Am nächsten Morgen verließen wir Mitchell gegen 10.30, nachdem unsere erste "Große Wäsche" erfolgreich bewältigt war. Die Münzautomaten, welche man in verschiedenen Motels findet, verrichten doch einen recht anständigen Job.
Die Landwirtschaft in South Dakota wurde immer ärmlicher, zumindest sah es so aus. Man erblickte höchstens noch ein einzelnes Farmhaus im Umkreis. Nach der Überquerung des Missouri-River tauchten wir in die Weiten der Prärie ein. Ein recht starker Westwind behinderte unseren Vorwärtsdrang wenig. Einzelne Ranches duckten sich in die Täler der hügeligen Graslandschaft. Nach dem Mittagessen in Murdo stellten wir zum zweiten Mal auf unserer Reise unsere Uhren eine Stunde zurück. Die Sichtung eines Büffels und eines Coyoten deuteten auf einen tiefgreifenden Wechsel in unserer natürlichen Umgebung hin.
Schon
bald darauf zog uns die Mondlandschaft der Badlands in ihren ungewöhnlichen
Bann. Hier entdeckten wir in der Ferne unsere erste größere Herde
frei lebender Büffel. Das Klettern in dieser wilden Gegend war zwar
grundsätzlich erlaubt, wurde durch die Bröckeligkeit des Materials
jedoch sehr erschwert. Ganz besonders schön wirkte die Bänderung
des "Gesteins" in allen Nuancen von blaugrau über weiß bis hin
zu rosa und braun unter den wechselnden Wolkenschatten im Kontrast zu
grünen Wiesen und blauem Himmel.
Der Zauber der Badlands hatte uns jedoch gefangen. Wir fuhren noch einmal hinaus, um die Tiere zu beobachten, die sich in der heißen Tageszeit irgendwo in den schattigen Tälern versteckt haben mußten. Eine Bergziege kletterte auf der Suche nach Nahrung auf wahrhaft halsbrecherischen Pfaden unterhalb unseres Lug-Ins-Landes entlang. Das Abendbrot nahmen wir am Rande eines kleinen Überhanges über ein Tal in den Badlands ein, überwältigt von einem Sonnenuntergang hinter den Black Hills von wahrhaft außerirdischer Schönheit.
Die Dunkelheit trieb uns dann zurück in unsere Schlafstatt in Wall, nach einem Tag, der nicht soviel Wegstrecke (nur 280 Meilen), dafür um so mehr unvergeßliche Naturwunder gesehen hatte.