SHOA.DE NEWSLETTER - JANUAR 2003
Der monatliche Newsletter von Shoa.de mit freundlicher Unterstützung
von ShoaNet
INHALT
ABONNENTEN: 12822
1.Die News des letzten Monats
2.Linkempfehlungen
3.Neue Artikel auf Shoa.de
4.Projektnews
5.Literaturempfehlungen
6.Newsarchiv / abbestellen
7.Impressum
WILLKOMMEN
Willkommen,
wir begrüßen Sie zu der aktuellen Ausgabe des Newsletter
von Shoa.de und ShoaNet und hoffen, Sie finden auch diesen Monat wieder
eine Fülle von Interessanten
Informationen.
Spezieller Dank gilt diesen Monat Bettina Brenner, die seit langem
das Projekt ShoaNet und den Newsflash dieses Newsletters betreut. Sie wird
beide Tätigkeiten ab
sofort einstellen und sich neuen Aufgaben widmen. Wir danken
ihr für die gute Zusammenarbeit und für ihr langjähriges,
wichtiges Engagement.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team von Shoa.de
NEWSFLASH
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Die News - zusammengestellt
vom Bettina Brenner
23.12.2002
++ Wiedergutmachung,
nach 600 Jahren ++
Spanien bekennt sich
erstmals offiziell zu seinem jüdischen Kulturerbe.
19.12.2002
++ Holocaust-Fonds
aufgelöst ++
Der Schweizer Bundesrat
hat am Mittwoch den Holocaust-Fonds zum Jahresende aufgelöst. Die
verbleibenden zwölf Millionen Franken (rund 8,2 Millionen Euro) kommen
zu einem Drittel Folter-
und Kriegsopfern und zu zwei Dritteln der World Jewish Restitution Organisation
zu Gute, wie das Berner Innenministerium mitteilte. Der
Spezialfonds zu Gunsten
bedürftiger Holocaust-Opfer war 1997 von der Regierung eingerichtet
worden, um Spenden von Banken, Industrie, Versicherungsgesellschaften
und Nationalbank zu
verteilen. Die Auszahlungen sind weitgehend abgeschlossen. Für ausstehende
Zahlungen werden 950 000 Dollar zurückgestellt.
http://www.switzerland.taskforce.ch/S/S1/1_di.htm
16.12.2002
++ Umstritten - die
Riefenstahl-Ausstellung in Bonn ++
Heftige Proteste überschatten
die Ausstellung „leni riefenstahl“, die seit Donnerstag dieser Woche und
noch bis zum 2.März 2003 im Haus der Geschichte in Bonn zu
sehen ist. Schon im
Vorfeld der Ausstellung war ein Strafantrag wegen Verwendung verfassungsfeindlicher
Kennzeichen bei der Bonner Staatsanwaltschaft gegen das
Museum eingegangen.
Auf dem Ausstellungsplakat, das Leni Riefenstahl bei Dreharbeiten ihres
NS-Propagandafilmes „Triumph des Willens“ unter einem steinernen
Reichsadler zeigt,
ist der Umriss eines Hakenkreuzes zu erkennen. Auch jüdische Gemeinden
hatten im Haus der Geschichte aus Besorgnis angerufen, wie
Museumsleiter Hermann
Schäfer bestätigte. „Es hat manchen, auch massiven Versuch gegeben,
diese Ausstellung zu verhindern.“ Einmündigkeit für die Ausstellung
konnte selbst in den
Ausstellungsbeiräten nicht gefunden werden. Schäfer und Projektleiterin
Andrea Mork rechtfertigen dennoch die Exhibition. Sie dürfe nicht
als
„Hommage“ an „Hitlers
Lieblingsregisseurin“ verstanden werden. Vielmehr gehe es um eine „kritische
Auseinandersetzung“.
http://www.hdg.de/index1000.html
16.12.2002
++ 60. Jahrestag des
Auschwitz-Erlasses ++
Am 16. Dezember 1942
befahl Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Chef der Polizei des
nationalsozialistischen Deutschland, die Deportation von 22.000 Sinti und
Roma aus ganz Europa
ins Konzentrationslager Auschwitz. Der "Auschwitz-Erlass" führte unter
anderem dazu, dass auch die letzten 10.000 von 40.000 Sinti und Roma,
die vor 1933 in Deutschland
und Österreich registriert worden waren, deportiert wurden. Insgesamt
waren es 500000 Roma und Sinti, die im nationalsozialistisch
besetzen Europa dem
Holocaust zum Opfer fielen.
16.12.2002
++ Stalingrad ++
In Stalingrad lieferten
sich Wehrmacht und Rote Armee eine der blutigsten Schlachten der Weltgeschichte.
Sechzig Jahre später sucht in Deutschland die
Enkelgeneration nach
Antworten auf alte Fragen: Was trieb Adolf Hitler, an der Wolga eine ganze
Armee zu opfern?
http://www.wk-2.de
14.12.2002
++ Ermittlungen zu
Massaker 1944 in der Toskana ++
Ein Massaker, das
deutsche Soldaten während des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1944 in der
Toskana verübt haben, wird jetzt erstmals von der deutschen Justiz
untersucht. Den Anstoß
dazu gab ein Buch der Italien-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung,
Christiane Kohl, das unter anderem die Ermordung von mehr als 200
Einwohnern des Ortes
Civitella in Val di Chiana durch Angehörige der Fallschirm-Panzer-
Division „Hermann Göring“ schildert. In dem Tatsachen-Roman „Villa
Paradiso“
sind Hinweise auf
Tatverdächtige enthalten, denen auch die Zentralstelle für die
Verfolgung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg nachgeht.
13.12.2002
++ Judenstern-Vergleich
++
Mit seinem Judenstern-Vergleich
hat Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) einen Sturm der Entrüstung
ausgelöst. Die Grünen und die Gewerkschaft Ver.di
fordern seinen Rücktritt,
der Zentralrat der Juden äußerte sich empört. Koch hatte
Ver.di-Bundeschef Frank Bsirske im hessischen Landtag vorgeworfen, in der
Vermögensteuerdebatte
Namen reicher Deutscher genannt zu haben. Dies sei "eine neue Form von
Stern an der Brust" und "eine schlimme Parallele zu anderen Zeiten",
sagte Koch in Anspielung
auf den in der NS-Zeit eingeführten Judenstern.
11.12.2002
++ Untergang der Bismarck
++
Als am 27. Mai 1941
das deutsche Schlachtschiff "Bismarck" unterging, kamen fast 2000 Mann
ums Leben. Ein Dokumentarfilm diskutiert jetzt von neuem über die
alte
Frage, ob der Stolz
der deutschen Kriegsflotte sich selbst versenkte oder vor allem durch den
Beschuß der britischen Gegner unterging.
http://www.spiegel.de/sptv/magazin/0,1518,140041,00.html
https://www.nationalgeographic.de/php/magazin/topstories/2001/06/topstory2c.htm
07.12.2002
++ Lernen aus der
Geschichte: Projekte zu Nationalsozialismus und Holocaust in Schule und
Jugendarbeit ++
Am 24./25.1.2003 veranstaltet
die Fördergesellschaft Kulturelle Bildung e.V. in Zusammenarbeit mit
der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Haus der
Geschichte eine zweitägige
Tagung "Lernen aus der Geschichte: Projekte zu Nationalsozialismus und
Holocaust in Schule und Jugendarbeit"(Veranstaltungsort: Haus
der Geschichte, Bonn).
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Austausch über aktuelle
Formen, Möglichkeiten und Fragen im Umgang mit den Themen
Nationalsozialismus
und Holocaust in der historisch-politischen Bildung.
http://www.lernen-aus-der-geschichte.de/
05.12.2002
++ Wehrmachtsausstellung
erstmals im nicht-deutschsprachigen Ausland ++
Die neue Wehrmachtsausstellung
wird nach ihrer Station in München von Donnerstag an im Großherzogtum
Luxemburg gezeigt. Bis zum 26. Januar ist die Schau über
die „Verbrechen der
Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944“ im beruflichen
Fortbildungszentrum CNFPC von Esch-sur-Alzette zu sehen.
04.12.2002
++ Das Frankfurter
Museum Judengasse feiert sein zehnjähriges Bestehen ++
Die 1987 ausgegrabenen
Reste der alten Frankfurter Judengasse, die bei Bauarbeiten entdeckt wurden,
bilden den Kern eines kleinen Museums, in dem das Leben im
Ghetto dargestellt
wird. Als pädagogisches Lernzentrum ist das Museum Judengasse heute
ein Ort, an dem lange verdrängte Geschichte sichtbar gemacht wird.
http://www.judengasse.de/
02.12.2002
++ Neues Besucherzentrum
im ehemaligen KZ Mauthausen im Entstehen ++
Im ehemaligen Konzentrationslager
Mauthausen in Oberösterreich ist ein neues Besucherzentrum im Entstehen.
Es soll die Voraussetzung und die Rahmenbedingungen
für ein zeitgemäßes
Gedenken und eine Wissensvertiefung schaffen. Die Eröffnung des neuen
Besucherzentrums ist für den Mai 2003 geplant, wenn in Mauthausen
wieder die traditionelle
"Befreiungsfeier" stattfindet.
http://www.mauthausen-memorial.gv.at/
LINKEMPFEHLUNGEN
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++ „Auch über
50 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges werden immer noch 1,4 Millionen Deutsche
vermißt." ++
Immer wieder erreichen
uns Anfragen in Bezug auf vermisste Personen im Zeitraum des Zweiten Weltkrieges
und 3. Reich. Aus aktuellem Anlass haben wir Ihnen die
ersten Anlaufadressen
für derartige Recherchen zusammengetragen:
Eine sehr gute Adresse
für Suchanfragen nach ehemaligen Wehrmachtsangehörigen ist die
Deutsche Dienststelle (Wehrmachtsauskunfststelle WASt) für die
Benachrichtigung der
nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen Wehrmacht.
http://www.com-de.pair.com/wast
Keine personenbezogene
Daten, aber Auskünfte zu Aufenthaltsorten von Truppenteilen der Wehrmacht,
heereskundlichen, ja sogar Fragen der Uniformkunde erteilt auf
schriftliche (nicht
per E-Mail) Anfrage die Anfragestelle des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes
(MGFA) Potsdam.
http://www.mgfa-potsdam.de
Sowohl bei Zivil- als
auch Militärpersonen hilft der Suchdienst München des Deutschen
Roten Kreuzes durch Nachforschungen nach Kriegs- und Zivilgefangenen,
einschließlich
sowjetischer Sonderlager (NKWD-Lager).
http://www.rotkreuz.de/suchdienst/inhalt.html
Die gesamte Übersicht
finden Sie unter: http://www.shoa.de/kommunikation/suchanfragen.html
Weitere Links finden
Sie in unserem Linkkatalog.
NEUE ARTIKEL AUF SHOA.DE
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Die Walser-Bubis-Kontroverse
von Karsten Luttmer
http://www.nachkriegsdeutschland.de/walser_bubis_kontroverse.html
Wie die Schweiz ihre
Verstrickungen mit NS-Deutschland aufarbeitete von Inge Hüsgen
http://www.nachkriegsdeutschland.de/schweiz_aufarbeitung.html
Der Bund deutscher
Mädel (BDM) von Bernd Kleinhans
http://www.shoa.de/bdm.html
Theodor Eicke. Ein
"revolutionärer Soldat" ? Von Michael Schröders
http://www.shoa.de/p_theodor_eicke.html
Das antijüdische
Stereotyp. ber die Tradition des visuellen „Judenbildes“ in der deutschsprachigen
Propaganda Von Julia Schäfer M.A.
http://www.shoa.de/antisemitische_stereotypen.html
Lesen Sie auch aktuelle
Kritiken in unserem Rezensionsbereich.
PROJEKTNEWS
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++ CGI Programmierer
für unseren Linkkatalog gesucht ++
Für die Überarbeitung
unseres Linkkataloges suchen wir die ehrenamtliche Unterstützung eines
Programmierers, der mehrere kleinere Softwareänderungen durchführen
kann. Konkret handelt
es sich um Ergänzungen an einem PERL-Skript sowie die Anpassung eines
STYLESHEETS. Es handelt sich um eine einmalige Anpassung der
Software Links 2.0
von überschaubarem Aufwand. Falls Sie interesse haben und etwas Zeit
für unsere Unterstützung erübrigen können melden Sie
sich bitte unter
[email protected].
http://www.schoah.de/links/
http://www.gossamer-threads.com/scripts/links/
++ Nachtrag zu unserer
Kurzmeldung "Diskussion um Claudia Schiffer Spot beendet vom 15.10.02 ++
In unserem letzten
Newsletter berichteten wir über die Kampagne des Förderkreis
zur Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas, in
der Claudia
Schiffer um bürgerliche
Beteiligung für das Denkmal wirbt. In der Sitzung des Kuratoriums
der bautragenden Stiftung am 14.11.02 wurde dazu die Arbeit des
Förderkreises
und das Engagement von Frau Schiffer ausdrücklich begrüßt.
Frau Schiffer hatte aus eigener Initiative und ohne Honorar ihre Hilfe
angeboten.
Auf Wunsch des Vorsitzenden
der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas weisen wir darauf
hin, dass die Geschäftsführerin entgegen unserer Meldung in der
genannten Sitzung
keine Rüge erhalten habe. Frau Sybille Quack habe nicht mit einer
unbedachten Äußerung die Würdigkeit von Frau Schiffer in
Frage gestellt. Damit
habe es auch keinen
Anlass gegeben Ihr eine Rüge zu erteilen.
Leider erteilte die
Stiftung keine weiteren Auskünfte darüber wie zahlreiche Presseartikel
entstanden sind in denen berichtet wird Frau Quack hätte sich in diesem
Sinne
geäußert.
(Tagesspiegel, Das Model und die Würde des Mahnmals vom 1.11.02; Tagesspiegel,
Wie wird man würdig? vom 2.11.02; Tagesspiegel, Holocaust-Mahnmal:
Streit um Schiffer-Spot
beigelegt - Eröffnung 2004 vom 16.11.02). Die Stiftung erteilte uns
ebenfalls keine weitere Auskunft darüber ob und inwieweit dies in
der Sitzung
Anlaß zu Kritik
gab. Laut Angabe des Stiftungsvorsitzenden war es zumindest am 14. November
kein Anlass für eine Rüge.
http://www.nachkriegsdeutschland.de/holocaust_mahnmal_claudia_schiffer.html
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/02.11.2002/286145.asp
++ Setzen Sie einen
Link zu Shoa.de ++
Helfen Sie uns möglichst
viele Menschen mit unserem Projekt zu erreichen. Wenn Sie selbst eine Website
betreiben setzen Sie einfach einen Link zu uns oder weisen
Sie andere darauf
hin. Gerne können Sie auch unsere Logos verwenden.
LITERATUREMPFEHLUNGEN
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Buchtips von Bettina
Brenner
Egmont R. Koch: Wagners
Geständnis. Wie sich ein SS-Mann als Jude tarnte. München: C.
Bertelsmann Verlag, 2001.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442152100/
Raphael R. Leissa,
Joachim Schröder: Zwangsarbeit in Düsseldorf. Ausländereinsatz
während des Zweiten Weltkrieges in einer rheinischen Großstadt.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3898611124/
Studt, Christoph: Das
Dritte Reich in Daten. C.H.Beck, 2002
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/340647635X/
Stefan Roloff: Die
Rote Kapelle. Die Widerstandsgruppe im Dritten Reich und die Geschichte
Helmut Roloffs. Ullstein, 2002.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/355007543X/
Wolfgang Lotz (Hrsg.):
Die Deutsche Reichspost 1933-1945. Eine politische Verwaltungsgeschichte.
Ausgewählte Dokumente. Materialien aus dem Bundesarchiv, Heft
11. Bundesarchiv,
Koblenz 2002.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3875849159/
Ulrich Völklein:
Der Judenacker. Eine Erbschaft - Tatsachenroman. Gerlingen: Bleicher Verlag,
2001.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3883501190/
Helmut W. Smith: Die
Geschichte des Schlachters. Mord und Antisemitismus in einer deutschen
Kleinstadt. Göttingen: Wallstein Verlag, 2002.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3892446121/
Barber-Kersovan, Alenka:
Getanzte Freiheit. Swingkultur zwischen NS- Diktatur und Gegenwart. Dölling
& Galitz, 2002
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3935549059/
Knopp, Guido. Zwölf
Jahre. Hitler und sein Reich. 8 CDs. Hoffmann & Campe, 2002.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3455303137/
Kerstin Freudiger:
Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen. Tübingen: Verlag Mohr
Siebeck, 2002.
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/type=rezbuecher&id=1378&geschichte=64
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