An einem der nächsten Tage erfuhren wir, dass eine der Brennstoffzellen der Raumfähre ausgefallen war, wodurch die Mission ernsthaft gefährdet wurde. Reparaturversuche erreichten keine Besserung, so dass NASA, nachdem die Astronauten sich schon mit Taschenlampen behelfen mussten, schließlich die Landung vorzog. Diese raumfahrttechnisch bedauerliche, für uns jedoch erfreuliche Tatsache nutzten wir aus, uns die Landung der Raumfähre auch noch anzuschauen. Auf dem Weg zum Spaceport erhaschten wir im Vorbeifahren einen Blick auf das NASCAR Rennstadion von Daytona Beach. Den schon bekannten Weg nach Cape Canaveral unterbrachen wir diesmal beim thematisch sehr passend verzierten, örtlichen McDonalds für ein paar Chicken McNuggets. Im Visitor Center konnte man die Vorbereitungen für die Landung an Bord der Raumfähre über einen TV-Link verfolgen. Das Wetter in Cape Canaveral war nahezu ideal, lediglich der Wind war ein wenig böig. Schließlich konnten wir aufatmen, als Kennedy Space Center die Landung freigab und der Orbiter die Bremszündung durchführte. Trotzdem mussten wir noch eine geraume Zeit warten, während dessen die Raumfähre, Schlangenlinien in der äußeren Atmosphäre fliegend, ihre Geschwindigkeit abbaute. Wir beobachteten solange noch einen der einheimischen Alligatoren, der in einem der umliegenden Teiche schwamm und auf dessen Rücken bereits Algen wuchsen.
Endlich war es soweit. Angekündigt durch einen zweifachen Überschallknall erschien Columbia in den Cirrusschleiern weit über unseren Köpfen. Beim Durchstoßen der Wolken konnte man kurze Zeit Kondensstreifen an den Flügelspitzen beobachten. Binnen kurzer Zeit hatte die Raumfähre die anfängliche Flughöhe abgebaut und war nach zwei Kurven im Anflug auf die Landebahn. Erst im allerletzten Moment ging die Pilotin von dem beinahe steinwurfartigen Sinkflug in ein elegantes Abfangen über. Kaum war die Shuttle in Richtung Landebahn aus unserem Blickfeld verschwunden, brachen die Zuschauer in einen Jubel wahrhaft patriotischen Ausmaßes aus. Die Helden waren wieder auf heimischem Boden. Greg hat uns letztlich erzählt, dass sie für den Fall einer Außenlandung sogar ihre Pässe mitnehmen mussten.
Im Anschluss an die Landung besichtigten wir noch die am Visitor Center aufgestellte Atrappe der Raumfähre und schauten uns ihre recht spartanische Inneneinrichtung an. Ein Besuch des hiesigen IMAX-Kinos bildete den Abschluss unserer heutigen Tour. Hier wurde auf der üblichen, IMAX-gigantischen Leinwand ein Film über Abenteuer an Bord der (zukünftigen) Raumstation "L5" gezeigt. Die Besonderheit dieses Filmes bestand darin, dass er das beeindruckende IMAX-Format mit einer stereoskopischen Projektion verband, was die Zuschauer zu noch mehr Oohs und Aahs als gewöhnlich veranlasste. Besonders die computererzeugten Aufnahmen von Flugszenen im Weltall waren bemerkenswert. Man meinte wirklich, inmitten des Geschehens zu schweben. Nachdem der Held des Filmes die Bewohner der Station nebst seiner kleinen Tochter vorm drohenden Unheil bewahrt hatte, stellten wir fest, dass es noch lange nicht Zeit zum Heimfahren war. Statt dessen unternahmen wir noch einen Ausflug in das benachbarte Naturparkgebiet. Hier sahen wir dann auch tatsächlich noch einen American (Bald) Eagle, der unweit der Straße in einem hohen Baum seinen Hochsitz bezogen hatte und nun auf Beute lauerte.