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L S D
 

[ arzneimittelprüfungen ]

weiter zur Materia Medica

lsdHomöopathische Arzneimittelprüfung LSD-25
D-Lysergsäurediethylamid

durchgeführt von

Misha Norland und TG16
The School of Homœopathy (1999)

 

© The School of Homœopathy
Alle Rechte vorbehalten
Dieser Artikel untersteht der Lizenz von Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.5 License
© Aus dem Englischen: Angela Nowicki

 

If the doors of perception were cleansed
everything would appear to man as it is, infinite.
For man has closed himself up till he sees
all things thro' narrow chinks of his cavern.

William Blake
aus
The Marriage of Heaven & Hell

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Lysergic Acid

It is a multiple million eyed monster
it is hidden in all its elephants and selves
it hummeth in the electric typewriter
it is electricity connected to itself, if it hath wires
it is a vast Spiderweb
and I am on the last millionth infinite tentacle of the spiderweb, a worrier
lost, separated, a worm, a thought, a self...
I Allen Ginsberg a separate consciousness
I who want to be God...

Allen Ginsberg

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Einführung in die homöopathische Arzneimittelprüfung von LSD-25

School of Homœopathy, Februar 1999
Misha Norland

LSD-25 ist die wirksamste uns bekannte psychotrope Substanz; noch nicht einmal ein Sechstel Milligramm genügt, um für bis zu sechs Stunden eine Bewusstseinsveränderung zu induzieren und aufrecht zu erhalten. Es ist weiterhin im Stande, im Anschluss an diese erste Erfahrung über Jahre hinaus Flashbacks auszulösen. Es war die Hauptdroge der Jugendkultur der westlichen Länder in den Sechziger und Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts, wofür sich unzählige Belege in Literatur, Malerei und Musik finden. Die Umgangssprache der Sechziger mag als Beispiel für die Infiltration dienen: Der auf die LSD-Erfahrung gemünzte Begriff Trip ist schon so alt, dass niemand mehr seine Herkunft kennt. Während der Arzneimittelprüfung wiederum sprachen viele von ihren Erfahrungen als einer Reise, einem Trip! Es ist die extreme und "anderweltliche" Natur des LSD-induzierten Zustands, die es oft schwer macht, ihn ins alltägliche Leben einzubeziehen; man stellt ihn sich entweder als heilig vor oder verdammt ihn als gefährlich halluzinogen, wobei die "Gefahr" sich auf die desorientierenden Auswirkungen der Erfahrungen bezieht. Eine der Prüferinnen sagte, sie habe sich durch die Prüfungserfahrungen tiefgreifend verändert und sei dankbar dafür gewesen, doch jetzt fühle sie sich verletzlich, schutzlos und unsicher. Der äußeren Hüllen seiner Persönlichkeit entblößt zu werden, macht nur dem nichts aus, der ein Stück dieser Reise bereits vorher hinter sich gebracht hatte, doch selbst dann kann man Schwierigkeiten bekommen. Paranoide Reaktionen können während eines Trips häufig nicht geerdet werden.

Viele Naturvölker der Welt verwenden natürliche Drogen, um religiöse Erfahrungen hervorzurufen. Das schafft einen kulturellen Hintergrund, in dem das, was wir als "paranoide" Zustände beschreiben mögen, gleichermaßen einbezogen wie ausgeschlossen werden kann. Halluzinogene Drogen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der schamanischen Arbeit. Mir scheint, mit der Herstellung einer Droge von einer solchen geistesverändernden Kraft wie LSD haben wir unseren Meister gefunden. Es mag sein, dass wir solch einen Vorschlaghammer brauchen, um die harte Nuss zu knacken, die unser Jahrhundert aus uns gemacht hat und die uns Halt gibt, wenn wir mit der unerbittlichen Flut aus Fernsehbildern, Dummheit und Horror konfrontiert werden.

Armee und CIA experimentierten mit LSD als "Wahrheitsdroge". Es wurde sowohl in Hospizen als Hilfsmittel für Sterbende als auch bei psychotherapeutischen Sitzungen verwendet. Man benutzte es in großem Umfang, um religiöse Erfahrungen hervorzurufen und um die sexuelle Ekstase zu intensivieren. Es gibt eine Geschichte - ob sie wahr ist, weiß man nicht -, nach der Timothy Leary vom Maharishi um einen Trip gebeten wurde. Hinterher soll der Maharishi gesagt haben: "Es ist wie ein bedeutungsvoller Spaziergang." Wer auf den Trip geht, tut das nach wie vor entweder, um sich wieder mit dem Göttlichen zu verbinden, oder einfach, weil die Erfahrung so herrlich superreal und superfarbig ist. Heute ist es in wesentlich schwächerer Dosierung die zweitpopulärste Raverdroge nach Ecstasy. (Die meisten unserer Prüfer erlebten Musik in viel stärkerer Weise als üblich.)

Manche nehmen LSD als Therapeutikum, manche, um die Wahrheit zu suchen und ihre Kreativität zu steigern, manche zum Spaß. Es zum Spaß zu nehmen, scheint - bedenkt man die Tiefe der Erfahrungen - widersinnig zu sein, dennoch hatten viele, einschließlich mancher Prüfer, das kindliche Gefühl, dass die Welt bezaubernd und voller Musik, Farbe und guter Laune sei. Offensichtlich gibt es aber auch einen entgegengesetzten Zustand, in den man auf dem Trip geraten kann: den faden, grauen und deprimierenden Zustand von Langerweile und Sinnlosigkeit, von Entfremdung.

Vor allem in der Musik erreichte die Kreativität in den frühen Siebzigern ihren Zenit. Ein LSD-Rausch zeichnet sich insbesondere durch Synästhesie aus, bei der sich akustische und visuelle Eindrücke vermischen. Ein Reichtum an musikalischer Fantasie, Struktur und mystischer Inspiration charakterisierte die Musik der späten Sechziger und frühen Siebziger. Die Werte dieser Generation, der Blumenkinder, aber wurden übergangen; es ist, als hätten sie ihre Samen gesät, doch vielfach in unfruchtbaren Boden. Der Boden war nicht fruchtbar, weil unsere Kultur weithin fortfährt, spirituelle Werte zu leugnen, und weil sie dem Fluss der Selbsthingabe nahezu unüberwindliche Hindernisse entgegenstellt.

Die vollständige Selbsthingabe ist eine beachtliche Aufgabe, wenn sie bewusst unternommen wird. Sie beginnt geeigneterweise als spirituelle oder psychotherapeutische Suche. Der Poet der Beat-Generation, Allen Ginsberg, soll beim Versuch, dem Visionär William Blake nachzueifern, gesagt haben: "Ich habe an die fünfzehn Jahre mit dem Versuch verbracht, Blakes Erfahrungen in meinem Kopf zu wiederholen, und so meine Zeit vergeudet. Das ist, wie wenn jemand Acid nimmt, um einen Trip zu Gott zu machen, und sich abmüht, Gott zu sehen, und statt dessen natürlich alle Arten diabolischer Maschinen sieht, die ihn umzingeln, die Hölle an Stelle des Himmels. So folgerte ich schließlich, dass ein mieser Trip auf Acid ebenso wie ein mieser Trip bei normalem Bewusstsein daher rührt, dass man versucht, ihn zu begreifen, vom Verlangen nach einem vorbestimmten Ende, einem vorbestimmten Universum, anstatt ein nicht zu bestimmendes Universum zu betreten, eins, das noch nicht einmal geboren, das unbeschreiblich ist." (Das traf auch auf eine Anzahl von Prüfungsteilnehmern zu, die es anstrengend fanden, einfach nur zu beobachten oder zu handeln, was ihnen oft eine schlimme Zeit bescherte, während die Fähigkeit, offen und unvoreingenommen zu bleiben, erst die Ausschlag gebende Information und den wahren Zweck hervorbrachte, ohne so viel leiden zu müssen.) Das Loslassen des Wollens, das Loslassen des sich Bemühens, des Festhaltens an den unvereinbaren Fragmenten einer gespaltenen Persönlichkeit, das Loslassen des Ego - all das kann ebenso das unbeabsichtigte Ergebnis eines unbewussten psychischen Zusammenbruchs sein! Meiner Meinung nach sind die Aspekte "Loslassen", "Zusammenbrechen", "Verlust der Form" die Essenz der LSD-Erfahrung. Das kann so bedeutungslos sein wie eine psychotische Episode oder so bedeutungsvoll wie Maharishis bedeutungsvoller Spaziergang. Um es metaphorisch auszudrücken: Der "Geist", der im Herzen von LSD wohnt, ist "kein Ding", also nichts. LSD zerbricht die Strukturen des Ego. Der LSD-Trip lehrt uns letztendlich, dass das Bewusstsein um die Ur-Leere herum gebaut ist (wie die Buddhisten es verstehen). Diese Leere ist gleichzeitig die Ur-Fülle. Sie enthält alle Dinge in ihrem unmanifestierten Zustand. Da sie nicht manifest sind, kann der Urzustand auch als leer beschrieben werden. Wer nicht fähig ist, einen Blick in diese Leere zu ertragen, dem wird es auf dem Trip schlecht gehen. Der Grund dafür ist, dass es ohne einen "stillen Mittelpunkt in der bewegten Welt", wie es T.S.Eliot formulierte, Myriaden von "Realitäten" gibt, deren jede gleichermaßen plausibel ist. Der LSD-Rausch ist oft von solcher Intensität, die Erfahrung so real, dass der Trip zur einzigen Realität wird. Dieses imaginäre Reich füllt das Feld des Bewusstseins aus und setzt sich als Realität durch. Andere Realitäten werden vielfach weggewischt (wobei Menschen mit einem gut entwickelten "beobachtenden" Bewusstsein gelegentlich ein Bild beider Realitäten gleichzeitig aufrecht erhalten können). Desgleichen verliert das, was man sich vorher als "Ich" oder Ego vorgestellt hat, seinen Halt. Der Mensch wird wieder zum kleinen Kind. (So fühlten sich viele Prüfungsteilnehmer.) Doch die meisten Menschen ruhen genügend in sich selbst, um ihre Ich-Struktur aufrecht erhalten zu können, und sie können das Spiel der Einbildungen genießen (oder nur zeitweise entsetzt sein), das gleich einem Irrlicht durch die äußere Struktur der sinnlichen Wahrnehmung und Erinnerungen flackert. Anders ausgedrückt, schickt der Trip, gemäß der Analogie der Bewusstseinebenen, den Menschen auf eine Reise von peripheren zu zentralen Seinszuständen. Die periphere Ebene (aus strukturierten Erinnerungskomplexen und Wissenszuständen) setzt unzensierte Erinnerungen und sinnliche Eindrücke frei, die wiederum Zustände hervorrufen können, die der Kindheit ähneln, insofern sie eher offen als konditioniert sind. Die endgültige Wahrnehmung eines Ur-Raumes kann eintreten - bedingungslos und überwältigend. Dieser Zustand kann zu Glückseligkeit oder zu Terror führen - dem guten Trip oder dem schlechten Trip.

Ich wiederhole: Das zentrale Thema ist der Verlust der Form. Dieser Verlust an Trennschärfe betrifft alle Aspekte des Trips: visuelle - Formen verändern und wandeln sich, synästhetische - sensorische Eindrücke fließen ineinander, imaginäre - ewig wechselnde Bilder erscheinen auf dem "Bildschirm" der gesteigerten Wahrnehmung, und im Wesenskern kann das Gefühl der Ich-Identität wegfallen.

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Die Gemütssymptome wurden nach folgenden Stichworten geordnet:

Heiligkeit
Heilig im Sinne inspirierender Scheu und Ehrfurcht vor der Natur. Dieser Zustand ist gepaart mit höchstem Wohlbefinden.
Frieden und Liebe
Verbundenheit
Wahrheit
Verschmelzung
Lust an der Verschmelzung mit einer anderen Wesenheit (Gott, Mensch, Tier, Pflanze oder Stein) oder tiefe Furcht davor
Ich-Verlust
Verschmelzung der Sinne, Verschmelzung mit der Musik
Natur, Tiere - Eintauchen des Bewusstseins in unbelebte Objekte, sie beleben
Zeitlosigkeit
Hellhören und Hellsehen
Verwirrung, Verzerrung
Kindlichkeit
Kindlich im Sinne des Erlebens der Welt und der Ereignisse in einer gleichsam neuen Weise, als sei es das erste Mal; findet oft alles wahnsinnig komisch und albern
Unschuld, Albernheit, Neu
Geborgenheit
Grenzenlosigkeit, Weite
Zwanglosigkeit
Jugendlichkeit
Fühlt sich jugendlich, überschwänglich und erwartungsvoll (wie ein Teenager)
Erregung
Musik, Tanz
Erotik, Romantik
Expansion
Entdeckung, Reisen
Einengung
Weltlichkeit, Grobheit, Materialismus
Rastlosigkeit
Desorganisation
Trennung
Isolation, Wunsch nach Alleinsein
Taubheit, Apathie
Angst
Furcht
Argwohn, Eifersucht
Furcht vor drohender Gefahr, Angst verbunden mit Ich-Verlust
Verzerrungen von Zeit und Raum - Desorientierung und Vergesslichkeit
Gefühl von Entfremdung und Verlust - Depression
Tod
Zerfall

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Der Stoff

Peter Fraser

D-Lysergsäurediethylamid: C20H25N3O

Andere Bezeichnungen: Acid; Cubes; Delysid; Wedding Bells; Royal Blue; Pearly Gates; Heavenly Blue; D-LSD; LSD; LSD-25

LSD ist ein synthetisches Alkaloid, das mit den im Mutterkorn gefundenen Alkaloiden verwandt ist. Es wurde zum ersten Mal 1938 von Dr. Albert Hofmann synthetisiert.

Mutterkorn

Das Mutterkorn wird vom Pilz Claviceps purpurea gebildet, der auf Getreide und Wildgräsern wächst. Die mit diesem Pilz befallenen Getreidekörner entwickeln gekrümmte braune Körner (Sklerotien), die dann an Stelle des Getreidekorns wachsen. Medizinische Verwendung findet das Mutterkorn des Roggens (Secale cornutum), das auch ein gut bekanntes homöopathisches Arzneimittel ist. Zu seinen Leitsymptomen gehören ein Gefühl großer Hitze, Absonderungen dünnen, übel riechenden, wässrigen schwarzen Blutes; Senilität; Menstruationskrämpfe, brennende Schmerzen, Gangräne und Kindbettfieber.

Vom frühen Mittelalter an verursachte der Befall schlecht gelagerten Getreides mit diesem Pilz massenhafte Ausbrüche von Mutterkorn-Vergiftungen (Ergotismus), die häufig Tausende Menschen gleichzeitig befielen.

Das Antoniusfeuer

Der Ergotismus war als Antoniusfeuer bekannt. Benannt wurde er so nach einem heiligen Einsiedler aus dem 3. Jahrhundert, der 105 Jahre alt wurde und die meiste Zeit seines Lebens in der ägyptischen Wüste verbrachte, wo er von Dämonen in unzähligen Gestalten gepeinigt wurde. Sein hohes Alter war Teil seines Leidens, denn der Märtyrertod wurde ihm trotz seiner großen Bemühungen verweigert. (Secale ist eine wichtige Arznei für Senilität und hohes Alter.) Ergotismuskranke erfuhren wie er physische Qualen in Form eines brennenden Feuers auf der Haut und geistige Qualen in Form von teuflischen Halluzinationen.

St. Antonius ist der Schutzheilige der Mönche und Heiler. Die Mönche des Spitalordens der Antoniter in ihren schwarzen Kutten mit blauem T-Kreuz waren im Mittelalter für die Pflege und Behandlung von kranken Tieren und Menschen bekannt, besonders aber von den an den Qualen des Antoniusfeuers Leidenden.

Aus der Perspektive von LSD heraus ist es interessant, dass die halluzinogenen Qualen, die der heilige Antonius ertragen musste, fast gleichmäßig zwischen Verhöhnungen durch die schrecklichsten Dämonen und Versuchungen durch die schönsten Frauen und sinnlichen Wonnen aufgeteilt waren. Die Versuchungen und Qualen waren ein bevorzugtes Motiv von Künstlern und Schriftstellern, allen voran Bosch und Flaubert.

Mutterkornalkaloide

Mutterkorn wurde traditionell von Hebammen als Wehenmittel eingesetzt, als ein Arzneimittel, das die Entbindung auslösen sollte. Es war jedoch immer schwierig, die korrekte Dosis abzuschätzen, die das Kind nicht schädigte. Deshalb wurde seine Verwendung auf die übliche Behandlung postpartaler Blutungen beschränkt.

1907 wurde das Ergotoxin isoliert, das jedoch, wie sich herausstellte, mehr giftige als therapeutische Eigenschaften besaß. Professor Stoll isolierte 1917 das Ergotamin, das nach wie vor zur Behandlung von Migräne verwendet wird. Später isolierte er noch den uterotonischen Inhaltsstoff Ergobasin (Ergometrin), der bis zum heutigen Tag als Hauptmittel zur Behandlung postpartaler Blutungen gilt.

1935 begann Dr. Albert Hofmann, ein Chemiker aus dem Labor von Prof. Stoll im Schweizer Unternehmen Sandoz, mit seiner Arbeit an den Mutterkornalkaloiden. Er synthetisierte Ergobasin und entwickelte das Hydergin, das immer noch bei der Behandlung peripherer Gefäßkrankheiten bei Geriatriepatienten zum Einsatz kommt.

Die LSD-Synthese

Um das Ergobasin zu synthetisieren, kombinierte Hofmann Lysergsäure mit Propanolamin. Im Anschluss daran stellte er zahlreiche andere Verbindungen der Lysergsäure her. Die 25. davon, LSD-25, wurde 1938 synthetisiert. Es hatte eine starke Wirkung auf den Uterus, doch erreichte seine Wirksamkeit nur 70 % der von Ergobasin, und die Versuche wurden eingestellt.

Ungewöhnlicherweise und aus keinem anderen Grund als einem "eigenartigen Vorgefühl, dass dieser Stoff noch andere Eigenschaften besitzen könnte als die, die bei den ersten Forschungen gefunden wurden", kehrte Dr. Hofmann im Frühling 1943 zur Arbeit an LSD-25 zurück. Während der Endphase der Synthese und Reinigung sah er sich "genötigt, meine Arbeit im Labor mitten am Nachmittag zu unterbrechen und sie zu Hause fortzusetzen, da ich von einer merkwürdigen Ruhelosigkeit in Verbindung mit einem leichten Schwindelgefühl überfallen wurde. Zu Hause legte ich mich nieder und sank in einen nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der von einer extrem stimulierten Einbildungskraft gekennzeichnet war. In einem traumähnlichen Zustand mit geschlossenen Augen (ich empfand das Tageslicht als unangenehm blendend) nahm ich einen ununterbrochenen Strom fantastischer Bilder und außergewöhlicher Formen mit einem intensiven, kaleidoskopartigen Farbenspiel wahr. Nach etwa zwei Stunden verschwand dieser Zustand."

Er schloss daraus, dass er eine kleine Menge des Stoffs durch die Haut seiner Hände aufgenommen haben musste. Einige Tage später nahm er eine winzige Dosis von 25 Mikrogramm der Droge ein, was in der ersten Prüfung endete, deren Bericht sich in Anhang 1 befindet.

Die Eigenschaften von LSD

Der Selbstversuch zeigte Dr. Hofmann, "dass es sich bei LSD-25 um einen psychoaktiven Stoff mit außergewöhnlichen Eigenschaften handelte. Es war meines Wissens noch keine Substanz bekannt, die in so extrem niedriger Dosierung so tiefgreifende psychische Wirkungen hervorrief und derartig dramatische Veränderungen im Erleben der äußeren und der inneren Welt und im Bewusstsein des Menschen erzeugte." Die Dosierung von LSD wird in Mikrogramm (den millionsten Teilen eines Gramms) gemessen. Selbst diese winzigen Dosen verursachen massive Wirkungen. LSD hat eine Neigung, sich in der Leber, der Milz und den Nieren abzulagern. Nur 0,1 % der Dosis dringt ins Gehirn, und selbst diese Menge verbleibt dort nur 20 Minuten lang. Damit werden die machtvollen Wirkungen von weniger als 100 Nanogramm (milliardstel Teile eines Gramms) des Stoffs, der das Gehirn erreicht, ausgelöst, und diese Wirkungen halten noch lange Zeit an, nachdem keine Substanz mehr im Gehirn übrig ist. LSD ist dafür bekannt, sogar noch nach vielen Jahren Flashbacks auszulösen, in denen der Patient die Wirkungen der Droge von Neuem erlebt. LSD kann die embryonale Entwicklung beeinflussen, wodurch die Wirkung winziger Dosen sogar noch von künftigen Generationen gespürt werden kann. Irgendwann wurde LSD von einigen Homöopathen als Beispiel dafür angeführt, wie Mikrodosen dramatische und lang anhaltende Veränderungen im menschlichen Körper verursachen können.

Diese außergewöhnlichen Eigenschaften führten zu Experimenten mit LSD in der Psychotherapie, der Philosophie und von Seiten staatlicher Behörden, die nach Wegen suchten, die Menschen mit Gehirnwäschen zu manipulieren und als Werkzeuge für Attentate zu benutzen.

Trotz all dieser Experimente konnte nie eine praktische Verwendungsmöglichkeit für LSD gefunden werden, und es wird weiterhin nur als Freizeitdroge gebraucht.

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LSD und CIA

1942 startete General Wild Bill Donovan, der Chef der OSS (des Vorläufers der CIA), ein Geheimprojekt mit dem Ziel, eine Droge zu finden, die Menschen zum Sprechen bringt. Eine der ersten Substanzen, die man ausprobierte, war ein Cannabis-Extrakt. Zunächst hatte man einen gewissen Erfolg damit, doch dann stellte man fest, dass die Droge wahrscheinlich eher schlechte Trips und Paranoia auslöst als die Person offen und gesprächig zu machen. In den Folgejahren leiteten verschiedene staatliche US-Behörden ähnliche Operationen in die Wege. Die Marine führte das Projekt CHATTER durch, in dem unter anderem Cannabis und Meskalin getestet wurden. Jedoch war es die CIA, die das größte Interesse daran hatte. Sie gründeten das Projekt BLUEBIRD, das von ARTICHOKE ersetzt wurde, um den Einsatz von Drogen in Verhören zu erforschen. Später starteten sie noch MK-ULTRA, um zu untersuchen, ob und inwieweit es möglich ist, das Verhalten eines Menschen mit verdeckten Mitteln zu modifizieren. Sie hofften, eine Möglichkeit zur Gehirnwäsche zu finden, die sie in die Lage versetzte, Menschen als ahnungslose und total kontrollierte Agenten zu benutzen. ARTICHOKE und MK-ULTRA hegten ein paranoides Misstrauen gegeneinander.

Die CIA-Projekte beschäftigten Forscher, vorzugsweise in Neurologischen und Geriatrischen Kliniken, um alle Arten von Drogen, insbesondere aber Halluzinogene, testen und untersuchen zu lassen. Viele der großen Fürsprecher von LSD, einschließlich Ken Kesey und Allen Ginsberg, wurden an die Halluzinogene als freiwillige Mitarbeiter von CIA-geförderten Forschungsprogrammen herangeführt. Auf einer LSD-Konferenz im Jahr 1977 sagte Timothy Leary: "Die LSD-Bewegung wurde von der CIA ins Leben gerufen. Ohne die Voraussicht der CIA-Wissenschaftler wäre ich jetzt nicht hier."

Diejenigen Nachrichtendienstler, die LSD als Erste in den frühen Fünfzigern getestet hatten, waren überzeugt davon, dass es die Spionage revolutionieren würde. Ein CIA-Offizier erinnert sich: "Wir dachten, das sei das Geheimnis, das das Weltall aus den Angeln heben würde."

Zu Beginn deuteten die Experimente mit LSD daruf hin, dass es ein nützliches Wahrheitsserum sein könnte. Doch bald wurde klar, dass es ebenso viel Verwirrung, Panik, grenzenlose Glücksgefühle und totale Paranoia hervorzurufen im Stande war wie Offenheit und die Neigung zur Gesprächigkeit. Es war auch vollkommen unzuverlässig. Welchen Weg die Versuchsperson einschlagen würde, war unmöglich vorherzusehen; ebenso konnte die Versuchsperson vollständig und plötzlich aus einem Zustand in den anderen geraten.

In einer LSD-typischen Kehrtwendung meinte man dann, LSD sollten Geheimagenten nehmen, wenn sie entdeckt werden, damit sie nur wirres Zeug faseln und schwer zu verhören sind.

Da auch fremde Mächte LSD verwenden konnten, bekamen es die Geheimagenten, um zu wissen, wie es wirkt, und um in der Lage zu sein, besser damit umzugehen, wenn sie entdeckt, sowie es zu nehmen, wenn sie verhört würden. In CIA-Unterlagen werden mit LSD vertraute Agenten als "erleuchtete Mitarbeiter" erwähnt.

Trotz der erfolglosen Suche nach einer Einsatzmöglichkeit für LSD war dessen Potenzial so groß, dass man das Gefühl hatte, es müsse eine Verwendung dafür geben. Dieses Gefühl führte zusammen mit dem Verdacht, dass die Russen es verwenden (was sie vermutlich taten, da das ganze russische Mutterkorn auf mysteriöse Weise vom Markt verschwunden war), zur Weiterführung der Forschungen.

Manche Forschungsprojekte wurden direkt gefördert, andere wurden sorgfältig überwacht. Geheimagenten bekamen sowohl offen als auch heimlich LSD. Es gab sogar einen Plan, die Bowle auf der Weihnachtsfeier der CIA mit LSD zu versetzen. 1953 beging Dr. Frank Olsen, der für die CIA gearbeitet hatte, Selbstmord. Nachdem sein Kaffee heimlich mit LSD versetzt worden war, war er an einer schwerwiegenden Depression erkrankt. Das zog ein paar Restriktionen nach sich, doch die Programme wurden fortgeführt.

1955 lieh sich die CIA George White von der New Yorker Drogenpolizei aus. Er richtete konspirative Häuser ("Safe houses") in Greenwich Village und später in San Francisco ein, wo Prostituierte arglosen Kunden mit LSD versetzte Drinks verpassten und Agenten heimlich deren Reaktionen beobachteten und aufzeichneten. Das ging so bis mindestens 1963 und vermutlich noch bis 1966.

Viele Möglichkeiten wurden von der CIA und der Armee untersucht, einschließlich der Kontamination von Wasserleitungen und dem Versprühen von Aerosol über dem Kriegsschauplatz. Irgendwann bestellte die CIA über die FDA bei Sandoz 10 kg LSD (genug für 100 Millionen Dosen). Sandoz hatte niemals solche Mengen produziert, daher überredete die FDA das amerikanische Unternehmen Eli Lilly zur Aufnahme der Produktion.

Letztlich fanden CIA und Armee niemals eine Verwendung für LSD und verlegten sich auf andere Drogen, die vorhersehbarere Wirkungen haben.

LSD und die Gegenkultur

Martin Lee und Bruce Shlain bemerken in ihrer ausführlichen Geschichte des LSD, Acid Dreams. The Complete Social History of LSD: The CIA, the Sixties and Beyond, dass "die LSD-Story untrennbar mit den Hoffnungen und zerbrochenen Träumen der Generation der Sechziger verbunden ist".

Der Erste der großen LSD-Propheten war Captain Alfred Hubbard. Er war ein hochrangiger Offizier beim OSS gewesen, verantwortlich für die Organisation der Finanzierung verdeckter Operationen durch Banken und Unternehmen in Kanada. Als Uranunternehmer hatte er ein Vermögen gemacht und verfügte über Kontakte in der Welt von Politik, Wirtschaft und Spionage. 1951 hatte er seinen ersten Acid-Trip genommen und wurde in den folgenden Jahren zu einem großen Missionar der positiven Macht von LSD. Er war bekannt als der "Johnny Appleseed des LSD", der in seinem Privatflugzeug um die Welt jettete, um die Leute zu seiner neuen Wunderdroge zu bekehren. Es heißt, er habe mehr als 200 000 Dollar für den Erwerb von LSD durch seine Kontakte ausgegeben, das er dann an Freunde und Forscher weitergab.

Einer der Menschen, die Hubbard zum LSD bekehrte, war Aldous Huxley, dessen Bücher Die Pforten der Wahrnehmung und Himmel und Hölle ausführlich seine Erfahrungen mit Halluzinogenen beschreiben.

Hubbard arbeitete mit Dr. Humphry Osmund zusammen, einem Arzt an einem Krankenhaus in Saskatchewan. Dr. Osmund war aufgefallen, dass viele Alkoholiker erst dann die Kraft zum Aufhören fanden, nachdem sie "ganz unten" angekommen waren und die Qualen des Delirium tremens durchgemacht hatten. Er benutzte LSD, um diese Erfahrung auf weniger gefährliche Weise zu simulieren. Er hatte eine wesentlich höhere Erfolgsrate bei der Behandlung von Alkoholikern als die konventionellen Therapien.

Es war Osmund, der in einem Brief an Huxley beim Versuch, das neue psychiatrische Studiengebiet abzugrenzen, einen neuen Namen für Halluzinogene erfand.
Um die Hölle zu ergründen oder engelgleich aufzusteigen
Nimm einfach eine Prise psychedelischer Drogen.

Psychedelische Mittel "mind manifesting".

Osmund und Hubbard glaubten, dass LSD in der Lage wäre, die Glaubenssysteme der Weltherrscher zu wandeln und so den Weltfrieden zu herbeizuführen. Sie organisierten LSD-Sessions für die politische Elite in Kanada, den USA und Großbritannien. Es hieß, bei diesen Sessions seien britische Abgeordnete, UN-Repräsentanten und ein Premierminister anwesend gewesen. Henry Luce, der Präsident von Time Life, und seine Frau gehörten zu den Berühmtheiten aus Politik und Wirtschaft, die von ihnen "bekehrt" wurden.

Hubbard führte LSD auch in Hollywood ein. Cary Grant fand die Erfahrung so hilfreich und heilsam, dass er zum eifrigen Missionar wurde.

Timothy Leary war klinischer Psychologe und Harvard-Dozent. Er machte gerade eine leichte Midlife Crisis durch, als er 1960 bei einem Urlaub in Mexiko magische Pilze nahm. "Es war vor allem und ohne Frage die tiefste religiöse Erfahrung meines Lebens. Ich entdeckte, dass Schönheit, Offenbarung, Sinnlichkeit, die zelluläre Geschichte der Vergangenheit, Gott, der Teufel - dass all das in meinem Körper und außerhalb meiner Seele liegt." Mit seinem Kollegen Richard Alpert begann er, die religiöse Erfahrung mithilfe psychedelischer Drogen zu erforschen. Sie gründeten eine Gruppe auf dem Harvard-Campus, die alle Arten psychedelischer Drogen mit einem akademischen Grad verband. 1963 wurden ihre Aktivitäten der Universität zu viel, und sie wurden gefeuert.

Darauf gründeten sie in Mexiko die Internationale Vereinigung für Innere Freiheit. Innerhalb von sechs Monaten hatten die lokalen Autoritäten ebenfalls die Nase voll und schmissen sie raus. Schließlich gingen sie nach Millbrook, einem Anwesen zwei Stunden von New York City, das dem Millionär William Mellon Hitchcock gehörte, dem Enkel des Gründers von Gulf Oil und Neffen von Andrew Mellon.

Vier Jahre lang führten Leary und Alpert eine Kommune in Millbrook, in der das psychedelische Phänomen sowohl erfahren als auch erforscht wurde. Leary sah LSD als eine religiöse Erfahrung an, als chemische Mystik. Er schrieb das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben in ein Handbuch für die Begegnung mit dem "Reinen Licht der Leere" während der höchsten LSD-Erfahrung um. Leary glaubte, LSD schalte sich in die Genetik ein und könne sich mit dem Entwicklungsplan der DNA verbinden. Gott ist der DNA-Code. "Unsere Kortikalzellen oder die Maschinerie innerhalb des Zellkerns erinnern sich zurück entlang der ununterbrochenen Kette elektrischer Transformationen, die jeden von uns mit jenem ursprünglichen Blitz im präkambrischen Schlamm verbindet."

Viele Künstler, Philosophen und Musiker kamen nach Millbrook und wurden zum LSD bekehrt.

Der Poet der Beat-Generation Allen Ginsberg wurde von Leary 1960 mit LSD bekannt gemacht und erklärte sofort: "Wir werden die Leute dazu bringen, sich nicht mehr zu hassen, und gründen eine Bewegung für Frieden und Liebe." 1948 hatte Ginsberg gerade Ah Sunflower von William Blake gelesen, als er eine tiefe, schallende Stimme hörte. Er erkannte sie sofort als Blakes eigene, aus dem Tod hervortönende Stimme wieder. Ginsberg hatte das Gefühl, sein Körper schwimme und sei von Glanz überzogen. Alles, was er ansah, erschien in einem neuen Licht. Er wurde von der überwältigenden Überzeugung getroffen, dass er geboren sei, um diesen universellen Geist zu erfahren. (Blake hatte bereits Huxley mit der Wendung "Die Pforten der Wahrnehmung" inspiriert.) Ginsbergs Gebrauch der psychedelischen Drogen war ein Versuch, die kosmischen Höhen seiner Blake-Episode zurückzuerobern, doch je mehr er das versuchte, desto enttäuschter wurde er. Ginsberg begriff, dass die LSD-Erfahrung weder geleitet noch kontrolliert werden kann. Von LSD zu lernen, erfordert Offenheit und Freiheit von Begierden. Learys geplante Herangehensweise mithilfe des Tibetischen Buchs vom Leben und vom Sterben führte oftmals zu inneren Kämpfen und Konflikten.

Einer von denen, die LSD in Millbrook kennen lernten und es als Religion annahmen, war Arthur Kleps. Er gründete die neuamerikanische Boohoo-Kirche und predigte den sakramentalen Gebrauch von LSD. Er focht einen langen Prozess aus, um seinen religiösen Glauben an das LSD anerkennen und schützen zu lassen, allerdings ohne Erfolg.

An der amerikanischen Westküste entwickelte sich ein ganz anderer Ansatz als der von Leary. Ken Kesey hatte durch ein Forschungsprogramm in einer Veteranenklinik Bekanntschaft mit Meskalin geschlossen. Er besorgte sich dann einen Hausmeisterjob in der Psychiatrie, wo psychedelische Drogen frei erhältlich waren. Seine frühen Trips beschrieb er als "Panzerknackertorturen, die uns knietief in den zertrümmerten Schalen unserer in rosa Wolken schwebenden Persönlichkeiten zurückließen. Plötzlich wurden die Leute voreinander entblößt und sahen: Wir sind schön. Nackt und hoffnungslos und empfindsam wie eine gehäutete Schlange, doch weit menschlicher als der Albtraum eines Ritters ohne Furcht und Tadel, der knarrend in der letzten Exerzierpause herumgestanden hatte. Wir waren lebendig, und das Leben war in uns." Auf einem Peyote-Trip hatte er eine Vision des Indianerhäuptlings Broom und schrieb, meist high von Peyote und Acid, sein Buch Einer flog über das Kuckucksnest. Von den Erlösen aus dessen Erfolg kaufte er eine Ranch, die schon bald zu einer Acid-Kommune wurde. Er und seine Freunde waren die Merry Pranksters, die das Land im ersten psychedelischen Bus durchquerten. Der Fahrer war ein anderer Poet der Beat-Generation, Neal Cassady, bekannt als Zen Lunatic, der den Bus ohne Rücksicht auf die Sicherheit seiner Passagiere steuerte. Der Bus besuchte Millbrook, doch Leary lehnte es ab, sich mit Kesey zu treffen. Es gab wenig Gemeinsamkeiten zwischen den verklemmten Akademikern von der Ostküste und den Spinnern von der Westküste.

In San Francisco entwickelte sich das Haight-Ashbury-Viertel zu einem psychedelischen Stadtstaat. Aussteiger, Anarchisten, Protestler, Leute, die mit psychedelischen Drogen experimentierten, und insbesondere Musiker zog es dorthin.

Der Hauptlieferant von LSD in Haight Ashbury war August Owsley Stanley III. Es hieß, Mitte der Sechziger habe er mehr als vier Millionen Acid-Tickets produziert. Wie Hubbard war er ein Apostel der Droge und benutzte seine beträchtliche Macht, um die hohe Qualität seiner Ware und den Preis bei 2 Dollar pro Trip zu halten. Er hat vermutlich die Hälfte des von ihm hergestellten LSD verschenkt.

Im Januar 1967 organisierten das größte Magazin der Gegenkultur in Haight Ashbury, The Oracle, und der Psychedelic Shop, die beide von Owsley unterstützt wurden, das Human Be In im Golden Gate Park. Dieses Pow-Wow oder Stammestreffen brachte die unterschiedlichsten kulturellen und politischen Rebellen zusammen. Es sollte ein "spirituelles Ereignis anderweltlicher Dimensionen" sein, das "die Schwingungen des ganzen Planeten anheben und die radikale Linke psychedelisieren" sollte. Es war auf mancherlei Weise die erste weltweite Veranstaltung von McLuhans "Global Village". Die Leute vom Oracle verstanden es, die Medien für ihre Zwecke zu nutzen, und die ganze Welt schien hypnotisiert zu sein davon, was auf einem kleinen, heruntergekommenen Gelände von San Francisco passierte. Es war der Höhepunkt all dessen, was in Haight Ashbury brodelte und im Sommer der Liebe in Gang gesetzt wurde.

Ganz anders als die Oracle-Gruppe waren die Diggers. Sie hatten sich nach einer Gruppe anarchistischer englischer Reformer aus der Zeit des Bürgerkriegs benannt und begannen als satirisches Straßentheater, doch 1966 gründeten sie den FREE Store, und 1967 belieferten sie Tausende, die ins Viertel strömten, mit Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern. Sie richteten Notfallstellen ein und boten kostenfreie medizinische Dienste an. Sie mieden die Öffentlichkeit, hatten keine Führer und blieben anonym. Obwohl dieses Vorgehen allen Grundsätzen der Unternehmensführung zuwiderlief, war die Organisation, die sie aufgebaut hatten, effizient, gut geführt und ungeheuer erfolgreich. Sie hofften, damit ein Modell für eine neue anarchistische Gesellschaft geschaffen zu haben.

Der Kern der LSD-Erfahrung und dessen, was in Haight Ashbury passierte, war die Musik. Ken Kesey und die Merry Pranksters organisierten das Trips Festival, zu dem die größten Musiker des Acid Rock - Jefferson Airplane, The Grateful Dead und Janis Joplin - in der Bay Area zusammenkamen. Konkret wurde das Hippie-Phänomen im Juni 1967 beim Monterey Pop Festival. Jener Sommer erlebte ebenfalls die Veröffentlichung von Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band, ein LSD-Album, das als konsistentes Ganzes und nicht als Sammlung von Einzeltiteln angelegt war. Es war ein neuer Typus des Kunstwerks, in dem bildende Kunst und Musik so miteinander verflochten sind, dass sie eins werden. Der Titel Lucy in the Sky with Diamonds beschreibt die synästhetische Erfahrung, und auch viele andere Titel verdanken den Experimenten der Beatles mit Acid allerhand. Im Juli sangen die Beatles die Hippie-Hymne All You Need is Love in der ersten live übertragenen internationalen Satellitensendung.

1968 und 1969 schien der Traum zu zerplatzen. Der Besitz von LSD wurde illegal, die Mafia drang in Haight Ashbury ein und übernahm den Drogenhandel, und die lokalen Behörden griffen hart durch. Die Krawalle beim Parteitag der Demokraten führten zu Blutvergießen. Nixon wurde Präsident und schien die Fünfziger Jahre zurückholen zu wollen, in denen er Vizepräsident gewesen war. Woodstock war die letzte echte Manifestation der Hippie-Ideale, während das Festival in Altamont in Gewalt und Mord mündete. Charles Manson, eine bekannte Gestalt in Haight Ashbury, wurde wegen Mordes verhaftet, und es stellte sich heraus, dass er wesentlich erfolgreicher beim Einsatz von LSD zur Gehirnwäsche seiner Agenten gewesen war als die CIA.

Dass es letztlich den Anschein hatte, als habe die psychedelische Erfahrung nicht viel gebracht, ist meines Erachtens ein wichtiger Aspekt. Er spiegelt den Misserfolg der CIA bei der Suche nach einer Verwendungsmöglichkeit für die Droge wider wie auch das Gefühl, das ich nach dem Vergleich der Arzneimittelprüfung hatte.

Doch das ist in mancher Hinsicht ein Trugschluss. Die heutige Welt unterscheidet sich sehr von der in den Fünfziger Jahren. Die Wertschätzung des Individuums und die Einstellung zu Geschlecht, Rasse und sexueller Orientierung haben sich seit damals radikal verändert, und die Ereignisse der Sechziger spielten bei diesen Veränderungen eine Hauptrolle.

Octavio Paz bemerkte, dass unter dem Einfluss von LSD "das Selbst verschwindet, doch kein anderes Selbst erscheint, um die Leere zu füllen, die es hinterlassen hat". "Ego" wäre wahrscheinlich ein treffenderer Begriff als "Selbst". LSD hat eine bemerkenswerte Wirkung, und wer spirituell weit genug entwickelt ist, kann jene Leere nutzen, um herauszufinden, was jenseits des Ego liegt. Trotz allem kann es nicht die Abkürzung sein, die viele in ihm zu finden hofften. Für die, die nicht bereit waren, die Leere mit etwas Tieferem zu füllen, blieb sie leer, oder - schlimmer noch - wurde ausgefüllt von Dämonen und Bildern aus der Hölle.

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Toxikologie

Leitsymptome dieser Chemikalie sind Euphorie, Halluzinationen, verzerrte Wahrnehmung, Erregung und Anorexie.

Möglich sind Wirkungen auf das ZNS, Tachykardie, Muskelschwäche, erhöhte Körpertemperatur, wellenartige Wiederholungen von Wahrnehmungsveränderungen sowie Schwierigkeiten, Geräuschquellen zu lokalisieren. Mögliche Symptome bei Einnahme sind Hypervigilanz, Abgehobenheit oder Wechsel zwischen verschiedenen Zuständen. Sie kann Furcht vor Fragmentierung oder Desintegration des Selbst hervorrufen, anhaltende Nachbilder, Überlappung von gegenwärtigen Wahrnehmungen mit vorausgehenden, Synästhesien (Farben werden gehört und Töne gesehen), starke Verzerrungen der subjektiven Zeit und labile Stimmungen.

Zus�tzlich kann sie Tremor auslösen, Piloarrektion ("Gänsehaut"), Pupillenerweiterung, Speichelfluss, Hyperreflexion, Ataxie und spastische Parese.

Kann Erbrechen verursachen.

Weitere Symptome sind Hypertonie und Hypotonie, Koma, anhaltende psychotische Zustände, psychopathische Persönlichkeitsstörungen, gesteigertes Mord- und Selbstmordrisiko und mögliche Chromosomenschädigung.

Übererregbarkeit und Krämpfe können ebenfalls Leitsymptome dieser Chemikalie sein. Sie kann das Feuern der Rapheneuronen blockieren.

Kann auch suchtbildend wirken.

Ist ein Serotoninantagonist.

Die Prüfung

Misha Norland

Pharmakologie

Der Prüfstoff stammt aus einer "verlässlichen Quelle" in Los Angeles. Ich hatte ihn 1970 gekauft. Er war mit Pharma-Gelatine umhüllt, die an eine mikroskopisch dünne Folie erinnerte - glatt, etwa einen halben Quadratzentimenter groß. Jedes "Ticket", wie diese Darreichungsform genannt wird, enthielt 250 Mikrogramm reines LSD-25. Ich experimentierte damit zwischen 1970 und 1972. Einige meiner Erfahrungen habe ich aufgezeichnet; sie sind im Anhang an die Prüfung aufgeführt. Ein "Ticket" wurde nach der Hahnemann'schen Einglasmethode bis zur 30. Potenz verschüttelt. Diese Aufbereitung stand fast 30 Jahre lang bis zum Prüfungstag in meinem Arzneischrank.

Uhrzeit und Datum

Bei den angegebenen Uhrzeiten handelt es sich um die tatsächlichen Tageszeiten, nicht um die Zeit, die seit Einnahme des Arzneimittels vergangen war. XX.XX besagt, dass keine Uhrzeit notiert wurde.

Die Tage wurden von 1 an, dem Tag der Einnahme des Arzneimittels, durchnummeriert. Tag 0 bezieht sich auf ein allgemeines Symptom, das nicht an ein besonderes Datum gebunden war.

Prüfer

PrüferGeschlechtDosisPotenz
01Pmännlich1C30
02Pweiblich1C30
03Pweiblich1C30
04Pmännlich1C30
05Pweiblich1C30
06Pmännlich1C30
07Pweiblich1C30
08Pweiblich1C30
09Pweiblich1C30
10Pmännlich1C30
22Gweiblich0 
23Gweiblich0 
24Gweiblich0 
25Gweiblich0 
26Gweiblich0 
27Gmännlich0 

Es wurden auch Informationen von Prüfern, die das Arzneimittel nicht genommen haben, miteinbezogen und eindeutig kenntlich gemacht. Die Gründe dafür sind in Group and Proving Phenomena, Observations by Misha Norland kurz dargestellt, einem Artikel, der in Heft 72 der Zeitschrift The Homœopath im Winter 1999 veröffentlicht wurde. Der Leser sollte sich seine eigenen Gedanken machen, wie diese Symptome zu bewerten sind.

Klassifizierung der Symptome

NS    Neues Symptom, das früher noch nie aufgetreten ist
OS    Altes Symptom, das früher schon aufgetreten ist, jedoch vor mehr als einem Jahr
RS    Frisches Symptom, das innerhalb des letzten Jahres aufgetreten ist
AS    Verändertes Symptom, dass vorher schon aufgetreten ist, jedoch mit mindestens einem veränderten Merkmal
CS    Geheiltes Symptom; ein Symptom, das sich während der Prüfung zurückgebildet hat
IOS   Altes Symptom, das wesentlich intensiver als vorher empfunden wird

Erstreaktionen

Ich spürte etwas, schon in diesen zehn Minuten, es fühlte sich an, als würde sich mein Rücken verlängern und biegen - ich war eine Art Dinosaurier und dann eine Maus, falls das jemanden interessiert.

Also, ich habe nichts dergleichen erlebt, nur dieses tolle Gefühl, als würde etwas auf mich einstürmen - mein Solarplexus und mein Herz. Ich fühlte dort Unmengen von Energie, die auf mich zu wirbelten, ich dachte nur, was immer es auch ist, es fühlte sich an, als sei das Arzneimittel in mir voll zur Wirkung gekommen, und ich hatte so ein Gefühl in meinen Augen, als hätte ich zu lange ins Licht geschaut. Ich hatte unheimlich kalte Füße und zu viel Helligkeit, aber eine fast flüssige kalte Hitze in meinen Augen.

Meine Augen wurden dunkler. Als hätte jemand schwere Vorhänge zugezogen.

Ich dachte, die Sonne wäre in mich eingetreten.

So war es. Als ich meine Position änderte und meine Augen öffnete, gab es keine Helligkeitsunterschiede mehr.

Ich hatte den Eindruck, dass meine Nase ein bisschen zuckte und vibrierte.

Ich spürte eine Menge Zuckungen und Vibrationen und alles Mögliche - von Mund und Lippen bis runter zum kleinen Finger.

Ich erlebte Vibrationen. Klare Visionen. Ein Prickeln und eine Tiefe - es ließ mich tiefer fühlen, aber auf eine angenehme Art. Es war bizarr, so als sähe ich alles anders.

Ich spürte Hitze, die vom Nacken kam, und mein Rücken fühlte sich ziemlich verschwitzt an. Mir war, als sei die Hitze plötzlich aufgestiegen, und ich hatte ein ziemlich trockenes Gefühl. Trockene Lippen, ein ganz salziger Geschmack auf den Lippen.

Ich spürte Ruhe - nach den Schweißhänden am Anfang und was noch alles, aber dann echte Stille.

Mein Mund fühlte sich an, als sei in seiner Nähe etwas vergraben - ein sehr dünner Knochen oder eine fremde Struktur auf meinem Mund.

Ich habe gar nichts genommen, aber ich spürte schnell etwas: ein richtiges Hereinziehen des Herzens - als ob etwas von innen hereingezogen würde und sich dann nach unten zum Solarplexus bewegte. Zuerst fühlte es sich wie Brechreiz an, aber es war kein Brechreiz. Es bewegte sich von da nach dort und verschwand dann. Es fühlte sich an, als wären meine Beine umgedreht - falsch zusammengefügt - wie mit der Rückseite nach vorn.

Ich hatte das Gefühl, als würde ich nach links hinüber gerissen - raus hier - irgendetwas sauste durch mich hindurch und riss mich hinüber. Mir war, als könnte ich kleine schwarze Spinnen sehen, und sie verschwanden. Und dann sah ich Gegenstände, die im Wind herumwirbelten - ich konnte sie sehen, eigentlich einen, es waren alles verschiedene Farben - es war sehr weich.

Es war, als würde mir überall ganz warm, und meine Nase war ein bisschen verstopft.

Ich hatte nur schöne Erinnerungen an die Ferien in meiner Kindheit, aber das war immer am Meer, und es gab viel Sonnenschein. Dann wieder hatte ich, glaube ich, dasselbe, als ob alles dunkel wäre, aber es war schön, denn das Licht kam recht bald zurück, und ich war wieder in einem warmen Land. Aber keine Visionen.

Ich erinnerte mich an meine Kindheit, an einen Park, in dem wir als Kinder immer spielten, wo meine Schwester sagte, sie hätte einen Geist gesehen - ich glaube, ich ging für kurze Zeit dorthin zurück.

Zur Zeit fühle ich mich ziemlich schlotterig und zitterig. Es ist beinah, als erwachte ich aus kaltem Schweiß. Mein Herz rast, und der Druck im Herzzentrum... Sobald ich zu meditieren begann, hatte ich das Gefühl, im Weltraum zu sein - als befände ich mich in der Schwärze des Raums mit Sternen ringsumher, und er war unermesslich weit. Ich blickte zurück und sah die Erde und fühlte eine ungeheure Ausdehnung und so, als würde ich alle Proportionen anders wahrnehmen. Ich konnte auf die Erde zurückblicken, doch ich hatte das Gefühl, dass ich nicht mehr dazugehören könne.

Ich fühlte mich unglaublich leicht und unglaublich frei. Ich versuchte, wieder auf die Erde zu kommen, doch es ging nicht, weil es fast so war, als wäre meine Schwerkraft zu schwach, um mich weiterhin auf der Erde zu halten. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dorthin zu gehören. Dann sah ich eine feurige Sonne, und das Bild war von einem herrlich flammenden Gelb, und ich hörte das Tosen ihrer Energie, und das war es. Ich hatte ganz schön viele körperliche Symptome.
Frage: Welche?
Na ja, es ist, als würde ich überall zittern, und mein Herz geht wie eine Pumpe, es kommt vermutlich wieder runter.

Ich hatte die gleichen körperlichen Erscheinungen - das Zittern, aber bei mir war es umgekehrt: Mir war, als dringe ich in die Erde ein - ich raste durchs Erdmagma, und dort war mir wärmer.

Ich spürte eine bebende Vibration - fast wie von Magma, einfach durchdringend, nicht gerade wie Schwere oder so etwas, nur wie warme, feurige Energie. Ja, und dieses Beben ist jetzt überall hindurch bis zu meinem Solarplexus und hinauf zu meinem Herzen gedrungen.

Ich habe das Arzneimittel auch nicht genommen, doch ich hatte ganz schön viele Empfindungen. Ich fühlte, wie eine Energie in die Gegend meines Herzens und meines Solarplexus drängte, und mir war heiß, und mein Gesicht fühlte sich verschwitzt an, und ich hatte Druckkopfschmerz hier, der später in der Meditation meinen Hinterkopf umspannte, aber ich ärgerte mich auch ziemlich über mich selbst, weil ich schwankte, ob ich das Arzneimittel nehmen soll oder nicht - eigentlich wollte ich es, doch ich hatte Gründe, es sein zu lassen -, aber als wir meditierten, fühlte ich mich recht beruhigt deswegen.

Ich glaube, ich spürte ein Prickeln auch in meinen Fingern, und später wurde es auf meinen Füßen sehr schwer und etwas bleiern, als könnte ich sie nicht spüren. So viel dazu.

Als Sx etwas von Magma sagte, tauchte ein sehr reales Bild von einem Schacht vor mir auf, und ich dachte, was für seltsame Bilder ich sehe, und es war etwas ganz tief drin in der Erde, eine Maschine, die machte "Krawumm", sie wummerte - es kam und ging.

Ich führte das Zittern und die Schweißhände auf meine Nerven zurück. Visionen fühlen sich noch anders an.

Ein violettes Gebilde tauchte in meinem Geist auf. Eine Art geometrisches Violett...
Frage: Was für ein Gebilde?
Es könnte ein Dreieck gewesen sein, aber es war nicht sehr deutlich.

Als die anderen das mit der Dunkelheit erzählten, das hatte ich auch, aber in der Mitte war es violett, doch dann war es ringsherum grün, und es kam auf mich zu, näher und näher. Dann war mir, als würde es mich umhüllen, und ich kapierte, dass es nur die Energie des Arzneimittels oder so etwas war. Es war ganz sicher violett in der Mitte - so was wie gezackt, aber weich mit Grün ringsherum.

Ich fühlte ganz deutlich, wie das Arzneimittel eindrang, und dann fühlte ich, wie es meinen Rücken emporstieg. Durch meinen Bauch und dann meinen Rücken hinauf. Die ganze Länge meines Rückens hinauf und bog ihn so, und ich fühlte, dass mein Kopf viel länger wurde und sich bog.

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Was hast du gefühlt?
Ich fühlte und fühle immer noch viel um meine Augen herum. Die Sehschärfe, aber auch - ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll - vielleicht als wären sie trocken, mein Mund fühlte sich auch ein wenig trocken an, aber meine Augen besonders, und in der Meditation fühlte ich mich, als hätte ich tausend Jahre lang geschlafen. Eine Art Tiefe oder Schwere.

Müdigkeit der Augenmuskeln - aber ich habe eher das Bedürfnis, meine Augen zu entspannen, als zu schlafen. Die Muskeln darin zu entspannen.

Ich kann besser sehen - es ist anstrengend, aber nicht schlecht.

Wir prüfen Alienmilch, stimmt's?!

Immer noch viel mit den Augen - ich kann sie besser fokussieren. Eine Menge knisternder Wahrnehmungen. Nebenhöhlen links, Kopf hat einen Linksdrall. Trockener Mund. Eigenartige schießende Schmerzen, die nicht anhalten, die Augen - ich will sie nicht schließen.

Ich nahm Geräusche bizarr scharf wahr - ich spürte sie physisch. xxxx bewegte ihre Füße, und es war, als ob... ich es fühlen könnte, ich fühlte es hier. Dann hustete xxxx, und ich fühlte es, und ich wollte tatsächlich davor zurückweichen. Es war, als hätte mich etwas berührt, und ich wollte dem ausweichen.

Ich hatte auch das Gefühl, dass mein Sehvermögen viel klarer war, ich erlebte eine visuelle Klarheit, und obwohl alles so war wie immer, schien es mir, als ob alles schärfer wäre, alles stand mehr im Brennpunkt. Ich spürte auch eine große Leichtigkeit und Schwerelosigkeit - ich fühlte mich sehr ruhig und entspannt. Es war, als ob ich hier wäre und etwas, das mich über meine physischen Grenzen hinaus holte. Ich war nach wie vor hier, saß da, und da war eine feste Form, doch was immer diese Energie war, sie holte mich heraus in jede Richtung. Es war ein großartiges Gefühl der Ausdehnung über meine Form hinaus, trotzdem die Form erhalten blieb.

Ich hörte ein Knistern auf der linken Seite. Schmerzen in den Beinen, sie waren zu einem verschmolzen, und ich wurde genau das Gegenteil von xxxx, ich fühlte mich dichter, etwas Schwarzes, es gefiel mir nicht besonders. Ich hörte auf der linken Seite etwas knistern.

Ich gähne schrecklich viel - ich bin wirklich müde, ich möchte mich hinlegen.

Ich gähne, ich bin nicht spät ins Bett gegangen oder so etwas. Meine Augen sind feucht, mehr als alles andere. Ich fühle mich ziemlich entspannt und locker.

Ich hatte das Gefühl, sehr viel zu reisen, sehr, sehr schnell. Während ich vorher das Gefühl hatte, als ob der Ansturm auf mich mich bewegte, war mir dann, als würde ich mich mit viel größerer Leichtigkeit bewegen und den Weg entlang rasen, und alles zog an mir vorüber. Es knisterte in meinem Ohr, wenn ich schluckte, es knisterte sehr laut in meinen Ohren.
Misha: Ich möchte nur anmerken, dass das, was an dir vorüberzog, sich auf der linken Seite befand.

Ich habe den Eindruck, dass meine Hände unglaublich aktiv sind - die Chakras in meinen Händen waren unglaublich voll und sensitiv und offen, und mir war, als hielte ich etwas in der Hand - ich konnte nicht spüren was, aber es passte in meine Hand - es war sehr warm, ich war froh, dass es da war, es war mir wichtig, und auch mein Herz war richtig weich und offen geworden, und bevor sich alles darin bewegte, fühlte es sich offen an.

Ich hatte den Eindruck, durch einen Tunnel oder einen Korridor hinabzusteigen. Ich glaubte, es würde so ähnlich werden wie bei dir, dass ich zur Erde hinabsteige, aber dann begriff ich, dass ich in Wirklichkeit aufwärts zum Licht stieg, so kam ich aus dem Loch in der Erde. Ich dachte, ich würde abwärts steigen, aber das stimmte nicht, weil das Loch am Ende war.

Meine Hände summen.

Meine Hände summen auch, und es ist, als würde kalte Luft darin zirkulieren. Es fühlt sich an, als käme eine ganz bestimmte Energie aus den Chakras in den Händen. Sie fühlen sich klamm und prickelnd an, und das fühlt sich nicht so an, als käme es von den Nerven oder aus einer Erwartungshaltung.

Gedanken zur Prüfung

Prüfer 1

Es begann mit einem jugendlichen Gefühl, mir war, als sei ich wieder 21 und spielte die Musik der 70er, aber nicht aus Nostalgie - ich hatte ein ganz reales Gefühl, dort zu sein und wirklich so alt zu sein. Ich fühlte mich sehr positiv und enthusiastisch und wusste, dass ich anderen völlig offen und ehrlich meine Gefühle zeigen kann - ich fühlte mich sehr selbstsicher. Meine Frau sagte, sie begrüße diese Offenherzigkeit, was mich schlichtweg überraschte! Ich habe dabei etwas gelernt, was unserer Beziehung einen Schubs gegeben hat.

Dann stieg ich schrittweise in einen nachdenklichen, einsamen Zustand ab. Ich wurde ruhelos und unzufrieden. Ich konnte mich auf nichts konzentrieren; ich fühlte mich nutzlos und war von allem frustriert. Und doch hatte ich die ganze Zeit den Eindruck, dass mich das etwas lehren will, dass die Wahrheit die Oberhand gewinnen wird und dass das gut für mich sein wird. Ich fühlte mich getrennt von allen Menschen und fand großen Trost im Alleinsein mit der Natur. Das Ganze hatte einen tief spirituellen Aspekt, und ich fand zeitweise echte Schönheit in meiner Isolation.

Ich würde die Prüfung wieder machen. Es war eine wundervolle und herausfordernde Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Doch meine Arbeit und mein Studium sind fast völlig zum Erliegen gekommen - kein guter Zeitpunkt, wenn man bedenkt, dass ich gerade begonnen hatte, Patienten unter Supervision zu empfangen. Es hat mich einige Zeit gekostet, das Terrain zurückzugewinnen, das ich in jenen zwei Monaten verloren hatte.

Prüfer 2

Helligkeit draußen im Weltall. Der Erde entfremdet. Blasen der Freude. Umgeben von Helligkeit und Energie. Ich nehme die Farben leuchtender wahr. Ich sehe die Farben der Menschen sprechen. Ich war in einem anderen Raum als die Menschen. Auf Wolke sieben. Ich machte mir überhaupt keine Sorgen. Alle Grenzen gelockert. Physische Energie, musste physisch aktiv sein. Ich musste all meine Energie einsetzen. Konnte mich geistig nicht konzentrieren. Nicht fähig, meine Hände zu koordinieren, um den Text zu tippen. Anfangs stark benebelt. Appetit auf Obst und ganz besonders auf Äpfel. Verlangen nach Speiseeis. Gedanken ans Essen, ohne zu wissen, was ich will. Nachdenken übers Aussehen. Ständig aufgebläht, beeinträchtigte Atmung. Augenprobleme, wässrig, trocken, kratzig. Beziehung zu Tieren, Vögeln und vor allem zum Himmel. Erde reichte nicht, musste zur Sonne reisen. PMS. Extrem müde. Verlangen nach Schokolade, Kohlenhydraten, Kaffee. Depression um die Regel herum. Wachte auf mit einer ungeheuren innerlichen Trostlosigkeit. Begegne in der Meditation der männlichen Seite meines Lebens. Innerer Frieden ist zurückgekehrt. Zeit dehnt sich aus. Zwei Träume von verstümmelten Pferden. Hütete verirrte Hunde und fand verletzte Tiere. Aggressiver oder durchsetzungsfähiger. Anfangs war Musik sehr wichtig, aber nach ein paar Tagen konnte ich keine Musik mehr hören. Ich konnte sie nicht ertragen.

Ich begann die Prüfung auf eine sehr hochfliegende, expansive und leichte Weise. Alles war Freude, Verbundenheit und Sorglosigkeit. Meine Wahrnehmung war gesteigert, und der Schleier zwischen dem Physischen und der Psyche war dünner geworden.

Dann kam die wachsende Paranoia wegen des Essens und der Bewegung und die Probleme mit dem Verdauungssystem.

Alles begann zu entgleiten und wurde merklich beeinträchtigt durch mein PMS, das viel schlimmer wurde.

Es fiel mir immer schwerer, mich zu konzentrieren, keine Lust, Tagebuch zu führen oder in Kontakt mit dem Prüfungsleiter zu bleiben. Es spielte keine Rolle. Meine homöopathischen Aufgaben litten, weil es meine ganze Zeit beanspruchte, meinen Kopf über Wasser zu halten und mich nur auf die Arbeit zu konzentrieren.

Bis zum Ende des ersten Monats hatte ich den Großteil der Symptome erlebt. Bis zum Ende des 2. Monats merkte ich nichts mehr von der Prüfung, aber ich fühlte, dass sie mich in einem öden Land zurückgelassen hatte. Ich fühlte, dass ein Krieg bevorstand, und versuchte, die Auswirkungen des Ganzen zu bewältigen.

Prüfer 3

Isoliert während des ganzen Prüfungsprozesses. Isoliert von meinen Emotionen. Isoliert von den anderen in meiner Umgebung. Anspruchsvolle samtene Dunkelheit. Nicht in der Lage, irgendeine geistige Arbeit zu verrichten. Fühlte mich ausgezeichnet. Seltsames Gefühl eines entfernten Unbehagens. Natur richtig gesteigert. Riesige schwarze Wolke stieß mir in den Solarplexus. Schwarze Nacht der Seele. Getroffen von einer zweihundert Meter dicken Mauer aus Angst. Völlig isoliert von allem. Rückkehr zu unglaublichem Frieden. Ein Haufen visueller Eindrücke. Brennend, schmerzend, Gefühl, als wäre etwas im linken Auge. Zeit verzerrt, nicht linear.

Prüfer 5

Augenschmerzen, zu viel Licht. Kopfschmerz. Späte Periode. Schwindel.

Große Wahrheit. Höhere Wahrheit. Weitere Wahrheit. Liebe.

Bin immer noch ein wenig benommen, weiß nicht, was ich mit dieser veränderten Person anfangen soll. Mehr Träume als je zuvor. Lebendig. Sprünge. Verletzliche Menschen und Tiere.

Prüfer 6

Jetzt fühle ich mich wieder ganz. Die Hälfte von mir war weggerissen. Viele verlorene Gefühle. In meinem Herzen allein. Will eine Partnerin. Will heiraten. Ängstlich, wild. Habe vorher noch nie an Familie und Kinder gedacht. Wollte Verantwortung, Hingabe und Liebe. Träume von Vampiren, die ihre Energie verlieren, ihre Lebensform verlieren. Sie kommen aus einer Höhle, dringen durch Wände, Krebse mit gro�en Scheren. Gefolgt von Fieber, dann hatte ich die Prüfung hinter mir. Gesteigerte Wahrnehmungen. Visuelles. Symmetrische Ausschläge. Schmerzhafter emotionaler Verlust. Gefühl, dass ich meine weibliche Seite verloren habe. Musik wichtig, ließ sie laut laufen.

Prüfer 7

Physische Symptome, visuelle Eindrücke. Schmecke die Süße der Nahrungsmittel. Keine Träume, die mich irritierten, unüblich. Kam wieder mit meinem Ex zusammen, verliebt, nicht gut. Konzentration. Ob ich es richtig gemacht habe, ob ich daran gedacht habe, konnte es nicht tun. Die Zeit drängt. Schlimmste Periode seit Jahren, hellrotes Blut. Ruhelosigkeit, Vorwärtsdrängen. Musste etwas tun, wusste aber nicht was. Musste essen, wusste nicht was. Betrachte Vogelschwärme. Musik sehr wichtig.

Prüfer 8

Völlig isoliert. Fühlte mich echt high. Gesellig, selbstsicher, golden, ganz leuchtende Farben. Lebhafte Träume, sexuelle Träume. Jede Woche Schnupfen. Erschöpft. Schlafe nicht gut. Fühle mich nach dem Aufwachen haargenau so wie beim Zubettgehen. Stark losgelöst von meinen Emotionen. Habe nicht geweint. Nicht gehört. Beziehung zerbricht. Träume drücken meine Emotionen aus. Rückkehr zu Themen meiner Kindheit, Essen usw., Musik, Ausgehen, wollte richtig laute Musik.

Gruppenmitglied 24

Kindlicher Zustand. Gleichgültigkeit gegenüber Begierden. Keine Gedanken an Zukunft oder Vergangenheit. Nur in der Gegenwart. Nur das Hier und Jetzt. Fähigkeit, etwas gut zu machen, wenn ich nicht darüber nachdenke. Grauen vor dem Vollmond. Affinität zur Natur, besonders zum Himmel. Träume von Miniaturtieren, Taschenelefanten. Kinder in Gefahr. Schwäche des oberen Rückens geht in Verkrampfung über. Schutz kleiner Tiere. Hund ist gestorben, hat ein Junges bekommen. Sah mehr Tiere auf der Straße, im Garten. Reinigende Perioden. Hellrotes Blut, aber nicht zu stark.

Gruppenmitglied 25

Bin wirklich froh, dass die Prüfung vorbei ist. Habe jede spirituelle Verbindung verloren. Bin viel materialistischer geworden. Hab auf das ganze spirituelle Zeug gepfiffen. Mein Leben wäre leichter, wenn ich wie meine Familie sein könnte und einfach hingehen und Golf spielen. Lebhafte Träume, rot, orange und braun. Weiß und violett. Träumte, dass mein Mann mein Haus demoliert hat. Jemand hatte ein Symbol in den Mond geschnitzt. Träume von Beziehungen, Versöhnung und Streit. Am Anfang viele visuelle Eindrücke, Sehvermögen eine Zeitlang viel besser. Dreimal im kalten Wind der Eindruck, mein Hinterkopf würde zusammengedrückt. Viel gemütliches Essen. Vegetarier, aber zweimal musste ich Roastbeef essen. Konnte im Auto keine Musik hören. Fühlte mich selbstsicherer und fester.

Gruppenmitglied 26

Gesteigerter Appetit. Ich wollte keine Kontakte. Augenschmerzen beim Schlafengehen. Lebhafte Träume jede Nacht. Reizbar und wütend. Ging morgens spazieren, und alles was ich tun konnte, war weinen. Alles, was mich normalerweise glücklich macht, war furchtbar, einfach grässlich, obwohl alles ringsum so schön war. Hatte Rückenschmerzen in der Mitte des Zyklus, hatte nie vorher Rückenprobleme, schlimmer als eine Geburt, beim Autofahren wurde es besser.

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