| Nach
einigen Anlaufschwierigkeiten ist gerade rechtzeitig für das
September-Update die erste Antwort eingetroffen. Noch dazu eine
sehr lesenswerte, wie ich finde. Aber überzeugt Euch einfach
selbst. Vielen Dank an dieser Stelle natürlich an MacMuir
für seine aufschlussreichen Ausführungen ! |
MacMuir, 20.8.02 Faszinierend finde ich ja Deine Überlegungen in Deiner Rubrik "In eigener Sache", warum sich dieses Traummädel von der Bushaltestelle ausgerechnet eine SOLCHE Hose anzieht. Faszinierend aus dem Grunde, daß mich in meinem FA-Leben die Frage nach dem "Warum", angesichts von in zu enge Kleidung gestopfter üppiger weiblicher Figuren, auch schon sehr häufig beschäftigte. Es ist doch in der Tat faszinierend, warum sich Mädchen und Frauen so etwas antun!? Da wird versucht, einen Vollmondpo gnadenlos in eine 38/40er Jeans zu zwängen, obwohl eine 42/44er bedeutend bequemer und angemessener wäre. Ein fetter Speckbauch wird so lange malträtiert, bis er unter den Bund einer viel zu engen Leinenhose paßt, die er dann aber fast bis zum Aufplatzen spannt, oder aber, der Bund wird einfach unter das Bäuchlein gezogen und die ganze weiche Pracht hängt schaukelnd über ihn herüber. Da wird aber auch ein knappes Mini-Top über eine Walkürenoberweite gezogen, daß die Trägerin schon nah davor ist, keine Luft mehr zu bekommen und der in die Speckschicht auf den Schulterblättern einschneidende BH sich durch den Stoff des Tops deutlich sichtbar abzeichnet. Ach, es gibt ja so vieles in dieser Hinsicht, das sich zu hinterfragen und zu beleuchten lohnt. Vorallem, da, auch wenn sicherlich der Mainstream Schlanksein noch immer zum Idealbild von Körperlichkeit kürt, meines Erachtens ein nicht selten zu beobachtender Trend in die Richtung geht, ruhig zu zeigen, was man an körperlicher Quantität, die, nicht nur aus FA-Sicht gesehen, auch durchaus von Qualität sein kann, zu bieten hat. Ich bin mir einigermaßen sicher -ganz ohne Wunschdenken- daß es tatsächlich viele Mädchen und Frauen einfach satt haben, sich selbst zu kasteien, um einem Schönheitsideal zu entsprechen, das ihnen selbst so wichtig gar nicht ist. Sie nehmen ein "etwas mehr" an Figur gerne hin, leben sie doch dennoch angenehm und zufrieden, so wie sie sind. Und diese Einstellung behalten sie bei, selbst dann, wenn sie sich über einen längeren Zeitraum dann doch etwas "weiterentwickeln". Soll heißen: Mollig zu sein, ist nicht mehr wirklich für alle Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft schlimm. Dicker zu werden, wird auch nicht mehr so selten einigermaßen entspannt hingenommen. Damit, dick zu sein, arrangieren sich auch immer mehr Damen der Schöpfung. Und dahin, langsam aber sicher fett zu werden, ist es dann für so manche auch nicht mehr weit, ohne, daß es für die Betreffenden dann gleich den Weltuntergang bedeutet. Der Mensch ist doch von Natur aus bequem und ein Gewohnheitstier. Warum soll den jemand seine Lebensweise umstellen oder aufgeben, wenn er -mit lediglich geringsten Abstrichen- ganz gut und zufrieden für sich lebt, ganz gleich ob er 70, 90 oder 110 Kilogramm auf Rippen, Hüften und Po hat. Nun war ich aber wieder weitschweifig. Naja, jedenfalls kann ich, wie Du gelesen hast, Deinen Gedankengängen und Überlegungen folgen und halte sie, wie gesagt für äußerst faszinierend. Es ist vielleicht ein wenig verblüffend, doch Szenario 1 Deiner Überlegung zu dem Traummädchen an der Bushaltestelle hat für mich durchaus auch etwas. Es mag ein wenig sensationslüsternd oder auch in gewisser Hinsicht schadenfroh wirken, doch mir vorzustellen, daß ein molliges Mädchen/eine dicke Frau sich nach herkömmlicher Auffassung unvorteilhaft kleidet, sich dessen jedoch nicht im geringsten bewußt ist, und daher sowohl Blicke von Spöttern, als auch von Bewunderern zu gleichen Teilen auf sich zieht, hat -wie ich finde- etwas sehr anregendes. Und auch Szenario 2 kann ich so einiges abgewinnen. Gleichzeitig halte ich dies sogar für das am häufigsten auftretende Motiv dafür, daß sich Dicke in der genannten Weise kleiden. So nach dem Motto: "Mir doch egal, wenn die Hose kneift, Hauptsache, ich hab´ was anzuziehen." oder auch "Die Bluse spannt zwar über´m Bauch, doch wenn ich die Strickweste drüber hab´, sieht das ja keiner." Wenn solche Einstellungen zwar für Ignoranz sprechen, hat des doch etwas äußerst reizvolles, wie ich finde. So, das soll´s erst einmal gewesen sein mit meinen Gedanken zu Deiner Seite bzw. zu "Deiner eigenen Sache". |