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In seinen hellgr�nen Augen schien ein tiefes Feuer zu lodern, als er auf sie herniederblickte. "Liebst Du mich wirklich?" fl�sterte er. "Sag mir da� Du es wirklich tust, und ich werde Dir meine Liebe f�r alle Ewigkeiten schenken..." Heller und heller gl�hten seine Augen, und pl�tzlich verzerrte sich sein Gesicht; er ri� den Mund auf und entbl��te fauchend ein Paar elfenbeinwei�er, messerscharfer Eckz�hne...
Mit einem gellenden Schrei stie� sie ihn von sich. Er hatte diese Reaktion nicht erwartet, und so lie� er sie versehentlich los. Geistesgegenw�rtig nutzte sie die Chance, sprang auf und rannte aus dem Studierzimmer in die Richtung, in der sie den Flur vermutete, der sie zur rettenden Haust�re f�hren w�rde. Sie h�rte ihn hinter sich aufspringen und mit unmenschlicher Schnelligkeit hinter ihr herjagen. "Bleib stehen!!" br�llte er; jegliche Samtigkeit war aus seiner Stimme verschwunden. Nun klang er wie ein Raubtier auf Jagd. "Vergi� es, Du hast doch keine Chance gegen mich!" Unerbittlich kamen seine stampfenden Schritte n�her. Sie hetzte einen Gang entlang, bog um eine Ecke, und sah tats�chlich die beiden gro�en Fl�gel der Eingangst�r vor sich auftauchen. Sie w�rde es schaffen, und wenn es ihre letzten Kr�fte kosten sollte! "Bleib endlich STEHEN!" br�llte er, und seine Stimme war bereits gef�hrlich nahe. Nur noch wenige Schritte und sie war an der T�r! Er streckte die Hand aus, versuchte ihren Arm zu packen, konnte aber nicht fest genug zugreifen... Sie streckte die Hand aus, griff nach der T�rklinke, rutschte mit ihren schwei�nassen Fingern ab... Er war nun so dicht hinter ihr da� sie seinen Atem sp�ren konnte, und diesmal schaffte er es sie zu packen... Diesmal schaffte sie es die T�rklinke zu greifen, dr�ckte sie nach unten und ri� die T�r auf... Erbittert hielt er sie fest, als sie sich verzweifelt durch die offene T�r warf. Ihre Augen, an das schummrige Licht im Inneren des Hauses gew�hnt, schienen pl�tzlich in Flammen zu stehen. Geblendet schlo� sie sie. Hinter dem Horizont war wie die Kuppel einer goldenen Kathedrale die W�lbung einer glei�enden Sonne zu sehen, die ihr die ersten hellen Strahlen entgegensandte. Sie h�rte einen gellenden, gepeinigten Schrei hinter sich, und auf einmal war ihr Arm wieder frei. W�hrend sie taumelnd auf die staubige Erde der Einfahrt fiel, drehte sich ihr K�rper so da� sie wieder das Haus vor Augen hatte, und die offene T�r, und ihn darin stehend, wie er immer noch schreiend vor Schmerzen seinen rechten Arm hielt - den Arm mit dem er sie festgehalten hatte. Der Arm, der kurz dem fr�hen Sonnenlicht ausgesetzt war. Von dem nun ekelerregend stinkende Rauchwolken aufstiegen. Er machte ein paar schnelle Schritte zur�ck in die sch�tzende D�sternis des Herrenhauses. "Du entkommst mir trotzdem nicht, Du Schlampe!" br�llte er ihr noch zu. "Niemand wird Dich hier finden, niemand kann Dich retten! Bald kehrt die Nacht zur�ck, und dann werde ich Dich holen!!" Mit dieser Drohung schlug er wuchtig die T�r zu.
Angst, Schmerz und Schock l�sten sich in einem heftigen Sturzbach aus Tr�nen. Sie schleppte sich mit ihren letzten Kr�ften die Einfahrt entlang, nur noch ein St�ckchen weiter weg von diesem Haus, bis sie einen Felsblock erreichte, auf dem sie sich v�llig ersch�pft niederlie�. Sie schlug die H�nde vor das Gesicht und schluchzte hemmungslos. War diese letzte Nacht wirklich passiert? Zuerst ihr Kampf mit dem eisigen, erbarmungslosen Meer - und dann fiel sie ausgerechnet einem Vampir in die H�nde? Sie sch�ttelte wild den Kopf, da� ihre Locken flogen. Nein, dies konnte doch nicht real gewesen sein! Es war nur ein Traum! Nur eine B�se-Nacht-Geschichte...
Dennoch war sie noch nie so dankbar daf�r gewesen, da� die Sonne aufgegangen war.
Unf�hig ruhig auf dem Felsblock sitzen zu bleiben lief sie mit zitternden Knien die Einfahrt auf und ab. Wie ein Echo konnte sie seine Schritte im Haus h�ren, er pirschte wie ein Tiger im K�fig hinter der T�r entlang, doch er wagte es nicht die sch�tzende Dunkelheit des Herrenhauses zu verlassen. Pl�tzlich h�rte sie schwach in der Ferne das Ger�usch eines Autos. Es holperte �ber die unebene Landstra�e, und nun konnte sie auch die Staubwolke sehen, die es aufwirbelte. Es kam zum Herrenhaus. "Der Lebensmittel-Bote!" scho� es ihr durch den Kopf, und vor Erleichterung fing sie an zu schluchzen. Sie war gerettet! Der Bote w�rde sie mitnehmen k�nnen, in den n�chsten Ort - zur�ck in die Realit�t! Sie sprang direkt in die Mitte der Einfahrt und wedelte wild mit den Armen. "Hilfe!" rief sie so laut es ihre Lungen hergaben. "Helfen Sie mir! Bringen Sie mich hier weg!" Das Auto, ein Kombi, auf dessen Seite in Leuchtbuchstaben der Schriftzug eines Supermarkts prangte, machte eine scharfe Biegung nach links, um nicht mit ihr zu kollidieren, und kam schlingernd schlie�lich zum Stehen. Eilig lief sie zu dem Wagen hin�ber und klopfte heftig gegen die Scheibe auf der Fahrerseite. "Helfen Sie mir! Bitte!!" Mit ruckhaften Bewegungen, als w�re der Fahrer nicht ganz Herr �ber seine Muskulatur, wurde das Fenster heruntergekurbelt. Er drehte ihr sein Gesicht zu - das hei�t, das was von seinem Gesicht noch �brig war. Die rechte H�lfte sah aus als h�tte sie teilweise einem Raubtier als letzte Mahlzeit gedient. Das Auge fehlte, und an einigen Stellen der schlecht verheilten, narbigen Haut lief eine unappetitlich aussehende Fl�ssigkeit aus. Aus dieser Ruine eines einstmals menschlichen Antlitz starrten sie tote Augen an.
Und sie schrie. |
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