Schließlich waren die letzten Sekunden so schnell herangerückt, dass ich vom Start beinahe überrascht worden wäre, wenn nich Chris im letzten Augenblick gerufen hätte:"Kommt her, gleich geht's los!"
Auf einem blendenden Feuerstrahl erhob sich die Raumfähre langsam aus einer riesigen Wolke von Wasserdampf und Boosterqualm. Nach kurzer Zeit erreichte uns auch das Grollen der Triebwerke. Es war lange nicht so laut wie erwartet, mehr wie entferntes Donnergrollen. Dafür machten die Flammen der Boosters der Sonne Konkurrenz. Man konnte nicht direkt in sie hineinschauen, so hell brannten sie.
In einer eleganten Kurve erhob sich Columbia auf ihren Feuersäulen und stieß in den blauen Himmel. Wir konnten sie so lange mit unseren Augen verfolgen, bis die Boosters ausgebrannt waren und nur noch ein grellblauer Lichtpunkt die auf Hochtouren laufenden Haupttriebwerke des Orbiters verriet. Nachdem auch dieser aus unserem Blickfeld verschwunden war, machten wir uns zusammen mit den anderen Besuchern auf den Heimweg. Allen voran fuhr ein Minivan, dessen patriotischer Besitzer zur Feier des Tages die amerikanische Flagge mitgebracht hatte, die nun stolz vom Beifahrer geschwenkt wurde.