sieht fantastisch aus � vielen Dank!" Er strahlte, was seinem Gesicht etwas jugendlich Verschmitztes gab, und bat sie Platz zu nehmen. Sie setzte sich auf den angebotenen Stuhl und ohne eine weitere Aufforderung abzuwarten griff sie beherzt zu.

Eine gute Stunde lie� sie sich Zeit, all die angebotenen K�stlichkeiten zu probieren. Sowohl das Essen als auch der Wein waren absolut exzellent, und sie bedauerte fast, als sie endg�ltig satt war und nicht mal mehr eine kleine Erdbeere, aus dem Obstsalat stibitzt, noch den Weg �ber ihre Lippen finden mochte. Mit einem Seufzer lehnte sie sich zur�ck. Sie war so in ihr Festmahl vertieft gewesen, da� ihr gar nicht aufgefallen war, da� ihr Gastgeber immer noch vor einem blitzsauberen, unber�hrten Teller sa�. Verwirrt und durchaus verlegen fragte sie:"Aber Sie haben ja gar nichts gegessen... sagen Sie nicht da� sie das alles jetzt nur f�r mich aufgetischt haben!" Er schenkte ihr ein bescheidenes L�cheln. "Ich hoffe Sie verzeihen da� ich Ihnen bei Ihrem Mahl keine Gesellschaft geleistet habe, aber ich hatte bereits... zu Abend gegessen." Innerlich schlug sie sich an die Stirn, und eine flammende R�te �berzog ihre Wangen. "Oh, nat�rlich. Verzeihen Sie... aber ich habe in den letzten Stunden wohl nicht nur die r�umliche Orientierung verloren..." F�r einen Sekundenbruchteil f�hlte sie sich wieder in aufgew�hltes, eisiges Wasser versetzt, schmeckte Salz auf ihren brennenden Lippen, h�rte tosende Wellen �ber sich zusammenschlagen... Als habe er ihre Gedanken erraten, streckte er impulsiv die Hand aus und ber�hrte leicht die ihre. Sein L�cheln hatte einer bek�mmerten Miene Platz gemacht. "Es tut mir unendlich leid da� ich Ihnen nicht mit einem Telefon dienen kann, aber ich habe mich hier sozusagen ganz bewu�t von der Zivilisation zur�ckgezogen... aber wenn der Bote vom Lebensmittelgesch�ft morgen kommt, kann der Sie sicher in den n�chsten Ort mitnehmen... wenn es Ihnen nichts ausmacht, die Nacht hierzubleiben..." Er beugte sich �ber den Tisch, der Griff seiner Hand wurde fester, und sein Ton eindringlicher. "Bitte bleiben Sie diese Nacht hier."
Er schien zu merken da� er sie erschreckt hatte, als sie sich unwillk�rlich zur�cklehnte und ihn ver�ngstigt ansah. Sofort lie� er ihre Hand los und l�chelte sie gewinnend an. Sie glaubte sogar zu sehen, wie ein zartes Rot in seine blassen Wangen stieg. "Verzeihen Sie bitte meine Zudringlichkeit", hauchte er, und seine Stimme war weich und verf�hrerisch wie Samt. "Es ist nur... als Sie hier sozusagen hereingeschneit sind... ich habe mich gefragt, ob wohl der Himel mir einen Engel geschickt hat..." Jetzt kam er um den Tisch herum und kniete neben ihrem Stuhl nieder. Sie wu�te nicht mehr was sie denken sollte. Er machte ihr Angst, furchtbare Angst, seine eindringliche Bitte - nein, es war ja fast ein Befehl gewesen. Und doch konnte sie sich seiner Anziehungskraft nicht widersetzen...
Erneut nahm er ihre Hand in seine, doch diesmal war der Griff sanft und nicht einsch�chternd. Mit gro�en Augen verfolgte sie, wie er ihre Hand an seine Lippen hob und sie k��te... wie seine Lippen zart ihre Haut liebkosten... ihre Knie begannen zu zittern, und sie f�hlte Hitze in sich aufsteigen. Wie ein stummes Zugest�ndnis rutschte sie von ihrem Stuhl und gesellte sich zu ihm auf den Fu�boden. Er schlang seine starken Arme um sie und dr�ckte sie hinunter in den weichen Teppich. Seine Lippen verschlossen die ihren mit einem leidenschaftlichen, gierigen Ku�, dem sie sich willig hingab. Begehrlich lie� er seine H�nde �ber ihren K�rper gleiten. Instinktiv schien er genau zu wissen was sie tief in ihrem Innersten ersehnte, und er erf�llte diese W�nsche so intensiv, wie sie es noch nie erlebt hatte. Ihre lustvollen Schreie gellten durch das Studierzimmer. Ihre K�rper w�lzten sich ineinander verschlungen �ber den Fu�boden. Sie klammerte sich an ihn, flehte ihn an, nicht aufzuh�ren. Er wisperte heisere Worte in ihr Ohr, in einer Sprache die sie nicht verstand, doch sie wusste intuitiv was sie bedeuteten. "Ich... ich liebe Dich...", stammelte sie mit rauher Stimme.
Hosted by www.Geocities.ws

1