Hammer Freunde

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Sickingmühle unser Hüppelswick

Sickingmühle
Mit Geschichten über und Bildern aus der Gemeinde Hamm (Bauernschaften Bossendorf, Hamm, Herne, und Sickingmühle)
in alten kolorierten Fotos und neuen schwarzweiß Bildern
von
Gerd Mentfewitz

“Ein Brevier für Alt- und Neudörfler”

Gebietsausschnitt der Gemeinde Hamm, in der Karte des Preußischen
Generalmajors Le Coq (ca. 1805), mit den Bauernschaften Bossum, Puppendahl,
Horne und Hippelswick (Sickingmühle).

Zu den Namen:

Bossendorf
Ab ca. 930 Bodsnippi, Budsneppa, Boznippe, Bosnippe, Bosnab, Bosnyppe,
Bosneb, Boßtrop oder Bossendorf. Der Name leitet sich aus den Wassernamen
ab. Er wurde  aus bodden oder budden und epe oder eppe gebildet. Die Bodden
oder Budden sind zeitweise vom Meer, dem Fluß oder einem Bach
überflutete Seitenarme oder Flächen. Epe oder Eppe sind Lautänderungen
aus apa, ape, appa oder appe. Sie weisen auf ältere Bezeichnungen für
Wasserlauf oder Wasser hin wie a, aa oder ah.
(Beispiele: Aasee bei Münster, Bochholter Aa) Schon im 10. Jahrhundert schliff
sich aus Bodden und Budden das d zum s oder schärferen s gleich z. In der Zeit
des 16. Jahrhundertswurde die Endung epe in -trop oder dorf ersetzt.
Hamm-Bossendorf.
(Die Entstehung des Ortes Hamm geht wahrscheinlich auf den gleichnamigen
Oberhof zurück, der zu den sog. Reichshöfen im Vest Recklinghausen zählte.
Auf seinem Grund wurde die Heiligkreuzkirche als Eigenkirche errichtet.
Sie wird ursprünglich eine Kapelle für die Bewohner des Oberhofes gewesen sein.
Geistliche werden 1226 und 1232 erstmalig urkundlich erwähnt. Namensträger
de Hamme traten im 13. und 14. Jh. auf.
Die Unterhöfler des Oberhofes Hamm verloren ihre Freiheit gegen Ende des 14. Jh. an das Haus Ostendorf.

In Bossendorf wurde in den Jahren 1901 und 1904 eine kleine Befestigungsanlage ausgegraben, die den Lippeübergang sicherte und
dem Typ der karolingischen curtis zugeordnet wurde. Scherbenfunde lassen auf die Belegung vom 9. Jh. bis in das Hochmittelalter schließen.
Im Bereich der alten Befestigungsanlage liegt am Südufer des Lippe-Seiten-Kanals die einschiffige romanische Kapelle St. Katharina.
Der örtlichen Überlieferung nach soll sie von Bischof Luidger von Münster gegründet worden sein. Sie unterstand dem Patronat der Bischöfe von Münster,
obwohl Bossendorf bereits 1188 urkundlich als Teil der kurkölnischen Pfarre Flaesheim erwähnt wird. Der alte Name für Bossendorf war Bosnippe,
noch 1636 Boßnip und galt auch für das in der Nähe des Annaberges am rechten Ufer der Lippe gelegene Bergbossendorf.
1647 wurden Hamm und Bossendorf zu einem Pfarrbezirk vereinigt. Er umfaßte vier Ortschaften: Hamm, Bossendorf, Herne und Sickingmühle.
Das Patronatsrecht über die gemeinsame Pfarrkirche besaßen abwechselnd der Fürstbischof von Münster und
die Familie von Raesfeld auf Haus Ostendorf.

In der kurzen französisch-bergischen Regierungszeit (1811-1813) wurde die Bürgermeisterei Marl, das spätere Amt, gebildet,
der die Gemeinde Hamm zu geteilt wurde. Sie gehörte zu diesem Amt bis zum 31.12.1974; die Stadt Marl erhielt bei der Neugliederung
einen großen Teil von Hamm (1091 ha), während der andere Teil der Stadt Haltern zugeschlagen wurde.

http://www.bezreg-muenster.nrw.de/region/Regionen_Kreise_Staedte_Gemeinden/Kurzinformation/Stadt_Haltern_am_See/index.html )

Hamm (Hämmken)
Ab dem 13. Hahrhundert wurde die Ortschaft auch Hamme, Hameren oder Hämmchen genannt. Hämmchen deswegen, um es von der ehemaligen
Regierungshauptstad Hamm zu unterscheiden. Hamm bedeutet so viel wie Haken aus dem  lat. hamus, welches so viel wie Winkel am Fluß bedeutet.

Marl-Hamm ist ist auf dem Boden der Gemeine Sickingmühle in der Sickingmühler Heide entstanden.

Herne
Um 1047 auch Spechurne (Spec hurne), bei der heutigen Aussprache hieße es Speckhorn. Sie war die trockene Anhöhe zum Wasserübergang
(Brücke aus Bohlen). Ab 1220 ist das Wort aus Horn(e) und oder Hurn(e) entstanden, welches so viel wie Bodenwelle, oder trockene Anhöhe bedeutet,
welche in den Sumpf reicht. So ist es Sinnbildlich auch als Horn eines Tieres zu sehen

Sickingmühle
Im 14. Jahrhundert hieß Sickingmühle Sincinc, welches so viel wie Stelle bedeutet, wo das Wasser tiefin den Boden eindringt (-schneidet) und somit eine
Talrinne bildet. Heute noch in ver- oder einsickern gebräuchlich. So bedeutet es so viel wie Sickerung. An dem Wort wurde dann die Mühle angehängt.
Oder vorgesetzt.
Beispiel: molen tho Si(y)cking Mühlen zu Sicking
Zur Aussprache
In der niederdeutschen Sprache zeigt ein Selbstlaut (a, e, i, o, u) vor einem ck eine Dehnung des Selbstlautes an.
Bei der  Aussprache Hippels- oder Hüppelswick war das i in -wick wahrscheinlich als ie gedehnt.
Es sollte nicht das ih verkürzen um das ck hervorzuheben.
Wie beispielsweise  Mecklenburg ausgesprochen zu Meeklenburg wird.
Auch im Niederländischen und Belgischen finden wir die Endung -wijk/ -wyk
Die Endung -wic, -wijk, -wyck, -wich oder -with leitet sich vom lat. vicus ab, dies bedeutet so viel wie -dorf, -trop, -drop, -hem, -heim, -hues, -haus, - hoff, -hove
auch mit Pluralsendung -en.
So ist davon auszugehen, das unser Ortsteil somit Hüppelswiek ausgesprochen hieß.
Da in Sickingmühle auch der Selbstlaut (i) vor einem ck steht, war das Umgangssprachliche wohl Siekingmühle.

Unsere Geschichte
Wir wohnen hier erdgeschichtlich gesehen in der Westfälischen Bucht, welche sich im Norden von  Rheine bis zu einer Linie von Duisburg, Essen bis zur
Soester Börde zieht. Schon in der Steinzeit um ca. 9000 bis 3000 vor Chr. Stammen Funde von Feuersteinschlagplätzen am Silvert- und Sickingmühlenbach
. Ebenso sind an der Lippe Beile und Haken aus Geweihen von Rothirschen und des Rens gefunden worden, welche aus einer Zeit bis 7000 v. Chr. Stammen
. Diese Sammler, Jäger und Fischer lebten in Erdhütten oder Höhlen. Noch vor der Zeit von 3000 bis 1600 v. Chr. wurden die Menschen hier seßhaft und zu
Bauern und Hirten. Das gesamte Tal von Silvert- und Sickingmühlenbach war bewohnt und bebaut, dies haben Funde von Karl Brand ergeben,
welcher Direktor des Emschertalmuseums in Herne war. Als in Sommer 1938 die Bergmannssiedlung an der Carl Duisberg Straße gebaut wurde,
stieß man auch hier auf vorgeschichtliche Spuren. Leider ist das Hühnengrab, welches sich in der Flurkarte eingetragen ist, bei damaligen Erdarbeiten
abgetragen worden.. Aus der Zeit um 1600 bis 800 v. Chr. Sind Bronzebecher in der Marler Heide und am Sickingmühlenbach gefunden worden.
Später waren hier keltisches Siedlungsgebiet, diese wurden aber durch die germanischen  Völker, welche aus dem Nordens zuzogen verdrängt.

So gehörte unsere Gegend ca. 31 v.Chr.-14 n .Chr  zum Stevergau, welches einer der fünf Gauheimstätten der Brukterer war. Die Grenzen des Stevergaus
waren östlich und westlich der Stever. Westlich der Coesfelder Mulde im Norden und südlich der Lippe. Es reichte bis zu den Heiden und Wäldern zwischen
 Hamm und Flaesheim.. Die südliche Grenze war die Haard. (Haard ist die Bezeichnung für einen Hügelwald)

Bevor die Römer zu uns kamen bewohnte der Stamm der Brukterer nördlich der Lippe entlang das Münsterland. Hier an der südlichen Seite der Lippe,
bei uns in der Gemeinde Hamm teilten sich dieses Gebiet westlich die Sugambren und östlich davon die Marsen das Land. Drusus, der Stiefsohn des
römischen Kaisers Augustus maschierte in unserer Gegend aus seiner Heerstraße längs der Lippe. In den Jahren 14 n. Chr. als Germanicus,
Sohn des Drusus Oberbefehlshaber über acht römische Legionen am Rhein war, überfiel dieser mit seinen Kohorten die Marsen in ihren Dorf als sie gerade
ein Fest zu Ehren ihrer Göttin Tamfana feierten und metzelte alle nieder.  Die Brukterer, welche bereits christianisiert waren, sind von der herrschenden Schicht
der Sachsen als unfreie behandelt worden.. Aus dieser Bevölkerung bildeten sich der sächsische Stamm der Westfalen, welcher hier beheimatet war
und von Karl den Großen 784 n. Chr. geschlagen und unterworfen wurde und diese zum Christentum zwang. Karl der Große ließ überall in seinem Reich
Stützpunkte bauen, Einen solchen Königshof hat man auch in Bossendorf in den Jahren 1901-1914 ausgegraben. Die größte Länge dieser Anlage betrug 160
Meter. Auch auf gegenüberliegender Seite auf der Halterner Straße war ein Königshof (Hofestatt). Beide Anlagen sind in den Besitz der münsterischen Kirche
übergegangen, man vermutet hier einen Lippeübergang. Im 10. Jahrhundert gelangte das Königs- und Reichsgut an die Kölner Erzbischöfe.
Um 1400 wurden die Reichsgüter verlehnt. Hamm an den Besitzer des Adelsgutes für das Xantener Domkapitel und Bossendorf an den Schulten des
Münsterschen Kapitel. Diese Höfe auch zum Teil Oberhof genannt besaßen von alters her eine Gerichtsbarkeit. Kurz nach 900 gehörte zur Propstei
Essen auch das Gut Huppelswick. Bodsnippi (Bossendorf) galt zum Essen-Werdener-Abteibesitz um 930-950.

Um 1150 gehören zum Territorium Hillen Lindbertus in Uppelswick (Sickingmühle).
Im Mittelalter, um 1418, soll in der Bauernschaft Sickingmühle ein “Üppelsches Lehen”, einer von sieben Reichshöfen gelegen haben..
Sickingmühle hieß damals “Hüppelswick” oder „Hüppelschwick“, so läßt sich dies aus dem Namen Üppelsch Wick ableiten.
Wick oder Wiek steht für flache Bucht.

 
 Aus dem Gut Huppelswick entstand die Ortsbezeichnung.
 Im 18. Jahrhundert wurde daraus Sickingmühle.
 Bis   1800 waren die Güter als Schulken oder Koch und Overhoff in Herne, Butenhof in Hamm
 und Lindingshof in Bossendorfund Lindingshof in Bossendorf


 So werden wir heute noch bei Leuten nördlich der Lippe als „Curcölsche“ oder „Cölsche“ tituliert.

  Die Karte ist ein Ausschnitt eines original Kupferstiches von Christoph Weigel ca. 1715-25. 








   Anno 1767.                Samstag den 16 May Num. 20.
   Cöllnische Wöchentlich Frag= und Anzeigungs= Nachrichten
   Mit Römisch= Kayserlich.Mayest. allergnädigster Freyheit

  A V E R T I S S E M E N T S
  Männiglichem wird hiermit bekannt gemacht, daß auf geschehene
  Requisition des Hochstift=   Münsterischen Hof= Gerichts Hzn. Officialen
  Hochwürden das von dem Freyherrn v. Raesfeldt zu Ostendorf
  seel. verlassen= unter Hiesig= Ober= Vestisch=Recklinghausischen Jurisdictions- Bezirk
  gelegenes frey=adeliches Guth Hamm, mit anstehender Jagd, auch sonstiger Gerechtigkeit
  und Präregativen, nebst einer Korn und Oel= Mühle
  respective von drey Gemähl und eine Prame, samme Wiesen, Weyden, Acker=Lage,
  und  Holz-Gewachs, fort eine beträgliche Anzahl Bauren=Höfe,
  Halbhöfe und Kotten, die fast alle mit Leibeigenen besetzt sind(wovon die Specification
  und zugleich das Protocollum Taxationis bey hiesig= gerichtlichem
  Protocoll zu haben ist, den 4ten nebstkünftigen Monats Junii Morgens um die 9te Stunde in einer
  Massa dahier an die gewöhnliche Gerichts=Statt wird
  verkaufet, und dem Meistbietenden at judicirt werden. Ein jeder also, welcher dieses Ritter=Guth
  cum Appertinenttis zu kaufen Lust haben niegte, alsdan
  am bestimmten Tag, Stunde und Ort zu erscheinen, hierdurch eingeladen wird.
  Geben Recklinghausen den 12ten May 1767. Ad Mandatum Constant. Wern. Saur. Gerichtsschreiber




Brückengeld und Fischerei in Hüppelswick
Wie Perlen an einer Kette zogen sich 7 Fischteichen von der Mühle bis zu dem heutigen Hof Vahnstiege, an dem von Marl nach Haltern
 und der Mühle vorbeiführenden Weg hin und sind noch heute größtenteils ersichtlich. Jene 7 Fischteiche waren durch den Konkurs des Hauses Ostendorf
so vernachlässigt worden, daß sie 1791 als Schandteiche bezeichnet wurden. Mit der Gerechtigkeit des ersten Fischteiches war die Unterhaltung und
Reparatur der dort gelegenen steinernen Wegbrücke und der Schleuse auf eigene Kosten verbunden. Allerdings konnte für die Brückenbenutzung,
über welche die Straße von Westerholt nach Haltern führte, Brückengeld verlangt werden.
Bei der Versteigerung 1791 durch den Grafen von Merfeld als neuen Besitzer des Rittersitzes Hamm, bot Joh. Henrich Amerkamp deswegen wohl noch
150 Reichtaler (Rt) dafür. Johan Dirk Farnstigge bot für den zweiten Teich 10 und für den 7. Teich 14 Rt, Johan Dirk Kläser für den 3. Fischteich 10 Rt und
für den vierten, fünften und sechsten bot Johan Rüter je 5 Rt. Da der Graf von Merfeld nur im Paket verkaufen wollte erhielten letztlich Adolph Burrichter und
Jan Dirk Wessels am 19.11.1791 für den Gesamtbetrag von 353 Rt, den sie am Haus Lembeck entrichteten, alle 7 Fischteiche zusammen.
Die Gemeinde Hamm und zwei Familien der Bauernschaft Lippe Baumeister und Amerkamp waren ein Schulbezirk. 
Schulwege waren bei der Errichtung der Hammer Schule für Kinder der Sickingmühler Bauernschaft mit einen Schulweg von fast einer Stunde verbunden.
Die Schüler aus Herne hatten, wie die  Schüler aus Bossendorf,  einen Schulweg von etwa einer halben Stunde. Er ging über sandige Feldwege und feuchte
Wiesen. Barfuß im Sommer und mit Klompen im Winter


Der Erzbischhof und Curfürst von Cöln verfügte 1777 :
1) “Von Allerheiligen bis Sonntag nach Ostern versammeln sich die Schüler vor 9 Uhr in der Schule, werden vom Lehrer paarweise in die Kirche geführt,
wo sie der heiligen Messe andächtig beiwohnen. Der Lehrer betet den Rosenkranz vor, führt sie nachher geordnet zur Schule zurück, wo sie bis 12 Uhr bleiben.
2) Nachmittags ist von 2 bis 4 Uhr unterricht. Der Lehrer soll die ganze Zeit über anwesend sein und alle Kinder wenigstens einmal täglich überhören.
3) Von Sonntag nach Ostern ist die Schulzeit von 8 bis 12 Uhr 30 und von 2 bis 5 Uhr.
4) Wenn der Schulmeister krank ist, muss er dem Herrn Pastor einen geeigneten Substituten vorschlagen.
5) Der Herr Pastor hat wenigstens zweimal in der Woche die Schule zu visitieren, die Kinder in seiner Anwesenheit aufsagen zu lassen und dafür zu sorgen,
dass sie in den christlichen guten Sitten als auch in Lesen, Schreiben und Rechnen instruiert werden.”


Hamm bekommt 1797 eine neue Schule. Unter dem letzten Kurfürsten und Erzbischof zu Köln, dem Erzherzog Max Franz von Österreich,
seinem Kultusminister Freiherr von Fürstenberg und dem Schulmann Bernard Overberg wurde 1797 auch in Hamm ein neues Schulgebäude errichtet,
welches heute unter dem Namen “alte Schule” bekannt ist. Über der Schulpforte ist heute noch lesbar:
Max Franz, Curfürst von Cöln, stiftete und erbaute dieses Schul- und Vikarhaus in Jahre 1797

Die älteste Schule in Hamm:
Vor 1797 hat ein Schulgebäude in der Bauernschaft Herne gelegen. Ein Stall wurde vermutlich als Klassenraum im früheren Gemeindedreieck westlich der
heutigen Joseph Statue an der Kreuzung Marler Strasse und Lenkerbecker Weg genutzt. An drei Tagen in der Woche soll diese Schule nur genutzt worden
sein. Lange Zeit bestand die Gemeinde Hamm aus den Bauernschaften Hamm, Herne (Horne), Bossendorf (Bossum) und Sickingmühle.
Der Gemeinde gehörten 41 Familien von ca. 600 Einwohnern an. Die Religion war hier stets katholisch; um 1900 wohnten hier erst eine Handvoll Evangelen
Die Kirche lag im Dorfe Hamm, unweit davon das Pastorat. In der Pfarrkirche zu Hamm fand das religiöse Leben statt die Bewohner der Bauernschaft
Bossendorf wurden allerdings im Kirchhof zu Bossendorf beigesetzt. Dort ist auch eine kleine Kapelle, die in früheren Jahren die eigentliche Pfarrkirche
gewesen sein soll. Diese Kapelle soll die älteste Kirche der Diözese Münster sein. Vor dem 18. Jahrhundert, war der Schulbesuch freiwillig und sehr
unregelmäßig.  Kinderarbeit war auf Hof und Feld auf Bauernhöfen und Kotten die Regel


  Auszug aus dem Kunstreiseführer Westfahlen von W. Hannsmann:
  Reizvoll ist der Blick auf die Kirche (k.) in Hamm vom angrenzenden Friedhof aus.
  Nördlich fällt das Gelände zum Weser-Dattel-Kanal ab. Westturm
  romanisch; das einschiffige Langhaus erhielt bei einem spätgotischen Umbau
  seine  jetzige Gestalt. Innenraum flachgedeckt,
  -Die trapezförmige Katharinenkapelle mit rechteckig gestaltetem Chor im
  benachbarten Ort Bossendorf ist Mittelpunkt eines kreisrund ummauerten,
  maßstäblich gut zum Bau bemessenen Friedhofs. Als Entstehungszeit des
  Chors vermutet man das 11.-12. Jh.; das Langhaus gilt als eine jüngere
  Erweiterung. Der Barockaltar, nach der Inschrift auf der Rückseite, von 1744-46.

  Untere Teile des Turmes noch romanisch;, im Innern ist ein Taufstein des 12. Jh.
  beachtenswert.  Reizvoll ist der Blick auf die Kirche (k.)
  in Hamm vom angrenzenden Friedhof aus.
  Die Einwohner der Gemeinde Hamm lebten fast ausschließlich vom Ackerbau und
  Viehzucht. Der  hier vorwiegende vorherrschende Heideboden
  (Halterner Sande), ist eine Weide aber weniger gut ein Ackerboden.
  Darum brachte es der hiesigen Landwirtschaft nur geringe Erträge.
  1872 wurde die Bahnstrecke von Haltern nach Recklinghausen gebaut, viele suchten
  dann bei der Reichsbahn ihr Auskommen.
  Durch den Bahnanschluß entstanden die ersten Zechen, die Wirtschaft kam zur ersten
  Blüte.

 


Die Kath. Pfarrkirche und -gemeinde Christ König zu Sickiugmühle
Der Kirchenbauverein Sickingmühle gründete sich am 15.08.190. Vorsitzender des Vereins war der für Sickingmühle zuständige Pfarrer Blinde aus der
Bauerschaft Hamm. Kleine Bley aus dem Kirchenvorstand von Hamm wurde sein Stellvertreter. Heinrich Havermann wurde Kassierer,
Schriftführer der Lehrer Tophoff und der zweite Schriftführer wurde Hermann Franzen. Beisitzer waren Theodor Hoffmann, Heinrich Paul und Wilhelm
Vahnstiege. Bis Ende 1918 sammelte der Verein monatlich Beiträge ein. Dem Bistum Münster wurde die Absicht vorgetragen, einen Kirchenneubau errichten. Domkapitulardes Domkapitels zu Münster Nienhaus besuchte den Kreis und war gegen die errichtung einer neuen Kirche. Es ruhten die Arbeiten bis 1926, bis
zur Abteufung des Schachtes III der Auguste Victoria. Der Marler Pfarren Growe berichtete dem Hammer Pfarrer Depenbrock von seiner Überlegung,
wegen der Abteufung des Schachtes III auf der Marler Heide eine Kirche erbauen zu lassen, welche der Bauernschaft Sickingmühle zuzuordnen sei.
Da dieses Vorhaben zu lasten der Pfarrgemeinde Hamm gegangen wären, berichtete dieses Pfarrer Depenbrock seinem Kirchenvorstand.
Als dieses in Sickingmühle bekannt wurde, arbeiteten sie weiter an ihrem seit 1919 ausgesetzten Vorhaben. Ein neuer Kirchenbauvorstand
mit dem Pfarrer Depenbrock als Vorsitzenden, Hermann Franzen als Vertrter, dem Lehrer Daamen als Schriftführer und Heinrich Havermann
als Vorsitzenden konstituierten sich und leiteten den Neubau 1926 in die Wege. 1938 wurde die Kaplanei Christ König Rektorat und zur Pfarrei 1957 erhoben.



  Geographie:
  Erdgeschichtlich heißt unsere Landschaft also Westfälische Bucht. Die Haard ist
  vom Vestischen Rücken zu trennen.
  Die erdgeschichtliche Entwicklung und Gestalt formten sie zu einer Sonderlandschaft.
  Es ist ein Gebirge im kleinen mit zahlreichen Einzelhöhen
  und Steilabfällen. Es wird auch als aufgesetztes Gebirge bezeichnet.
  Der Hammer Berg mit etwa 106 Metern und der Kibitzberg mit 104 Metern
  sind hier die höchsten Erhebungen. Der Steilabfall zur Lippe hin beträgt teilweise
  bis zu 80 Metern. Zwischen der Haard und dem Vestischen Höhenröcken
  liegt das Tal des Silvertbaches. Borkenberge und Hohe Mark im Norden, sowie die Haard
  im Süden sind die Flanken des Lippetals.
  Das Lippetal ist hier sehr breit angelegt. Schuld daran ist nicht der Flußverslauf.
  Eis und Schmelzwässer räumten nach der Eiszeit das Tal aus.
  Die älteren Terrassen (Flußbetten vergangener Zeiten) wurden vom Inlandseis zerstört.
  In zahllosen Schlingen verlagerte sich die Lippe
  durch Ablagerungen ständig nach Süden. Vor 500 Jahren lagen die Grenzen des
  Kirchspiel Hamms und Bossendorfs bedeutend weiter
  nördlich zum Annaberg hin.
 



  Die Gemeinde Hamm
  Die Gemeinde Hamm seit dem 1. Januar 1975

Marler Jahrbuch 1982                                             6. Jahrgang                                 Seiten 150 bis 163                                                         piccolo verlag marl

Urtext:
Walter Kampmann  Ergänzungen: Gerd Mentfewitz

Die Gemeinde Hamm
Die Gemeinde Hamm, mit einer Größe von 2115 ha, einst selbstständige Landgemeinde im früheren Amtsverband Marl, ist seit dem 1. Januar 1975
zum Teil Ortsteil der Stadt Marl. Die andere Hälfte mit den Ortsteilen Hamm (Hämmken) und Bossendorf  ist seitdem Ortsteil der Stadt Haltern.
Der „Marler“ Teil der Gemeinde Hamm erstreckt sich südlich der Lippe, von der Flaesheimer Grenze im Osten bis kurz hinter den Hafen der Gewerkschaft
Auguste Victoria, im westlichen Teil von Sickingmühle über eine Länge von ca. 8 km.
Das Amt Marl, das am 1. Januar 1971 eine Einwohnerzahl von 99 779 aufwies, bestand aus vier Gemeinden mit einer gesamten Größe von 11 092 ha.
1.       Stadtgemeinde Marl mit den Ortsteilen Brassert, Drewer, Hüls, Lenkerbeck und Sinsen, dessen Eingemeindung am 1. April 1926 stattfand mit einer gesamten Größe von 6845 ha = 58,4%.

2.       2. Landgemeinde Hamm (Bossendorf, Hamm (Hämmken), Herne, Sickingmühle mit Waldsiedlung (Marl-Hamm))  mit einer gesamten Größe
         vom 2115 ha = 18,7%.
3.       Landgemeinde Polsum mit einer gesamten Größe von 1266 ha = 11,5%.
4.       Landgemeinde Altendorf-Ulfkotte mit einer gesamten Größe von 1226 ha = 11,4%.

Im Zuge der Neuordnung zum 1. Januar 1975 mußte die Gemeinde Hamm ca. die Hälfte ihrer Gemeindefläche an Haltern abtreten
(vergleiche Marler Jahrbuch 1977) Hamm ist heute eine reine Wohngemeinde. Nur wenige Bewohner sind noch in der Landwirtschaft beschäftigt.
Die Bevölkerungsziffer blieb über viele Jahrzehnte hin praktisch konstant. Erst mit Beginn des Ausbaues der Industrie im benachbarten
Marl wuchs die Einwohnerzahl sprunghaft.

       1818 =   488 Einwohner
       1858       538      „
       1905       730      „
1.9. 1939     2000       „            (Kriegsbeginn)
1.5.1945      4178      „            (Kriegsende)
8.8.1956    10000      „       
1.1.1970    12980      „

Bis Ende der 1980er Jahre war Hamm bevorzugtes Wohngebiet am Rande der Haard mit noch ländlichem Einschlag.
Heute ist Marl-Hamm ein Wohngebiet mit problematischer Struktur. Bedingt durch den Zuzug türkischer Bürger, welche im naheliegenden
Bergbau der Auguste Viktoria beschäftigt waren, ist eine separate Zweitgesellschaft entstanden.
Diese separate Zweitgesellschaft hat den Sprung in die deutsche Gesellschaft noch nicht angetreten.
So besteht Marl-Hamm aus einem Wohngebiet, welches rein bikulturell ist. Auf der einen Seite die ursprünglich ansässige  Bevölkerung und
auf der anderen Seite die zugezogene zum Teil rein türkisch sprechende Bevölkerung, welche schon 30 Jahre hier wohnt und noch kein Wort deutsch spricht.
Dadurch ist Sickingmühle das von der deutschen Bevölkerung nun das bevorzugte Wohngebiet.
Marl-Hamm ist mit seinen Mietwohnungen das von der türkischen Bevölkerung bevorzugte Wohngebiet.
Die Anbindung an Haltern und Marl ist per Eisenbahn per Eisenbahn und Bus gegeben, wenngleich die Mehrzahl der Auspendler
Auto oder Fahrrad bevorzugen.
                                                                                                                                                                                                                 Das Mammut
Geologisch-historischer Rückblick
Die Lippe, welche im Norden weitgehend die Grenze bildet, veränderte ihr
Flussbett im Laufe der Jahrhunderte immer weiter südlich.
Noch vor 500 Jahren lagen Marls Grenzen und die des Kirchspiels Hamm
und Bossendorf viel weiter nördlich.
Hinter Oelde verläuft das Tal in einer Ebene. Die Lippeaue weist im Gebiet
Marl und Bossendorf einen Gefälleunterschied von ca. 30 m auf. Im Verlauf der
 geologischen Geschichte lagerten die abfließenden Wassermassen Kiese,
Sand und Tone ab, die das ausgeräumte Tal bei ruhigerem Ablauf wieder auffüllten
 und die Lippeauen allmählich ihr heutiges Gesich gaben. Die Lippe wechselte bei
gelegentlich eintretendem Hochwasser innerhalb der Talaue häufig das Bett.
Die Sande in der nahegelegenen Haard sind Ablagerungen der Kreidezeit und
etwa vor 60 bis 70 Millionen Jahre entstanden.
Daneben kommen in der Gemeinde vereinzelt, sogenannte Lehmpötte vor,
z.B. der Wellkamp westlich der alten Sickingmühler Schule und
der östlich der Schule gelegene Lehmberg, dessen Lehmmassen zur Abdichtung
des Lippe-Seiten-Kanals (Weser-Datteln-Kanal) benutzt wurden. Als nach der Eiszeit ein wärmeres Klima einsetzte, wurde die Tallandschaft grün und
Wälder entstanden, die sich zu den Ufern der Lippe erstreckten, aber auch noch Raum für Weiden und Wiesen überließen. Diese Auenlandschaft war
Lebensbereich von Mammut, Höhlenbär, Riesenhirsch, Rhinozeros, Rentier, verschiedene Ochsenarten und Wildpferde als Großwild sowie zahlreiche Arten
von Niederwild. Beim Bau des Lippe-Seiten-Kanals  (60 km Länge) in der Zeit von 1915 bis 1930 wurden Knochenreste dieser ersten Bewohner
des Lippetals gefunden, die heute zum Teil im Marler Heimatmuseum zu besichtigen sind.


   Alljährlich tritt die Lippe im Bereich von Hamm und Herne über die Ufer

  In der Lippe selbst haben sich Überreste mancher eiszeitlichen Tiere erhalten,
  z.B. ein Mammutschädel, der 1908 zwischen Sickingmühle und Lippramsdorf
  gefunden wurde und heute im geologischen Universitätsmuseum in Münster befindet.
  Ebenso das Geweih eines Riesenhirsches, das seinen Platz im Berliner Museum hat
  Die Lippe, die auf ihrem 238 km langen Lauf manch harter Bodenstelle ausweichen
  muß, vollzieht gerade im Bereich der Gemeinde Hamm viele Krümmungen.
  Daher ist der Name der Gemeinde Hamm (Hamme, Hameren, Hämmche, Hämken),
  was so viel wie Winkel am Fluß (lat. Hamus= Haken) bedeutet, abzuleiten.
  Infolge des geringen Gefälles (nur0,5 m pro km) trat die Lippe in früheren Jahren
  mit viel Niederschlägen oft über die Ufer, veränderte dabei ihren Lauf und
  ließ an manchen Stellen fruchtbaren Schlamm, an anderen Stellen wiederum
  sterile Sande zurück. Im Jahr 1408 verlegte die Lippe,
  die vorher Haus Ostendorf umspülte, ihren Lauf südlich dieser alten Wasserburg.
  Die letzte Laufänderung fand in diesem Gebiet nach der großen
  Überschwemmungskatastrophe 1560 statt.
Unweit des Hauses Ostendorf, das 1934 durch Brand zur Ruine wurde, befand sich
eine Übersetzungsfähre, die neben dem normalen Fährbetrieb auch vielen Pilgern des Niedervestes, die zum Annaberg nach Haltern pilgerten, benutzt wurde.
Für das Herunterlassen des Fährtaues wurde von den Ostendorfern eine Abgabe erhoben. Diese Fähre wurde erst 1935,
als Brücken über die Lippe gebaut wurden, aufgehoben.
In Oelde bestanden zwei weitere Fähren, deren eine –eine Kahnfähre- dazu bestimmt war, Schulkinder über die Lippe zu setzen, damit sie die Kirche und
die Schule in Lippramsdorf besuchen konnten.
Durch den Bau der Schulen in Sickingmühle im Jahr 1899 entfiel die Kinderbeförderung.
Der Fährbetrieb wurde aber noch eine Zeit zur Beförderung von Erwachsenen aufrecht erhalten.
Haus Ostendorf, ehemals eine stolze Wasserburg, in manchen Aufzeichnungen sogar Schloß genannt, liegt nörtlich von Sickingmühle
–auf der seit 1408 auf der anderen Seite der Lippe- und östlich von Lippramsdorf.
Es wird im Jahr 1316 erstmalig urkundlich erwähnt und hat eine wechselnde Geschichte aufzuweisen. So wurde z.B. Ostendorf im Jahre 1394
vom Bischof von Utrecht geplündert.
Eine Zeichnung der Burg finden wir im Heimatkalender für den Kreis Coesfeld aus dem Jahr 1926 auf Seite 40.
In den 1980er Jahren war das Haus Ostendorf ein landwirtschaftlich genutztes Anwesen, heute ist es Sitz des Unternehmens Mertmann.
Wirft man einen Blick aus nordöstlicher Richtung auf das Anwesen, lässt sich unschwer die Burganlage erkennen.
Zum Herrschaftsbereich der Ostendorfer gehörte auch die nicht mehr vorhandene Oelmühle, die im Zuge der Neueinrichtung der Getreidemühle und
der Verlegung des Sickingmühler Baches sowie der Zuschüttung der Mühlteiche (nach dem 2. Weltkrieg) weichen musste wie auch die nebenstehende
 Kornmühle (ehemals Gaststätte zur Mühle). Beide wurden von dem Wasser des damals noch nicht begradigten Sickingmühler Baches getrieben.
An dem noch stehenden Gebäude der Kornmühle befandt sich ein stark verwittertes Sandsteinwappen, eine von zwei Putten gehaltene Kartusche,
dessen Restaurierung zu wünschen gewesen wäre. Leider ist sie beim Umbau in den 1990er Jahren zerstört worden. Die Teile des Wappens
sind mit anderen Bauschutt im hinteren Teil der Mühle mit verfüllt worden, um die Kuhle welche hinter der Mühle war zu füllen.

 Wirft man aus nordöstlicher Richtung einen Blick auf Haus Ostendorf,
 so lässt sich unschwer  die Burganlage erkennen,

Im Mittelalter, ja sogar bis Ende des 19. Jahrhunderts, diente die Lippe
der Schifffahrt. Diese Funktion hat nun der Weser-Datteln-Kanal
übernommen.
Bis 1905 fuhren Frachtschiffe (Lastkähne) auf der Lippe, wobei bei
Bergfahrt getreidelt werden musste. Man zog die Kähne mit Pferden,
die auf dem Leinpfad (Linpfad) liefen. Schon die Römer nutzten den
Wasserlauf. Von Xanten (castra vetera) fuhren römische
Versorgungsschiffe stromaufwärts, um das Römerlager in
Bossendorf-Haltern (castel alisio) mit Lebensmitteln, Waffen und
Gebrauchsgütern zu versorgen, wie Funde im Römermuseum Haltern
beweisen. Daneben benutzten die Römer aber auch den Landweg über
eine Heerstraße, die die Gemeinde Hamm in ganzer Länge durquerte.
Sie führte von Xanten über Wesel, Dorsten, Marl, Hüls (Römerstraße),
Hamm (Römerweg in der Haard, der heute zum Teil dem Bau der L612
(B52) zum Opfer gefallen ist), Bossendorf, Haltern, Datteln, Lünen nach
Oberaden und weiter nach Elsen bei Paderborn oder Varus nach
Kalkriese. Seit dem 15. Ohtober 1847, mit Inbetriebnahme der
 Köln-Mindener Eisenbahn, erfolgte der Transport von Kohle, der zuvor
auf der Lippe erfolgte, nun per Schiene.

Es wurden dann sukzessive weitere Bahnstrecken erschlossen,
so dass es mit den Transporten von Kohle auf der Lippe
endete.Recklinghausen-Haltern und weiter nach Münster
1870 Haltern-Wesel und weiter nach Venlo in den Niederlanden 1873
Das Eisenbahnkreuz Osterfeld-Coesfeld 1879
Wanne-Eickel nach Winterswijk 1880
Und letztlich die Ost-West Verbindung mit der Hamm-Osterfeld Bahn 1905


   Die alte Sickingmühle 

 Die letztgenannte Verbindung schließt die Gemeinde Hamm ein,
 berührt sie aber nur
 durch die Haarddurquerung Recklinghausen-Haltern.
 Diese Überquerung der Bahn an der heutigen Marler Straße,
 war an der damals dort
 stehenden Gaststätte die erste „illegale“ Postübergabestelle
 der Bahn in der Gemeinde Hamm.
 Erst mit der Eisenbahnlinie V9 in Ost-West Richtung von Buer-Nord nach Haltern,
 war Hamm, mit seinem Bahnhof an der Spechtstraße, an das
 Schienennetz angeschlossen.
 Der erste Spatenstich erfolgte zu dieser Strecke am 13. August 1957.
 Nach elfjähriger Bauzeit, die mit einigen Schwierigkeiten verbunden war,
 fuhr am 29. September 1968 der erste Zug auf der 16,8 km langen Strecke.
Die Schwierigkeiten beim Bau gab es vor allem bei der  Über- und unterquerung von Straßen, da der Straßenverkehr nicht übermäßig
behindert werden durfte. So ging dieser Eisenbahnlinie eine lange Planungsgeschichte voraus. Am 23. August berichtete Oberregierungsrat Rappaport,
der damalige Direktor des Ruhrsiedlungsverbandes, vor dem Rat des Amtes Marl ausführlich über eine „werdende Stadt Marl“, so auch über den
Eisenbahnbau Essen-Buer-Polsum-Marl-Hamm-Haltern, dessen Trasse schon damals feststand. Damals sprach man schon vom baldigen Beginn der
Bauarbeiten (nach der Ernte). Offiziell verschob man dann den Bau auf das Jahr 1925, weil Hamm sich mit den Ankäufen von Grundstücken viel Zeit ließ.

Besiedlungsgeschichte der Gemeinde Hamm
Schon in der ältesten Steinzeit, ca. 15000 Jahre vor Christus, waren Siedler im Bereich der Gemeinde Hamm, wie von unbearbeiteten Steinwerkzeugen
beweisen, zu finden. Auch aus der mittleren Steinzeit, ca. 15000 bis 5000 v. Chr., wurden bearbeitete Waffen und Werkzeuge gefunden,
die sich im Marler Heimatmuseum befinden.
Aus der jüngsten Steinzeit, ca. 5000 bis 2000 v. Chr., sind uns Funde von Werkzeugen aus Stein, Horn oder Knochen bekannt.
Beim Bau der Silvertschule fand man zum Beispiel einen Faustkeil aus dieser Epoche. Weitere Funde von Faustkeilen machte man im Bachtal
des Sickingmühler Baches sowie auf den angrenzenden Acker- und Heideflächen nach Osten bis zum Hülsberg. Eine sogenannte Feuersteinschmiede,
ein Schlagplatz wo viele Absplitter am Herstellungsort der Geräte gefunden wurden, lag im Ortsteil der Bauernschaft Herne. Auf dem in der Nähe
gelegenen 55 m hohen Lemberg fand man im Jahre 1926 Steinbeile und Faustkeile.
Aus der Bronzezeit, ca. 2000 bis 500 v. Chr., sind aus dem Raum Hamm keine Funde, mit Ausnahme eines Bronzedolches aus einem Grab in der Haard,
bekannt. Wahrscheinlich stammen aus dieser Zeit die Einbäume, die in der Lippe und bei der Ausbaggerung des Hafenbeckens in Sickingmühle gefunden wurden. Einer befindet sich im Halterner, der andere im Marler Museum. Es liegt daher die Vermutung nahe, daß die ehemalige Fähre bei Stegemann
an der Lippe, unweit vom Haus Ostendorf, uralt gewesen ist. Aus dieser Zeit stammen auch ausgegrabene Reste von Siedlungen mit mehreren Gebäuden
an der Stelle, wo der Silvert- und Loemühlenbach zusammentreffen.
Bei Ausschachtungsarbeiten für die Gelsenkirchener Bergmannssiedlung an der Carl-Duisberg-Straße stieß man im Jahre 1938 auf vorgeschichtliche Spuren.
Auf einer Länge von 50 m und einer Breite von 25 m fand Dr. Hoffmann, ein Beauftragter des Landesmuseums Münster, Pfostenspuren. Aufgrund ihrer
Anordnung erkannte man rechteckige Gebäude, zum Teil mit Vorhallen. Ihre Toten begruben diese Menschen in Steinkammern innerhalb
umfriedeter Steinwälle (Großsteingräber). Leider wurde eine  solche Anlage an einer Stelle am Silvertbach erst nachdem man die Findlinge
abtransportiert hatte als solche erkannt.
Aus der nachfolgenden Eisenzeit von 500 v. Chr. Bis hin zur Gegenwart gibt es eine Reihe von Funden, von denen nur einige erwähnt werden sollen.
Aus den Anfängen dieser Zeit sind uns einige Waffen der Römer (Lanzenspitze, Pfeilspitze) erhalten geblieben. Bei der 1951 begonnenen Regulierung
des Sickingmühler Baches fand man eine handgeformte Urne nördlich der Brücke, wo Nord- und Marler Straße zusammenstoßen, die nach der Restaurierung
ihren Platz im Marler Museum fand. Südlich dieser Stelle fand man eine auf einer Töpferscheibe hergestellte Urne aus der Karolinischen Zeit,
ca. 800 nach Christus.

  Karte mit eingezeichneten Fundstellen

  Nach der Römerzeit trat für lange Zeit Ruhe ein ins Hammer Land, bis die Franken
  unter Karl dem Großen (768-814) unsere Heimat eroberten, kultivierten und
  christianisierten. In Bossendorf wurde von den Truppen ein Soldatenlager in den
  Ausmaßen 160x120 m, bestehend aus „Erdhütten“ angelegt. Solch ein Lager (curtis)
  glich einem Campingplatz, mit dem Unterschied, dass die Zelte aus Tierfellen
  bestanden, die über eine Grube gespannt waren.
  Die Königshöfe Bossendorf, Hamm und Sickingmühle übernahmen die Verpflegung
  der Truppen. Sie unterstanden dem Oberhof in Recklinghausen
  (rex-König/ Ricilingshvs), der Metropole zwischen Lippe und Emscher. Aus dieser
  Zeit stammt auch die Ludgeri-Kapelle in Bossendorf,
  ca. 800 n. Chr. Erbaut, im 12. Jahrhundert erweitert, deren heutiger Schutzpatron
  St. Katharina ist, daher auch noch Katharien-Kapelle genannt.
  Man nimmt an, dass infolge der Bekehrungsreisen des hl. Bonifatius (675-754)
  die Kapelle entstanden und später vom heiligen Ludgerus (740-809)
  bei seinen Bekehrungsreisen als Bischhof von Münster, die er bis in unsere
  Gemeinde ausdehnte, besucht wurde. Diese, heute unter Denkmalschutz
  stehende Kapelle gilt als die älteste Steinkirche im Vest Recklinghausen und
  dient heute noch als Gotteshaus für die Bewohner Bossendorfs.
  Das Patronatsrecht besaß abwechselnd der Fürstbischof von Münster und die
  Familie von Raesfeld auf Haus Ostendorf. Der Friedhof um die Kapelle
  ist auch heute noch letzte Ruhestätte der Bossendorfer.






                                                                                                                                                                                                     Ludgeri-Kapelle in Bossendorf 1927
Im Mittelalter waren die Ritter von Hamm und Ostendorf die Gutsherren des
südlichen Lippegebietes. Zur Zeit des 30 jährigen Krieges (1618-1648)
war Bossendorf nicht nur Lippeüberweg nach Haltern, sondern auch wichtiger
 Anlegeplatz der Lippeschifffahrt, hatte doch Bossendorf
damals 14 Schnapsbrennereien (Hausbrand).
In den Jahren 1630, 1634 und 1635 wütete neben dem 30 jährigem Krieg auch
noch die Pest in der Gemeinde. Söldner-Heere,
die nach dem Grundsatz lebten, der Krieg muss den Krieg ernähren, verwüsteten
die Gemeinde. Auch der 7 jährige Krieg (1756-1763)
ging nicht spurlos an der Gemeinde vorbei. Der französische General de Nicolay
nahm Wohnung im Pastorat. Ihm unterstand die Batterien in Hämken,
 wie damals die Gemeinde genannt wurde. Die Buchen vor dem Hammer
Pastorat stammen aus dieser Zeit. Im Jahre 1815 wird die Gemeinde Hamm
mit der Errichtung der Provinz Westfalen preußisch.

Einzug des Industriezeitalters in die Gemeinde Hamm
Ehe das Industriezeitalter in die Gemeinde Hamm Einzug hielt, lebte die
Bevölkerung zum überwiegenden Teil von der Landwirtschaft.
Die sandigen Nordhänge der Haard erbrachten geringe und minderwertige Ernten
. Diese waren nur schlecht absetzbar. Lediglich Butter und Eier,
die man zu Fuß zum Recklinghausener Markt brachte waren an den „Mann“ zu bringen. In fast jedem Bauernhaus stand damals ein Spinnrad,
mit dem man den selbstangebauten im klaren Sickingmühler Bach gebleichten Flachs spann, aus denen dann Bauernleinen hergestellt wurde.
Die Spinnräder standen meistens in den Wohnstuben, die zugleich als Aufenthaltsräume für die gesamte Hausgemeinschaft dienten. 
Dort wurde abends beim Surren des Spinnrades nach harter Feldarbeit erzählt, gesungen und die Familien- und Heimatgeschichten lebendig gehalten.
Als kleine eigene Industrie konnte man dagegen die Herstellung von Papier auf Haus Silvert betrachten. Dieses Haus war ein stattlicher Gutshof mit
einer Papiermühle (Lumpenmühle), die von dem Wasser des Silvert Baches (auch großer Bach genannt) getrieben wurde.
Die Umgebung des Gutes mit Feldern, Wiesen und angrenzenden Wäldern wurde Silvertkamp genannt.
Die Vorgeschichte von Haus Silvert bleibt mangels oder verloren gegangener Niederschrift weitgehend unbekannt. Durch Kauf (vor dem Jahre 1850) wurde
 „Riewe“ Besitzer von Haus Silvert. Er erwarb es vom Freihern von Merfeldt. Nach 1850 gelangte es durch Kauf in den Besitz de Sickingmühler Bauern Enning.
Zur Zeit des Besitzers Riewe hatte das Anwesen eine stattliche Größe und war von einem mit Fliederbüschen bewachsenen Wall umgeben.
Die Mühle war nicht allzu groß, bot aber manch einem aus Hüppelswick, Lenkerbeck und der Hülsheide Arbeit und geregeltes Einkommen.
Frauen, Kinder wie Männer waren hier beschäftigt. Um sich dieses Umfeld vorzustellen muss man - Heinrich Mann; Der Untertan - lesen.
Während Männer die schwere Mühlenarbeit verrichteten, sortierten die Frauen die Lumpen, die von den sogenannten Silvertmännchen aus dem ganzen Vest
gesammelt wurden. Anfangs mit der Kiepe, später mit dem Eselskarren. Alles wurde zu Grobpapier, z.B. Tabaktüren verarbeitet. 1885 wurde die Mühle dann
wegen mangelnder Rentabilität an den Herzog von Arenberg verkauft. Die Silvert Papiermühle wurde zerlegt und anderswo aufgebaut.
Frau Riewe baute das Gutshaus in ein bekanntes und begehrtes Damenpensionat aus. Sie nführte dort ein strenges Regiment. Ihr unterstand die Leitung
der Hauswirtschaft und der Ausbildung der „Fräuleins“. Der Volksmund sprach von den „Sönen vom Edelhof an der Silvert“. Sie achtete darauf,
dass die jungen Mädchen mit den Männern der Papiermühle keinen Kontakt bekamen. Die Erziehung der Töchter aus gutem Hause war somit streng
abernicht klösterlich. Fanden auch im Hause selbst keine Feierlichkeiten statt, so fuhr man doch jedes Jahr in den Fastnachtstagen in festlich geschmückten
Wagen „zur Stadt“. Drei Tage wurde in Recklinghausen Fastnacht gefeiert und dem Tanz gehuldigt.
Ziemlich genau mit dem Jahr 1900 begann dann die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde. Eingeleitet wurde dieser Abschnitt durch den Bau der Straße
von Datteln bis zur Hammer Gemeinde Grenze , dem Sickingmühler Bach, in den Jahren 1902 bis 1903. Wegen großer Bauschwierigkeiten verschlang
sie die enorme Summe von 9800 Goldmark. Sie wurde erst 1910 bis Marl weitergeführt. Am 8. April 1902 verkündeten Böllerschüsse, dass die
Gewerkschaft Auguste Victoria in einer Tiefe von 781 m (Bohrturm in Sickingmühle, Nähe Treibweg) auf einen Kohleflöz von 2 m Mächtigkeit gestoßen war.
Am 26. Juli 1902 wurde man auch auf dem Hammer Felde (Bauernschaft Hamm) in einer Tiefe von ebenfalls 781 m fündig und stieß auf eine 1,80 m
mächtigen Flöz. 1903 entstanden dann Schacht 1 und 2. 1922 begann man Schacht 3 abzuteufen. Infolge eines Bruches der Tübbingsäule¹)
am Sonntagmorgen des 24 Juli 1927 zerstörten mächtige Unterwasserfluten, in Verbindung mit Fließsand, die fast fertig gestellte Anlage.
Fünf Menschenleben waren zu beklagen. Trotzdem begann man mit dem Wiederaufbau ca. 6 Jahre später am 1. Juni 1933.
Die erste Kohle förderte man dann 1937. Schacht 6, hart an der Gemeindegrenze, entstand 1950-52 zuerst als Luft- und Versorgungsschacht,
bis man in einer Tiefe von 718 m auf Kohle stieß. Danach entstand Schacht 7, unmittelbar neben Sacht 3. 1978 schließlich begann man mit der
Niederbringung von Schacht 8 bei Haus Ostendorf.

Kleine Hammer Kirchengeschichte
In religiöser Hinsicht war Haus Silvert lange Zeit Mittelpunkt, wie der Vikar zu Hause Ostendorf in den 1880er Jahren im Wertfälischen Merkur berichtet.
Die Orte Sickingmühle (mit der Bauernschaft Herne) und Oelde hatten, früher als kombinierte Tochtergemeinden, etwa 450 Jahre ihr gemeinschaftliches
Filial-Pfarramt in der mit dem Haus Silvert verbundenen „von Raesfeldschen“ Filialkirche, worin auch bis zum Jahre 1797 die sonntägliche Frühmesse von
einem aus Marl dorthin  ausgehenden Vikar gelesen wurde. Bis zum Jahr 1500 kam sonntagsfrüh ein Kaplan zu Pferde aus Recklinghausen. Geistliche
werden 1226 und 1232 erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1305 ist ein Geistlicher für Hamm und Bossendorf zuständig. Nachdem Goswin von Raesfeld nach
1400 die Besitzungen des Hauses Hamm geteilt hatte, wurde er und seine Nachkommen Patrone der Hammer Kirche. Die Heilig-Kreuz-Kirche war
eine Hofkirche auf dem Grund des Hofes und Adelsgutes Hamm erbaut.
Im Jahr 1485 baute man bei Schloß Ostendorf eine große Kirche, die ca. 800 Personen Platz bot, und deren Gottesdienst von
einem Vikar vorgenommen wurde.
Die Kirche lag in einem 1408 verlassenen Bett der Lippe, nördloch des Scchlosses. Dieses verlassene Lippebett bildete zur Zeit des Kirchenbaues
die Grenze zwischen dem Bistum Münster und dem Erzbistum Köln (Cöln). Später verlor Köln ca. 2000 Morgen fruchtbaren Landes, die durch die neue
Lippegrenze abgetrennt wurden. Die bis 1823 kölnisch gebliebenen Ortsteile Sickingmühle und Oelde behaupteten nach wie vor ihre Rechte an der
nun münsterisch gewordenen Kirche, da sie ja zum Bau derselben durch Hand- und Spanndienste und durch Gestellung von Materialien beigetragen hatten.
1834 wurde die spätgotische Kirche, deren Besitzer die Freiherren von Raesfeld, danach (1826) der Reichsgraf von Merfeld war, abgebrochen,
da infolge vernachlässigter Dachreparaturen die Gewölbe schadhaft geworden waren. Der Reichsgraf von Merfeld, der 1826 Haus Ostendorf kaufte,
ließ nach Abbruch der großen Kirche im Haus selbst eine bis 200 Personen fassende Kapelle errichten. Da auch die Filialkirche auf Haus Silvert im
Jaht 1797 abgebrochen ward, wurde alles schulische und kirchliche der Kreuzkirche in Hamm zugeordnet, da man auch die erste Schule in der
Bauernschaft Herne abgebrochen hatte, während der Gottesdienst noch bis zum Jahre 1880 in der Schlosskapelle von Haus Ostendorf abgehalten wurde

   Christ König 1926

  Die Kirchen der Gemeinde
  Die Sickingmühler Pfarrkirche Christ König, erbaut auf dem von
  Heinrich Havermann   zur Verfügung gestellten Baugrund, war erst als
  Jugendheim deklariert
  und wurde am 5. Dezember 1926 durch Pfarrer Depenbrock feierlich eingeweiht.
  Sie war 1938 Rektorat  und erst 1954 Pfarrei. Um diese Kirche ranken
  sich vielerlei Geschichten, wie in der Kirchenchronik zu lesen ist.
  Freunde einiger besinnlicher Minuten sollten den Eintritt in dieses Gotteshaus nicht
  scheuen. Schöne Glasfenster, ein altes Eichenkreuz über dem Altar, die
  Passionsgeschichte in einzelnen Bildern an der Wänden, die Marienstatue,
  der Wandgobelin und die interessante Deckenkonstruktion sind schon einige
  Minuten Betrachtung wert.
  Im Jahre 1957 kam die katholische Pfarrkirche St. Barbara, 1962 dann die
  evangelische Martin-Luther-Kirche, auch Pfarrkirche, hinzu. Auch diese Kirche hat
  ihre eigene Geschichte, wie in der Chronik des Pfarrers Seifert, für den am
  4. November 1979 ein Abschiedsgottesdienst gehalten wurde, zu lesen ist.
  Daneben gibt es noch das Bethaus der Neuapostolischen Gemeinde,
  erbaut 1961, den Königssaal der Zeugen Jehovas aus dem Jahre 1965 und
  eine türkisch ausgerichtete Moschee am Zusammenfluss vom Silvert Bach in den
                                                                                                                               Sickingmühler Bach aus den 1990er Jahren.
 
 Christ König. Schöne Glasfenster, ein altes Eichenkreuz über dem Altar und die
 Passionsgeschichte ein einzelnen Bildern an den Wänden laden zu einigen
 besinnlichen Minuten ein.

Die Schulen der Gemeinde
Das Schulwesen der Gemeinde unterzog sich einer Wandlung durch Neuordnung
Ende der 1960er Jahre. Die ein- und zweiklassige Volksschule in Hamm
und Bossendorf wurde aufgelöst und die Kinder folgenden Schulen zugewiesen.
Gemeinschaftsschule Grundschule Sickingmühle  1962-1963
Gemeinschaftsgrundschule in der Waldsiedlung Comeniusschule 1.4.1959
Gemeinschaftsgrundschule Käthe Kollwitzschule 1938
Katholische Grundschule Waldsiedlung (Silvertschule)
Hauptschule Franz Knautscher Schule
Hauptschule Herrmann Claudius Schule
Hauptschule  ehem. Ev. Volksschule in der Waldsiedlung 1955
Sonderschule Wilhelm-Raabe Schule 1953
Realschule Hamm (Waldsiedlung) 1968
Seit dieser Neuordnung befindet sich das Schulzentrum (wie aus der Aufstellung
hervorgeht) in der Waldsiedlung, das sonst nur noch an der
Grundschule Sickingmühle (Schulkindergarten, Vorklasse) unterrichtet wird.
Die Gemeinde Hamm, mit einem kurzen Überblick geschichtlich aufgezeigt, lädt herzlich zu einem Besuch ein.
Sehenswürdigkeiten im landläufigen Sinne hat sie nicht zu bieten, doch wer mit offenen Augen durch die Welt geht, wird hier und da, die Schönheiten
der Gemeinde entdecken.
Alte Häuser, Bauernhöfe, Fachwerkhäuser und die zur  Zeit noch sich im Umbau befindliche alte Mühle (z. Zt. Baustillstand) laden zum verweilen ein.
Ein Spaziergang am neuen Grabensystem welcher z. B. als Steinberg Bach Sickingmühle an der Marler Straße/ Lenkerbecker Weg berührt,
ist schon jetzt ein Geheimtipp für Vogel- und Schmetterlingskundler. Denn genau an dieser Stelle Waren die Kuhlen (die Straße : An den Kuhlen erinnert daran),
Teiche für die aufzucht von Fischen (insbesondere für die Karpfenzucht), das Fischen in der Lippe unterlag dem Fürsten und deren Vertretern. (siehe:
Brückengeld und Fischerei in Hüppelswick im oberen Brevier)
Ebenso die Siedlung am Kanal oder die neue Siedlung in Südosten Sickingmühles, mit ihren gepflegten Anlagen, ohne größeren Durchgangsverkehr,
vermitteln ein Bild der Ruhe und Beschaulichkeit. Wer gern wandert oder Rad fährt - was wir alle viel öfter tun sollten- dem kann man nur den Weg zwischen
Kanal und Lippe, durch das schöne Lippetal empfehlen.
(Diesen Hinweis gab es schon in einem Wanderführer der 1900er Jahrhundertwende.
Er wird an dieser Stelle später einmal ergänzt.)
Neben Wildenten, Gänsen, Reihern, Schwänen und Eisvögeln, die sich hier recht wohl fühlen, kann man auch Falken, Sperber und Bussarde beobachten.
Dem Frühaufsteher kann auch ein Rudel Rehe über den Weg laufen.
Bildet im Norden die Lippe weitgehend die Gemeindegrenze, so ist es im Süden die Haard – die zu erwandern sich geradezu anbietet.
So kann man sagen: Hamm eine grüne Gemeinde in der es sich - nach meiner Meinung – recht gut leben lässt.

  Quellen:
  Forschungsskizzen des verstorbenen Rektors T. Daamen
  Heimatliches Leseheft von Georg Friedrich
  Bilder aus der Geschichte Marls von Heinrich Schäpers
 Jubiläumsheft der Volksbank Marl 1924 bis 1974
  Marler Zeitung vom 3. März 1978
  WAZ vom 29. Dezember 1975
 
  Walter Kampmann
  Geboren am 26.41940 zu Gumbinnen in Ostpreußen
  Nach der Flucht im Herbst 1944 Einschulung in Coesfeld
  Besuch der Volksschule 1947-1955 in Coesfeld,
  Uetersen/  Holst., Sickingmühle
  Nach der Lehre als Bergknappe bei der AV tätig bis 1961
  1961-1962 Bundeswehrdienst
  1962 heirat/ 3 Töchter
  Ab 1962 über Umwegen zur Hüls AG als techn. Angestellter  
       

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