Eine Weile lang fand Rosemarie im Dorf keine neue Arbeit.

Und die ersten Bewohner verlie�en die Gemeinde, M�nner, die sich von ihren eifers�chtigen Frauen aufstacheln lie�en und glaubten, da� auf der jungen Frau ein Fluch lag.

Schlie�lich erbarmte sich ihrer ein gro�m�tiges Bauernehepaar.

Diesmal fand man den Mann in seinem Kuhstall; sein Kopf steckte in einer Schubkarre voller Mist.
Die Bauersfrau wurde nie mehr gesehen.

Nun dauerte es nur noch ein paar Wochen bis Pater Derians ohnehin schon kleine Gemeinde nicht mehr existierte.

Nach dem Toten im Kuhstall hatte Pater Derian einen Brief an den Erzbischof geschrieben, mit der Bitte um Versetzung.
Ohne weitere Gr�nde anzugeben hatte er erkl�rt da� die Bewohner seines kleinen Dorfes nach und nach aus der wenig fruchtbaren Gegend wegzogen; sich bessere Lebensumst�nde suchten.
Rosemarie hatte er nicht erw�hnt.

Er bekam eine freundliche Antwort in der man ihm mitteilte da� es ganz in der N�he der Stadt, in der seine Schwester lebte, eine Gemeinde gab, deren Pater gerade das Zeitliche gesegnet hatte.
Er k�nne sofort anfangen.

Als letzter des Dorfes packte also auch Pater Derian seine wenigen Habseligkeiten.

In dieser Nacht kam Rosemarie zu ihm.

Wie ein Geist betrat sie Pater Derians spartanisches Wohnhaus; er glaubte sogar bemerkt zu haben da� die T�r sich �ffnete und schlo� ohne da� sie sie ber�hrte. Seltsamerweise verwunderte ihn das nicht. Hatte er sich nicht schon l�ngst damit abgefunden da� Rosemarie ein unirdisches Wesen war?

Sie trug ein bodenlanges wei�es Kleid, es war am Saum mit wundersch�nen Blumen bestickt. Auch ihre Haut war wei�, so wei� und makellos. Die tiefroten Lippen stachen fast schmerzhaft davon ab.

Sie l�chelte Pater Derian an und sagte, als sei es das Selbstverst�ndlichste der Welt:"Nun sind wir allein."
"Ja. Nachdem die anderen geflohen sind - wegen Dir."
Die Worte kamen wie von selbst; und im selben Moment als er sie aussprach bereute Pater Derian sie auch schon. Schlie�lich war doch nie bewiesen worden da� Rosemarie etwas mit dem Tod der M�nner zu tun gehabt hatte!
Oder?

Zu Pater Derians �berraschung lachte Rosemarie.
"Ja, ich habe daf�r gesorgt da� sie uns allein lassen."

"B-bitte was?"

Pater Derian glaubte nicht richtig zu h�ren. War das so viel wie ein Gest�ndnis? Hatte Rosemarie denn wirklich...?

Sie lachte immer noch, Pater Derians Verwirrung schien sie k�stlich zu am�sieren. Ganz nah trat sie an ihn heran, so nah da� er den Duft nach Rosen und Jasmin riechen konnte, der sie umwehte.

"Mein ganzes Leben lang habe ich gesucht", fl�sterte sie mit ihrer Stimme die wie warmer Honig klang. "Nach Dir gesucht. Und jetzt, hier, finde ich Dich. Ich wollte Dich allein f�r mich. Nur Dich. Nur wir beide."

Ihre s��en, verlockenden Worte benebelten Pater Derian, er blickte in Rosemaries veilchenblaue Augen und hauchte mit dem letzten Rest seines Verstandes:"Aber... aber ich bin ein Priester..."

Sie verzog ihre Rosenlippen zu einem bet�renden Schmollmund und fragte:"Und weil Du ein Priester bist verbietet Dir der Herr zu lieben?"
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