Westfälischer Anzeiger Montag 05. Juni 1967:

Friedrich V. regiert zwei Gemeinden
Gelungene Schützenfesttage in Wiescherhöfen und Weetfeld

Das Fest der Schützengesellschaft Wiescherhöfen-Weetfeld haben trotz der Fülle ähnlicher Veranstaltungen in der Umgebung nichts eingebüßt. Die Festtage wurden mit einer Gedenkfeier am Ehrenmal eingeleitet, bei der Pfarrer Apsel betonte, daß das Gedenken an die Gefallenen kein Stehenbleiben in bloßer Erinnerung sei, sondern uns gleichzeitig an unsere heutigen Aufgaben zur Erhaltung des Friedens mahnen solle. Dieser Friede sei eine Existenz frage aller Völker, zumal mit den Mitteln des Krieges heute keine Konflikte mehr gelöst werden können.
 Nach der Feier holte der Verein den vorjährigen König Günter I (Blankenhagen) ab. Auf dem Wege zu Vogelstange in Weetfeld legte Bügermeister Heinrich Gößlinghoff am Weetfelder Ehrenmal einen Kranz nieder. Der Bürgermeister war es auch, der den Kampf um die Königswürde pünktich um 15.00 Uhr mit zwei wohlgezielten Schüssen eröffnete. Schon mit dem 2. Schuß traf der passionierte Jäger das Zepter. Mit dem 22. Schuß holte Sönke Kobbe den Reichsapfel und August Glück mit dem 28. Schuß die Krone. Mehr als drei Stunden währte dann der Kampf um die neue Königswüde, ehe Friedrich Dahlke aus der Knüwensiedlung um 18.10 Uhr mit dem 269. Schuß den Rest abschoß. Vereinsvorsitzender Fr. Holtschulte proklamierte ihn zum König Friedrich V. und dankte dem alten König für die vorbildliche Regentschaft. Der neue König, der noch Junggeselle ist, erkor sich die 20jährige Gastwirtstochter Gisela Schneider zur Mitregentin. Ein zünftiger Schützenball im Saal und Festzelt Refus schloß sich an. Am Sonntagmorgen fand ein Platzkonzert der Bergkapelle "Heinrich Robert" unter Leitung von Heinrich Weitenbach großen Anklang.  Am frühen Nachmittag wurde aus der prächtig geschmückten Knüwensiedlung Königspaar und Hofstaat abgeholt und dann im Festzuge durch beide Gemeinden geleitet. Dabei sorgte neben der Bergkapelle auch der Spielmannszug "Westfalia" Altenbögge Bönen unter Tambomajor Helmut Westhoff für die musikalische Ausgestaltung. Die Königsparade am Bahnhofsvorplatz bildete Abschluß und Höhepunkt dieses Umzuges. Als man sich in den späten Abendstunde nach dem Fackelzug beim traditionellen Zapfenstreich zusammenfand, erkannte man so recht, welch wertvollen Beitrag die Schützen zur Pflege zur Dorfgemeinschaft leisten. Am Montag klingt das Schützenfest bei Refus aus.
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